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Schwebende Rechtsstreitigkeiten in der Rechnungslegung nach IAS/IFRS

Title: Schwebende Rechtsstreitigkeiten in der Rechnungslegung nach IAS/IFRS

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Betriebswirt (FH) Turhan Yazici (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Immer wieder werden über spektakuläre Rechtsverfahren von den Tagesmedien berichtet, in denen auch berühmte deutsche Unternehmen verwickelt sind. Angeführt seien hier beispielsweise die Produkthaftpflichtklagen gegen die Bayer AG aufgrund der vermeintlichen gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen des Medikaments Lipobay/Baycol, die Klagen der Aktionäre der DaimlerChrysler AG aufgrund der mutmaßlichen Verletzungen des US-amerikanischen Wertpapierrechts und aufgrund des angeblichen Betrugs beim Zusammenschluss der Chrysler Corp. mit der Daimler Benz AG sowie der Patentrechtsstreit der Schwarz Pharma AG im Kontext mit dem Magenmedikament Omeparzol.
Aber nicht nur große börsennotierte Konzerne unterliegen den mit schwebenden Rechtsstreitigkeiten verbundenen Risiken, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen können auf diesem Weg in Bedrängnis geraten. Das bilanzierende Unternehmen kennt dabei die exakten finanziellen Auswirkungen eines laufenden Rechtsverfahrens zum Zeitpunkt der Jahresabschlusserstellung i. d. R. nicht, wobei die Unsicherheit hinsichtlich des Prozessausgangs sowohl den eigentlichen Streitgegenstand als auch die Rechtsverfolgungskosten betrifft.

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Inhaltsverzeichnis

1. Rückstellungen für schwebende Rechtsstreitigkeiten

1.1 Definition des Rückstellungsbegriffs

1.2 Definition des Begriffs Ereignis in der Vergangenheit

1.2.1 Bilanzierungsobjekt Streitgegenstand

1.2.2 Bilanzierungsobjekt Prozesskosten

1.3 Definition des Begriffs gegenwärtige Verpflichtung

1.4 Definition des Begriffs wahrscheinlicher Ressourcenabfluss

1.5 Zuverlässige Schätzung und Bewertung der Verpflichtung

2. Aktivierung von Eventualforderungen

3. Ausweis in der Bilanz und im Anhang

3.1 Untergliederung der Rückstellung

3.2 Ausweis weiterer Informationen zu schwebenden Rechtsstreitigkeiten

4. Aktualisierung der ausgewiesenen Informationen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die bilanziellen Anforderungen an Rückstellungen für schwebende Rechtsstreitigkeiten nach IFRS/IAS im Vergleich zum deutschen Handelsrecht. Ziel ist es, die Kriterien für Ansatz, Bewertung und Ausweis dieser ungewissen Verpflichtungen zu analysieren und dabei insbesondere die Unterscheidung zwischen Kläger- und Beklagtenperspektive sowie die Bedeutung prozessualer Ereignisse herauszuarbeiten.

  • Definition und Ansatzkriterien von Rückstellungen bei Rechtsstreitigkeiten
  • Differenzierung zwischen Streitgegenstand und Prozesskosten
  • Bilanzielle Behandlung von Eventualforderungen
  • Ausweis- und Anhangspflichten nach IAS 37
  • Gegenüberstellung von IFRS/IAS und HGB-Regelungen

