Allein in Deutschland gab es 2004 fast 245.000 Unternehmen im Gastgewerbe mit rund 970.000 Beschäftigten und über 100.000 Ausbildungsplätzen. Das Gastgewerbe ist somit eine der größten Dienstleistungsbranchen des Landes.
Im Gastgewerbe sind gute Umgangsformen ebenso wichtig wie eine rasche Auffassungsgabe. Diese zu fördern ist Aufgabe der betrieblichen Ausbilder. Diese sind für den praktischen Teil der verschiedenen Ausbildungen verantwortlich. Die Ausbilder müssen in der Lage sein, den Auszubildenden die praktischen Arbeiten im Betrieb optimal zu erklären. Um dies sicherzustellen, sieht die IHK Prüfungen für die betrieblichen Ausbilder vor.
Zur Ausbildereignungsprüfung bei der IHK gehört neben einer theoretischen Prüfung auch die Präsentation oder praktische Durchführung einer Ausbildungseinheit. Im Rahmen dieser praktischen Prüfung soll der zukünftige Ausbilder seine berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation an einem Fallbeispiel nachweisen. Das Thema der Ausbildungseinheit kann der Prüfungsteilnehmer selbst wählen. Der Prüfungsausschuss beurteilt die Unterweisung anschließend nach vorgegebenen Kriterien.
Für diesen Teil der Prüfung ist eine schriftliche Vorbereitung notwendig, die meisten Kammern verlangen ohnehin die Vorlage einer schriftlichen Ausarbeitung des Unterweisungsentwurfes. Viele Prüfungsteilnehmer gehen unsicher an diese Aufgabe heran. Sie sind - dadurch dass sie meistens schon lange Jahre in der Praxis tätig sind - ungeübt in der theoretischen Bearbeitung und Ausformulierung einer Fallaufgabe. Hinzu kommen oft Prüfungsangst und Lampenfieber vor der Bewährungsprobe.
Je besser der Prüfling auf den Termin vorbereitet ist, desto eher lassen sich Unsicherheiten und Blockaden bei der Präsentation vor dem Prüfungsausschuss vermeiden. Eine gründliche Planung sichert den Erfolg in der praktischen Prüfung!
Wir stellen Ihnen hier 10 Unterweisungsentwürfe aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe vor, mit denen Prüfungsteilnehmer die Ausbildereignungsprüfungen erfolgreich bestanden haben. Sie dienen als Richtschnur und Inspirationsquelle.
Inhaltsverzeichnis
Schneiden von Äpfeln für Fruchtsalat
1.1 Unterweisungsablauf
1.1.1 Operationales Lernziel
1.1.2 Ausgangssituation
1.1.3 Erreichen des Lernzieles
1.1.4 Lernzielbereiche
1.2 Stufe I - Heranführen des Auszubildenden an die Aufgabe
1.3 Stufe II - Vormachen, Erklären
1.4 Stufe III - Nachmachen und erklären lassen
1.5 Stufe IV - Zusammenfassung, üben, vertiefen, anwenden
1.6 Anlagen
1.6.1 Übungsblatt I
1.6.2 Übungsblatt II
Bearbeitung einer Kundenanfrage
1.1 Unterweisungsablauf
1.1.1 Operationales Lernziel:
1.1.2 Ausgangssituation:
1.1.3 Lernziele:
1.1.4 Lernzielbereiche:
1.2 Stufe I - Vorbereitung
1.3 Stufe II - Vormachen und Erklären
1.4 Stufe III - Nachmachen & erklären lassen
1.5 Stufe IV - mündliches Wiederholen & selbstständiges Anwenden:
1.6 Anlagen
1.6.1 Vorlage Tagungsanfrage
1.6.2 Musteremails
1.6.3 Merkblatt Ordnung/Sauberkeit
Herstellen von “Melonenschiffchen“
1.1 Unterweisungsablauf
1.1.1 Operationales Lernziel
1.1.2 Lernzielbereiche der Unterweisung
1.1.3 Lernzielerläuterung
1.1.4 Ausgangssituation
1.2 Stufe I - Heranführen des Auszubildenden an die Aufgabe
1.3 Stufe II – Vormachen und Erklären
1.4 Stufe III - Nachvollzug durch den Auszubildenden (nachmachen lassen)
1.5 Stufe IV - Zusammenfassen, Erfolgskontrolle, Üben und Anwenden
Unterweisung zum fachgerechten Auflegen einer Tischdecke
1.1 Ausführung zu den Lernzielbereichen
1.2 Stufe I - Heranführen des Auszubildenden an die Aufgabe
1.3 Stufe II - Vorarbeiten und erklären
1.4 Stufe III - Nacharbeiten und Erklären des Auszubildenden
1.5 Stufe IV - Erfolgskontrolle durch eine mündliche Zusammenfassung des Gezeigten durch den Auszubildenden
1.6 Anlagen
1.6.1 Merkblatt für den Auszubildenden
1.6.2 Übungsblatt für den Auszubildenden
Das richtige Falten bzw. Brechen der Serviettenform "Schiffchen"
1.1 Ausführung der Lernzielbereiche
1.2 Stufe I: Vorbereitung
1.3 Stufe II: Vormachen und Erklären
