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Das Theater im Dritten Reich. Theater zwischen Propaganda, Zensur und Kultur

Title: Das Theater im Dritten Reich. Theater zwischen Propaganda, Zensur und Kultur

Seminar Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andrea Staub (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Hitler glaubte, überall »Keime« zu entdecken, die den »Beginn von Wucherungen verursachen«, »an denen unsere Kultur früher oder später zugrunde gehen müsse«.“ Des Weiteren sollte die »kulturelle Mission« des Theaters gefördert und zur »öffentlichen Aufgabe« gemacht werden. Diese sowie weitere Gedanken schrieb der spätere Diktator 1924 auf der Festung Landsberg am Lech nieder und nannte sie den „ersten Band seiner Bekenntnis- und Programmschrift „Mein Kampf“. Die Nationalsozialisten versprachen, die Aufgabe zu lösen, sobald sie die Macht dazu hätten.
Inwieweit diese Aufgabe gelöst und die »Keime« erstickt wurden und vor allem die Frage nach den zu lösenden Aufgaben, soll die vorliegende Arbeit klären und aufzeigen.„Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ , die „Dienststelle Rosenberg“ sowie „Die Reichstheaterkammer“ soll zum Verständnis der ausgeklügelten Taktik der NS - Funktionäre beitragen und aufzeigen unter welchen Bedingungen und anhand welcher Mittel das Theater unterworfen und gefügig gemacht wurde. Wichtig zu bemerken ist hier, dass anhand dieser Arbeit nicht auf alle Kontroll- und Lenkungs- Institutionen- und Organisationen eingegangen werden kann, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Dieser Gliederungspunkt stellt dementsprechend einen kleinen Überblick über vier wichtige Neugründungen dar, wobei hier auch lediglich auf die wichtigsten Daten und Fakten Bezug genommen wird.
Des Weiteren soll die Analyse der nationalsozialistischen Spielplanstruktur klären, inwieweit das Theater zum politischen Werkzeug gemacht und ob es wirklich nur Teil der Propagandamaschinerie oder Kultur an sich war. Auch hier bitte ich zur Kenntnis zu nehmen, dass innerhalb dieser Ausführungen nur die signifikantesten Veränderungen betrachtet werden, da für diesen Abschnitt das Gleiche gilt wie für den vorigen. Der letzte von mir bearbeitete Punkt „Die kulturelle Isolation der Juden“ widmet sich den tragischsten Figuren dieser Epoche. Auch dieser Teil soll beweisen, wie groß der Einfluss der Nazis auf das kulturelle Leben und wie leicht der Ausschluss einer gesamten Bevölkerungsgruppe aus eben diesem kulturellen Leben war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Das Deutsche Theater vor 1933

3. Die Machtergreifung

4.Die Machtergreifung des Theater

5. Kontrolle, Steuerung und Organisation des deutschen Theaters

6. Spielplanstrukturanalyse

7. Die kulturelle Isolation der Juden

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das deutsche Theater während des Nationalsozialismus systematisch gleichgeschaltet und als politisches Instrument instrumentalisiert wurde, wobei der Fokus insbesondere auf den strukturellen Umbrüchen und der Marginalisierung jüdischer Kulturschaffender liegt.

  • Historische Analyse der Theatersituation vor und nach der Machtergreifung 1933
  • Untersuchung der nationalsozialistischen Kontroll- und Lenkungsapparate
  • Analyse der Transformation der Spielplanstrukturen unter NS-Ideologie
  • Dokumentation der systematischen kulturellen Ausgrenzung jüdischer Künstler
  • Bewertung des Theaters als Propagandamedium im totalitären Staat

Auszug aus dem Buch

Die Machtergreifung des Theaters

Nachdem sich Hitler, wie zuvor genannt, bereits 1924 zum Theater sowie dessen Situation äußerte, verwunderte es nicht, dass auch die Theater im deutschen Reichsgebiet Teil dieses politischen Machtergreifungs- und Gleichschaltungsprozesses wurden.

Die nationalsozialistische Führung bezweckte hierbei zwei große Ziele: Zum Einen sollte die Institution Theater den Zwecken politischer und weltanschaulicher Indoktrination unterworfen und dienstbar gemacht werden. Zum Anderen galt es diese Maßnahmen in einen ideologischen Säuberungsprozess einzubinden, durch den alle Regimegegner oder „rassistisch gebrandmarkten Persönlichkeiten“ aus ihren Ämtern und Funktionen vertrieben werden sollten. Deshalb waren Entlassungen und Personalwechsel bereits weniger als zwei Monate nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler an der Tagesordnung.

