Mit dieser Arbeit wird das Verfahren der Diskriminanzanalyse vorgestellt und dessen Eignung als Instrument der systematischen Bilanzanalyse kritisch beurteilt. Ziel ist es, diese Analyseform in die Systematik der Jahresabschlussanalyse einzuordnen und Methodik sowie Grenzen darzulegen. Dabei wird die Diskriminanzanalyse als Verfahren zur Insolvenzprognose als ein möglicher Einsatzbereich in der systematischen Bilanzanalyse dargestellt.
Zunächst wird die Bilanzanalyse über ihre Definition und Ziele abgegrenzt und die Kennzahlenanalyse in die verschiedenen Ansatzpunkte der Bilanzanalyse eingeordnet. Dann werden Anforderungen an eine systematische Bilanzanalyse aufgezeigt, anhand derer die klassische Kennzahlenanalyse kritisch gewürdigt wird. Nach einer Einordnung der Diskriminanzanalyse als empirisch-induktives Verfahren wird dessen Vorgehensweise an der linearen multivariaten Diskriminanzanalyse erläutert. Abschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, einen geeigneten Kennzahlenkatalog aufzustellen und diesen auf wenige trennfähige Kennzahlen zu verdichten.
Abgerundet wird diese Arbeit durch eine zusammenfassende Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. VORBEMERKUNGEN
2. GRUNDLAGEN DER BILANZANALYSE
2.1. Begriff und Ziele der Bilanzanalyse
2.2. Ansatzpunkte der Jahresabschlussanalyse
2.3. Anforderungen an eine systematische Bilanzanalyse
2.4. Kritische Würdigung der klassischen Kennzahlenanalyse
3. DIE DISKRIMINANZANALYSE ALS EMPIRISCH-INDUKTIVES VERFAHREN
3.1. Ansatz der Diskriminanzanalyse
3.2. Ziele der Diskriminanzanalyse
3.3. Verfahren der Diskriminanzanalyse
3.4. Anwendungsgebiete der Diskriminanzanalyse
4. AUSGEWÄHLTE VERFAHREN DER DISKRIMINANZANALYSE
4.1. Die univariate Diskriminanzanalyse
4.2. Die lineare multivariate Diskriminanzanalyse
4.2.1. Anwendungsvoraussetzungen
4.2.2. Ablauf der linearen multivariaten Diskriminanzanalyse
4.2.3. Analyse der Fehlklassifikationen
4.2.4. Grenzen der linearen multivariaten Diskriminanzanalyse
5. GEWINNUNG TRENNFÄHIGER, UNABHÄNGIGER KENNZAHLEN
5.1. Aufstellung eines Kennzahlenkataloges
5.2. Verdichtung auf wenige relevante Kennzahlen
6. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Diskriminanzanalyse als Instrument der systematischen Bilanzanalyse, insbesondere zur Insolvenzprognose. Ziel ist es, diese Methode in die Systematik der Jahresabschlussanalyse einzuordnen, ihr Vorgehen bei der Klassifizierung von Unternehmen aufzuzeigen und ihre Eignung sowie Grenzen gegenüber der klassischen Kennzahlenanalyse kritisch zu bewerten.
- Systematik und Anforderungen einer fundierten Bilanzanalyse
- Kritik an klassischen, subjektiv geprägten Kennzahlenanalysen
- Methodik der linearen multivariaten Diskriminanzanalyse
- Einsatzmöglichkeiten in der Insolvenzprognose und Bilanzprüfung
- Konstruktion und Optimierung von aussagekräftigen Kennzahlenkatalogen
Auszug aus dem Buch
3.1. Ansatz der Diskriminanzanalyse
Backhaus definiert die Diskriminanzanalyse als „(…) eine Methode zur Analyse von Gruppenunterschieden, die es ermöglicht, zwei oder mehr Gruppen simultan hinsichtlich einer Mehrzahl von Merkmalsvariablen zu untersuchen. (…) Ein zweites Anwendungsgebiet der Diskriminanzanalyse, das von besonderer praktischer Wichtigkeit ist, bildet die Klassifizierung (…)“15. Auf die Jahresabschlussanalyse bezogen, werden also aus einer Menge von Unternehmen nach einem definierten Unterscheidungskriterium möglichst überschneidungsfrei Teilmengen abgegrenzt. Die Merkmalsvariablen zur Ermittlung der Gruppenzugehörigkeit stellen dabei Jahresabschlusskennzahlen dar. Dabei werden die Unternehmen mithilfe einzelner oder mehrerer ausgesuchter Kennzahlen einer Klasse (z. B. „künftig insolvent“ bzw. „künftig solvent“) zugeordnet und die dabei auftretenden Gruppenunterschiede analysiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORBEMERKUNGEN: Einführung in die Thematik der Diskriminanzanalyse als Instrument der Insolvenzprognose innerhalb der Bilanzanalyse.
