In der vorliegenden Arbeit werden Hedgefonds in Hinblick auf deren Chancen und Risiken bei der Asset Allocation von Banken, Versicherungen und Pensionskassen diskutiert. Anhand einer empirischen Studie werden die von institutionellen Investoren in Österreich erwarteten Vor- und Nachteile bei der Investitionen in Hedgefonds analysiert.
Generell kann gesagt werden, dass die Berichterstattung in den Medien über Hedgefonds stets stark polarisiert. Einmal preist man sie als äußerst attraktive Anlage mit sehr hohem Gewinnpotenzial an, kurz darauf kann man wieder lesen, dass Hedgefonds hoch spekulative Investments sind, die bis zu einem Totalverlust führen können. Dies kann natürlich einige Anleger verunsichern, jedoch scheinen große Kapitalsammelstellen ihr Interesse an den Hedgefonds nicht verloren zu haben. Immer mehr Banken, Versicherungen und Pensionskassen investieren ihr Geld in diese Anlagekategorie.
Der erfolgreichste Investor wird derjenige sein, der die Hintergründe der Hedgefonds kennt, und der sich über die Unterschiede zu traditionellen Investments und über Vor- und Nachteile, die sich daraus ergeben, bewusst ist. Nach einer kurzen Einleitung werden deshalb im Kapitel 2 die generellen Eigenschaften von Hedgefonds und die unterschiedlichen Strategien beschrieben. Weiters wird die geschichtliche Entwicklung wiedergegeben. In Kapitel 3 wird auf die Asset Allocation bei Kapitalsammelstellen eingegangen. Es soll gezeigt werden, wie und warum Portfolioentscheidungen von Kapitalsammelstellen getroffen werden, wobei hier auch gesetzliche Regelungen eine große Rolle spielen. Den Mittelpunkt der Arbeit stellt Kapitel 4 mit einer empirischen Studie und deren Auswertung dar. Die anhand von Fragebögen erfasste Erwartungshaltung der Investoren wird dabei kritisch hinterfragt und mit den in der Literatur beschriebenen Eigenschaften von Hedgefonds verglichen. Die Ergebnisse daraus fließen in Kapitel 5 ein, wo einige Kritikpunkte an Hedgefonds untersucht und mögliche Lösungsansätze beschrieben werden. Abschließend werden noch aktuelle Performancedaten betrachtet und die Zukunft der Branche analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was sind Hedgefonds?
2.1 Allgemeines
2.1.1 Alpha
2.1.2 Leverage
2.1.3 Short Selling
2.1.4 Gebührenstruktur
2.1.5 Mindestanlage
2.1.6 Liquidität
2.1.7 Kapazität
2.1.8 Regulierung
2.1.9 Domizilierung
2.2 Geschichte
2.3 Strategien
2.3.1 Equity Long-/Short
2.3.2 Global Macro
2.3.3 Event Driven
2.3.4 Relative Value
2.3.5 Managed Futures/CTAs
2.4 Ein Grund für eine Investition in Hedgefonds? Das Risiko/Rendite Diagramm
3 Einbringung in ein Portfolio von Kapitalsammelstellen
3.1 Allgemeine Auswahl
3.1.1 Quantitative Due Diligence
3.1.2 Qualitative Due Diligence
3.1.3 Portfoliokonstruktion und Risikomanagement
3.2 Banken
3.3 Versicherungen
3.4 Pensionskassen
4 Hedgefonds im Urteil von Investoren – eine Umfrage in Österreich
4.1 Methodik und Datengrundlage
4.2 Investition in Hedgefonds
4.3 Einstellung zu Hedgefonds
4.3.1 Vorteile
4.3.2 Nachteile
4.4 Due Diligence und Selektion von Hedgefonds
4.5 Risikoanalyse
5 Mythos oder echter Nachteil? Probleme und mögliche Lösungsansätze
5.1 Indexproblematik
5.2 Lösungsansatz zur Indexproblematik: Index-Indizes
5.3 Probleme bei der Messung eines Mehrwertes
5.3.1 Probleme bei der Messung des Risikos:
5.3.2 Probleme bei der Messung der Rendite
5.3.3 Empirische Untersuchungen
5.4 Lösungsansatz zum Added Value: agencytheoretischer Erklärungsansatz
5.5 Einzelanlage versus Fund of Funds
6 Aktuelles und Ausblick
6.1 Daten
6.2 Zukunft der Branche
7 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung von Hedgefonds für die Asset Allocation von institutionellen Kapitalsammelstellen wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen in Österreich. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der spezifischen Eigenschaften von Hedgefonds im Vergleich zu traditionellen Investments, den regulatorischen Rahmenbedingungen sowie den Erwartungen institutioneller Investoren, die mittels einer eigenen Umfrage ermittelt werden.
