Auf dem Gebiet der internationalen Rechnungslegung versucht man nicht erst seit dem Zusammenbruch des US-Energiekonzerns Enron Maßnahmen zu entwerfen, welche die einheitliche und ganzheitliche Betrachtung aller Einheiten mit denen ein UN in wirtschaftlichen Kontakt tritt zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der Standardsetterdiskussionen stehen dabei so genannte Special Purpose Entities [SPE] und deren mögliche Erfassung im Konzernabschluss. Ziel ist es, alle relevanten SPE in den Konsolidierungskreis der Muttergesellschaft einzubinden um ein den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des UN zutreffendes Bild im Konzernabschluss wiedergeben zu können.
Meist scheitern die Diskussionen und eine einheitliche Betrachtungsweise national wie auch international an der schlichten Vielzahl von vorstellbaren Strukturen und Gestaltungsmöglichkeiten eines SPE, so dass es Unternehmen immer wieder gelingt wichtige Risiken und Schulden nicht in der Konzernbilanz darstellen zu müssen. In der Öffentlichkeit führt dies im Umkehrschluss dazu, dass nicht die tatsächliche unternehmerische Risikostruktur in der Konzernbilanz abgebildet wird und damit die Vertrauenswirkung der Bilanzkennzahlen u.U. stark beeinträchtigt wird.
Dennoch oder gerade wegen derartiger Vertrauensrückschläge durch Enron oder auch den französischen Konzern Alstom erfahren die internationalen Rechnungslegungsstandards eine unvorstellbare Dynamik. Diese Dynamik ist sehr eng mit zwei Kernbegriffen des derzeitigen Wirtschaftslebens verbunden –Globalisierung & Internationalisierung. Für die meisten UN ist Wachstum ein essentieller Bestandteil ihres Wirtschaftens geworden, wobei es keine Rolle spielt, ob das Wachstum organische oder anorganisch erfolgt. Um dieses Wachstum finanzieren zu können, ist für viele UN, auch national geprägte mittelständische UN, der Weg an die internationalen Kapitalmärkte unumgänglich. Ungeachtet der Finanzierungsform, ob nun Eigen- oder Fremdkapital an den Börsen emittiert wird, ist für die Investoren mit, in der Regel, internationalen Portfolien insbesondere die Vergleichbarkeit der UN und ihres finanziellen Hintergrundes investitionsentscheidend.
Inhaltsverzeichnis
1. Relevanz des Themas
1.1. Einführung in den Sachverhalt
1.2. Merkmale, Arten und Funktionen von Special Purpose Entities
1.3. Ziele von Special Purpose Entities in der Praxis
2. Bilanzierung in der internationalen Rechnungslegung
2.1. Bilanzierung nach IAS
2.2. Bilanzierung nach US – GAAP
3. Kritischer Vergleich
3.1. Beurteilung der Standards hinsichtlich true und fair view
3.2. Aktuelle Entwicklungstendenzen
4. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit analysiert die Problematik einer einheitlichen konsolidierungstechnischen Behandlung von Special Purpose Entities (SPE) im internationalen Kontext. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Rechnungslegungsstandards (IAS und US-GAAP) versuchen, die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse und Risikostrukturen in Konzernabschlüssen abzubilden, um der missbräuchlichen Ausnutzung von SPE für Off Balance Sheet Financing entgegenzuwirken.
- Methodische Ansätze zur Konsolidierung nach IAS (control Prinzip, SIC-12)
- Regularien nach US-GAAP (FIN 46R, Variable Interest Entities)
- Kritischer Vergleich der Standards hinsichtlich des Grundsatzes der Fair Presentation
- Analyse von Praxismodellen und Off Balance Sheet Strukturen
- Ausblick auf zukünftige Harmonisierungstendenzen durch das IASB
Auszug aus dem Buch
1.1. Einführung in den Sachverhalt
Auf dem Gebiet der internationalen Rechnungslegung versucht man nicht erst seit dem Zusammenbruch des US-Energiekonzerns Enron Maßnahmen zu entwerfen, welche die einheitliche und ganzheitliche Betrachtung aller Einheiten mit denen ein UN in wirtschaftlichen Kontakt tritt zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der Standard setterdiskussionen stehen dabei so genannte Special Purpose Entities [SPE] und deren mögliche Erfassung im Konzernabschluss. Ziel ist es, alle relevanten SPE in den Konsolidierungskreis der Muttergesellschaft einzubinden um ein den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des UN zutreffendes Bild im Konzernabschluss wiedergeben zu können.