Auszug aus dem Buch

1.2.2 Bilanzierungsobjekt Prozesskosten

Hinsichtlich der Prozesskosten kann die Rückstellungsbildung sowohl beim Beklagten (Passivbeteiligte) als auch beim Kläger (Aktivbeteiligte) erfolgen. Die Rückstellungsbildung für Prozesskosten beim Beklagten ist immer erforderlich, wenn er in einem Prozess verwickelt ist. Beim Kläger ist dies erforderlich, wenn z. B. ein Rechtsverfahren eine negative Wendung für den Kläger nimmt oder wenn er bei einer ungünstigen Situation Klage erhebt. Das relevante Ereignis in der Vergangenheit bezüglich der Prozesskosten bildet der Beginn des gerichtlichen Verfahrens. Für den Kläger (Aktivbeteiligten) beginnt das Verfahren mit der Einreichung der Klageschrift (=Anhängigkeit der Klage) beim zuständigen Gericht (Datum des Eingangsstempels). Von nun an lassen sich die Forderungen des Aktivbeteiligten (Klägers) eindeutig feststellen, die die Grundlage für die Bestimmung des Streitwerts bildet. Auf Basis des Streitwerts werden die Gerichtsgebühren und die Rechtsanwaltsgebühren berechnet. Die tatsächlich gestellten Forderungen und die in der Klageschrift aufgeführten Beweismittel lassen die Erfolgsaussichten der Klage abschätzen. Obwohl der Passivbeteiligte (Beklagte) erst mit der gerichtlichen Zustellung der Klageschrift (=Rechtshängigkeit der Klage) verlässliche Kenntnisse vom Beginn des Gerichtsverfahren erhält, bildet dennoch die Anhängigkeit der Klage das relevante Ereignis in der Vergangenheit für den Beklagten (Passivbeteiligte), da die Anhängigkeit der Klage Vorrang vor der Rechtshängigkeit der Klage hat und sie ursächlich für die Prozesskostenentstehung ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Rückstellungen für schwebende Rechtsstreitigkeiten: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien zur Bilanzierung von Rückstellungen bei schwebenden Rechtsstreitigkeiten unter besonderer Berücksichtigung der Definitionen für Ereignisse in der Vergangenheit, gegenwärtige Verpflichtungen und Ressourcenabflüsse.

2. Aktivierung von Eventualforderungen: Hier wird dargelegt, unter welchen spezifischen Voraussetzungen mögliche Vermögenswerte in der Bilanz oder im Anhang zu erfassen sind und warum das Realisationsprinzip die Aktivierung meist ausschließt.

3. Ausweis in der Bilanz und im Anhang: Dieser Abschnitt beschreibt die formellen Anforderungen an die Untergliederung von Rückstellungen sowie die umfangreichen Offenlegungspflichten im Anhang, um den Bilanzadressaten über bestehende Risiken zu informieren.

4. Aktualisierung der ausgewiesenen Informationen: Das Kapitel behandelt die Notwendigkeit der laufenden Prüfung und gegebenenfalls notwendigen Anpassung von Rückstellungen und Eventualforderungen an jedem Bilanzstichtag basierend auf dem Fortschritt des Rechtsverfahrens.

Schlüsselwörter

Rückstellungen, schwebende Rechtsstreitigkeiten, IFRS, IAS 37, Bilanzierung, Prozesskosten, Streitgegenstand, Eventualforderungen, Anhang, Bilanzpolitik, Rechtshängigkeit, Anhängigkeit, Wahrscheinlichkeit, Ressourcenabfluss, HGB.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die bilanziellen Anforderungen an Rückstellungen für schwebende Rechtsstreitigkeiten, wobei der Fokus auf den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS/IAS) liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Definition von Rückstellungsbegriffen, die Unterscheidung zwischen Prozesskosten und Streitgegenstand sowie die Anforderungen an den Ausweis im Anhang.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Kriterien für den Ansatz und die Bewertung ungewisser Verpflichtungen aus Rechtsstreitigkeiten zu präzisieren und Unterschiede zwischen HGB und IFRS aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, Gesetzeskommentare sowie der spezifischen IAS-Standards für Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Rückstellungsparameter, die Behandlung von Eventualforderungen sowie die detaillierten Anforderungen an den Ausweis und die Aktualisierung dieser Informationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Rückstellungen, IAS 37, schwebende Rechtsstreitigkeiten, Bilanzierung und Prozesskosten definieren.

Ab wann ist eine Rückstellung für Prozesskosten beim Beklagten zwingend?

Eine Rückstellung ist erforderlich, wenn der Beklagte in ein gerichtliches Verfahren verwickelt ist und die Anhängigkeit der Klage als Ereignis in der Vergangenheit vorliegt.

Wie unterscheidet sich die Bewertung bei IFRS und HGB bei geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten?

Während die IFRS bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von unter 50 % für eine Verpflichtung in der Regel keine Rückstellung erlauben, ist das HGB nach herrschender Meinung großzügiger und erlaubt den Ansatz auch bei geringeren Wahrscheinlichkeiten.

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Details

Title
Schwebende Rechtsstreitigkeiten in der Rechnungslegung nach IAS/IFRS
College
University of Applied Sciences Bremen
Grade
1,3
Author
Diplom Betriebswirt (FH) Turhan Yazici (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V52337
ISBN (eBook)
9783638480840
ISBN (Book)
9783638751643
Language
German
Tags
Schwebende Rechtsstreitigkeiten Rechnungslegung IAS/IFRS
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Betriebswirt (FH) Turhan Yazici (Author), 2005, Schwebende Rechtsstreitigkeiten in der Rechnungslegung nach IAS/IFRS , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52337
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