Möglichkeiten der organisatorischen Einbettung von Qualitätsmanagement in beruflichen Bildungsgängen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

16 Seiten, Note: 2.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Qualität – was ist das?
2.1 Alltäglicher Qualitätsbegriff
2.2 Technisch-spezifischer Qualitätsbegriff
2.3 Qualitätsdefinition laut ISO-Norm

3. Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung
3.1 Qualitätssicherung in Bildungseinrichtungen
3.2 Qualitätszertifizierung durch anerkannte Abschlüsse
3.3 Staatliche Reglementierungen im Weiterbildungsmarkt

4. Die ISO-Normenreihe 9000ff Möglichkeiten und Probleme der Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung
4.1 Qualitätsmanagementsysteme
4.2 Übertragung der ISO-Normenreihe 9000ff auf das Qualitätsmanagement
in der betrieblichen Bildung
4.3 Qualitätssicherung durch ISO 9000ff in der betrieblichen Bildung
4.4 Resümee über die ISO-Normenreihe 9000ff

5. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In unserer wirtschaftlichen Situation in Europa, in der immer mehr nicht qualifizierte Arbeitnehmer entlassen werden und in der Regel durch High-Tech-Arbeitsplätze ersetzt werden, ist es für ein Unternehmen von großer Bedeutung, sein Humankapital in Form von Qualitätspotential seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu steigern.

Es ist für ein Unternehmen in erster Linie eine Ressource, die zum einen zur Sicherung und zum anderen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit steht.[1] Man kann also behaupten, dass die Qualität der betrieblichen Bildung eine Schüsselfunktion bei der Sicherstellung des Fortbestandes des Unternehmens und darüber hinaus bei der Rentabilitätssteigerung darstellt.

Seit Mitte der 80er Jahre, als ein erster DIN-Entwurf über Qualitätssicherungssysteme vorgestellt wurde, wurde dieser von der deutschen Industrie abgelehnt, da sie darin nur eine Verteuerung ihrer unter Preisdruck stehenden Produkte sah. Vielmehr setzte die Wirtschaft auf ihre weltweit anerkannten deutschen Qualitätsstandards – Made in Germany.

Mittlerweile sieht man eine Umkehrung dieser Einschätzung. Unternehmen haben systematisches Qualitätsmanagement als erfolgreiches Instrument anerkannt und EU-weit ( in Form der DIN ISO 9000er bzw. der EN 29000er Reihe) vereinheitlicht.

Dadurch hat die Qualitätssicherung in den letzten Jahren Eingang in die Bereiche der betrieblichen Aus- und Weiterbildung gefunden. Dass dies nicht ohne Probleme vonstatten gegangen ist, sieht man in der Diskussion über unterschiedliche Qualitätsbegriffe und differente Modelle zur Qualitätssicherung.[2] Nachfolgend soll der Begriff Qualität aus unterschiedlichen Perspektiven definiert werden und welche Verfahren zur Qualitätssicherung betrieblicher Bildung sich daraus erschließen. Die betriebliche Bildung lässt sich in die Bereiche Aus- und Weiterbildung unterteilen, welche sowohl durch den ausbildenden Betrieb als auch durch externe Stellen vorgenommen werden kann. Auch soll auf die Verfahren zur Qualitätssicherung der betrieblichen Bildung mit ihren Vor- und Nachteilen eingegangen werden.

Zudem soll die ISO-Normenreihe 9000 beschrieben, analysiert und deren Erfolgswirkung beurteilt werden. Schließlich soll auch die Frage beantwortet werden, ob sich die ISO-Normen dazu eignen, die Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung sicherstellen.

2. Qualität – was ist das?

2.1 Alltäglicher Qualitätsbegriff

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Qualität mit unterschiedlichen Bedeutungsinhalten verwendet, wie z.b. das Fehlerlose / das Zuverlässige / das einwandfrei Funktionierende. Durch die Gleichsetzung der Begriffe mit Qualität findet eine subjektive Qualitätsmessung statt, die auch leicht zu Vorurteilen führen kann.[3] So hat z.B. Toilettenpapier nicht zu wenig Qualität, nur weil man auf diesem nicht schreiben kann.[4] Hier sind die Anforderungen und der Zweck von Schreib- und Toilettenpapier vollkommen unterschiedlich.

Auch wird täglich in der Werbung der Begriff Qualität in den oben genannten Bedeutungen als Verkaufsargument benutzt, um Produkte und Leistungen jeglicher Art anzupreisen.

2.2 Technisch-spezifischer Qualitätsbegriff

„ Nach DIN 55350 ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Tätigkeit, die sich deren Eignung zum Erfüllen gegebener Erfordernisse beziehen.“[5]

Anhand von technischen Normen soll die Qualität technischer Produkte bestimmt, überprüft und verglichen werden.

