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Hilary Putnams Einwand gegen 'seinen' Funktionalismus in: Die Bedeutung von 'Bedeutung'

Title: Hilary Putnams Einwand gegen 'seinen' Funktionalismus in: Die Bedeutung von 'Bedeutung'

Research Paper (undergraduate) , 2006 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Philipp Dragomir (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Wie sich in jedem Lexikon nachschlagen lässt, ist das Kernthema der Philosophie des Geistes das Leib-Seele -Problem - eines der ältesten Probleme der Philosophie. Dabei stellt sie die Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem physischen und dem seelischen Sein und deren Vorgängen, oder anders formuliert: die Frage nach der Natur mentaler Zustände.
Im Lauf der Geschichte entwickelten sich immer wieder neue Standpunkte und somit auch Streitfälle, wie z.B. zwischen den Vertretern des Dualismus und des Monismus. Doch innerhalb dieser Lager gibt es über Jahrhunderte hinweg immer wieder Diskussionen die auf Grund der Zwietracht und Uneinigkeit bis heute zu weiteren Abspaltungen führen.
In diesem dicht verzweigten Bereich der Philosophie, gilt Hilary Putnam als Begründer des Funktionalismus Anfang der 60er Jahre (weswegen ich im Titel auch gezielt auf „seinen“ Funktionalismus bestand), der als einer der klassischen materialistischen Monismen betrachtet werden kann. Der Funktionalismus fand zunächst breiten Zuspruch, wurde dann aber - allerdings Jahre Später - von Putnam selbst, durch externalistische Thesen innerhalb einer sprachphilosophischen Auseinandersetzung in Frage gestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionalismus - Ein kurzer Überblick

2.1 Argumente gegen den Funktionalismus

2.1.1 Seltsame Realisierung

2.1.2 Argument der fehlenden Qualia

3. Externalismus

3.1 Eine kleine Einführung

3.2 Zwillingserde

3.3 Ulmen und Buchen

4. Die Argumente des Externalismus gegen den Funktionalismus

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Hilary Putnams Abkehr vom Funktionalismus auseinander. Ziel ist es, anhand zentraler Gedankenexperimente aus dem Aufsatz „Die Bedeutung von „Bedeutung““ zu untersuchen, inwiefern externalistische Argumente die Annahme in Frage stellen, dass mentale Zustände mit funktionalen Zuständen gleichzusetzen sind.

  • Grundlagen des Funktionalismus und dessen materialistische Einordnung
  • Kritische Gegenpositionen: Seltsame Realisierung und fehlende Qualia
  • Die externalistische Wende in der Sprachphilosophie
  • Analysen der Gedankenexperimente „Zwillingserde“, „Aluminium/Molybdän“ sowie „Ulmen und Buchen“
  • Synthese der Argumente gegen die Identität von mentalen und funktionalen Zuständen

Auszug aus dem Buch

3.2 Zwillingserde

Putnams Behauptung, dass Extension nicht vom psychischen Zustand ist.

Seine These verstärkt er vor allem mit der Behauptung (und den dazugehörigen Beweisen), dass zwei Sprecher im selben psychischen Zustand sein können, obwohl sich die Extension desselben Begriffs im Idiolekt zweier Sprecher unterscheiden. Dies versucht er vor allem anhand des folgenden Gedankenexperiments: Man stelle sich vor es gebe einen Zwillingsplaneten der Erde, den Putnam „Zwerde“ nennt. Dieser Planet gleiche dem unseren bis aufs Detail, vom Aussehen bis hin zu den Sprachen (damit soll gesagt sein, dass man auf der Zwerde auch Deutsch spricht). Es gibt nur einen kleinen Unterschied im zwirdischen Deutsch-Dialekt: was dort „Wasser“ genannt wird, sei nicht H²O sondern besitze die chemische Formel XYZ. Allerdings gleicht es unserem H²O in allen physikalischen Eigenschaften, dem Nutzen sowie dem Vorkommen auf der Erde. Oskar1, ein Erdling hat nun in Putnams Gedankenexperiment genau dieselbe funktionale Struktur wie sein Zwerden-Zwilling Oskar2.

Das entscheidende ist nun, dass sich beide bei der Äußerung des Begriffs „Wasser“ trotz desselben funktionalen Zustandes - und somit auch in genau demselben psychischen Zustand befinden-, aber die Extensionen dennoch unterschiedlich sind!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Leib-Seele-Problem und Darstellung von Hilary Putnams Wandel vom Begründer des Funktionalismus hin zu dessen Kritiker.

2. Funktionalismus - Ein kurzer Überblick: Definition des Funktionalismus als materialistische Position, in der mentale Zustände über ihre kausale Rolle und funktionale Struktur definiert werden.