1.4 Stufe III: Nachmachen und Erklären
1.5 Stufe IV: Erfolgskontrolle durch mündliche Zusammenfassung
1.6 Anlagen
1.6.1 Übungsblatt
1.6.2 Merkblatt
Annehmen einer Reservierung
1.1 Ausführung der Lernzielbereiche
1.2 Stufe I: Vorbereitung
1.3 Stufe II: Vormachen / Erklären
1.4 Stufe III: Nachmachen und erklären lassen
1.5 Stufe IV: Selbständig anwenden
1.6 Anlagen
1.6.1 Reservierungsanfrageformular
1.6.2 Übungsblatt - Lückentext
1.6.3 Reservierungsanfrage per Fax
1.6.4 Reservierungsanfrage per E-Mail
Fachgerechtes Brechen der Serviettenform „Artischocke“
1.1 Unterweisungsablauf
1.1.1 Operationales Lernziel:
1.1.2 Lernzielstufen:
1.1.3 Lernzielbereiche:
1.1.4 Ausgangssituation:
1.2 Stufe I - Heranführen des Auszubildenden an die Aufgabe
1.3 Stufe II – Vormachen und Erklären
1.4 Stufe III - Nachvollzug durch Auszubildenden (Nachmachen)
1.5 Stufe IV - Selbstständiges anwenden mündlich Zusammenfassen und vertiefen
1.6 Übungsblatt / Anleitung
Schneidetechnik von Weißbrot und Karotten
1.1 Unterweisungsablauf
1.2 Stufe I - Vorbereitung / Methodische Einführung
1.3 Stufe II - Vormachen
1.4 Stufe III - Nachvollziehen und Erklären
1.5 Stufe IV - Zusammenfassung
Reservierungsannahme
1.1 Stufe I : Vorbereiten
1.2 Stufe: Vormachen und Erklären
1.3 Stufe III: Nachmachen und erklären lassen
1.4 Stufe IV: Selbständiges Anwenden
1.5 Anlagen
1.5.1 Reservierung
1.5.2 Übungsblatt
1.5.3 Lösung zum Übungsblatt
1.5.4 Kurzinformation zu den Zimmern und Preisen:
1.5.5 Muster-Reservierungsanfrage per Brief
1.5.6 Reservierungsanfrage per Fax
Flechten von Teigwaren
1.1 Stufe I „Vorbereitung des Auszubildenden“
1.2 Stufe II: „Vormachen und erklären“
1.3 Stufe III „Ausführungsversuch machen lassen“
1.4 4.Stufe „Beendigung der Unterweisung“
1.5 Merkblatt: Quarkölteig
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dient als praxisorientierter Leitfaden für betriebliche Ausbilder im Hotel- und Gaststättengewerbe, um eine strukturierte und erfolgreiche praktische Unterweisung gemäß der Ausbildereignungsprüfung (AEVO) zu gewährleisten.
- Vermittlung methodischer Kenntnisse für eine erfolgreiche praktische Ausbildungseinheit.
- Aufbereitung von 10 konkreten Unterweisungsentwürfen für typische Tätigkeiten im Gastgewerbe.
- Unterstützung von Prüfungsteilnehmern bei der theoretischen und praktischen Planung von Unterweisungsaufträgen.
- Bereitstellung von Arbeitsmaterialien wie Übungsblättern und Merkblättern zur Lernerfolgssicherung.
- Förderung der berufspädagogischen Kompetenzen von Ausbildern durch die Anwendung der Vierstufenmethode.
Auszug aus dem Buch
1.3 Stufe II - Vormachen, Erklären
1. Was – Wie - Warum Hygienehinweise geben, bei Schnittverletzungen Arbeitshandschuhe Begründung: Übertragung von Krankheiten
2. Was – Wie - Warum Auf Unfallverhütungsvorschriften (UVV) hinweisen Begründung: Gefahren der Verletzungen
3. Was – Wie - Warum Reinigen des Arbeitsplatzes mit einem Wischtuch Begründung: Hygiene (-vorschriften)
4. Was – Wie - Warum Arbeitsplatzvorbereitungen Brett auflegen, Schüsseln zurecht stellen, Messer und Obst bereitlegen Begründung: Um rational und ordentlich arbeiten zu können
5. Was – Wie - Warum Auf Mülltrennung hinweisen Begründung: Speisereste sind kompostierbar
6. Was – Wie - Warum Äpfel vierteln: Apfel auf Schneidebrett stellen, festhalten, mit großem Messer halbieren, Hälften nochmals halbieren Begründung: Um Kerngehäuse zu entfernen, ungenießbare Teile werden entfernt
7. Was – Wie - Warum Fruchtstücke entkernen: Stücke in die Hand nehmen, mit kleinem Messer das Kerngehäuse entfernen Begründung: zur einfacheren Weiterverarbeitung
8. Was – Wie - Warum Bearbeitete Früchte in kleine Stücke schneiden, ein Viertel auf das Brett legen, in längliche Spalten, danach quer in Stücke schneiden Begründung: leichteres Essen der Fruchtstücke
Zusammenfassung der Kapitel
Schneiden von Äpfeln für Fruchtsalat: Einführung in die fachgerechte Obstverarbeitung und die Anwendung der Vierstufenmethode am Beispiel eines Fruchtsalates.