2. GRUNDLAGEN DER BILANZANALYSE: Definition und Ziele der Bilanzanalyse sowie Anforderungen an einen systematischen Prozess unter kritischer Würdigung klassischer Verfahren.
3. DIE DISKRIMINANZANALYSE ALS EMPIRISCH-INDUKTIVES VERFAHREN: Einordnung der Methode als empirisch-induktives Verfahren zur Klassifizierung von Unternehmen.
4. AUSGEWÄHLTE VERFAHREN DER DISKRIMINANZANALYSE: Detaillierte Darstellung der univariaten sowie insbesondere der linearen multivariaten Diskriminanzanalyse samt ihrer Anwendungsvoraussetzungen und Fehleranalyse.
5. GEWINNUNG TRENNFÄHIGER, UNABHÄNGIGER KENNZAHLEN: Erläuterung der Aufstellung eines Kennzahlenkatalogs und der methodischen Reduktion auf relevante, trennscharfe Kennzahlen.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit zur Eignung der Diskriminanzanalyse als ergänzende Methode zur objektiven Unternehmensbeurteilung.
Schlüsselwörter
Diskriminanzanalyse, Bilanzanalyse, Jahresabschlussanalyse, Insolvenzprognose, Kennzahlenanalyse, Multivariate Statistik, Klassifizierung, Bonitätsprüfung, Trennfähigkeit, Unternehmenskrise, Fehlklassifikation, Objektivierungsprinzip, Ganzheitlichkeitsprinzip, Finanzlage, Ertragslage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Verfahren der Diskriminanzanalyse als statistischem Instrument zur systematischen Bilanzanalyse, insbesondere mit dem Ziel der Insolvenzprognose.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Grundlagen der Bilanzanalyse, die methodische Einordnung und Durchführung der Diskriminanzanalyse sowie die Auswahl und Verdichtung relevanter Kennzahlen für eine fundierte Bonitätsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Würdigung der Diskriminanzanalyse und deren Eignung als objektive Ergänzung zur klassischen Kennzahlenanalyse, um die Unternehmenslage präziser einzuschätzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die lineare multivariate Diskriminanzanalyse als empirisch-induktives Verfahren zur Differenzierung von solventen und insolventen Unternehmen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen, die Anwendungsvoraussetzungen und den Ablauf der Diskriminanzanalyse, die Analyse von Fehlklassifikationen sowie die methodische Aufbereitung geeigneter Kennzahlen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Diskriminanzanalyse, Insolvenzprognose, Klassifizierung, multivariate statistische Verfahren und Kennzahlenkatalog.
Warum wird die klassische Kennzahlenanalyse kritisiert?
Die klassische Analyse ist oft subjektiv geprägt, da sie keine objektiven Regeln zur Gewichtung von Kennzahlen bietet und Schwierigkeiten hat, komplexe negative Entwicklungen rechtzeitig und intersubjektiv nachprüfbar zu identifizieren.
Welche Rolle spielt die Fehleranalyse in der Arbeit?
Die Fehleranalyse (Alpha- und Beta-Fehler) ist zentral, um zu verstehen, welche Risiken (z.B. Kreditausfallkosten vs. Opportunitätskosten) bei der Klassifizierung von Unternehmen durch das Modell entstehen.
Was versteht man unter dem Neutralisierungsprinzip?
Dies ist ein grundlegendes Prinzip der systematischen Bilanzanalyse, bei dem bilanzpolitisch motivierte Gestaltungsmaßnahmen identifiziert und neutralisiert werden, um einen vergleichbaren und gerechten Abschluss zu erhalten.
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- Jan Möller (Author), 2005, Diskriminanzanalyse / Systematische Bilanzanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52370