Das Internet hat in den letzten beiden Jahrzehnten eine sehr erstaunliche Entwicklung erfahren. Es hat sich von einem „Versuchsexperiment in einem Labor“, zu einem weltumspannenden „Informations- und Wissensarchiv“ entwickelt. Speziell in den letzten fünf Jahren sind die Entwicklungen im Onlinebereich nur mit Quantensprüngen zu vergleichen. Durch die zunehmende Verbreitung des Personalcomputers (PC) im privaten Bereich, nimmt die Zahl der Haushalte mit Computer und damit meist auch der Internetanschlüsse, täglich zu. Einige Optimisten sehen schon jetzt die Zukunft darin, dass sich die Menschen „des 21. Jahrhunderts [...] mit Hilfe des Computers weiterbilden“ (Hildebrandt, 1998, S.15). Viele Menschen nutzen das Internet bereits heute als Informationsquelle Nummer eins. Sie lesen ihre Zeitung online, korrespondieren mit ihren Bekannten und Verwandten per E-Mail über den gesamten Globus, bestellen ihre Bücher online, machen ihre Bankgeschäfte per Internet und bestellen sogar ihre Pizza per Mausklick. Diese Entwicklungen sind nicht aufzuhalten und das Internet wird verstärkt in den Alltag einziehen. „Durch den verbreiteten Einsatz von PCs und die zunehmende Nutzung von Computernetzen rechtfertigt sich eine Beschäftigung mit dem Internet in der Schule durch einen unübersehbaren Gegenwarts- und Zukunftsbezug“ (Hildebrandt, 1998, S. 15).
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkungen
1.1 Problemstellung
1.2 Methodisches Vorgehen
2 Der lernfeldstrukturierte Unterricht in der kaufmännischen Erstausbildung
2.1 Gründe für die Einführung von Lernfeldern in den schulischen Unterricht der kaufmännischen Erstausbildung
2.1.1 Rasanz der ökonomischen und wissenschaftlichen Entwicklung
2.1.2 Verbesserter Aktualitätsbezug des Berufsschulunterrichts
2.1.3 „Überholtheit“ der bisherigen Rahmenlehrpläne und des traditionellen Berufschulunterrichts
2.2 Grundintentionen und Konstruktion des Lernfeldkonzeptes für die kaufmännische Erstausbildung
2.2.1 Erarbeitung von Lernfeldern und Lernsituationen aus beruflichen Handlungsfeldern
2.2.2 Die besondere Berücksichtigung des Persönlichkeits- und Situationsprinzips durch das Lernfeldkonzept
2.3 Handlungskompetenz als zentraler didaktischer Hintergrund des Lernfeldkonzepts
2.4 Umsetzung des Lernfeldkonzeptes in der kaufmännischen Erstausbildung
2.4.1 Die Modellversuchsverbünde NELE und SELUBA
2.4.2 Problembereiche des Lernfeldkonzeptes auf der Makroebene
2.4.3 Problembereiche des Lernfeldkonzeptes auf der Mesoebene
2.4.4 Problembereiche des Lernfeldkonzeptes auf der Mikroebene
2.5 Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge zum Lernfeldkonzept
2.6 Der Aufbau des lernfeldstrukturierten Unterrichts im Rahmen des Ausbildungsberufes Bankkaufmann/Bankkauffrau
2.6.1 Das Lernfeldkonzept im Rahmenlehrplan der Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/Bankkauffrau
2.6.2 Zeitlicher Ablauf der Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/Bankkauffrau
2.6.3 Darstellung der Vorgaben für das Lernfeld „Konten führen“
2.6.4 Hinweise zur Unterrichtsdurchführung und zum Bewertungs- und Prüfungssystem
2.7 Der Bildungsauftrag der Berufsschule
3 Das Internet
3.1 Entstehung und Bestandteile des Internets
3.1.1 Die Entstehungsgeschichte des Internets
3.1.2 Die Bestandteile des Internets
