Durch die Emanzipation der Frau hat sich im Laufe der Jahre vieles an der früher so klaren Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern geändert.
Die Forderung der Frauen nach Gleichberechtigung in allen sozialen und gesellschaftlichen Bereichen wurde immer deutlicher. Da deren Durchsetzung jedoch eher schwierig ist, entsteht, zur Betonung der Wichtigkeit und Bedeutung von Gleichstellung und Gleichberechtigung, die Frauenbewegung, die sich eben diese zur Hauptaufgabe gemacht hat.
Auf Grund des baldigen Scheiterns der Frauenbewegung sowie der Frauenpolitik werden nun neue Konzepte erarbeitet, die das oben genannte Thema zum Ziel haben.
Eines dieser Konzepte, das Gender Mainstreaming, soll im Folgenden, neben der Darstellung der vorherrschenden Verhältnisse, näher erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschlechterverhältnis in der BRD – Bestandsaufnahme
2.1 Erwerbsbeteiligung
2.2 Einkommen
2.3 Arbeitslosigkeit
2.4 Hausarbeit
2.5 Politische Macht
2.6 Vergleiche zwischen Ost und West
3. Gründe des hierarchischen Geschlechterverhältnisses
4. Frauenpolitik und Gender Mainstreaming
4.1 Zielsetzung und Defizite der Frauenpolitik
4.2 Das Konzept Gender Mainstreaming
4.2.1 Inhalte
4.2.2 Umsetzung
5. Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das bestehende Geschlechterverhältnis in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund sozialer und ökonomischer Ungleichheiten. Ziel ist es, die Grenzen der traditionellen Frauenpolitik aufzuzeigen und das Konzept des "Gender Mainstreaming" als alternativen, integrativen Ansatz zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit kritisch zu evaluieren.
- Analyse des aktuellen Status quo der Geschlechterverhältnisse (Erwerbsarbeit, Einkommen, Hausarbeit).
- Untersuchung historischer und biologischer Erklärungsansätze für Geschlechterhierarchien.
- Kritische Aufarbeitung der Erfolge und Defizite der klassischen Frauenpolitik.
- Definition und methodische Umsetzung von Gender Mainstreaming.
- Vergleich der Situation in den alten und neuen Bundesländern.
Auszug aus dem Buch
2.1 Erwerbsbeteiligung
„In einer Gesellschaft, in der die Lebenschancen wie auch die soziale Absicherung von Frauen und Männern zu einem beträchtlichen Teil von der Teilhabe an Erwerbsarbeit abhängig sind, ist es für die soziale Gleichheit von grundlegender Bedeutung, in welchem Maße und in welcher Weise diese an der Erwerbsarbeit partizipieren“ (C. Klenner, 2002, S. 17). Wie aus Tabelle 1 hervorgeht ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen von 1950 bis 2000 zwar um fast 20% angestiegen, jedoch ist ihr volkswirtschaftliches Arbeitsvolumen insgesamt gesunken (vgl. C. Klenner, 2002, S. 18). Ihre Beruftätigkeit beschränkt sich, trotz eines angestiegenen Bildungsniveaus, überwiegend auf Teilzeitarbeit (vgl. Tabelle 1 a) oder Minijobs, da sie auf Grund der großen Vereinbarkeitsprobleme von Beruf und Familie nicht die Möglichkeit haben eine Vollzeitarbeit auszuüben und somit das Potenzial qualifizierter Frauen nicht ausgeschöpft werden kann (vgl. C. Klenner, 2002, S. 17). Des Weiteren bestehen für Frauen größere Probleme einen ausbildungsadäquaten Arbeitsplatz zu finden, als es bei Männern der Fall ist. Es ist jedoch festzustellen, dass sich im Laufe der Jahre neben dem traditionellen Ernährermodell viele weitere Optionen der Erwerbsbeteiligung etabliert haben wie z.B. das Zweiverdienermodell oder das Zuverdienermodell.
Die Anwendung der einzelnen Modelle steht in Abhängigkeit zum Familienstand, der Lebensform und der sozialen Situation des Ehepaars oder der Familie (vgl. C. Klenner, 2002, S. 23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Geschlechterrollen durch die Emanzipation und begründet die Notwendigkeit, neue Konzepte wie Gender Mainstreaming zu untersuchen.
2. Geschlechterverhältnis in der BRD – Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel analysiert anhand verschiedener Indikatoren wie Erwerbsarbeit, Einkommen und politischer Partizipation die soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.
3. Gründe des hierarchischen Geschlechterverhältnisses: Hier werden biologische Determinanten und traditionelle Rollenverständnisse als Ursachen für die historisch gewachsene Unterlegenheit der Frau diskutiert.
4. Frauenpolitik und Gender Mainstreaming: Dieser Abschnitt beschreibt die Entstehung der Frauenbewegung, identifiziert deren Grenzen und stellt Gender Mainstreaming als umfassenderen Lösungsansatz vor.
5. Ausblick: Der Ausblick bewertet das Potenzial von Gender Mainstreaming kritisch und unterstreicht die Notwendigkeit institutioneller Unterstützung und gesellschaftlicher Bereitschaft.
Schlüsselwörter
Geschlechterverhältnis, Erwerbsbeteiligung, Gender Mainstreaming, Frauenpolitik, Gleichstellung, Teilzeitarbeit, Ernährermodell, Geschlechterhierarchie, Arbeitslosigkeit, politische Macht, Sozialisation, Chancengleichheit, 3R-Methode, Diversität, Lohndiskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gegenwärtige Situation von Frauen und Männern in Deutschland und untersucht, inwiefern politische Ansätze wie das Gender Mainstreaming dazu beitragen können, bestehende Ungleichheiten abzubauen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Erwerbsbeteiligung, das Einkommensgefälle, die Verteilung von Haus- und Familienarbeit sowie die politische Partizipation in der Bundesrepublik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der geschlechtsspezifischen Unterschiede in Deutschland sowie die Prüfung, ob Gender Mainstreaming ein effektives Instrument ist, um die Nachteile der klassischen Frauenpolitik zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse vorliegender Statistiken und Studien zur sozioökonomischen Situation sowie einer theoretischen Erörterung politischer Strategien zur Geschlechtergerechtigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der sozialen Lage, eine theoretische Herleitung hierarchischer Strukturen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Implementierung von Gender Mainstreaming.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Geschlechterverhältnis, Gender Mainstreaming, Gleichstellung, Erwerbsbeteiligung und Lohndiskriminierung geprägt.
Wie unterscheidet sich die Situation von Frauen in Ost- und Westdeutschland?
Die Studie zeigt, dass Frauen in der ehemaligen DDR eine höhere Erwerbsbeteiligung und eine geringere Einkommenskluft zu Männern aufwiesen als im Westen, was auf unterschiedliche gesellschaftliche Rahmenbedingungen zurückzuführen ist.
Warum wird die klassische Frauenpolitik als gescheitert betrachtet?
Sie stieß an personelle und finanzielle Grenzen, wurde in "separate Ressorts" verdrängt und konnte sich aufgrund mangelnder Durchsetzungskraft nicht als allgemeine Querschnittsaufgabe etablieren.
Was beinhaltet die schwedische 3R-Methode?
Die 3R-Methode umfasst die Indikatoren Repräsentation, Ressourcen und Realia, um sowohl quantitative Daten als auch die tieferliegenden Wertestrukturen einer Organisation hinsichtlich der Geschlechterdimension abzubilden.
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- Janina Tatan (Author), Katharina Fey (Author), 2005, Neu-Gestaltung von Geschlechterverhältnissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52448