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Failed State Angola und der "Neue Krieg"

Title: Failed State Angola und der "Neue Krieg"

Seminar Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Henning Grobe (Author)

Politics - Region: Africa
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Die jüngsten Terroranschläge und der “war on terrorism” haben die Sensibilität für das Problem zerfallender oder gescheiterter Staaten bestärkt. Die Annahme des failed state Afghanistan als Brutstätte potentieller Terroristen und als temporärer Hauptsitz des transnationalen Terrornetzwerks Al Quaida rechtfertigte sogar einen Krieg.
Galten zerfallende oder zerfallene Staaten in der Vergangenheit eher als ein regionales Problem tritt das Phänomen in der westlichen Welt seit 9/11 verstärkt als unmittelbare Gefährdung der eigenen Sicherheit in den Blickpunkt. Ein Grund für das verstärkte Interesse an dieser Problematik ist mitunter der Zusammenhang von failed states und den sog. „Neuen Kriegen“. Im Gegensatz zu den “Klassischen Kriegen” handelt es dabei um Konflikte, bei denen sich die Unterscheidung von Öffentlichem und Privatem sukzessive auflöst und der Krieg sich seiner Fesselungen an die Staatlichkeit, die ihm völkerrechtlich mit dem Westfälischen Frieden angelegt worden sind, entledigt. Die Privatisierung des Krieges fuehrt zu einem vermehrten Auftreten parastaatlicher und privater Kriegsakteure, was in enger Verbindung zum Verlust des Gewaltmonopols des Staates steht. Eine zentrale Rolle spielen in diesen Konflikten auch manifeste Bürgerkriegsökonomien von denen die kriegführenden Parteien profitieren, die über die Kanäle der Schattenglobalisierung auf vielfältige Weise mit der Weltwirtschaft verbunden sind und darüber sowohl die zur Weiterführung des Krieges nötigen Ressourcen beziehen als auch sich selbst ihre Pfründe sichern. Das erklärt auch die ungewöhnlich lange Dauer dieser neuen Kriege – liegt dieser an sich doch im finanziellen Interesse seiner Akteure.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen einem failed state und einem neuen Krieg für den speziellen Fall des afrikanischen Staates Angola. Dabei wird zuerst auf die Kolonialgeschichte des Landes und den Ursprung der Differenzen zwischen den Konfliktparteien eingegangen. Im zweiten Teil wird nach einer eventuell vorhandenen inneren Konfliktdynamik als Bedingung oder als Folge der verfehlten Staatenbildung gefragt, und zuletzt der tatsächliche Charakter der kriegführenden Parteien anhand der Kriegsfinanzierung sowie weiterer Kriterien definiert. Der letzte Abschnitt schliesslich wird schlussfolgern, ob der failed state Angola einen guten „Nährboden“ für den neuen Krieg lieferte, oder ob etwaige andere Faktoren als Bedingungen des Konflikts in Angola auf zu führen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Die neuen Kriege als überregionales Problem

II. Geschichtlicher Überblick und Ursprung des Konflikts in Angola

1. Der Befreiungskrieg bis 1974

2. Bürgerkrieg und ausländische Intervention

3. Stellvertreterkrieg 1976 – 1989

4. Der „neue Krieg“ bis 2002

4. 1. Das Abkommen von Bicesse, freie Wahlen und erneuter Bürgerkrieg

4. 2. Das Protokoll von Lusaka

4. 3. Bürgerkrieg von 1997 – 2002

4. 4. Das Waffenstillstandsabkommen am 04.04.2002

III. failed state Angola und der „neue Krieg“

1. Die innere Konfliktdynamik

1. 1. Die zweigeteilte Gesellschaft

1. 1. 1. Die imperiale Ost- West- Logik

1. 1. 2. solide Allianzen der Nord- Süd- Logik

1. 2. Die wirtschaftliche Situation des Landes

2. Die Finanzierung des Krieges

2. 1. Die Rolle der Diamanten

2. 1. 1. Die UNITA

2. 1. 2. Die angolanischen Streitkräfte (FAA)

2. 1. 3. Exportwege

2. 2. Die Macht des Erdöls

3. Die Regierung und die Rebellen als Warlords

3. 1. Zugang zu den Ressourcen

3. 2. Kein Interesse an Frieden

3. 3. Folter und Zwangsrekrutierung

3. 4. Fragmentierung

3. 5. Instrumentalisierung ethnischer Stereotype

IV. Der failed state als „Nährboden“ für den neuen Krieg?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Phänomen des "failed state" und den sogenannten "neuen Kriegen" am konkreten Beispiel Angolas. Dabei wird analysiert, inwiefern eine verfehlte Staatenbildung und die damit verbundene Kriegsökonomie zur Etablierung dauerhafter Konfliktstrukturen beigetragen haben.

