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Fragen von Leben und Tod. Legalisierung der Sterbehilfe in den Niederlanden

Title: Fragen von Leben und Tod. Legalisierung der Sterbehilfe in den Niederlanden

Seminar Paper , 2005 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Steffi Ebeling (Author)

Sociology - Old Age
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Der Tod stellt seit jeher eine unabdingbare Tatsache des Lebens, doch hat sich im Hinblick auf Sterben und Sterbebegleitung gerade in den letzten Jahrzehnten in Deutschland, wie auch anderen Ländern, sehr viel verändert. Hier rückt vor allem der zunehmende Einsatz modernster Technik in den Vordergrund und bringt einschneidende Veränderungen im Bezug auf den persönlichen Sterbeprozess und die Sterbekultur der Gesellschaften mit sich. Trägt der medizinische Fortschritt vielerlei Vorteile, wie ein hohes Maß an Gesundheit und Versorgung der Bevölkerung in sich, so verbergen sich auch hier Nachteile.[...]

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Sterbehilfe in verschiedener Hinsicht, vor allem aber soll ein Vergleich zur Rechtslage in Deutschland mit den herrschenden Regelungen in den Niederlanden hergestellt werden. Die Frage die sich hierbei stellt, ist, ob das Modell der Niederlande als Vorlage für eine Legalisierung der Sterbehilfe in der Bundesrepublik Deutschland dienen kann und welche Herausforderungen sich hierbei stellen. Hierzu soll zunächst der Zusammenhang zur Gesundheitspolitik und – Wissenschaft kurz beleuchtet werden. Darauf folgt eine Differenzierung des Sterbehilfebegriffes anhand der verschiedenen Einteilungen. Im Anschluss daran zeige ich die kulturellen Hintergründe der einzelnen Länder, sowie die vorliegende Rechtslage auf. Daran anschließend gehe ich auf sich stellende ethische Kontroversen ein und gebe einen kurzen Einblick in den medizinischen, sowie pflegerischen Alltag bzw. Umgang mit der Sterbehilfe, wobei hier vor allem auf die Hospizarbeit und die Grundsätze der Bundesärztekammer zur Sterbebegleitung1 sowie der KNMG2 zum Thema Sterbehilfe verwiesen wird. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit mit dem Versuch die anfangs gestellte Frage zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verbindung zu Gesundheitswesen und zur Gesundheitspolitik

3. Was ist Sterbehilfe?

3.1. historische Bezüge

3.2. Formen der Sterbehilfe

3.2.1. Passive Sterbehilfe

3.2.2. Indirekte Sterbehilfe

3.2.3. Aktive Sterbehilfe

3.2.4. Tötung auf Verlangen / Beihilfe zum Suizid

4. Kulturelle Hintergründe

4.1. Niederlande

4.2. Bundesrepublik Deutschland

5. Zur Rechtslage

5.1. Die Rechtslage in den Niederlanden

5.2. Die Rechtslage in Deutschland

5.3. Das Patiententestament

6. Ethische Kontroversen

6.1. Medizinische Standesethik

6.2. Christliche Ethik

7. Hospize / Palliativmedizin

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Legalisierung der Sterbehilfe vor dem Hintergrund gesundheitspolitischer und ethischer Diskurse, wobei insbesondere der Vergleich zwischen der niederländischen Gesetzgebung und der Rechtslage in Deutschland im Fokus steht. Ziel ist es zu analysieren, ob das niederländische Modell als Vorbild für eine gesetzliche Regelung in der Bundesrepublik dienen kann und welche kulturellen sowie historischen Herausforderungen einer solchen Adaption entgegenstehen.

  • Historische Einordnung und Begriffsdefinitionen der Sterbehilfe
  • Kulturelle und historische Diskrepanzen zwischen den Niederlanden und Deutschland
  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Rolle des Patiententestaments
  • Ethische Kontroversen um ärztliche Standesethik und christliche Positionen
  • Die Rolle von Palliativmedizin und Hospizarbeit als Alternative

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Passive Sterbehilfe

Bei der passiven Sterbehilfe geht es darum, therapeutische Maßnahmen entweder nicht weiter über das bisherige Maß der Anwendung zu steigern, wenn diese den Sterbeprozess nur unnötig verlängern oder aufhalten, ohne ihn mit Gewissheit ändern zu können, oder aber gar nicht erst einzusetzen. In der „aktiven“ Variante der passiven Sterbehilfe geht es um die Frage der Einschränkung oder gar des Abbruches der Therapie bei den oben genannten Anzeichen. Die Frage die sich hierbei allerdings stellt, ist, ob der Sterbeprozess des Patienten bald beginnen muss oder aber auch von passiver Sterbehilfe gesprochen werden kann, wenn lediglich Therapiebegrenzungsmaßnahmen bei Patienten vorgenommen werden, bei denen die Prognose einer Genesung sehr schlecht steht.

