Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Theory of Science, Anthropology

Die Relevanz des Konstruktivismus für das pädagogisches Handeln. Dargestellt an der Supervision im sozialpädagogischen Kontext

Title: Die Relevanz des Konstruktivismus für das pädagogisches Handeln. Dargestellt an der Supervision im sozialpädagogischen Kontext

Diploma Thesis , 2003 , 48 Pages , Grade: 1

Autor:in: Manuel Kappernagel (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Konstruktivismus für Alltagshandeln und -kommunizieren irrelevant [...]. Im Alltag gehen wir mit unseren kognitiven Welten um, als wären sie real, und bemerken diese Als-Ob-Fiktionen nicht einmal. In der Praxis brauchen wir einheitliche operationale Wirklichkeits- und Bezugssysteme sowie Werthierarchien“. Diese Behauptung beansprucht durchaus Relevanz, sofern die (pädagogische) Praxis nicht vom Handelnden konstruktivistisch reflektiert wird. Schmidt relativiert seine skeptische Haltung gegenüber der Praxisrelevanz wieder, indem er schreibt, dass konstruktivistische Reflexionen die „Legitimationspraxis [der pädagogisch Handelnden M.K.] verändern“ können. Institutionalisierte Supervision könnte diese Reflexion leisten.
Das Interesse der Arbeit richtet sich also auf die Übertragbarkeit der konstruktivistischen Perspektive auf die pädagogische Handlungsforschung und auf die pädagogische Praxis selbst.
Einführend will ich mich mit den Grundannahmen des Konstruktivismus beschäftigen, die als Grundlage der weiterführenden Ausführungen dienen soll. Anschließend sollen die pragmatischen Konsequenzen für das pädagogische Handeln, die sich aus den Grundannahmen ergeben, dargestellt werden. Der letzte Teil untersucht die Anwendung dieser Perspektiven in der Praxis, in Form der Supervision im sozialpädagogischen Kontext.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDANNAHMEN DES KONSTRUKTIVISMUS

2.1. Geschichtliche Vorläufer

2.2. Das Konzept der Autopoiese

2.3. Strukturelle Kopplung

2.4. Wahrnehmung und Wirklichkeit

2.5. Verschiedene Konstruktivismen

3. KONSTRUKTIVISMUS UND PÄDAGOGISCHES HANDELN

3.1. Grundlegende Überlegungen zum Terminus „(pädagogisches) Handeln“

3.2. Probleme bei der Formulierung eines „pädagogischen Handlungsbegriffs“

3.2.1. Das Technologie- und Verstehensdefizit der Pädagogik (nach Luhmann/ Schorr)

3.3. Pädagogische Handlungsperspektiven aus Sicht des Konstruktivismus

3.3.1. Enttrivialisierung „nicht-trivialer Maschinen“

3.3.3. Selbsterfüllende Prophezeiungen oder: Toleranz und Verantwortung

3.3.3. Erkennen und Handeln

3.3.3. Lebensweltliche Orientierung

3.3.4. Helfende Kommunikation

3.3.5. Der Pädagogisch Handelnde als Beobachter II. Ordnung

4. SUPERVISION ALS INSTITUTIONALISIERTE ANTWORTMÖGLICHKEIT AUF PÄDAGOGISCHE HANDLUNGSPROBLEME

5. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Argument eines Handlungsdefizits innerhalb konstruktivistischer Theorien zu entkräften, indem sie die Relevanz konstruktivistischer Grundannahmen für die pädagogische Praxis und Handlungsforschung expliziert und diese durch das Medium der Supervision institutionalisiert.

  • Grundannahmen des Konstruktivismus und deren erkenntnistheoretische Herleitung
  • Analyse der Übertragbarkeit konstruktivistischer Konzepte auf pädagogisches Handeln
  • Reflexion über das Technologie- und Verstehensdefizit in pädagogischen Situationen
  • Das Konzept der Supervision als Methode zur Beobachtung zweiter Ordnung
  • Förderung von professioneller Reflexion und Selbststeuerung im pädagogischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Enttrivialisierung „nicht-trivialer Maschinen“

