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Politischer Islam: Zwischen politischer Kultur und Terrorismus

Titel: Politischer Islam: Zwischen politischer Kultur und Terrorismus

Examensarbeit , 2005 , 44 Seiten , Note: 2

Autor:in: Dipl. Ing. Pascal Gemperli (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Terrorismus gibt es in verschiedenen Formen und Gesellschaften. Ihn speziell dem politischen Islam zu zuschreiben wäre abwegig. Es gibt unzählige politische Bewegungen in den islamischen Ländern die sich auf ihre Religion berufen aber Gewalt ablehnen. Eine direkte Verbindung zwischen islamisch motivierter Politik und Gewalt ist also kaum erkennbar.
Ganz klar gibt es in den heiligen Quellen des Islam, dem Koran und der Überlieferung der Tradition des Propheten (Sunna) gewalttätige Anweisungen, die, falls buchstabengetreu angewendet, in den heute existierenden Nationalstaaten, juristischer Verankerung benötigten. Wann aber treten solche sakrale Anweisungen in terroristischer Form in Erscheinung und wieso?
Diese Studie soll aufzeigen wann und warum islamisch motivierte Politik zum Terror als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele setzt. Dafür werden in der Folge die Hintergründe des politischen Islam und seiner Entwicklung sowie der islamistische Selbstmordterrorismus anhand von praktischen Beispielen analysiert um die beiden anschließend gegeneinander ab zugrenzen und schließlich mögliche Gegen- und Präventionsmaßnahmen aus zu arbeiten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hintergründe des politischen Islams

a. Islam und Politik

b. Reformislam

c. Radikaler Islam / Salafismus

d. Von nationaler, fundamentalistischer zu transnationaler, neofundamentalistischer Ausrichtung

3. Terrorismus als politisches Mittel

a. Was ist Terrorismus?

b. Anführer und Ausführer

c. Hintergründe

4. Abgrenzung zwischen politischem Islam und islamistischem Terrorismus

5. Gegen- und Präventionsmassnahmen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen, unter denen islamisch motivierte Politik zum Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele greift. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum und wann religiöse Rechtfertigungen in gewalttätigen Extremismus umschlagen, und wie sich dies vom politischen Islam abgrenzen lässt.

  • Historische und ideologische Hintergründe des politischen Islams, des Reformislams und des Salafismus.
  • Die Instrumentalisierung von Terrorismus als politisches Mittel durch Anführer und Ausführer.
  • Analyse der sozio-ökonomischen und politischen Motive von Selbstmordterroristen.
  • Die Rolle der Besetzung und nationaler Konflikte als Hauptauslöser für Gewalt.
  • Entwicklung von Strategien zur Gegen- und Präventionsmassnahmen auf kurz- und langfristiger Ebene.

Auszug aus dem Buch

Ausführer

Viele Gelehrte erklären uns wie perspektivlos, schlecht integriert und minder bemittelt Suizidattentäter sind. Dies oft ohne auf empirische Grundlagen verweisen zu können. Robert A. Pape zeichnet in seiner systematischen Untersuchung, die alle bekannten Selbstmordattentate zwischen 1980 und 2003 erfasst ein ganzes anderes Bild. Auf dieses wollen wir uns hier ebenfalls stützen.

Seit Ende der 80er Jahre rekrutieren militante Gruppen im in Provinzstädten oder peripheren Vierteln der Metropolen. 55% sind zwischen 19 und 23 Jahre alt, 32% über 24 und nur 13% zwischen 15 und 18. Wobei sich das Durchschnittsalter je nach Konflikt stark verändert. Libanesische Selbstmordattentäter waren im Schnitt 21 Jahre alt, Tschetschenen 30 Jahre. Der Jüngste war ein 15-jähriger männlicher Attentäter im Libanon, die Älteste eine 52-jährige Tschetschenin. Auch die Frauenquote variiert stark, wobei die PKK mit 71%, die Tschetschenen mit 60% mit dem höchsten und die Palästinenser mit 5% und die Al-Qaida mit 0% mit dem tiefsten Frauenanteil operieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet, dass Terrorismus keine rein islamische Erscheinung ist und stellt die Frage, unter welchen Umständen sakrale Anweisungen in terroristische Formen übergehen.

