Thema der Unterweisung: Herstellung eines einfachen gebogenen Halteelementes.
Lernziele: Die Auszubildende erstellt selbständig ein einfaches gebogenes Halteelement; Sie lernt den Umgang mit dem Draht; Sie lernt den Umgang mit den verschiedenen Zangen; Sie lernt die Anforderungen, die an eine gebogene
Klammer gestellt werden; Verletzungsgefahren im Umgang mit Draht und Zangen
werden ihr bewusst.
Inhaltsverzeichnis
1. Stufe: Vorbereiten
2. Stufe: Vormachen und Erklären
3. Stufe: Nachmachen und Erklären lassen
4. Stufe: Selbständig anwenden
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterweisung ist die Vermittlung der praktischen Fertigkeiten zur eigenständigen Herstellung eines einfachen, gebogenen Halteelementes für einen provisorischen Zahnersatz, wobei gleichzeitig ein sicherheitsbewusster Umgang mit Draht und zahntechnischen Zangen geschult wird.
- Vermittlung der 4-Stufen-Methode in der zahntechnischen Ausbildung
- Methodische Anleitung zur Drahtbearbeitung für Halteelemente
- Korrektes Biegen von Klammerarmen und Retentionsteilen
- Qualitätskontrolle und Bewertung der gefertigten Arbeit
- Arbeitssicherheit und Materialkunde in der Zahntechnik
Auszug aus dem Buch
2. Stufe: Vormachen und Erklären
Abtrennen des benötigten Drahtes von der Rolle: Die gewünschte Drahtlänge von der Rolle wickeln und mit dem Seitenschneider abtrennen. Um ein Drahtstück in passender Länge zu erhalten, aus dem die Klammer gebogen wird.
Begradigen des Drahtes: Das eine Ende des Drahtes wird mit der Flachzange gehalten, mit der anderen Hand wird der Draht in eine gerade Form gezogen. Der Draht wird begradigt, um eine ebene Ausgangsform des Drahtes zu erhalten und so eine gleichmässige Klammer biegen zu können.
Biegen des Klammerarmes: Das eine Ende des Drahtes wird um die runde Backe der Angle-Zange gebogen, bis es dem angezeichneten Klammerverlauf vollständig folgt. Der Biegefortschritt wird durch Anlegen des Drahtanteiles am Klammerzahn überprüft, überflüssige Drahtanteile werden mit dem Seitenschneider unter dem Tisch vom Körper weg abgetrennt. Der Draht wird entsprechend der geplanten Klammerverlaufslinie angebogen, um ein sichere Verankerung des Zahnersatzes, sowie eine größtmögliche Rotationssicherung des Klammerzahnes durch den Klammerarm zu erreichen.
Biegen der Klammerschulter und des Übergangs zum Retentionsteil: Die Angle-Zange wird am Ende des Klammerarmes angelegt, der Draht wird um 180° um die runde Backe gebogen. Die Zange wird im 90°-Winkel an der Klammerschulter angelegt und das freie Ende wird über die runde Backe um 90° in Richtung distal gebogen. Der Übergang wird auf ausreichenden Abstand zum Parodont überprüft und ggf. korrigiert. Der Draht wird an den distalen Anteil des Zahnes angebogen, um eine Klammerschulter anzufertigen, die in sagittaler Richtung auftretende Kräfte kompensiert. Zudem wird ein Übergang in den Retentionsteil geschaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Stufe: Vorbereiten: Dieser Abschnitt beschreibt die pädagogische Vorbereitung, die Schaffung einer Lernatmosphäre, die Problemstellung und die Belehrung über Sicherheitsaspekte.
2. Stufe: Vormachen und Erklären: Hier werden die einzelnen Arbeitsschritte des Drahtbiegens mit den entsprechenden Kernpunkten und Begründungen systematisch dargestellt.
3. Stufe: Nachmachen und Erklären lassen: In dieser Phase wiederholt die Auszubildende das Gelernte unter Anleitung, wobei das Verständnis der Arbeitsschritte im Fokus steht.
4. Stufe: Selbständig anwenden: Das letzte Kapitel behandelt die Vertiefung der Kenntnisse durch die Anwendung an einem neuen Patientenfall mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad.
Schlüsselwörter
Zahntechnik, Unterweisung, 4-Stufen-Methode, Halteelement, Drahtbiegen, Flachzange, Angle-Zange, Adererzange, Retentionsteil, Klammerarm, Prothetik, Ausbildung, Arbeitssicherheit, Zahnmodell, Patientenfall
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterweisung grundsätzlich?
Es geht um die praktische Vermittlung der Herstellung eines einfachen, gebogenen Halteelementes für einen provisorischen Zahnersatz innerhalb der zahntechnischen Ausbildung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit umfasst die Vorbereitung von Material und Werkzeug, die praktische Anwendung verschiedener Zangentypen beim Drahtbiegen sowie die Qualitätskontrolle des Endergebnisses.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Befähigung der Auszubildenden, selbständig und sicher Halteelemente zu biegen, die zur Verankerung von partiellem Zahnersatz dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Unterweisung stützt sich auf die bewährte 4-Stufen-Methode der berufspädagogischen Ausbildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Anleitung des Drahtbiegens, von der Vorbereitung des Drahtes über die Formung des Klammerarms bis hin zur Gestaltung des Retentionsteils.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zahntechnik, 4-Stufen-Methode, Drahtbiegen, Klammerarm, Retentionsteil, Arbeitssicherheit und Ausbildung sind die prägenden Begriffe.
Welche spezifische Zange wird für den Klammerarm verwendet?
Für die Biegung des Klammerarms kommt die Drahtbiegezange nach Angle zum Einsatz, da deren runde Backe die präzise Anpassung an den Klammerverlauf ermöglicht.
Warum ist der Abstand zur Gingiva beim Retentionsteil so wichtig?
Der Abstand ist notwendig, damit das Retentionsteil vollständig vom Kunststoffkörper der Prothese umschlossen werden kann, ohne das umliegende Parodont durch Druck zu reizen.
- Citation du texte
- Taro Hähnlein (Auteur), 2006, Herstellung eines einfachen gebogenen Halteelements (Unterweisung Zahntechniker / -in), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52949