„Der schicksalhafte, natürliche Sterbeprozess soll seinen Lauf nehmen können und nicht technisch überfremdet, nicht von außen her durch medizintechnische Maßnahmen überlagert werden“

Die Bundesärztekammer hat in ihren Richtlinien zur Sterbebegleitung von 1998 die passive Sterbehilfe bei Patienten mit unausweichlich tödlicher Prognose für zulässig erklärt, „wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist und eine lebenserhaltende Behandlung nur Leiden verlängert.“ Ebenso betont Kreß, das die passive Sterbehilfe nicht nur zulässig, sondern auch geboten ist. Er sieht hierbei zudem eine deutliche Abgrenzung von der in der Bundesrepublik Deutschland untersagten aktiven Sterbehilfe, auch wenn Handlungen innerhalb der passiven Sterbehilfe in eine aktive übertragen werden könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die zunehmende Relevanz des Themas Sterbehilfe im Kontext moderner Medizintechnik und des Kostendrucks im Gesundheitswesen.

2. Verbindung zu Gesundheitswesen und zur Gesundheitspolitik: Hier wird dargelegt, wie die Sterbehilfe zunehmend in den öffentlichen Bereich von Krankenhäusern verlagert wurde und mit gesundheitspolitischen Kostenfragen korreliert.

3. Was ist Sterbehilfe?: Dieses Kapitel differenziert historisch und terminologisch zwischen passiver, indirekter und aktiver Sterbehilfe sowie Tötung auf Verlangen.

4. Kulturelle Hintergründe: Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Traditionen und historischen Prägungen der Niederlande und Deutschlands werden als Kontext für die jeweilige Debatte analysiert.

5. Zur Rechtslage: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der gesetzlichen Situation in den Niederlanden und Deutschland, inklusive der Bedeutung von Patientenverfügungen.

6. Ethische Kontroversen: Das Kapitel diskutiert medizinische und christliche Einwände gegen die Sterbehilfe sowie die Gefahr eines Dammbruchs.

7. Hospize / Palliativmedizin: Die Hospizarbeit wird als menschliche, ganzheitliche Alternative zur Sterbehilfe vorgestellt, die das Sterben wieder ins soziale Umfeld integriert.

8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das niederländische Modell zwar als Impulsgeber dienen kann, eine Übertragung auf Deutschland jedoch aufgrund der spezifischen historischen Last und mangelnder gesellschaftlicher Diskussionskultur äußerst komplex bleibt.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Euthanasie, Niederlande, Deutschland, Sterbebegleitung, Patiententestament, Palliativmedizin, Hospizarbeit, Lebensbeendigung, Medizinethik, Gesetzgebung, Patientenrechte, Sterbekultur, ärztliche Pflichten, Menschenwürde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die moralischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Debatten rund um die Sterbehilfe und vergleicht das niederländische Legalisierungsmodell mit der Situation in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Begriffsbestimmung der Sterbehilfe, der kulturelle Vergleich, die aktuelle Rechtslage sowie ethische Positionen aus medizinischer und christlicher Sicht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob das in den Niederlanden praktizierte Modell der legalen Sterbehilfe als Vorlage für eine entsprechende Gesetzgebung in Deutschland dienen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, um ethische Konzepte, rechtliche Texte und fachwissenschaftliche Stellungnahmen der Bundesärztekammer und anderer Institutionen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Differenzierung der Sterbehilfe-Formen, einen Vergleich der nationalen Rechtslagen, ethische Kontroversen sowie die Rolle der Hospizbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sterbehilfe, Euthanasie, Niederlande, Deutschland, Patientenverfügung, medizinische Standesethik und Hospizarbeit.

Warum spielt der Nationalsozialismus eine Rolle in der deutschen Debatte?

Die historischen Gräueltaten während dieser Zeit prägen das deutsche Bewusstsein und führen zu einer vorsichtigen, tabuisierten Haltung gegenüber der aktiven Sterbehilfe, um eine missbräuchliche Ausweitung zu verhindern.

Welche Funktion haben die regionalen Kontrollkommissionen in den Niederlanden?

Diese Kommissionen prüfen, ob Ärzte bei der Durchführung aktiver Sterbehilfe die gesetzlich festgelegten Sorgfaltskriterien eingehalten haben, um eine rechtliche Absicherung zu gewährleisten.

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Details

Title
Fragen von Leben und Tod. Legalisierung der Sterbehilfe in den Niederlanden
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Ansätze der Medizin- und Gesundheitssoziologie
Grade
2,0
Author
Steffi Ebeling (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V52976
ISBN (eBook)
9783638485463
ISBN (Book)
9783638662475
Language
German
Tags
Fragen Leben Legalisierung Sterbehilfe Niederlanden Ansätze Medizin- Gesundheitssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffi Ebeling (Author), 2005, Fragen von Leben und Tod. Legalisierung der Sterbehilfe in den Niederlanden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52976
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