Meist scheitern die Diskussionen und eine einheitliche Betrachtungsweise national wie auch international an der schlichten Vielzahl von vorstellbaren Strukturen und Gestaltungsmöglichkeiten eines SPE, so dass es Unternehmen immer wieder gelingt wichtige Risiken und Schulden nicht in der Konzernbilanz darstellen zu müssen. In der Öffentlichkeit führt dies im Umkehrschluss dazu, dass nicht die tatsächliche unternehmerische Risikostruktur in der Konzernbilanz abgebildet wird und damit die Vertrauenswirkung der Bilanzkennzahlen u.U. stark beeinträchtigt wird.
Dennoch oder gerade wegen derartiger Vertrauensrückschläge durch Enron oder auch den französischen Konzern Alstom erfahren die internationalen Rechnungslegungs standards eine unvorstellbare Dynamik. Diese Dynamik ist sehr eng mit zwei Kernbegriffen des derzeitigen Wirtschaftslebens verbunden –Globalisierung & Internationalisierung. Für die meisten UN ist Wachstum ein essentieller Bestandteil ihres Wirtschaftens geworden, wobei es keine Rolle spielt, ob das Wachstum organische oder anorganisch erfolgt. Um dieses Wachstum finanzieren zu können, ist für viele UN, auch national geprägte mittelständische UN, der Weg an die internationalen Kapitalmärkte unumgänglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Relevanz des Themas: Einleitung in die Problematik der SPE und deren Nutzung für Off Balance Sheet Zwecke, eingebettet in den Kontext der Globalisierung.
2. Bilanzierung in der internationalen Rechnungslegung: Detaillierte Darstellung der regulatorischen Ansätze nach IAS (SIC-12) und US-GAAP (FIN 46R) zur Identifizierung und Konsolidierung von Zweckgesellschaften.
3. Kritischer Vergleich: Analyse der Unterschiede zwischen IAS und US-GAAP hinsichtlich des Kontrollbegriffs, der Konsolidierungspflichten und der praktischen Anwendung bei Joint Ventures.
4. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Schwierigkeiten bei der Identifizierung konsolidierungspflichtiger Einheiten und Ausblick auf künftige Entwicklungen im Standardsetzungsprozess.
Schlüsselwörter
Special Purpose Entities, SPE, Konzernabschluss, Konsolidierung, IAS, US-GAAP, FIN 46R, SIC-12, Off Balance Sheet Financing, Variable Interest Entities, VIE, Fair Presentation, Risikostruktur, Autopilot, Beherrschungsprinzip.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung von Zweckgesellschaften (Special Purpose Entities) und der Frage, wie diese in Konzernabschlüssen korrekt abgebildet werden müssen, um Transparenz über Risiken zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Konzepte der Konsolidierung, die Abgrenzung von Kontrollverhältnissen nach IAS und US-GAAP sowie die Vermeidung von Bilanzmanipulationen durch ausgelagerte Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Problematik einer einheitlichen Behandlung von SPE auf internationaler Ebene zu charakterisieren und die regulatorischen Antworten der Standardsetter kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende und analytische Methode, indem die jeweiligen Standards (IAS 27/SIC-12 sowie FIN 46R) in Bezug auf ihre Anwendung auf SPE detailliert gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bilanzierungsregeln unter IAS und US-GAAP sowie einen kritischen Vergleich dieser Ansätze anhand von Praxisbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Konsolidierung, SPE, VIE, Fair Presentation, Risikokontrolle und internationale Rechnungslegungsstandards.
Was unterscheidet die Behandlung von SPE in den IAS von den US-GAAP?
Während IAS primär auf Aktivitäten und ein bewerbbares Beherrschungsverhältnis (Substance over Form) abstellen, verfolgen US-GAAP einen detaillierteren Ansatz über Variable Interest Entities (VIE), um auch rein schuldrechtliche Risikoverteilungen zu erfassen.
Welche Rolle spielt der sogenannte „Autopilot“ bei SPE?
Der Autopilot beschreibt vertragliche Fixierungen der Geschäftstätigkeit, die verhindern sollen, dass die Kontrolle über eine SPE durch klassische Stimmrechte bestimmt wird, was Standardsetter dazu zwingt, wirtschaftliche Nutzen- und Risikoverteilungen als Kriterium heranzuziehen.
- Quote paper
- Marcel Bischof (Author), 2005, Special Purpose Entities in der internationalen Rechnungslegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52328