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Johannes Brahms in den Musikkritiken von George Bernard Shaw

Title: Johannes Brahms in den Musikkritiken von George Bernard Shaw

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Anne Camilla Kutzner (Author)

Musicology - Miscellaneous
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In den Jahren 1888-1894 war George Bernard Shaw als professioneller Musikkritiker tätig. Seine Kritiken sind geprägt von einem unverhohlenen Subjektivismus, vom Schreiben in der ersten Person (im Gegensatz zum damals weit verbreitetenpluralis modestiae1) und gnadenloser Schärfe des Urteils, von weitgehendem Verzicht auf Fachjargon bei großer Fachkenntnis. Matthias Walz bezeichnet ihn als „Spitze eines kritischen Subjektivismus“ „in einer Zeit, da das Ablösen vom Objektivitätsideal gerade erst beginnt“.
Ein Komponist, gegen den diese Schärfe und dieser Subjektivismus oft gerichtet waren, ist Johannes Brahms. Berühmt geworden - und in einigen Darstellungen geradezu repräsentativ für die Beziehung Shaws zu Brahms - ist die Invektive gegen das Deutsche Requiem. Ist indessen diese Kritik repräsentativ und seine Haltung tatsächlich so einseitig, wie in der (überschaubaren) Literatur gelegentlich behauptet wird?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Johannes Brahms

in den Musikkritiken von George Bernard Shaw

Einleitung

Aufbau der Arbeit

Zum biographischen und musikgeschichtlichen Hintergrund

Der biographische Hintergrund von Shaws musikkritischem Schaffen

Die Debatte um die Programmusik um 1890

Shaws musikästhetische Position in der Auseinandersetzung Programmusik vs. ‚absolute’ Musik

Shaw über Brahms: Analyse der Kritiken

Die Rezeption von Shaws Brahms-Bild in der Forschung

Brahms in Shaws Kritiken

Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Haltung des Schriftstellers und Musikkritikers George Bernard Shaw gegenüber dem Komponisten Johannes Brahms. Ziel der Analyse ist es, über einseitige Interpretationen in der Forschung hinauszugehen und aufzudecken, inwiefern Shaws Musikkritik nicht allein durch eine Wagner-Verehrung, sondern maßgeblich durch einen musikästhetischen Dualismus zwischen absoluter und dramatischer Musik geprägt war.

  • Biographische Grundlagen von Shaws Laufbahn als Musikkritiker
  • Die zeitgenössische Debatte zwischen Progressiven und Konservativen
  • Shaws musikästhetisches Konzept von absoluter vs. dramatischer Musik
  • Analyse der Brahms-Kritiken unter Berücksichtigung von Rezeptionsmustern
  • Wandel von Shaws Bewertung der absoluten Musik und des Werks von Brahms

Auszug aus dem Buch

Shaws musikästhetische Position in der Auseinandersetzung Programmusik vs. ‚absolute’ Musik

Shaws Denken über absolute und Programmusik ist bestimmt von der Annahme, daß es sich bei diesen zwei Arten von Musik um unvereinbare Gegensätze handelt. Einigen Komponisten ordnet er eine spezifische Begabung für die eine oder andere Art von Musik zu; Wagner ist seiner Meinung nach ausschließlich dramatisch begabt, Brahms ausschließlich ein absoluter Musiker.

Das allein schließt noch keine Wertung ein, nur die Annahme, daß ein Komponist, der sich abseits der von seiner Begabung vorgegebenen Wege bewegt, kläglich scheitern müsse. Darauf deutet z.B. folgende Auslassung über Brahms hin: The truth is that Brahms is the son of Bach and only Wagner's second-cousin. Not understanding this, Brahms feels bound to try to be great in the way of Beethoven and Wagner. But for an absolute musician without dramatic genius to write for the theatre is to court instant detection and failure, besides facing a horribly irksome job.

Nicht nur das Vorhandensein von dramatischem Inhalt bestimmt also Programmusik, sondern sie soll sich auch freimachen von den überkommenen Formen der absoluten Musik. Ihre Basis und formbildende Kraft soll vor allem die Motiventwicklung sein. In diesem Punkt deckt sich seine Auffassung mit der für die Neudeutsche Schule programmatischen Liszts.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Shaws Wirken als Musikkritiker, stellt die Forschungsfrage nach seinem ambivalenten Bild von Brahms und umreißt die These, dass Shaws Urteil auf seinem ästhetischen Dualismus zwischen absoluter und dramatischer Musik basiert.

