Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der RAF - von ihrer Entstehung bis zu ihrem Ende


Hausarbeit, 2002
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort
1.1 Die 68-er Bewegung
1.2 Der 2. Juni 1967
1.3 Die Zeitungskampagne
1.4 Die Kaufhausbrände

2. Die Verhaftung und Befreiung Baaders
2.1 Der Aufbau der Baader-Meinhof-Gruppe
2.2 Die Entstehung der RAF
2.3 Die Anschläge der RAF
2.3.1 Fahndungsfotos 1972
2.4 Die Festnahmen
2.5 Die Haft
2.6 Die Unterstützung durch die 2. Generation
2.7 Der Prozess
2.7.1 Fahndungsfotos 1977
2.8 Schleyer und Landshut

3. Die 3. Generation und ihre Terroraktionen in den 80er und 90er Jahren

4. Das Ende der RAF

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit dem Terrorismus der 60er bzw. 70er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland befassen. Hierbei werde ich chronologisch von den Anfängen der Studentenbewegung 1967/68, der Gründung der Roten Armee Fraktion bis zu ihrem Ende, welches ich mit dem Bekennerschreiben auf den 20. April 1998 datieren möchte, vorgehen.

Das Wort Terrorismus kursiert besonders nach den Ereignissen des 11. Septembers 2001 häufig in den Medien. Man verbindet mit dem Wort Angst, Terror, Zerstörung, Bombenanschläge und Opfer unter Zivilisten. Terrorismus existiert in vielen Teilen der Welt. Wir brauchen uns nur in Europa umzuschauen, denn auch hier gibt es einige Beispiele für Terrorismus, z. B. Nordspanien, wo die nationalistische baskische Freiheitsbewegung (Eta) für ein unabhängiges Baskenland kämpft. In Nordirland gibt es seit Jahrzehnten gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken. Auf der Mittelmeerinsel Korsika kämpfen die militanten Nationalisten für eine Autonomie von Frankreich. Diese terroristischen Organisationen verfolgen entweder religiöse oder nationale Ziele. „Der Terrorismus ist nur ein Symptom unter vielen, die auf eine Krankheit des sozialen, politischen und kulturellen Lebens hinweisen“ (Fetscher 1979: 11). Die Gewalt richtet sich gegen den Staat und die Regierung und es wird versucht, durch Machtdemonstrationen in Form von angekündigten und nicht angekündigten Anschlägen die Staatsmacht zur Durchsetzung ihrer Ziele zu zwingen.

In den 70er bis hinein in die 90er Jahre gab es in Deutschland terroristische Anschläge, die häufig den Mitgliedern der RAF aufgrund von hinterlassenen Bekennerschreiben zugeordnet wurden. Auch bei diesen Attentaten wurden viele unschuldige Menschen verletzt bzw. getötet. In meiner Hausarbeit werde ich auf die ‚Geburtsstunde’ der RAF, welche auf den 14. Mai 1970 datiert wird, eingehen, sowie auf die verübten Anschläge, die Festnahmen, den spektakulären Prozess, die Erpressungs- bzw. Freipressungsversuche der 2. Generation durch die Entführung Hans Martin Schleyers und die Entführung der Lufthansamaschine ‚Landshut’. Im letzten Teil meiner Facharbeit komme ich kurz auf die 3. Generation der RAF zu sprechen, den Schluss meiner Arbeit bildet die Erläuterung des Bekennerschreiben vom 20. April 1998, welches auch das Ende der RAF darstellt.

1.1 Die 68-er Bewegung

Von Amerika schwappt die sogenannte ‚Hippie-Bewegung’ in den 60er Jahren auch nach Deutschland über. Die Hippies protestieren und provozieren durch ihr Auftreten und ihre Bekleidung gegen den Wohlstand, den Überfluss an Konsumgütern und den Konformismus. Die deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen den amerikanischen jungen Leuten in nichts nach. Sie tragen ihre Haare lang, experimentieren (mehr oder weniger ausgiebig) mit Drogen, vorzugsweise LSD und Haschisch und hören die Musik von Jimi Hendrix, Jim Morrison und Janis Joplin. Sie organisieren Protestmärsche gegen den Vietnamkrieg und den Terror, der sich gegen die vietnamesische Zivilbevölkerung richtet. Die Mädchen tauschen ihre Röcke gegen Jeanshosen. Die Einführung der Antibabypille befreit sie vom „Gebärzwang“ und gibt ihnen die Möglichkeit zur freien Auslebung ihrer Sexualität. Sie wollen keine Heirat, keine Kinder und keine weibliche Unterwerfung. Die jungen Menschen wollen aus dem Schatten des Elternhauses treten und ihre Eigenständigkeit demonstrieren. Zu diesem Zweck gründen einige die sogenannten Kommunen. Die erste Wohngemeinschaft entsteht in Berlin am Stuttgarter Platz, sie nennt sich ‚Kommune I’ und ihre ersten Bewohner sind u. a. Rainer Langhans, Fritz Teufel und Dieter Kunzelmann. Die Studenten besinnen sich auf ihr Recht auf Bildung und gehen für dieses Recht auf die Strasse. „Gewaltlos, durch Provokation und Aufklärung, wollte eine Minderheit radikaldemokratischer Studenten diesen Staat ändern, die katastrophalen Missstände an den Hochschulen, die undemokratischen, unsozialen Verhältnisse der Gesellschaft“ (Mager/Spinnmarke 1968: 7). Nach dem Krieg ruht die Bildungspolitik und es wird kein Geld investiert. Die vorrübergehende Übergangslösung wird zur Dauerlösung. Es gibt zu viele Studenten für zu wenig Universitäten, die Hörsäle platzen aus allen Nähten. Es gibt zu wenig Professoren. Die gegenwärtigen Dozenten sind nicht hinreichend weitergebildet, um den bildungshungrigen Studenten etwas beibringen zu können.