Um die oben erwähnte Definition verständlicher darzustellen, kann man auch sagen:

„ Qualität ist die Übereinstimmung mit den Anforderungen des Kunden.“[6] Diese Anforderungen an ein Produkt spiegeln sich z.B. in der Funktionalität, dem Preis, der Lieferzeit, der Sicherheit und mittlerweile an der Umweltverträglichkeit wieder.[7] Somit steht für den Kunden die qualitative Bewertung eines Gutes im Vordergrund.[8] Töpfer (1992, S. 13) unterscheidet hier zwischen der Qualität ersten Grades ( Erfüllung objektiver und technischer Anforderungen) und der Qualität zweiten Grades ( umfassende Befriedigung der Bedürfnisse der Kunden). Anhand der Anforderungen an ein Produkt wird dessen Qualität vom Markt ( Kunden) vorgegeben und nicht wie früher, gemessen oder geprüft. Diese Anforderungen können sich auf das gesamte Unternehmen beziehen. Daraus wird es für ein Unternehmen notwendig Qualitätsverbesserungen in allen Bereichen durchzuführen, mit denen ein Kunde in Berührung kommt. Alle Mitarbeiter und Bereiche sollten die Erwartungen des Kunden erfüllen, um dessen Vertrauen zu gewinnen und dann behalten zu können.

Dadurch kann der von technischen Produkten hergeleitete kundenorientierte Qualitätsbegriff auf die berufliche Bildungsarbeit übertragen werden, da dieser sowohl in außerbetrieblicher als auch in innerbetrieblicher Arbeit seine Gültigkeit findet.[9]

2.3 Qualitätsdefinition laut ISO-Norm

Die International Standard Organisation ( ISO) definiert Qualität wie folgt:

Qualität ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes, eines Prozesses oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen ( ISO 8402). In der Sprache der Normen ist die Anforderung an ein Produkt, als die vom Kunden vereinbarte und bzw. oder erwartete Qualität zu verstehen.[10] Kegelmann definiert den Sinn der Qualitätssicherung anhand der ISO 9000ff, das beim Kunden „berechtigtes Vertrauen“ zu schaffen, die von ihm erwartete, gegebenenfalls in einem Vertrag ausdrücklich vereinbarte Qualität auch tatsächlich hergestellt und geliefert wird.[11]

3. Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung

3.1 Qualitätssicherung in Bildungseinrichtungen

Bildungsinstitutionen verfassen und veröffentlichen freiwillig Qualitätsstatuten, durch welche sie ihre Tätigkeit messen. Um eine Unabhängigkeit für diese Statuten zu gewährleisten, werden die Qualitätsmaßstäbe von regionalen oder sektoralen Institutionen getragen. Diese überprüfen die Einhaltung der vorgegebenen Maßstäbe. Hier werden z.B. Prüfzeichen oder Gütesiegel vergeben. Durch die Einführung dieser Maßstäbe wird auf dem betrieblichen Bildungsmarkt Transparenz geschaffen. Nachteilig ist zu bewerten, dass die gesetzten Qualitätsmaßstäbe sehr oberflächlich gehalten werden, um eine einfachere Überprüfung zu ermöglichen. Auch fehlt eine trägerübergreifende Verbindlichkeit.[12] Ein weiterer Nachteil liegt in der Intransparenz der Anbieterstruktur zwischen staatlich subventionierten Bildungsinstitutionen und privatwirtschaftlichen Trägern. Diese wird teilweise noch durch geringe Kompetenz der Nachfrager, denen Bedarf- und Beurteilungskriterien fehlen, verstärkt.[13]

[...]


[1] Vgl. Wittwer 1996, S. 7

[2] Vgl. Münch 1996, S. 30f

[3] Vgl. Münch 1996, S. 31

[4] Wolters, Albrecht, Schwabe 1995, S. 9

[5] Münch 1996, S. 33

[6] Wolters, Albrecht, Schwabe 1995, S. 10

[7] Vgl. Wolters, Albrecht, Schwabe 1995, S. 10

[8] Vgl. Münch 1996, S. 34

[9] Vgl Münch 1996, S. 34

[10] Vgl. Kegelmann 1996, S. 157

[11] Kegelmann 1996, S. 157

[12] Vgl. Severing 1999, S. 151

[13] siehe Severing 1999, S. 150

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten der organisatorischen Einbettung von Qualitätsmanagement in beruflichen Bildungsgängen
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2.3
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V52805
ISBN (eBook)
9783638484176
ISBN (Buch)
9783638765329
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Möglichkeiten, Einbettung, Qualitätsmanagement, Bildungsgängen
Arbeit zitieren
Philipp Thiel (Autor), 2006, Möglichkeiten der organisatorischen Einbettung von Qualitätsmanagement in beruflichen Bildungsgängen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52805

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