Während das Risikomanagement auf Unternehmensebene längst als etablierte Disziplin gilt, gewinnt das Risikomanagement im Projekt erst langsam an Bedeutung und spielt auch in der Fachliteratur eine nur untergeordnete Rolle. Die vorliegende Arbeit soll die Relevanz des Projekt-Risikomanagements für die erfolgreiche Durchführung von Projekten aufzeigen. Weiterhin werden Möglichkeiten und Maßnahmen aufgezeigt, wie Unwägbarkeiten im Projekt identifiziert, analysiert, bewertet und gestaltet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Eingliederung des Risikomanagements im Projektmanagement
3 Begriffsklärung
3.1 Definition: Projekt
3.2 Definition: Risiko und Chance
3.3 Definition: Risikomanagement im Projekt
4 Notwendigkeit des Risikomanagements im Unternehmen
5 Arten von Projektrisiken
5.1 Sachlich-inhaltliches Projektumfeld:
5.2 Soziales Projektumfeld:
5.3 Projektinterne Risiken:
6 Prozess des Risikomanagements
6.1 Risikoidentifikation
6.1.1 Methoden zur Risikoidentifikation
6.2 Risikobewertung und -priorisierung
6.2.1 Qualitative Methoden zur Risikobewertung
6.2.2 Quantitative Methoden zur Risikobewertung
6.3 Risikogestaltung
6.3.1 Risikovermeidung
6.3.2 Risikoverminderung
6.3.3 Risikoüberwälzung
6.3.4 Risiko selbst tragen
6.4 Risikocontrolling
7 Traditionelles Risikomanagement vs. Modernes Risikomanagement
8 Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Anwendung des Risikomanagements innerhalb von Projekten, um den Projekterfolg durch frühzeitige Identifikation und aktive Gestaltung von Unwägbarkeiten zu sichern.
- Eingliederung des Risikomanagements in das klassische Projektmanagement
- Kategorisierung von projektspezifischen Risiken
- Methoden zur systematischen Risikoidentifikation und -bewertung
- Strategien zur aktiven Risikogestaltung und Risikokontrolle
- Abgrenzung von traditionellen und modernen Risikomanagementansätzen
Auszug aus dem Buch
6.1.1.1 A. Brainstorming
Brainstorming-Sitzungen sollten als erste Aktivität zur Risikoidentifikation eingesetzt werden. Bei dieser Methode werden in einer Gruppe Lösungsvorschläge erarbeitet, wobei es vorrangig um die quantitative Ideensammlung geht. Als Basis für die Ermittlung der Projektrisiken kann der Projektstrukturplan dienen sowie weitere zur Verfügung stehende Dokumente. Während der Sitzung werden lediglich Risiken gesammelt und in einer Risikoliste dokumentiert. Die Qualität der gesammelten Ideen ist vorerst nachrangig. Eine entsprechende Einstufung der Risiken wird in der Phase der Risikobewertung durchgeführt.
6.1.1.2 B. Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse
Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse geht davon aus, dass es bei Abweichungen von Prozessgrößen zu Problemen kommen kann. Daher wird bei dieser Methode jeder einzelne Projektteil systematisch nach Abweichungen von Prozessgrößen untersucht sowie deren Ursachen und Auswirkungen dokumentiert. Neben der Risikoidentifikation ermöglicht dieses Verfahren auch eine Abschätzung der Risikoschwere.
Nachdem potentielle Fehler identifiziert wurden, bewertet man diese hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit, Bedeutung, Folgen des Fehlers und Wahrscheinlichkeit der Entdeckung des Fehlers samt Behebung. Die Einzelbewertungen ergeben multipliziert die sogenannte Risikoprioritätszahl (RPZ), mit welcher sich bereits eine Gewichtung nach Dringlichkeit auf technologischem und/oder organisatorischem Gebiet vornehmen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung verdeutlicht die wachsende Bedeutung des Risikomanagements im Projektkontext und definiert das Ziel der Arbeit, Methoden für den Umgang mit Unwägbarkeiten aufzuzeigen.
2 Eingliederung des Risikomanagements im Projektmanagement: Das Kapitel verortet das Risikomanagement als integrierte Disziplin des klassischen Projektmanagements, die entscheidend zum Projekterfolg in einem dynamischen Umfeld beiträgt.
3 Begriffsklärung: Hier werden zentrale Begriffe wie Projekt, Risiko, Chance und Risikomanagement definiert, um eine einheitliche begriffliche Basis für die Arbeit zu schaffen.
4 Notwendigkeit des Risikomanagements im Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen und ökonomischen Anforderungen, die Unternehmen zur Einführung systematischer Risikomanagementsysteme verpflichten.
5 Arten von Projektrisiken: Es wird eine Kategorisierung der Risiken in sachlich-inhaltliche, soziale und projektinterne Bereiche vorgenommen, um eine strukturierte Erfassung zu ermöglichen.
6 Prozess des Risikomanagements: Dieses Kapitel beschreibt detailliert den vierstufigen Prozess von der Identifikation über die Bewertung und Priorisierung bis hin zur Gestaltung und Kontrolle von Risiken.
7 Traditionelles Risikomanagement vs. Modernes Risikomanagement: Die Gegenüberstellung zeigt den Wandel von einer rein defensiven Risikovermeidung hin zu einem ganzheitlichen Risiko- und Chancenmanagement auf.
8 Resümee: Das Resümee unterstreicht die Notwendigkeit von Kooperation und Erfahrung im Risikomanagement und betont die Bedeutung des Wirtschaftlichkeitsprinzips bei der Methodenanwendung.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Risikomanagement, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikogestaltung, Risikopriorisierung, Fehlermöglichkeitsanalyse, Chancenmanagement, Projektkontrolle, Projektplanung, Risikokategorien, Prozessmanagement, Projekterfolg, Risikosteuerrung, Wirtschaftlichkeitsprinzip
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Wesentlichen?
Die Arbeit behandelt die systematische Identifikation, Analyse, Bewertung und Gestaltung von Risiken innerhalb von Projekten, um diese erfolgreich zum Abschluss zu führen.
Was sind die zentralen Themenfelder dieser Publikation?
Zentrale Felder sind die Eingliederung des Risikomanagements in das Projektmanagement, die Klassifizierung von Projektrisiken und die Anwendung konkreter Methoden zur Steuerung der Risikolage.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Relevanz des Projekt-Risikomanagements darzustellen und Werkzeuge aufzuzeigen, mit denen Projektleiter Risiken proaktiv identifizieren und gestalten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um bewährte Methoden wie Brainstorming, FMEA, Portfolio-Techniken und quantitativ-analytische Verfahren für die Praxis aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begriffen, die Kategorisierung von Risiken, die detaillierte Darstellung des Risikomanagementprozesses und die Abgrenzung zu modernen Chancenmanagement-Ansätzen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Projekt-Risikomanagement, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikogestaltung, Risikokontrolle und die Differenzierung zwischen Risiko und Chance gekennzeichnet.
Wie wird eine Risikoprioritätszahl in der FMEA berechnet?
Die Risikoprioritätszahl (RPZ) ergibt sich aus der Multiplikation der Einzelbewertungen zu Eintrittswahrscheinlichkeit, Bedeutung, Folgen sowie der Wahrscheinlichkeit der Entdeckung des Fehlers.
Welche Rolle spielt das Risikocontrolling?
Das Risikocontrolling überwacht die Wirksamkeit der gewählten Gestaltungsmaßnahmen, stellt Abweichungen zur Planung fest und initiiert bei Bedarf Korrekturmaßnahmen.
- Quote paper
- Uwe Baumgart (Author), 2004, Risikomanagement im Projekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52644