1.2 Der 2. Juni

Im Juni 1967 kommt der persische Schah Reza Pahlavi mit seiner Ehefrau Farah Diba auf Staatsbesuch nach Deutschland. Am 2. Juni weilt er mit seiner Frau in Berlin. Bei seinem Eintreffen jubeln vormittags schahtreue Perser ihrem Kaiser mit wehenden Fahnen zu. Es gibt auch Widersacher, die gegen den Besuch des Schahs demonstrieren, da dieser den damaligen Regierungschef in seinem Land gestürzt hatte. Er gilt als Diktator, der Andersdenkende in seinem Land verfolgt, unterdrückt, foltert und in seinem Auftrag ermorden lässt. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen den persischen Schah-Anhängern und den zumeist studentischen Gegendemonstranten, wobei die Perser mit Knüppeln bewaffnet sind. Die Polizei schaut zu und schreitet erst nach einiger Zeit, allerdings nicht auf Seiten der Studenten, ein. Auf dem Programm des Schahs und seiner Schahbanu steht abends ein Besuch der Deutschen Oper. Derweil diese den Klängen der Aufführung lauschen, kommt es draußen erneut zu heftigen Konfrontationen mit der Polizei, den Pro-Schah-Demonstranten und den Schahgegnern. Im Handgemenge löst sich ein Schuss des Polizisten Karl-Heinz Kurras und trifft den 26 Jahre alten Studenten Benno Ohnesorg tödlich in den Kopf. Es war die erste Demonstration, an der er teilnahm. Nach diesen Ereignissen des 2. Juni 1967 kündigt der regierende Bürgermeister von Berlin Albertz „ein generelles Demonstrationsverbot und die Einrichtung von Schnellgerichten“ ( Häußermann/ Kadritzke/ Nevermann 1967: 147) an, um „die Kriminalität nachhaltig bekämpfen zu können“ (Häußermann/ Kadritzke/ Nevermann 1976: 147).

1.3 Die Zeitungskampagne

Nach diesen Ereignissen im Juni 1967 kommt es vermehrt zu Hetzkampagnen der Zeitungen gegen die Apo und den sogenannten Linken. Allen voran die Blätter des Axel-Springer- Verlages, der zu dieser Zeit u.a. die Bildzeitung, die Welt, Welt am Sonntag, die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt herausbringt.

Am 11. April 1968 wird der Studentenführer Rudi Dutschke von dem rechtsorientierten Anstreicher Josef Bachmann auf offener Strasse angeschossen, er überlebt schwerverletzt. Die Studenten machen den Axel-Springer-Verlag als eigentlichen Täter für diesen Angriff verantwortlich, denn die Schlagzeilen verursachen Stimmungen, die zur Beeinflussung des Volkes führen. Die Presse wiederum gibt den Studenten, der Apo und den Linken die Schuld an den blutigen Auseinandersetzungen und dem Tot von Benno Ohnesorg, sie seien schließlich Schuld an den Eskalationen der Krawalle. Letztendlich bleibt die Frage offen: „Provozierte der Hass einer aufgestörten Öffentlichkeit dieses Attentat“ (Mager/ Spinnmarke 1968: 7)? Oder war es die Tat eines Einzelgängers?

1.4 Die Kaufhausbrände

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1968 brennt es in Frankfurt in zwei Kaufhäusern, die Brände werden sehr rasch entdeckt und gelöscht. Jedoch kommt es zu äußerst hohem Sachschaden, der im Kaufhof mit 390.865 DM und im Kaufhaus Schneider mit 282.339 DM angegeben wird. Menschen werden dabei nicht verletzt. Hinter der Tat stecken unter anderem Andreas Baader, Thorwall Proll und Gudrun Ensslin (Aust 1998: 66).

Die Kaufhausbrände gelten als Protest gegen den Völkermord in Vietnam und symbolisieren den Angriff auf die kapitalistische Konsumwelt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der RAF - von ihrer Entstehung bis zu ihrem Ende
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Politikwissenschaft und das politische System in der BRD
Note
1,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V5250
ISBN (eBook)
9783638132015
Dateigröße
1365 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
RAF
Arbeit zitieren
Yvonne Grams (Autor), 2002, Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel der RAF - von ihrer Entstehung bis zu ihrem Ende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5250

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