Aufbau der Arbeit: Dieser Abschnitt erläutert die dreiteilige Struktur der Hausarbeit, welche von den biographischen Grundlagen über die ästhetischen Positionen bis hin zur konkreten Analyse der Brahms-Kritiken reicht.

Zum biographischen und musikgeschichtlichen Hintergrund: Dieses Kapitel skizziert Shaws persönlichen Werdegang und seine musikalische Prägung sowie den theoretischen Kontext der Debatte zwischen Konservativen und Progressiven im 19. Jahrhundert.

Shaws musikästhetische Position in der Auseinandersetzung Programmusik vs. ‚absolute’ Musik: Hier wird Shaws theoretisches Verständnis von Musikdramatik und absoluter Musik analysiert, wobei insbesondere die Motiventwicklung als zentrales Merkmal dramatischer Musik hervorgehoben wird.

Shaw über Brahms: Analyse der Kritiken: Dieses Kapitel untersucht die forschungsgeschichtliche Einseitigkeit in der Rezeption von Shaws Brahms-Bild und analysiert anhand ausgewählter Kritiken Shaws konkrete Vorwürfe sowie seine differenziertere Spätphase.

Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung und bestätigt die Wandelbarkeit von Shaws Haltung gegenüber Brahms und der absoluten Musik.

Schlüsselwörter

George Bernard Shaw, Johannes Brahms, Musikkritik, Programmusik, absolute Musik, Richard Wagner, Musikästhetik, Konzertkritik, Musikdrama, Kompositionskritik, 19. Jahrhundert, Oper, Symphonie, Kammermusik, Musikgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Musikkritik von George Bernard Shaw zwischen 1888 und 1894, wobei der Fokus auf seinen Beurteilungen des Komponisten Johannes Brahms liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Shaws Verständnis von absoluter Musik, seine Kritik an Brahms' Vokalwerken sowie die Einordnung seines Schreibens in den ästhetischen Streit zwischen Konservativen und Progressiven.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein differenzierteres Bild von Shaws Verhältnis zu Brahms zu zeichnen und zu zeigen, dass seine teils scharfen Urteile eher ästhetisch als persönlich motiviert waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine textanalytische Methode an, indem sie Shaws Musikkritiken in den Kontext der zeitgenössischen Forschungsliteratur setzt und musikästhetische Konzepte herausarbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Shaws biographischer Hintergrund, seine Auffassung von Programmusik und die Analyse seiner Brahms-Kritiken hinsichtlich ihrer Heterogenität und Entwicklung dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Shaw, Brahms, Musikästhetik, absolute Musik und Programm-Musik zusammenfassen.

Wie bewertet Shaw Brahms im Vergleich zu Wagner?

Shaw sieht Brahms zunächst als reinen, oft "langweiligen" absoluten Musiker, während er Wagner als dramatisch begabten Vollender einer Bewegung betrachtet, wobei sich diese Sichtweise in seinen späten Kritiken leicht wandelt.

Warum kritisierte Shaw das „Deutsche Requiem“ so scharf?

Shaw kritisierte das Werk unter anderem wegen seines Vorwurfs des "Etikettenschwindels", da er Brahms vorwarf, absolute Musik mechanisch an ein literarisches Thema zu heften.

Inwiefern ändert sich Shaws Haltung zur „absoluten Musik“?

Durch die Beschäftigung mit Alter Musik und dem Wirken von Arnold Dolmetsch erkennt Shaw in seinen späten Jahren die absolute Musik als bedeutsame Kunstform an und rehabilitiert Brahms in Teilen als deren Erneuerer.

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Details

Title
Johannes Brahms in den Musikkritiken von George Bernard Shaw
College
Free University of Berlin  (Institut für Musikwissenschaft)
Course
HS "Kompositionskritik im 19. und 20. Jahrhundert"
Grade
1,1
Author
Anne Camilla Kutzner (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V52491
ISBN (eBook)
9783638481939
ISBN (Book)
9783656776420
Language
German
Tags
Johannes Brahms Musikkritiken George Bernard Shaw Kompositionskritik Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Camilla Kutzner (Author), 2005, Johannes Brahms in den Musikkritiken von George Bernard Shaw, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52491
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