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Kommentar zu Jürgen Habermas "Die postnationale Konstellation"

Title: Kommentar zu Jürgen Habermas "Die postnationale Konstellation"

Literature Review , 1999 , 6 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Pauwels (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Versuch dieses Kommentars soll sein, zwei Theorien von Habermas in Bezug zu setzen. Zum einen die des kommunikativen Handelns und zum anderen die einer postnationalen Konstellation und der Zukunft der Demokratie. Funktioniert das System einer deliberativen Politik eines Nationalstaates auch über die Grenzen eines staatlichen Territoriums hinaus, und wie legitimiert sich eine solche internationale Politik? Wie und bei welchen Staaten lassen sich eventuelle Ansätze für eine Verständigung und einen normativen Konsens finden? Aus dem Essay über die postnationale Konstellation soll hierbei das nationalstaatliche Öffnungs- und Schließungsprinzip untersucht werden und im Anschluß die Frage gestellt werden, ob sich die Normfindung für eine postnationale Konstellation an der Theorie des kommunikativen Handelns anlehnen läßt und ob es möglich ist über eine adäquat vollzogene Demokratie - oder auch andere Herrschaftsformen – die Individuen und ihre Regierung zur Öffnung für überstaatliche Institutionen und Regelungsgremien zu gewinnen.
Die Probleme des Nationalstaates mit der fortschreitenden Globalisierung, im wichtigsten Punkt die der Ökonomie, sind spiralförmig.
a) Speziell in der Bundesrepublik wird die fiskalische Grundlage der Sozialpolitik immer schmaler.
b) Dem Nationalstaat fehlt die Fähigkeit zur wirtschaftlichen Makrosteuerung.

Folge: Der Staat hat Probleme sich zu legitimieren. Sein Handlungsspielraum wird zunehmend eingeschränkt und dies verunsichert folglich die kollektive Identität und läßt die Integrationskraft im Nationalstaat sinken.
Politische Maßnahmen, dem zu begegnen, bestehen in diesem Fall aus einer a), gezielten Schließung und einer b), bewußten Öffnung der Grenzen.
zu a) defensive Rhetorik: Die Schließung der Schleusen beruht auf dem politischen Willen den Staat zu schützen, in erster Linie vor von außen eingebrachten Waffen, Drogen, Kapital, Immigranten und Flüchtlingen.
zu b) offensive Rhetorik: Die liberale Variante der Öffnung muß politisch bzw. weltpolitisch geregelt werden, denn nur eine transnationale Politik kann den global vorhandenen Netzwerken begegnen. Darüber hinaus muß sich eine solche Handhabung der Politik legitimieren können und dies kann sie nicht allein über ein Kriterium wie das der Ökonomie.
„Die Dynamik des Öffnungs- und Schließungsprozesses erweitert die Horizonte der Lebenswelt, die Maschen der sozialen Integration, die Spielräume differentieller Lebensentwürfe und die individuellen Lebensentwürfe.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Krise des Nationalstaats in der Globalisierung

2.1 Defensive Rhetorik

2.2 Offensive Rhetorik

3. Integrationswege der Öffnung und Schließung

3.1 Die funktionale Integration

3.2 Die soziale Integration

4. Anforderungen an die postnationale Konstellation

5. Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns im überstaatlichen Kontext

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Theorien des kommunikativen Handelns und der postnationalen Konstellation von Jürgen Habermas miteinander in Beziehung zu setzen, um zu untersuchen, ob deliberative Politik auch über nationalstaatliche Grenzen hinaus legitimierbar ist und wie soziale sowie funktionale Integration in einer globalisierten Welt gelingen kann.

  • Analyse des nationalstaatlichen Öffnungs- und Schließungsprinzips
  • Herausforderungen der Globalisierung für die staatliche Legitimation
  • Unterscheidung zwischen funktionaler und sozialer Integration
  • Anwendung der Theorie des kommunikativen Handelns auf transnationale Räume
  • Bedeutung der deliberativen Normfindung für zukünftige politische Konstellationen

Auszug aus dem Buch

Die Dynamik des Öffnungs- und Schließungsprozesses

„Die Dynamik des Öffnungs- und Schließungsprozesses erweitert die Horizonte der Lebenswelt, die Maschen der sozialen Integration, die Spielräume differentieller Lebensentwürfe und die individuellen Lebensentwürfe.“ (Jürgen Habermas. Die postnationale Konstellation. Politische Essays. Suhrkamp. Frankfurt a. M.. 1998)

Habermas unterscheidet bei dem Prozeß der Öffnung und Schließung zwei Integrationswege, die dennoch gemeinsam ablaufen.