Bearbeitung einer Kundenanfrage: Anleitung zur professionellen Aufnahme und Bearbeitung von Tagungsanfragen im Hotelbereich zur Sicherung einer hohen Servicequalität.
Herstellen von “Melonenschiffchen“: Methodische Unterweisung zur fachgerechten Vorbereitung von Obstdekorationen unter Berücksichtigung von Hygiene- und Arbeitssicherheitsstandards.
Unterweisung zum fachgerechten Auflegen einer Tischdecke: Vermittlung der Grundlagen der Tischdekoration und der notwendigen Handgriffe für den professionellen Restaurantservice.
Das richtige Falten bzw. Brechen der Serviettenform "Schiffchen": Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung dekorativer Serviettenformen zur Förderung von Kreativität und Sorgfalt im Service.
Annehmen einer Reservierung: Schulung zur selbstständigen und präzisen Entgegennahme von Zimmerreservierungen per Telefon, Fax oder E-Mail.
Fachgerechtes Brechen der Serviettenform „Artischocke“: Spezifische Falttechnik zur Herstellung von Tischdekorationen unter Anleitung zur beruflichen Weiterentwicklung.
Schneidetechnik von Weißbrot und Karotten: Training der grundlegenden Schnitttechniken in der Küche inklusive Hygieneunterweisung für den Koch-Nachwuchs.
Reservierungsannahme: Ergänzende Unterweisungseinheit mit Fokus auf die strukturierte Datenaufnahme bei der Reservierung von Hotelzimmern.
Flechten von Teigwaren: Unterweisung zur handwerklichen Fertigung eines Zopfes aus Quarkölteig unter Berücksichtigung methodischer Lernschritte.
Schlüsselwörter
Ausbildung, Gastgewerbe, AEVO, Unterweisung, Unterweisungsentwurf, Vierstufenmethode, Berufsbildung, Hotel, Restaurant, Auszubildende, Lernziel, Praxisanleitung, Serviettenbrechen, Reservierungsannahme, Schneidetechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundlegend?
Das Buch bietet einen praktischen Leitfaden für Ausbilder im Gastgewerbe, um Auszubildende effektiv bei ihrer praktischen IHK-Prüfung nach AEVO zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen die Bereiche Küche, Service, Reservierung sowie Tischdekoration und grundlegende Handwerkstechniken.
Was ist das primäre Ziel der Unterweisungen?
Das primäre Ziel ist es, dem Auszubildenden die notwendigen fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen zu vermitteln, um betriebliche Aufgaben selbstständig und fachgerecht auszuführen.
Welche wissenschaftliche bzw. pädagogische Methode wird verwendet?
Die Unterweisungen basieren durchgehend auf der klassischen Vierstufenmethode, bestehend aus Vorbereiten, Vormachen/Erklären, Nachmachen/Üben und Vertiefen.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil besteht aus zehn detaillierten, in der Praxis erprobten Unterweisungsentwürfen, jeweils mit Lernzielen, methodischem Ablauf, notwendigen Arbeitsmitteln und Übungsmaterialien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Ausbilderqualifikation, Lernerfolgssicherung, fachgerechtes Arbeiten, Hygienevorschriften, Unfallverhütung und methodische Struktur.
Warum ist das Berichtsheft in den Unterweisungen so wichtig?
Das Berichtsheft dient als offizieller Ausbildungsnachweis, in dem jede durchgeführte Unterweisung zur Kontrolle und Dokumentation eingetragen werden muss.
Wie gehen die Autoren mit dem Thema Lernschwierigkeiten bei Auszubildenden um?
Die Entwürfe sehen ausdrücklich vor, Befangenheit abzubauen, auf Fehler korrigierend und motivierend einzugehen und unklare Schritte bei Bedarf mehrfach zu wiederholen.
Welche Rolle spielen die enthaltenen Anlagen?
Die Anlagen dienen der Erfolgskontrolle; sie enthalten Merkblätter, Übungsblätter, Lückentexte und Vorlagen, die sowohl dem Auszubildenden als auch dem Ausbilder bei der Lernzielkontrolle helfen.
- Quote paper
- GRIN Verlag (Hrsg.) (Author), 2006, 10 praxiserprobte Unterweisungen für die Ausbildungsberufe im Hotel- und Gaststättengewerbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52813