3.1.2.1 Transmission Control Protocol (TCP) / Internet Protocol (IP)
3.1.2.2 Das World Wide Web (WWW)
3.1.2.3 Die elektronische Post (E-Mail)
3.1.2.4 Remote-Computing (Telnet)
3.1.2.5 Die Diskussionsforen (Newsgroups)
3.1.2.6 Datentransfer (FTP)
3.1.2.7 Chatrooms (IRC) / Audio- und Videokonferenzen
3.1.2.8 Gopher
3.2 Das Internet in Zahlen
3.3 Bisherige Nutzung des Internets im Unterricht
3.4 Interviews zum Schulalltag / Interneteinsatz in der lernfeldstrukturierten Berufsausbildung
4 Das Internet in der kaufmännischen Erstausbildung
4.1 Unterstützung des Lernfeldkonzeptes und dessen Ein- und Durchführung durch die Besonderheiten des Internets
4.2 Einsatzmöglichkeiten des Internets auf der Stufe der Schulorganisation und Lehrerfortbildung
4.3 Einsatzmöglichkeiten des Internets auf der Stufe der lernfeldstrukturierten Unterrichtsdurchführung
4.3.1 Neue Lehrer- und Schülerolle im lernfeldstrukturierten Unterricht
4.3.2 Einsatzmöglichkeiten des Internets in der lernfeldstrukturierten Ausbildung
4.3.3 Bildungsserver als Hilfestellung für Lehrer und Schüler
4.3.4 Individualisierung der Lernprozesse durch den Interneteinsatz im Lernfeldkonzept
4.3.5 Unterstützung des Lernfeldgedankens durch die Struktur des Internets
4.3.6 Nutzung von Synergieeffekten durch den Einsatz des Internets in der Lernfeldkonzeption
4.4 Potenzielle Einsatzfelder des Internets in der Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/Bankkauffrau
4.4.1 Bisherige Einsatzfelder des Internets in der kaufmännischen Erstausbildung
4.4.2 Webquest als eine „gangbare“ Alternative des Interneteinsatzes
4.4.3 Vermeidung von Einführungsphasen beim Interneteinsatz in der kaufmännischen Erstausbildung
4.4.4 Juniorenfirmen in der kaufmännischen Erstausbildung
4.5 Finanzierungsversuche für die Internetausstattung der Schulen
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Herausforderungen bei der Integration des Internets in den lernfeldstrukturierten Unterricht der kaufmännischen Berufsausbildung. Ziel ist es zu analysieren, wie das Internet die methodischen Anforderungen des Lernfeldkonzepts unterstützen kann, welche Voraussetzungen hierfür an berufsbildenden Schulen geschaffen werden müssen und wie der Interneteinsatz zur Überwindung von Problemen in der Umsetzung neuer Lehrpläne beitragen kann.
- Grundlagen und Didaktik des Lernfeldkonzepts in der kaufmännischen Ausbildung
- Technische und funktionale Möglichkeiten des Internets im Bildungskontext
- Empirische Einblicke durch Lehrerinterviews zum Interneteinsatz im Unterricht
- Spezifische Strategien zur Integration des Internets (z.B. Webquests, Juniorenfirmen)
Auszug aus dem Buch
4.4.2 Webquest als eine „gangbare“ Alternative des Interneteinsatzes
Eine effektivere Methode der Informationsbeschaffung stellt die 1995, von Prof. Bernie Doge von der San Diego State University, vorgeschlagene Methode namens „Webquest“ dar. Im Laufe dieser Methode erhalten die Schüler lösbare Arbeitsaufgaben, die sie dann mit vorgegebenen Informationsquellen in Gruppen bearbeiten können. Die Bearbeitungszeit liegt dabei meist bei zwei bis acht Unterrichtsstunden und umfasst die Arbeitsbereiche der Themenfindung, der Aufgabenstellung, der Ressourcenplanung, dem Prozess, der Präsentation und der Evaluation, wie dies in Abbildung 15 nochmals verdeutlicht wird.