- Grundlagen und Strategien von Hedgefonds
- Einbringung von Hedgefonds in Portfolios von Kapitalsammelstellen
- Ergebnisse einer österreichischen Investorenumfrage zu Hedgefonds
- Kritische Analyse von Indizes und Performancemessung
- Agencytheoretische Betrachtung und Lösungsansätze
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Leverage
Die Anwendung von Leverage bedeutet, dass man die Investitionen zum Teil mit geborgtem Geld finanziert, was eine Hebelwirkung zur Folge hat. Ziel dabei ist es, die (erwartete) Rendite einer Investition mittels Fremdkapital weiter zu steigern. Die negative Seite dabei ist, dass meist auch das Verlustpotential gesteigert wird. Die Hebelwirkung kann z.B. durch Anwendung von Derivatinstrumenten wie Optionen, Futures und Swaps oder durch Kreditaufnahme erreicht werden. Leverage wird vor allem bei Strategien, die nur geringe, risikoarme Rendite bringen, eingesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit erläutert die Ambivalenz der Berichterstattung über Hedgefonds und das Ziel, deren Rolle und Eignung für institutionelle Investoren in Österreich zu untersuchen.
2 Was sind Hedgefonds?: Dieses Kapitel definiert Hedgefonds, beschreibt deren historische Entwicklung, gängige Strategien sowie die theoretischen Grundlagen der Portfoliodiversifikation.
3 Einbringung in ein Portfolio von Kapitalsammelstellen: Hier wird der Auswahlprozess (Due Diligence) detailliert und die rechtliche Situation für Banken, Versicherungen und Pensionskassen in Österreich beleuchtet.
4 Hedgefonds im Urteil von Investoren – eine Umfrage in Österreich: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Umfrage bei österreichischen Kapitalsammelstellen bezüglich ihrer Investitionspraxis, Einstellung und Risikoanalyse.
5 Mythos oder echter Nachteil? Probleme und mögliche Lösungsansätze: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Indexproblematik, den Herausforderungen der Performancemessung (Schiefe/Kurtosis) und agencytheoretischen Aspekten.
6 Aktuelles und Ausblick: Analyse aktueller Performancedaten und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Branche aus Sicht der befragten Investoren.
7 Resümee: Zusammenfassendes Fazit der Arbeit zur Bedeutung von Hedgefonds für die Asset Allocation und deren Ausblick in Österreich.
Schlüsselwörter
Hedgefonds, Asset Allocation, Kapitalsammelstellen, Österreich, Institutionelle Investoren, Alternative Investments, Due Diligence, Hedgefonds-Strategien, Leverage, Risikoanalyse, Absolute Return, Performancemessung, Portfoliodiversifikation, Umfrage, Moral Hazard.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit analysiert den Einsatz von Hedgefonds zur Vermögensverwaltung bei institutionellen Anlegern, insbesondere Banken, Versicherungen und Pensionskassen in Österreich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit behandelt die Charakteristika und Strategien von Hedgefonds, die Due Diligence bei der Fondsauswahl, die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich sowie eine empirische Untersuchung der Investoreneinstellungen.
Welches Ziel verfolgt die Autorin?
Das primäre Ziel ist es, zu zeigen, wie und warum institutionelle Investoren Hedgefonds in ihre Asset Allocation integrieren können und welche Herausforderungen (Risiken, Transparenz) dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer umfassenden Literatur- und Theorieanalyse nutzt die Arbeit eine primäre empirische Datenerhebung mittels eines Fragebogens bei österreichischen Kapitalsammelstellen.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, den regulatorischen Kontext in Österreich, die Durchführung und Auswertung der Umfrage sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Messproblemen (Indizes und Rendite).
Welche Schlüsselbegriffe definieren den Kern der Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Asset Allocation, institutionelles Vermögen, Due Diligence, Risiko-Rendite-Profil und die spezifischen Probleme bei der Performancemessung wie Schiefe und Kurtosis.
Warum ist das neue Investmentfondsgesetz von 2004 für diese Arbeit wichtig?
Das Gesetz markiert einen Wendepunkt für den österreichischen Markt, da es den Vertrieb von österreichischen Dach-Hedgefonds ermöglichte und somit institutionellen Anlegern neue Möglichkeiten eröffnete.
Welche Ergebnisse lieferte die Umfrage zur Selektion von Hedgefonds?
Die Umfrage zeigte, dass trotz einer Präferenz für Dach-Hedgefonds, eine direkte Investition nach interner Due Diligence bei einem signifikanten Teil der Befragten als "beste Vorgangsweise" angesehen wird.
Wie bewerten die befragten Investoren die Zukunft der Branche?
Die Mehrheit der befragten institutionellen Anleger blickt positiv oder neutral auf die Zukunft der Hedgefonds-Branche in Österreich.
- Quote paper
- Elisabeth Lehner (Author), 2005, Hedgefonds für die Asset Allocation von Kapitalsammelstellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52456