Im Interaktionskontext pädagogischer Institutionen kann man, wie bereits festgestellt, von dem Standpunkt autopoietischer strukturdeterminierter Systeme ausgehen. Sowohl bei Klientensystemen, als auch bei den Pädagogisch Handelnden selbst. Heinz von Foerster (1998b) bezeichnet autopoietische Systeme deshalb auch als „nicht-triviale Maschinen“. Im Gegensatz zu trivialen Maschinen, die sich dadurch konstituieren, durch Input-Output-Relationen determinierbar zu sein, muss man in der Pädagogik davon ausgehen, mit nicht-trivialen Maschinen zu tun zu haben, bei denen der Input zu einer nicht kalkulierbaren, unvorhersehbaren Output-Reaktion führen kann. Foerster konstatiert infolgedessen: „...so sind nichttriviale Maschinen lästige Zeitgenossen: man weiß nicht, was sie tun und auch nicht, was sie tun werden. Man sehnt sich daher nach trivialen Maschinen und versucht alles, was nach Nichttrivialität aussieht, schleunigst zu trivialisieren. Wie wir wissen, sind manchmal die Antworten unserer Kinder recht unerwartet: auf die Frage, wie viel ist zwei mal zwei, könnte man ‘grün’ als Antwort bekommen. Das geht zu weit. So werden die Kinder in die Schule - die große staatliche Trivialisierungsmaschine - geschickt, damit sie dann mit den erwarteten Antworten herauskommen“ (Heinz von Foerster 1988, S. 16). Hier verbirgt sich auch Foersters pädagogische Botschaft: Direktive Belehrungs- und Erziehungsversuche behandeln Menschen wie triviale Maschinen, engen ihren Handlungsspielraum ein und bevormunden sie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die theoretische Fragestellung nach der Praxisrelevanz des Konstruktivismus für die Pädagogik und führt in die Absicht der Arbeit ein, die konstruktivistische Perspektive für die pädagogische Handlungsforschung nutzbar zu machen.

2. GRUNDANNAHMEN DES KONSTRUKTIVISMUS: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Grundlagen, das Konzept der Autopoiese sowie strukturelle Kopplungen als Basis für das Verständnis kognitiver Systeme.

3. KONSTRUKTIVISMUS UND PÄDAGOGISCHES HANDELN: Es wird die Brücke zwischen konstruktivistischen Theorien und pädagogischer Praxis geschlagen, wobei insbesondere die Unmöglichkeit instruktiver Interaktion und die Notwendigkeit von „Enttrivialisierung“ und „Beobachtung zweiter Ordnung“ diskutiert werden.

4. SUPERVISION ALS INSTITUTIONALISIERTE ANTWORTMÖGLICHKEIT AUF PÄDAGOGISCHE HANDLUNGSPROBLEME: Das Kapitel stellt Supervision als professionelles Medium vor, um durch Reflexion und Mehrperspektivität den pädagogischen Handlungsalltag konstruktivistisch zu begleiten.

5. SCHLUSS: Im Fazit wird die Bedeutung einer intersubjektiven, konstruktivistischen Perspektive für die Reflexionsnotwendigkeit pädagogischen Handelns zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Pädagogik, Autopoiese, Strukturelle Kopplung, Pädagogisches Handeln, Supervision, Beobachtung zweiter Ordnung, Interaktion, Wirklichkeitskonstruktion, Systemtheorie, Reflexion, Viabilität, Enttrivialisierung, Selbstreferenz, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz des Konstruktivismus für die pädagogische Praxis und argumentiert, dass konstruktivistische Perspektiven essenzielle Impulse für ein neues Verständnis von pädagogischem Handeln liefern können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die erkenntnistheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus, die systemtheoretische Analyse pädagogischer Interaktionen sowie die Etablierung von Supervision als Reflexionsinstrument.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Argument zu entkräften, der Konstruktivismus sei für die Praxis irrelevant, und stattdessen aufzuzeigen, wie Pädagogen konstruktivistische Erkenntnisse für ihr Handeln produktiv nutzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf der Auseinandersetzung mit systemtheoretischen und konstruktivistischen Fachliteraturen basiert, um die pädagogische Handlungspraxis theoretisch neu zu konzipieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systemtheoretischen Neudefinition von pädagogischem Handeln, der Problematik von Ursache-Wirkungs-Modellen in der Erziehung sowie konkreten Handlungsperspektiven wie der "Enttrivialisierung" und der Beobachtung zweiter Ordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Konstruktivismus, Pädagogik, Autopoiese, Supervision und Systemtheorie.

Was versteht die Arbeit unter dem „Technologiedefizit“ der Pädagogik?

Das Technologiedefizit beschreibt die Erkenntnis, dass pädagogische Erfolge nicht durch stringente technologische Steuerungsmodelle garantiert werden können, da Klienten autopoietische Systeme sind, die nicht extern determiniert werden können.

Wie kann Supervision dem pädagogisch Handelnden helfen?

Supervision ermöglicht es dem Pädagogen, eine Beobachtung zweiter Ordnung einzunehmen, um das eigene Handeln, die eigenen Vorurteile und die Konstruktionsprozesse in der pädagogischen Situation zu reflektieren und somit die Handlungsfähigkeit unter Unsicherheit zu erhöhen.

Excerpt out of 48 pages  - scroll top

Details

Title
Die Relevanz des Konstruktivismus für das pädagogisches Handeln. Dargestellt an der Supervision im sozialpädagogischen Kontext
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1
Author
Manuel Kappernagel (Author)
Publication Year
2003
Pages
48
Catalog Number
V52841
ISBN (eBook)
9783638484428
ISBN (Book)
9783656799900
Language
German
Tags
Konstruktivismus Pädagogisches Handeln Konstruktivistische Annahmen Relevanz Handeln Dargestellt Supervision Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Kappernagel (Author), 2003, Die Relevanz des Konstruktivismus für das pädagogisches Handeln. Dargestellt an der Supervision im sozialpädagogischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52841
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  48  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint