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Die Dependenztheorien - Ein entwicklungstheoretischer Ansatz

Title: Die Dependenztheorien - Ein entwicklungstheoretischer Ansatz

Seminar Paper , 1999 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Soz. Susanne Dera (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Einleitung

Mitte der 60er Jahre entstanden in Lateinamerika die Ansätze, die unter der Bezeichnung „Dependenztheorien“ zusammengefaßt werden können und als Alternative zur Modernisierungstheorie aufgefaßt werden können. Es handelt sich dabei nicht um ein geschlossenes Theoriegebäude, sondern vielmehr um ein Konglomerat inhaltlich stark unterschiedlicher wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Beiträge von verschiedenen Autoren. Sie lassen sich jedoch auf einen gemeinsamen Nenner bringen und zwar derart, „dass Unterentwicklung nicht als Folge einer mangelhaften Integration in die moderne Welt, sondern vielmehr als Folge einer sehr effektiven Integration in die von den Industrienationen dominierten Weltmarktbeziehungen verstanden wird“. Somit liegt der Fokus der Analyse auf der Abhängigkeit (dependencia). Die Dependenztheoretiker versuchten auf theoretischer Ebene eine Erklärung für die Unterentwicklung und die wirtschaftlichen Stagnation Lateinamerikas zu finden und auf politischer Ebene, Überwindungsstrategien gegen Abhängigkeit und Unterentwicklung aufzuzeigen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungsgeschichte der Dependenztheorien

2.1. Die Modernisierungstheorie

2.2. Die Singer/Prebisch-These

2.3. Die Neoimperialismusthese

2.4. Der „Linke Strukturalismus“

2.5. Entstehung der Dependenztheorien

3. Zentrale Annahmen der Dependenztheorien

3.1. Kernthese

3.2. Die Ausbeutungsthese

3.2.1. Direkte Ausbeutung – Dekapitalisierung

3.2.2. Indirekte Ausbeutung – Ausbeutung durch Handel

3.2.3. Der Erklärungswert

3.3. Der strukturalistische Ansatz

3.3.1. Strukturelle Heterogenität und abhängige Reproduktion

3.3.2. Marginalität

3.3.3. Erklärungswert der strukturellen Argumentation

3.4. Folgerungen für Entwicklungsstrategien

4. Kritik und Weiterentwicklung der Dependenztheorien

4.1. Kritik

4.2. Weiterentwicklung

5. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Dependenztheorien als entwicklungstheoretischen Ansatz, um die Ursachen von Unterentwicklung und wirtschaftlicher Stagnation in Lateinamerika theoretisch zu erfassen und politische Lösungsansätze aufzuzeigen.

  • Historische Einordnung der Dependenztheorien
  • Theoretische Grundlagen und zentrale Annahmen (Ausbeutungs- und Strukturalismusthese)
  • Kritik an der Modernisierungstheorie
  • Lösungsansätze und Entwicklungsstrategien
  • Kritische Würdigung der wissenschaftlichen Relevanz

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Direkte Ausbeutung – Dekapitalisierung

Als direkte Ausbeutung werden insbesondere offene und verdeckte Gewinntransfers transnationaler Unternehmen aus den unterentwickelten Ländern in die Zentralen der Unternehmen in den Industriestaaten bezeichnet. Dieser Gewinntransfer übersteigt dabei bei weitem die Summe, die in die Standorte in den Entwicklungsländern investiert wird. Das Gastland wird folglich zunehmend dekapitalisiert, was zu einer Blockade der Produktivkräfte führt. Die einheimische Industrie ist nicht in der Lage, den Kapitalstock für ihre Produktion zu erweitern, was schließlich zu sinkenden Realeinkommen in der Bevölkerung führt. So verhindert eine vermindert Kaufkraft ein stetiges Wachstum des Binnenmarktes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Dependenztheorien als ein heterogenes Konglomerat an Ansätzen, das Unterentwicklung als Folge effektiver Integration in den Weltmarkt interpretiert.

2. Entstehungsgeschichte der Dependenztheorien: Dieses Kapitel arbeitet die Vorläufermodelle wie die Modernisierungstheorie, die Singer/Prebisch-These sowie den Neomarxismus und den Linken Strukturalismus als Einflüsse heraus.

3. Zentrale Annahmen der Dependenztheorien: Das Kapitel erläutert die Ausbeutungsthese und den strukturalistischen Ansatz als zwei Hauptströmungen zur Erklärung von Unterentwicklung und Abhängigkeit.

4. Kritik und Weiterentwicklung der Dependenztheorien: Hier werden die empirischen Defizite sowie das Scheitern an der Realität der ostasiatischen Schwellenländer diskutiert und aktuelle Weiterentwicklungen kurz skizziert.

5. Schlußbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass die Theorien zwar als Paradigma gescheitert sind, aber durch den neuen Fokus auf den internationalen Kontext der Unterentwicklung einen wichtigen heuristischen Beitrag leisteten.

Schlüsselwörter

Dependenztheorien, Unterentwicklung, Lateinamerika, Modernisierungstheorie, Zentrum-Peripherie, Ausbeutung, strukturelle Heterogenität, Dekapitalisierung, Weltmarkt, Abhängigkeit, Neomarxismus, wirtschaftliche Stagnation, Weltsystemanalyse, globale Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit bietet eine theoretische Analyse der Dependenztheorien, um die Ursachen für die wirtschaftliche Unterentwicklung in Lateinamerika zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kritik an Modernisierungstheorien, die Mechanismen der Ausbeutung und die strukturelle Abhängigkeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

Welche Forschungsfrage wird verfolgt?

Es wird untersucht, wie Unterentwicklung nicht als Mangel an Integration, sondern als Konsequenz einer spezifischen Einbindung in den Weltmarkt theoretisch begründet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird genutzt?

Die Autorin wählt einen analytisch-vergleichenden Ansatz, der verschiedene theoretische Strömungen der Dependenzdebatte systematisch gegenüberstellt.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte, die zwei Hauptströmungen (Ausbeutungsthese und strukturalistischer Ansatz) sowie die Kritik und Weiterentwicklung dieser Theorien.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die wesentlichen Begriffe sind Zentrum-Peripherie, Abhängigkeit, strukturelle Heterogenität und weltmarktabhängige Entwicklung.

Warum wird die Modernisierungstheorie in der Arbeit kritisiert?

Die Arbeit kritisiert den ahistorischen und ethnozentrierten Charakter der Modernisierungstheorie, die Unterentwicklung fälschlicherweise nur auf endogene, interne Faktoren zurückführt.

Welche Bedeutung haben die "Tigerstaaten" für das Fazit der Autorin?

Der wirtschaftliche Erfolg dieser Staaten dient als zentrales Argument gegen die Dependenztheorien, da er zeigt, dass weltmarktorientierte Industrialisierung durchaus Entwicklung ermöglichen kann.

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Details

Title
Die Dependenztheorien - Ein entwicklungstheoretischer Ansatz
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Internationale Beziehungen
Grade
2,0
Author
Dipl.-Soz. Susanne Dera (Author)
Publication Year
1999
Pages
16
Catalog Number
V52242
ISBN (eBook)
9783638480055
ISBN (Book)
9783656798101
Language
German
Tags
Dependenztheorien Ansatz Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz. Susanne Dera (Author), 1999, Die Dependenztheorien - Ein entwicklungstheoretischer Ansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52242
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