1. Die funktionale Integration

2. Die soziale Integration

Im gesellschaftlichen Handeln der Menschen spielen diese zwei Integrationswege - nebeneinander stehend - eine fundamentale Rolle für den Prozeß der subjektiven und kollektiven Horizonterweiterung. Die funktionale Integration bezieht sich auf die Netzwerke, die zwischen dezentralisierten und auch globalen Aktoren gesponnen werden.

Die andere Form der Integration, die soziale, ist bedeutungstragend für die Lebenswelt der Individuen. Individuen schließen sich zu kollektiven Lebenswelten, wenn sich in der Verständigung und in den intersubjektiv geteilten Normen eine gemeinsame Identität absehen läßt. Habermas hält in der Lebenswelt drei Dimensionen (Selbstbewußtsein/ Selbstbestimmung/ Selbstverwirklichung) für entscheidend, um eine „gesunde“ Reorganisation in der Phase der Entdifferenzierung zu erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Habermas' Theorien zum kommunikativen Handeln und zur postnationalen Konstellation die Legitimation internationaler Politik erklären können.

2. Die Krise des Nationalstaats in der Globalisierung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und fiskalischen Probleme des Nationalstaats und unterscheidet zwischen einer defensiven, schützenden Politik und einer offensiven, transnationalen Öffnung.

3. Integrationswege der Öffnung und Schließung: Hier werden die Konzepte der funktionalen Integration, basierend auf globalen Netzwerken, und der sozialen Integration, verankert in der Lebenswelt der Individuen, gegenübergestellt.

4. Anforderungen an die postnationale Konstellation: Es wird diskutiert, welche Voraussetzungen – etwa reflexive Überlieferungen und Autonomie – für eine erfolgreiche Öffnung des Nationalstaats gegenüber internationalen Regimen notwendig sind.

5. Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns im überstaatlichen Kontext: Der Autor zeigt auf, wie der herrschaftsfreie Diskurs als Modell für eine überstaatliche Normfindung dienen kann, um Individuen in einer globalen Gemeinschaft zu integrieren.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass Habermas als Vordenker neue Perspektiven bietet, weist jedoch darauf hin, dass die fehlende Konsenssubstanz in transnationalen Systemen eine Herausforderung bleibt.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, postnationale Konstellation, kommunikatives Handeln, Globalisierung, Nationalstaat, soziale Integration, funktionale Integration, Deliberation, Legitimation, Lebenswelt, Netzwerk, Demokratie, Normfindung, politische Theorie, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den politikwissenschaftlichen Theorien von Jürgen Habermas und deren Anwendung auf die moderne postnationale Konstellation im Zuge der Globalisierung.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Krise des Nationalstaats, die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Integration sowie die Rolle des Individuums und seiner Selbstbestimmung innerhalb dieser Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob die Theorie des kommunikativen Handelns dazu beitragen kann, eine internationale Politik zu legitimieren, die über rein ökonomische Kriterien hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Diskursanalyse durch, indem er zwei Hauptwerke von Habermas in einen interpretativen Bezug zueinander setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Öffnung und Schließung von Grenzen, die funktionale und soziale Integration sowie die Übertragbarkeit diskursethischer Prinzipien auf transnationale Institutionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören postnationale Konstellation, kommunikatives Handeln, Lebenswelt, soziale Integration und globale Legitimation.

Wie unterscheidet Habermas zwischen funktionaler und sozialer Integration?

Die funktionale Integration bezieht sich auf globale Netzwerke und Aktoren, während die soziale Integration in der geteilten Lebenswelt und der Identitätsbildung der Individuen wurzelt.

Warum ist laut Autor die europäische Union ein interessantes Beispiel?

Die EU dient als Fallbeispiel für eine Staatengemeinschaft, die bereits über eine gewisse Konsenssubstanz und gemeinsame Werte verfügt, jedoch die Frage offenlässt, wie dieser Erfolg global skaliert werden kann.

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Details

Title
Kommentar zu Jürgen Habermas "Die postnationale Konstellation"
College
University of Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in das Studium der Politikwissenschaft
Grade
1,0
Author
Benjamin Pauwels (Author)
Publication Year
1999
Pages
6
Catalog Number
V53031
ISBN (eBook)
9783638485906
ISBN (Book)
9783656813576
Language
German
Tags
Kommentar Jürgen Habermas Konstellation Einführung Studium Politikwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Pauwels (Author), 1999, Kommentar zu Jürgen Habermas "Die postnationale Konstellation", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53031
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