  • Analyse der inneren Konfliktdynamik in Angola
  • Untersuchung der Rolle von Diamanten und Erdöl bei der Kriegsfinanzierung
  • Bewertung des Warlord-Charakters der Konfliktparteien
  • Betrachtung von Zwangsrekrutierung und Menschenrechtsverletzungen
  • Reflexion über die Staatenbildung im Kontext des Bürgerkriegs

Auszug aus dem Buch

1. 1. Die zweigeteilte Gesellschaft

Gerade die Zweiteilung der angolanischen Gesellschaft scheint mir einer der entscheidenden Gründe für den anhaltenden Konflikt zu sein. Ich glaube dabei ist es aber zu wenig sich nur auf die althergebrachten Klischees einer sozialistischen MPLA und einer rechtsgerichteten UNITA zu stützen. Auch die Reduzierung des Bürgerkrieges auf Ethnizität, wie es die unterschiedliche Anhängerschaft der rivalisierenden Bewegungen zunächst vermuten lässt, greift hier zu kurz, wie ich später noch erklären werde. Um den Konflikt zu begreifen gilt es vielmehr ihn in die existierenden sozialen und räumlichen Gegensätze und Machtkämpfe der Region einzubetten. Bereits seit Jahrhunderten kreuzen sich nämlich auf dem heutigen Staatsgebiet Angolas zwei Logiken der Raumaufteilung und der Herrschaftssicherung.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die neuen Kriege als überregionales Problem: Einführung in das Phänomen zerfallender Staaten und die theoretische Verknüpfung mit den sogenannten "neuen Kriegen".

II. Geschichtlicher Überblick und Ursprung des Konflikts in Angola: Detaillierte historische Herleitung des angolanischen Konflikts vom Befreiungskrieg bis zum Waffenstillstand 2002.

III. failed state Angola und der „neue Krieg“: Analyse der internen Dynamiken, der Kriegsfinanzierung durch Ressourcen sowie des agierenden Warlord-Verhaltens von Regierung und Rebellen.

IV. Der failed state als „Nährboden“ für den neuen Krieg?: Fazitartige Reflexion darüber, ob der Bürgerkrieg eine Staatsbildung aktiv verhinderte oder aus einem "failed state" heraus entstand.

Schlüsselwörter

Angola, Failed State, Neue Kriege, Bürgerkrieg, MPLA, UNITA, Kriegsökonomie, Diamanten, Erdöl, Warlords, Ressourcen, Staatenbildung, Konfliktdynamik, Zwangsrekrutierung, Machtvakuum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den angolanischen Bürgerkrieg unter dem Aspekt des "failed state"-Konzepts und der Theorie der "neuen Kriege".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf die innere Konfliktdynamik, die Finanzierung des Krieges durch Bodenschätze und das Verhalten der Akteure als Warlords.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob und inwiefern der Zustand des "failed state" in Angola als Nährboden für den langjährigen neuen Krieg fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung aktueller Artikel und Berichte von Nichtregierungsorganisationen zur politischen und ökonomischen Situation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der gesellschaftlichen Zweiteilung, die Rolle der Diamanten- und Erdölwirtschaft sowie die Analyse von Kriegspraktiken wie Folter und Rekrutierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Angola, Failed State, Kriegsökonomie, Diamanten, Erdöl, Warlords und Bürgerkrieg.

Welche Rolle spielten die Diamanten für die UNITA?

Die Kontrolle der Diamantenregionen diente als zentrale Einnahmequelle zur Finanzierung der militärischen Operationen der UNITA über viele Jahre hinweg.

Wie verhielt sich die Regierung bei der Kriegsfinanzierung?

Die Regierung nutzte Erdöl-Exporte, wobei Einnahmen oft direkt in Waffenkäufe flossen oder durch Intransparenz der Bereicherung von Eliten dienten.

Welchen Einfluss hatte der Regierungswechsel in Zaire auf den Konflikt?

Der Sturz Mobutus und die veränderten Machtverhältnisse im Kongo beeinträchtigten die traditionellen Handels- und Schmuggelwege der Rebellen.

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Details

Title
Failed State Angola und der "Neue Krieg"
College
University of Passau
Course
PS: Neue Kriege
Grade
1,3
Author
Magister Artium Henning Grobe (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V52679
ISBN (eBook)
9783638483261
ISBN (Book)
9783638659857
Language
German
Tags
Failed State Angola Neue Krieg Neue Kriege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Henning Grobe (Author), 2004, Failed State Angola und der "Neue Krieg", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52679
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