2. Hintergründe des politischen Islams: Dieses Kapitel erläutert das Spannungsverhältnis zwischen Islam und moderner Politik sowie die Entwicklung von Reformbewegungen bis hin zum radikalen Salafismus.

3. Terrorismus als politisches Mittel: Es wird definiert, was Terrorismus ausmacht, und es findet eine Differenzierung zwischen den strategischen Anführern und den ausführenden Attentätern statt.

4. Abgrenzung zwischen politischem Islam und islamistischem Terrorismus: Dieses Kapitel versucht die Grenze zwischen politischem Befreiungskampf und dogmatisch-sektiererischer Ideologie zu ziehen.

5. Gegen- und Präventionsmassnahmen: Der abschließende Teil skizziert kurzfristige operative sowie langfristige politische Strategien zur Eindämmung terroristischer Gewalt.

Schlüsselwörter

Politischer Islam, Terrorismus, Salafismus, Selbstmordattentate, Schari’a, Radikalisierung, Besetzung, Nationalismus, Al-Qaida, Präventionsmassnahmen, Demokratisierung, Gewalt, Ideologie, Religion, Konflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des islamisch motivierten Terrorismus und fragt danach, wann und warum islamisch geprägte Politik Gewalt als legitimes Mittel einsetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die ideologischen Strömungen innerhalb des Islam, die Analyse terroristischer Akteure sowie die soziopolitischen Ursachen von Gewalt, insbesondere im Kontext von Besetzung und Nationalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Auslöser für islamistisch motivierte Gewalt zu verstehen, um zwischen religiösem Glauben und politischem Terrorismus abgrenzen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, historischen Kontexten sowie empirischen Daten aus der Sicherheitsforschung und terrorismuswissenschaftlichen Studien, insbesondere von Robert A. Pape.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln des politischen Islams, die Rolle von Anführern und Ausführern in Terrororganisationen sowie die Hintergründe terroristischer Kampagnen weltweit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politischer Islam, Terrorismus, Radikalisierung, Besetzung, Schari’a und Präventionsmassnahmen charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Anführer und Ausführer wichtig?

Der Autor zeigt auf, dass beide Gruppen unterschiedliche Hintergründe und Motive haben; während Anführer oft politisch-strategisch handeln, werden Ausführer häufiger durch eine Mischung aus altruistischer Verpflichtung und ideologischer Indoktrination in Konfliktsituationen getrieben.

Welche Rolle spielt die Besetzung bei der Entstehung von Terrorismus laut Autor?

Die Besetzung durch fremde Mächte wird als ein Haupttreiber identifiziert, da sie nationalen Zusammenhalt fördert und Gewalt als defensives, moralisch gerechtfertigtes Mittel erscheinen lässt.

Sind religiöse Einrichtungen laut Autor zur Terrorbekämpfung geeignet?

Ja, der Autor argumentiert, dass eine öffentliche Delegitimierung von Gewalt durch renommierte religiöse Gelehrte und Einrichtungen den terroristischen Ideologien die religiöse Grundlage entziehen kann.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politischer Islam: Zwischen politischer Kultur und Terrorismus
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Frieden und Demokratie)
Note
2
Autor
Dipl. Ing. Pascal Gemperli (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
44
Katalognummer
V52379
ISBN (eBook)
9783638481120
ISBN (Buch)
9783638721431
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politischer Islam Zwischen Kultur Terrorismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Pascal Gemperli (Autor:in), 2005, Politischer Islam: Zwischen politischer Kultur und Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52379
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Leseprobe aus  44  Seiten
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