Beispiele aus der frühen Adressatenforschung. Was bedeutet die für Teilnehmerorientierung/-befragung


Hausarbeit, 2005

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Teilnehmerorientierung in der Erwachsenenbildung

3. Beispiele aus der frühen Adressatenforschung
3.1. Studie 1: „Bildungsinteresse in den einzelnen Berufen“
3.2. Studie 2: „Sozialpsychologie des Volkshochschulhörers“
3.3. Studie 3: „Geistige Gestalt des marxistischen Arbeiters“

4. Relevanz für Teilnehmerorientierung/ befragung
4.1 Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse
4.2. Konsequenzen für Teilnehmerorientierung

5. Schlussbemerkung

1. Einleitung

„Der Verdacht liegt nahe, und er wird gelegentlich auch ausgesprochen, dass hier nicht anderes als das Eigeninteresse der Professionellen am Werke ist.“[1]

Dieses Zitat von Hans Tietgens bezieht sich auf das Bildungsverständnis aus der Zeit der Weimarer Republik, dem Beginn der Adressatenforschung. Mit Sicherheit wird hier ein verkürztes, pessimistisch geprägtes Bildungsverständnis wiedergegeben. Dennoch spiegelt es den damaligen Zeitgeist wieder und kann als roter Faden durch diese Ausarbeitung mitbedacht werden.

Diese Ausarbeitung soll kein Verlaufsprotokoll darstellen, sondern macht sich vielmehr zur Aufgabe aufgrund eines historischen Rückblicks durch drei exemplarische Studien den Begriff der Teilnehmerorientierung in seiner Bedeutung näher zu durchleuchten.

Vorab wird dazu in Kapitel zwei auf die Relevanz von Teilnehmerorientierung als Methode der Erwachsenenbildung eingegangen und abschließend eine aktuelle Begriffsbestimmung von Teilnehmerorientierung vorgestellt. Dies ermöglicht ein breites und allgemeines Verständnis von dem, zumeist selbstverständlich, aber nur selten einhellig, interpretierten Begriffs der Teilnehmerorientierung. In Kapitel drei werden drei verschiedene Studien aus der frühen Adressatenforschung vorgestellt. Deren Kernaussagen werden in ihrem wesentlichen Zusammenhang dargestellt.

Der Rückblick auf die Anfänge der Adressatenforschung verdeutlicht die Vielschichtigkeit des Begriffes der Teilnehmerorientierung. Innerhalb der Erwachsenenbildung gilt Teilnehmerorientierung als methodisch-didaktische Maxime. Die Diskrepanz zwischen dem Stellenwert, der dem Teilnehmenden im Weiterbildungsprozess zugesprochen wird und der Sichtweise derer, die Weiterbildung organisieren, stellt ein altes wie aktuelles Problem dar und wird in Kapitel vier, in Bezugnahme auf die Erkenntnisse aus den drei Studien, abschließend skizziert.[2]

Es wird sich zeigen, dass sich die didaktische Methode der Teilnehmerorientierung gewandelt hat und auch für die künftige Erwachsenenbildung ein zentrales pädagogisches Prinzip bleibt.

2. Teilnehmerorientierung in der Erwachsenenbildung

Innerhalb der Erwachsenenbildung stellt die Erkenntnisgewinnung über Teilnahme bzw. Nichtteilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen und deren zugrunde liegenden Motivationen, sowie der individuellen Lebenslage, ein spannendes, sich ständig wandelndes, Forschungsfeld dar.

Dabei bildet die Didaktik den zentralen Kern der Bildungsarbeit. Didaktik innerhalb der Erwachsenenbildung wird als „Vermittlung zwischen Sachlogik des Inhalts und der Psychologik des / der Lernenden[3] “ verstanden. Differenzierter betrachtet, ergeben sich hierbei zwei unterschiedliche Handlungsebenen; die mikrodidaktische und die makrodidaktische Ebene. Während der makrodidaktische Ansatz eher in der bildungspolitischen Ebene Verwendung findet, dient der mikrodidaktische Ansatz der konkreten, individuellen Planung einzelner Veranstaltungen. Eine Dualität aus beiden Ebenen stellt eine sinnvolle Methode dar, um vorab den Weiterbildungsbedarf der Adressaten zu erforschen und darauf aufbauend, die unterprivilegierten Gruppen den Weiterbildungsangeboten näher zu bringen.

Generell ist zwischen den Forschungssträngen der Adressatenforschung, der Zielgruppenorientierung und der Teilnehmerforschung zu unterscheiden;[4] im weiteren Verlauf steht der frühe Ansatz der Adressatenforschung im Vordergrund.

Vorab wird in diesem Kapitel eine allgemeine Definition des Begriffes Teilnehmerorientierung vorgestellt. Dies soll ein universelles Verständnis für den weiteren Verlauf ermöglichen.

Unter Teilnehmerorientierung oder Adressatenorientierung wird im Allgemeinen verstanden, dass die Durchführung und Planung von Veranstaltungen an den Bedürfnissen, Kenntnissen und Erfahrungen der Teilnehmer ausgerichtet ist. Dabei werden auch die jeweiligen individuellen Lebenszusammenhänge der Teilnehmer berücksichtigt. Demnach wird die Entwicklung und Selbstverwirklichung des Einzelnen angestrebt. Dazu wird eine aktive Beteiligung der Teilnehmer vorausgesetzt.

[...]


[1] vgl. Tietgens, Hans; Teilnehmerorientierung in Vergangenheit und Gegenwart, Frankfurt 1983, S.8

[2] vgl. Tietgens, Hans; Teilnehmerorientierung in Vergangenheit und Gegenwart, Frankfurt 1983, S.5-8

[3] vgl. Reich, Jutta/ Tippelt, Rudolf; Gestaltung didaktischer Handlungsfelder im Kontext der Milieuforschung. In: Hessische Blätter für Volksbildung, 1/2004, S.23-36

[4] vgl. Zeuner, Christine; Von der unbekannten Adressatin zum `Teilnehmer als Konstrukt`: Teilnehmerforschung in der Erwachsenenbildung. In:Derichs-Kunstmann, Karin/ Faulstich, Peter/ Wittpoth, Jürgen (Hg.): Politik, Disziplin und Profession in der Erwachsenenbildung. (Reihe ´Beiheft zum Report` Bielefeld 1999 S.159

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Beispiele aus der frühen Adressatenforschung. Was bedeutet die für Teilnehmerorientierung/-befragung
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Befunde der Adressaten- und Milieuforschung und Probleme für Teilnehmerorientierung.
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V52934
ISBN (eBook)
9783638485104
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beispiele, Adressatenforschung, Teilnehmerorientierung/-befragung, Befunde, Adressaten-, Milieuforschung, Probleme, Teilnehmerorientierung
Arbeit zitieren
Christian Fritsch (Autor), 2005, Beispiele aus der frühen Adressatenforschung. Was bedeutet die für Teilnehmerorientierung/-befragung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52934

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