Die Informationstechnologien und die damit verbundenen neuen Kommunikationskanäle, die uns zur Verfügung stehen, um uns zu informieren, um einzukaufen oder mit anderen zu kommunizieren, führen zu einer Art Invasion des Virtuellen in unseren Alltag. Viele Menschen sind überfordert mit der Informationsflut und unzufrieden mit der kalten und technischen Atmosphäre, die ein Computer oder auch einige Internetangebote bzw. Softwareprogramme immer noch ausstrahlen. Embodied agents, virtuelle dreidimensionale Charaktere also, wollen dem Benutzer helfen, diese Überforderung in den Griff zu bekommen: Sie schaffen eine natürlichere Kommunikationssituation und erledigen Routineaufgaben automatisch, leiten den Anwender zu gesuchten Informationen oder ähnliches mehr. Als Ausgangspunkt für vertiefende Betrachtungen in Sachen embodied agents stellt diese Hausarbeit zunächst die Grundlagen der Agententechnologie dar. Dabei orientiert sich die Arbeit stark an Brenner et al. (1998) und Caglayan et al. (1998). In den folgenden Kapiteln soll es darum gehen, speziell embodied agents und deren Gestaltung unter Einbezug kultureller Gesichtspunkte zu betrachten, um dann darauf einzugehen, welche Funktionen embodied agents in der Unternehmenskommunikation spielen können. Hier werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt und mit theoretischem Wissen verknüpft.
Abschließend wird versucht, Vorteile und Nachteile von Agenten darzulegen und zu einem Fazit bezüglich des Einsatzes von Agenten zu kommen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Was sind Agenten?
Wie funktionieren Agenten? Ein Modell
Welche Eigenschaften sollten Agenten mitbringen?
Welche Arten von Agenten gibt es?
Warum soll man embodied agents einsetzen?
Warum sollen embodied agents kulturell angepasst werden?
Embodied agents in der Unternehmenskommunikation
Wo kann man embodied agents in der Unternehmenskommunikation einsetzen?
Der Rezeptionist
Der Animateur
Der Trainer
Der Assistent
Vorteile, Nachteile und ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Grundlagen, Funktionen und Anwendungsbereiche von Embodied Agents in der modernen Unternehmenskommunikation, wobei ein besonderer Fokus auf die Bedeutung kultureller Anpassungen und die Gestaltung virtueller Charaktere gelegt wird.
- Grundlegende Definition und Modellierung von Software-Agenten.
- Charakteristika und funktionale Anforderungen an Embodied Agents.
- Bedeutung der kulturellen Anpassung für die Benutzerakzeptanz.
- Einsatzszenarien als Rezeptionist, Animateur, Trainer und Assistent.
- Chancen und Risiken für die Unternehmenskommunikation.
Auszug aus dem Buch
Warum sollen embodied agents kulturell angepasst werden?
Dass nicht jeder Agent jeden Anwender ansprechen kann, hängt damit zusammen, dass wir Menschen nicht alle unter denselben Sozialisierungsumständen aufwachsen. Diese sind kulturell unterschiedlich. Folglich unterscheiden sich verschieden Kulturräume in ihrem Verhalten, der Körpersprache oder ähnlichem. Anwender werden deshalb dann (eher) auf einen embodied agent ansprechen, wenn er „aus demselben Kulturraum stammt“, bzw. wenn kulturelle Aspekte bei der Programmierung und Gestaltung berücksichtigt wurden. Allbeck et al. (2004) formulieren das ähnlich: Kulturelle Informationen (über den jeweiligen Kommunikationspartner) sind die minimalen Voraussetzungen für Interaktion, ohne sie wird der Kommunikationsprozess zu einer Abfolge aus Trail-and-Error. Daraus wird schlussgefolgert: Benimmt sich der embodied agent wie erwartet (sprich: hat der Anwender genügend kulturelle Informationen darüber, um voraussagen zu können, wie sich der Agent verhält, bzw. wurde bei der Programmierung und Gestaltung des Agenten die Kultur des Anwenders berücksichtigt), führt das zu einem Vertrauensverhältnis.
Anders ausgedrückt: Je ähnlicher der virtuelle Charakter dem Benutzer oder seinen Vorstellungen entspricht, desto einfacher ist die Identifizierung mit ihm, desto stärker die Verbundenheit zwischen Anwender und Agent. Werden embodied agents im Marketing oder allgemeiner: in der Unternehmenskommunikation eingesetzt, ist dieses Phänomen nicht unwichtig, denn: je enger die Verbundenheit zwischen Anwender und Agent, desto stärker ist die Markenidentifikation. Auf den Punkt gebracht heißt das: Die grafische Gestaltung des embodied agent (Physische Erscheinungsform, Kleidung, Hautfarbe, Haarfarbe, etc.), die Verhaltensweisen des embodied agents (Gestik, Mimik, Bewegung) und die Ausdrucksweise des Agenten (salopp, formal, etc.) haben einen enormen Einfluss darauf, ob der Agent bei der Zielgruppe ankommt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Problematik der digitalen Informationsflut und Vorstellung von Embodied Agents als Mittel zur natürlicheren Mensch-Maschine-Interaktion.
Was sind Agenten?: Diskussion der Schwierigkeiten einer allgemeingültigen Definition von Software-Agenten und Abgrenzung zu herkömmlicher Software.
Wie funktionieren Agenten? Ein Modell: Erläuterung der funktionalen Architektur von Agentensystemen anhand des Modells von Caglayan et al.
Welche Eigenschaften sollten Agenten mitbringen?: Detaillierte Betrachtung der Kernmerkmale wie Reaktivität, Intelligenz, Autonomie, Mobilität und Charakter.
Welche Arten von Agenten gibt es?: Klassifizierung von Agenten, unter anderem in Informations-, Kooperations- und Transaktionsagenten.
Warum soll man embodied agents einsetzen?: Analyse der Motive für den Einsatz virtueller Charaktere zur Verbesserung des Kundenzugangs und der Interaktion.
Warum sollen embodied agents kulturell angepasst werden?: Untersuchung der Wichtigkeit kultureller Kontexte für die Identifikation und das Vertrauen des Nutzers.
Embodied agents in der Unternehmenskommunikation: Betrachtung der Rolle von Maskottchen und virtuellen Charakteren als Repräsentanten unternehmerischer Identität.
Wo kann man embodied agents in der Unternehmenskommunikation einsetzen?: Übersicht über spezifische Einsatzgebiete.
Der Rezeptionist: Beschreibung der Rolle als Botschafter und Führer durch Unternehmenswebseiten.
Der Animateur: Erläuterung der Funktion zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Unterstützung bei Verkäufen.
Der Trainer: Darstellung der Verwendung zur Mitarbeiterschulung und Lernunterstützung.
Der Assistent: Einsatzmöglichkeiten bei administrativen Aufgaben wie Formularausfüllung oder E-Mail-Verwaltung.
Vorteile, Nachteile und ein Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Effizienz, Sicherheitsaspekte und des Forschungsbedarfs.
Schlüsselwörter
Embodied Agents, Software-Agenten, Unternehmenskommunikation, Mensch-Maschine-Interaktion, Virtuelle Charaktere, Agententechnologie, Kulturelle Anpassung, Markenidentifikation, Schnittstellen-Design, Benutzerakzeptanz, Autonomie, Künstliche Intelligenz, Interaktives Marketing, Virtuelle Berater, Mensch-Maschine-Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen, technischen Möglichkeiten und den verschiedenen Anwendungsfeldern von Embodied Agents innerhalb der Unternehmenskommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Agenten, der Bedeutung von kultureller Gestaltung, der Rolle von Maskottchen und der praktischen Anwendung in verschiedenen Unternehmensrollen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Embodied Agents die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden natürlicher, effizienter und spielerischer gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch, stützt sich auf etablierte Agenten-Modelle und verknüpft diese mit aktuellen Praxisbeispielen aus der Unternehmenskommunikation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen von Agenten, die Relevanz der kulturellen Anpassung und eine detaillierte Aufschlüsselung der vier Rollen: Rezeptionist, Animateur, Trainer und Assistent.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Embodied Agents, Mensch-Maschine-Kommunikation, Unternehmenskommunikation und kulturelle Anpassung.
Warum ist eine kulturelle Anpassung bei Embodied Agents so wichtig?
Kulturelle Merkmale sind entscheidend, um Vertrauen bei den Nutzern aufzubauen. Da Menschen unterschiedlich sozialisiert sind, erhöht ein kulturell vertrauter Charakter die Identifikation mit dem Agenten und somit mit dem Unternehmen.
Welches Problem lösen semirealistische Charaktere laut Morel?
Semirealistische Charaktere verhindern zu hohe Erwartungen der Nutzer, die bei einer vollkommen menschenähnlichen Darstellung entstehen würden und technisch oft nicht erfüllbar sind.
- Quote paper
- Stefan Rippler (Author), 2005, Embodied Agents - Grundlagen und Anwendungen in der internen und externen Unternehmenskommunikation , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52666