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Der Begriff der Grundversorgung im öffentlichen Rundfunk

Title: Der Begriff der Grundversorgung im öffentlichen Rundfunk

Seminar Paper , 2004 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Seit 1961 hat das Bundesverfassungsgericht wichtige Entscheidungen zum Thema Rundfunk getroffen. Grundlage hierfür ist Artikel 5 des Grundgesetzes (GG) über die Meinungs- und Pressefreiheit, in dem es heißt: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Die Rundfunkfreiheit betrachtet das Bundesverfassungsgericht jedoch weniger als klassisches Abwehrrecht gegenüber dem Staat, sondern vielmehr als „dienende Freiheit“ mittels derer das Grundrecht der freien Meinungsbildung erst ermöglicht wird.
Daraus resultiert, daß der Grundrechtsadressat die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und nicht einzelne Individuen sind . Das grundrechtlich geschützte Betätigungsfeld der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten läßt sich in zwei Bereiche einteilen: Die Programmveranstaltung und -verbreitung der Rundfunkanstalten, welche unmittelbar in den durch die Rundfunkfreiheit geschützten Freiheitsbereich fallen und die sonstigen Betätigungsformen ("Randnutzungen"), die zwar nicht unmittelbar die Programmveranstaltung betreffen, diese aber erst ermöglichen oder aber zumindest mit ihr in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Folgende Arbeit wird sich jedoch ausschließlich dem erweiterten geschützten Bereich der Grundversorgung widmen, der in den Bereich der Programmveranstaltung und -verbreitung fällt. Dabei wird anhand von drei signifikanten Rundfunkentscheidungen zuerst die Entwicklung des Begriffs der Grundversorgung dargestellt und anschließend die Reichweite bzw. Grenzen dieses heftig umstrittenen Begriffs diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Begriffs der Grundversorgung durch das BverfG

2.1. Das Niedersachsen-Urteil von 1986

2.1.1. Grundversorgung als Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

2.1.2. Die essentiellen Funktionen des Rundfunks und die Rechtfertigung der Gebührenfinanzierung

2.2. Der Baden-Württemberg-Beschluss von 1987

2.2.1. Definition des Begriffs Grundversorgung

2.2.2. Lokaler und regionaler Rundfunk

2.3. Die Entwicklungsgarantie im Nordrhein-Westfalen-Urteil von 1991

3. Die Grenzen der Grundversorgung

3.1. Die These der Mindestversorgung bzw. untere Schranke

3.2. Die These der Vollversorgung bzw. obere Schranke

4. Resumé

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die verfassungsrechtliche Herleitung und Auslegung des Begriffs der Grundversorgung im Kontext der dualen Rundfunkordnung durch das Bundesverfassungsgericht. Ziel ist es, die Entwicklung dieses Begriffs anhand maßgeblicher Urteile nachzuvollziehen und die sich daraus ergebenden inhaltlichen sowie finanziellen Schranken für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisch zu beleuchten.

  • Verfassungsrechtliche Grundlagen der Rundfunkfreiheit nach Art. 5 GG
  • Entwicklung des Grundversorgungsbegriffs durch zentrale BVerfG-Entscheidungen (1986–1991)
  • Abgrenzung zwischen Mindest- und Vollversorgungsauftrag
  • Die Rolle der Gebührenfinanzierung im dualen System

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Niedersachsen-Urteil von 1986

Im sog. Niedersachsen-Urteil behandelt das Bundesverfassungsgericht (BverfG) die Frage, wie die damals noch relativ neue duale Rundfunkordnung zu gestalten sei. Dabei bringt das BVerfG seine Skepsis zum Ausdruck, ob der private Rundfunk seine Kommunikationsaufgabe (volle Breite der Meinungen und kulturellen Strömungen) aufgrund seiner Abhängigkeit von Werbeeinnahmen und Einschaltquoten erfüllen kann und kommt zu dem Schluß, daß die Programme privater Anbieter der Aufgabe umfassender Information nicht in vollem Ausmaß gerecht werden.