Dies betraf zunächst die Staats – und Stadttheater sowie die Landesbühnen und vorerst lediglich wenige der zahlreichen Privattheater und geschah oft spontan und im Zusammenhang mit der Eroberung der kommunalen und Länder – Machtpositionen. Die Hissung der Hakenkreuzfahne wurde hierbei mehrfach auf die Intendantensessel angewendet und markierte gleichzeitig den Umschwung des Theaterwesens und die Eroberung der Institution selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung.: Einführung in die Thematik der Theaterentwicklung zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Zeit sowie Darlegung der Forschungsabsicht.

2. Das Deutsche Theater vor 1933: Analyse der wirtschaftlichen Krisen und politischen Rahmenbedingungen, die das deutsche Theatersystem vor der nationalsozialistischen Machtübernahme belasteten.

3. Die Machtergreifung: Überblick über den schnellen politischen Umbau Deutschlands nach 1933 und den Beginn der staatlichen Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche.

4.Die Machtergreifung des Theater: Untersuchung der unmittelbaren Maßnahmen zur ideologischen Unterwerfung des Theaterwesens und der massiven Entlassungswelle.

5. Kontrolle, Steuerung und Organisation des deutschen Theaters: Detaillierte Darstellung der neu geschaffenen Lenkungsapparate wie des RMVP und der Reichstheaterkammer zur totalitären Überwachung.

6. Spielplanstrukturanalyse: Untersuchung der Zensurmaßnahmen und der inhaltlichen Transformation der Spielpläne hin zur NS-Ideologie.

7. Die kulturelle Isolation der Juden: Dokumentation der systematischen Verdrängung jüdischer Künstler und der Gründung des jüdischen Kulturbundes unter totalitärer Überwachung.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Theaters als Propagandainstrument und massenmediales Werkzeug des NS-Regimes.

Schlüsselwörter

Theater im Nationalsozialismus, Gleichschaltung, NS-Propaganda, Reichstheaterkammer, Spielplanpolitik, Antisemitismus, Jüdischer Kulturbund, Indoktrination, Machtergreifung, Kulturpolitik, Zensur, Ideologie, Theatergeschichte, totalitärer Staat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des deutschen Theaters nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Gleichschaltung, der Zensur der Spielpläne sowie der systematischen Ausgrenzung jüdischer Künstler.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie schnell und radikal das Theater in ein politisches Werkzeug der nationalsozialistischen Propaganda umgewandelt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin nutzt eine historische Analyse von Fachliteratur und Zeitzeugnissen, um die kulturpolitischen Veränderungen dieser Epoche zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Machtergreifung, den Aufbau der Kontrollbehörden, die inhaltliche Umgestaltung der Spielpläne und die kulturelle Isolation der jüdischen Bevölkerung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Begriffe wie Gleichschaltung, NS-Propaganda, Zensur, Reichstheaterkammer und kulturelle Isolation bilden den Kern der terminologischen Untersuchung.

Welche Rolle spielte der Preußische Theaterausschuß konkret?

Der Ausschuss diente dazu, Intendanten zu überwachen und jene zu entfernen, die nicht ideologiekonform oder jüdischer Abstammung waren.

Warum war das Theater für die Nationalsozialisten so wichtig?

Da das Theater das zur damaligen Zeit bedeutendste Massenmedium war, diente es als ideale Plattform zur Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie und zur Unterhaltung des Volkes.

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Details

Title
Das Theater im Dritten Reich. Theater zwischen Propaganda, Zensur und Kultur
College
University of Erfurt  (Literaturwissenschaften)
Course
Der Herrscherkult und seine Zeremonienmeister
Grade
1,7
Author
Andrea Staub (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V52981
ISBN (eBook)
9783638485494
ISBN (Book)
9783638726979
Language
German
Tags
Theater Dritten Reich Theater Propaganda Zensur Kultur Herrscherkult Zeremonienmeister
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Staub (Author), 2006, Das Theater im Dritten Reich. Theater zwischen Propaganda, Zensur und Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52981
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