Der Lehrer hat dabei die Rolle die Lernenden mit lenkenden Fragen zu unterstützen, tritt dabei aber mehr in den Hintergrund. Den Schülern steht zur Lösung der Arbeitsaufgaben aber nicht nur das Internet mit konkreten Hyperlinks auf Seiten im Internet zur Verfügung, sondern ebenfalls Materialien wie Tabellen, Fachbücher, (kopierte) Zeitschriftenartikel, Lexika, Kataloge, Prospekte und CD-ROMs. Durch die zusätzliche Verwendung anderer Medien wird ebenso die Medienkompetenz der Jugendlichen gefördert. Die Ergebnisse sollen die Schüler im Idealfall in Form einer Webseite vor der Klasse präsentieren. Ziel der anschließenden Evaluation ist es, den Schülern die Möglichkeit zu geben über ihr eigenes Lernverhalten nachzudenken und dem Lehrer weitere Hinweise zur Verbesserung des Webquests zu geben.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkungen: Einleitung in die Thematik der zunehmenden Digitalisierung und Begründung der Relevanz des Internets für die kaufmännische Erstausbildung.
Der lernfeldstrukturierte Unterricht in der kaufmännischen Erstausbildung: Detaillierte Darstellung des Paradigmenwechsels in der Berufsschule weg von einer Fachsystematik hin zu einer handlungsorientierten Lernfeldkonzeption.
Das Internet: Vermittlung der technischen Grundlagen und Funktionalitäten des Internets als Informations- und Kommunikationsmedium.
Das Internet in der kaufmännischen Erstausbildung: Analyse der konkreten Einsatzmöglichkeiten des Internets zur Unterstützung des Lernfeldkonzepts unter Berücksichtigung von Schulorganisation und Lehrerausbildung.
Schlussbetrachtung: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Interneteinsatz.
Schlüsselwörter
Lernfeldkonzept, kaufmännische Erstausbildung, Internet im Unterricht, Handlungsorientierung, Handlungskompetenz, Berufsschule, Webquest, Medienkompetenz, Bankkaufmann, Lehrerfortbildung, IT-Integration, Schulentwicklung, Wissensmanagement, Online-Banking, Juniorenfirmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen, das Internet als unterstützendes Medium in den neuen, lernfeldstrukturierten Unterricht der kaufmännischen Berufsausbildung zu integrieren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Lernfeldkonzept, die didaktische und technische Einbindung des Internets, die Rolle der Lehrenden sowie die Rahmenbedingungen an berufsbildenden Schulen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es zu erforschen, wie das Internet spezifische Anforderungen des Lernfeldkonzepts fördern kann und welche Konsequenzen dies für die Unterrichtsgestaltung im Ausbildungsberuf Bankkaufmann/Bankkauffrau hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung des Lernfeldkonzepts und des Internets sowie auf die qualitative Auswertung von Lehrerinterviews zum Thema Interneteinsatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Lernfeldkonzepts, die technischen Grundlagen des Internets, die Analyse von Einsatzmöglichkeiten im Unterricht und die Diskussion von Problemen wie Finanzierung und Ausstattung.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lernfeldkonzept, Handlungskompetenz, Medienkompetenz, Internet im Unterricht und die kaufmännische Erstausbildung.
Warum wird speziell der Bankkaufmann als Ausbildungsberuf gewählt?
Der Bankkaufmann dient als Fallbeispiel, da in dieser Branche die Relevanz digitaler Medien und Online-Banking besonders ausgeprägt ist und somit die Notwendigkeit einer modernen Ausbildung verdeutlicht.
Was ist ein Webquest im Sinne der Untersuchung?
Ein Webquest ist eine strukturierte Lernmethode, bei der Schüler arbeitsteilig und problemorientiert mit Hilfe des Internets und anderer Medien komplexe Aufgabenstellungen bearbeiten und präsentieren.
Welche Rolle spielt die Schulleitung bei der Interneteinführung?
Die Schulleitung ist maßgeblich verantwortlich, da sie die notwendigen Ressourcen (Computerausstattung) bereitstellen, Fortbildungsprozesse steuern und die Organisationsentwicklung an der Schule fördern muss.
- Citar trabajo
- Freddy Baqué (Autor), 2001, Das Internet im lernfeldstrukturierten Unterricht kaufmännischer Erstausbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52769