Dies liegt einerseits daran, daß „(..)die Zahl der auf diesem Wege erreichten Teilnehmer wesentlich hinter der nahezu die Gesamtheit der Bevölkerung umfassenden Zahl der Teilnehmer zurückbleibt, welche terrestrische Rundfunkprogramme empfangen können.“ Die Programme der privaten Anbieter seien also nur partiell in der Lage, die Aufgabe eines Mediums und Faktors öffentlicher Meinungsbildung zu erfüllen.

Andererseits ist damit zu rechnen, (...)daß die Rundfunkprogramme privater Anbieter Informationen nicht in der vollen Breite der Meinungen und kulturellen Strömungen vermitteln werden.“

Abgesehen von der geringen Zahl der Anbieter seien die privaten Anbieter darauf angewiesen ihre Tätigkeiten nahezu ausschließlich durch Einnahmen aus Wirtschaftswerbung zu finanzieren. „Die Anbieter stehen deshalb vor der wirtschaftlichen Notwendigkeit, möglichst massenattraktive, unter dem Gesichtspunkt der Maximierung der Zuschauer- und Hörerzahlen erfolgreiche Programme zu möglichst niedrigen Kosten zu verbreiten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die verfassungsrechtliche Bedeutung der Rundfunkfreiheit als dienende Freiheit und Darlegung der Themenstellung.

2. Die Entwicklung des Begriffs der Grundversorgung durch das BverfG: Analyse der Rechtsprechung zwischen 1986 und 1991, die den Grundversorgungsauftrag zunehmend konkretisiert und erweitert.

3. Die Grenzen der Grundversorgung: Untersuchung der unteren Schranke (Mindestversorgung) durch Bestandsgarantien und der oberen Schranke durch den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz.

4. Resumé: Zusammenfassende Feststellung, dass das BVerfG einen hohen Standard für die Grundversorgung fordert, der lediglich durch Gebührenvorgaben nach oben begrenzt wird.

Schlüsselwörter

Grundversorgung, Bundesverfassungsgericht, Rundfunkfreiheit, duale Rundfunkordnung, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Meinungsbildung, Medienrecht, Entwicklungsgarantie, Bestandsgarantie, Rundfunkgebühren, Programmauftrag, Verhältnismäßigkeit, Rundfunkentscheidungen, Information, Medienvielfalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die verfassungsrechtliche Definition und Weiterentwicklung des Begriffs „Grundversorgung“ im dualen Rundfunksystem der Bundesrepublik Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Fokus stehen die Anforderungen an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die Rolle privater Anbieter und die Rechtfertigung der Rundfunkgebühren durch das BVerfG.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Rechtsprechung von 1986 bis 1991 aufzuarbeiten, um zu klären, wie der Begriff der Grundversorgung sowohl inhaltlich als auch finanziell begrenzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von drei signifikanten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Analyse der Urteile (Niedersachsen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen) und die theoretische Herleitung der Mindest- und Vollversorgungsthesen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Grundversorgung, Rundfunkfreiheit, duales System, Bestandsgarantie und Entwicklungsgarantie.

Warum unterscheidet das BVerfG zwischen Mindest- und Vollversorgung?

Die Differenzierung dient dazu, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits zu einer Mindestleistung für die Demokratie zu verpflichten, ihm aber andererseits Raum für die technische und programmatische Entwicklung zu lassen.

Welche Rolle spielen die Rundfunkgebühren in diesem Kontext?

Gebühren sind laut BVerfG nur gerechtfertigt, wenn sie den klassischen Rundfunkauftrag und die dafür notwendigen technischen und finanziellen Vorbedingungen abdecken.

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Details

Title
Der Begriff der Grundversorgung im öffentlichen Rundfunk
College
LMU Munich
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V52319
ISBN (eBook)
9783638480703
ISBN (Book)
9783656808350
Language
German
Tags
Begriff Grundversorgung Rundfunk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2004, Der Begriff der Grundversorgung im öffentlichen Rundfunk , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52319
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