2.1 Argumente gegen den Funktionalismus: Vorstellung der ersten kritischen Ansätze, die den Funktionalismus durch Gedankenexperimente wie die „seltsame Realisierung“ herausfordern.

2.1.1 Seltsame Realisierung: Diskussion von Ned Blocks Argument, dass funktionale Zustände in physikalisch absurden Systemen realisiert werden könnten, was gegen die Angemessenheit der funktionalen Zustandsbeschreibung spricht.

2.1.2 Argument der fehlenden Qualia: Erörterung der Problematik, dass funktionale Zustände kein subjektives Erleben („Qualia“) abbilden können, was die Identität von Schmerz mit funktionalen Zuständen in Frage stellt.

3. Externalismus: Einführung in den Externalismus, der postuliert, dass externe Faktoren entscheidend für die Bedeutung unserer Begriffe und Gedankeninhalte sind.

3.1 Eine kleine Einführung: Klärung der Begriffe Intension, Extension, Sinn und Bedeutung im Rahmen von Putnams sprachphilosophischer Analyse.

3.2 Zwillingserde: Präsentation des berühmten Gedankenexperiments, das zeigt, dass gleiche psychische Zustände nicht automatisch zu gleichen Extensionen führen.

3.3 Ulmen und Buchen: Anwendung des Externalismus auf Alltagssituationen, bei denen Sprecher ohne Kenntnis der exakten Definitionen dennoch zwischen Objekten unterscheiden können.

4. Die Argumente des Externalismus gegen den Funktionalismus: Zusammenführung der Ergebnisse: Da die Extension nicht allein vom psychischen Zustand abhängt, können Gedanken nicht mit funktionalen Zuständen identisch sein.

5. Zusammenfassung: Resümee der Entwicklung von Putnams Position und Fazit, dass mentale Zustände nach den dargelegten Argumenten keine bloßen funktionalen Zustände sein können.

Schlüsselwörter

Funktionalismus, Externalismus, Hilary Putnam, Geist-Körper-Problem, Gedankenexperiment, Zwillingserde, Qualia, Intension, Extension, mentale Zustände, Philosophie des Geistes, Bedeutung, Turing-Maschine, sprachphilosophische Arbeitsteilung, kausale Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Hilary Putnams kritische Auseinandersetzung mit dem Funktionalismus, den er selbst mitbegründet hat, und beleuchtet seinen Schwenk hin zu einer externalistischen Position.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Philosophie des Geistes, die Sprachphilosophie, die Natur mentaler Zustände sowie das Verhältnis von Bedeutung und psychischem Zustand.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse von Putnams Gedankenexperimenten aufzuzeigen, warum er zu dem Schluss gelangt, dass Bedeutung und mentale Inhalte nicht allein „im Kopf“ des Individuums liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Arbeit, die auf der exegetischen Aufarbeitung von Putnams Originaltexten sowie der kritischen Diskussion klassischer Gedankenexperimente basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung funktionalistischer Grundlagen, die Präsentation klassischer Gegenargumente und eine detaillierte Erläuterung der externalistischen Wende durch Putnams Beispiele wie die „Zwillingserde“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Funktionalismus, Externalismus, mentale Zustände, Extension, Intension und Gedankenexperimente charakterisiert.

Warum ist das Beispiel der „Zwillingserde“ für die Argumentation wichtig?

Es demonstriert, dass zwei Personen in identischen funktionalen Zuständen sich auf unterschiedliche Dinge beziehen können, womit der Anspruch des Funktionalismus, den mentalen Zustand rein intern zu definieren, widerlegt wird.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor aus Putnams „Ulmen und Buchen“-Beispiel?

Das Beispiel unterstreicht, dass die Identität eines Begriffs (Extension) nicht allein aus der internen funktionalen Struktur eines Sprechers folgen kann, da der Sprecher in beiden Fällen dieselbe mentale Repräsentation haben könnte.

Was unterscheidet den Externalismus vom klassischen Funktionalismus?

Der Funktionalismus definiert mentale Zustände ausschließlich über interne kausale Rollen, während der Externalismus betont, dass die Bedeutung und damit auch der mentale Inhalt untrennbar mit Faktoren der Umwelt verbunden sind.

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Details

Title
Hilary Putnams Einwand gegen 'seinen' Funktionalismus in: Die Bedeutung von 'Bedeutung'
College
University of Stuttgart
Course
Proseminar: Einführung in die Analytische Philosophie des Geistes
Grade
2,7
Author
Philipp Dragomir (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V52576
ISBN (eBook)
9783638482516
ISBN (Book)
9783656800989
Language
German
Tags
Hilary Putnams Einwand Funktionalismus Bedeutung Proseminar Einführung Analytische Philosophie Geistes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Dragomir (Author), 2006, Hilary Putnams Einwand gegen 'seinen' Funktionalismus in: Die Bedeutung von 'Bedeutung', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52576
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