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Sterben, Tod, Trauer. Möglichkeiten des Umgangs und Thematisierung im Unterricht in der Körperbehindertenschule

Title: Sterben, Tod, Trauer. Möglichkeiten des Umgangs und Thematisierung im Unterricht in der Körperbehindertenschule

Examination Thesis , 2001 , 100 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Hoffmann (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung

"Vorher freut man sich und erhofft sich ein besonderes Vergnügen
- und jetzt ist einem abgesagt"

Wie kann und wie wird mit der Thematik Sterben, Tod und Trauer an der Schule für Körperbehinderte umgegangen? Nimmt dieses Thema auf Grund der möglicherweise vorhandenen progressiven Erkrankungen bei einigen Schülern einen größeren Raum ein als in anderen Schularten? Wie kann diese Thematik im Unterricht behandelt werden?
Wie sollte sich ein Lehrer an der Schule für Körperbehinderte verhalten, wenn in seiner Klasse ein Kind gestorben ist? Welche Besonderheiten gibt es im Verhalten und Erleben progredient erkrankter Kinder in Bezug auf Sterben und Tod? Welche Möglichkeiten hat ein Lehrer in der Begleitung dieser Kinder?
Dieses ist nur eine kleine Auswahl der Fragen, die mich bewegt haben im Rahmen meiner wissenschaftlichen Hausarbeit das Thema "Sterben, Tod und Trauer - Möglichkeiten des Umgangs und der Thematisierung im Unterricht der Schule für Körperbehinderte" zu behandeln.
Die Bedeutung der Beschäftigung mit diesem schwierigen und wie ich meine oft noch verdrängten und tabuisierten Themas liegt meines Erachtens besonders darin, dass der Umgang und die Behandlung dieses Themas mein zukünftiges Aufgabenfeld als Sonderschullehrer betreffen kann. Das bestätigt auch die durchgeführte Befragung, in der alle, bis auf einen Lehrer, schon einmal einen Todesfall in ihrer Klasse erlebt haben (Fragebogen / Frage 1-13 / 6; außer Fragebogen / Frage 6/6) . Deshalb soll dem ausführlichen Betrachten, Eingehen und Beschreiben von Sterben, Tod und Trauer einen großen Raum in dieser Arbeit eingeräumt werden.
Nur wenn man sich als Pädagoge persönlich mit diesem Thema auseinander gesetzt, eine Einstellung dazu und Möglichkeiten des Umgangs mit diesem Thema für sich gefunden hat, besteht die Möglichkeit, adäquat auf betroffene Kinder und Jugendliche einzugehen und sie zu begleiten. Dabei gibt es keine endgültigen Antworten, sondern nur Möglichkeiten und Vorschläge, welche sich immer nach den jeweiligen Menschen mit seiner Individualität und den besonderen Gegebenheiten richten.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1 Sterben

2.2 Tod

2.3 Trauer

2.4 Die Bedeutung von Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft

2.5 Schule für Körperbehinderte - Körperbehinderung - Progrediente Erkrankung

2.5.1 Die Schule für Körperbehinderte

2.5.2 Körperbehinderung

2.5.3 Progredient erkrankte Kinder und Jugendliche

3. Die Untersuchung

3.1 Ausgangspunkt und Möglichkeiten des Verfahrens

3.2. Die schriftliche Befragung - Vorgehen

3.3 Die Inhalte der Befragung

3.4 Das Ergebnis der Befragung

4. Notwendigkeit und Möglichkeit der Thematisierung von Sterben, Tod und Trauer im Unterricht der Schule für Körperbehinderte

4.1 Die Notwendigkeit der Thematisierung von Sterben, Tod und Trauer

4.2 Die Rahmenrichtlinien Sachsen-Anhalt

4.2.1 Grundschule

4.2.2 Förder- und Sekundarstufe

4.2.3 Rahmenrichtlinien für Lernbehinderte

5. Umgang und Begleitung für das sterbende Kind /den sterbenden Jugendlichen im Schulalter unter Einbeziehung seiner sozialen Umwelt

5.1 Sterben und Tod im Schulalter - Grenzsituation und Herausforderung

5.2 Zur besonderen Situation pädagogischen Handelns - Infragestellung und Handlungsansatz bei der Begegnung mit Sterben und Tod in der Schule

5.3 Zur besonderen Situation und Funktion des Sonderschullehrers in der Begegnung mit unheilbar erkrankten und sterbenden Kindern /Jugendlichen - mögliche Verhaltensansätze

5.3.1 Mögliche Probleme bei der Begleitung progredient erkrankter Schüler und Bewältigungsansätze

5.3.2 Lehrer = Sterbebegleiter?

5.4 Sterbende Kinder und Jugendliche - Situation, Erleben und Verhalten

5.4.1 Die Situation sterbender Kinder und Jugendlicher

5.4.1.1 Zum Verständnis sterbenskranker Kinder und Jugendlicher von ihrer Krankheit und ihrem Tod / Todesvorstellungen

5.4.2 Wann und wie sollte mit Kindern und Jugendlichen über die progrediente Erkrankung und den Tod gesprochen werden

5.4.2.1 Das Gespräch mit den sterbenskranken Kind oder Jugendlichen

6. Die Begleitung lebensbedrohlich erkrankter Schüler im Unterricht

6.1 Zieldimensionen der Förderung lebensbedrohlich erkrankter Kinder und Jugendlicher

6.2 Die Bedeutung des Unterrichts für progredient erkrankte Schüler

6.3 Didaktisch-methodische Aspekte und Möglichkeiten der Behandlung des Themas „Sterben, Tod und Trauer” mit progredient erkrankten Kindern und Jugendlichen

7. Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und unterrichtspraktische Umsetzung des Themas Sterben, Tod und Trauer in der Körperbehindertenschule unter besonderer Berücksichtigung progredient erkrankter Kinder und Jugendlicher

7.1 Die Kinder- und Jugendliteratur

7.1.1 Ein literarisches Beispiel: „Bis dann, Simon” von David Hill

7.1.2 Märchen

7.2 Von den Möglichkeiten der Musik

7.3 Kreatives Schreiben, Zeichnen und Modellieren - weitere Möglichkeiten im Umgang und der Thematisierung von Sterben und Tod

7.4 Das Arbeiten mit Arbeitsblättern

7.5 Religionspädagogische Aspekte und Möglichkeiten im Umgang und der Thematisierung von Sterben und Tod

8. Von der Bedeutung und den Möglichkeiten der Elternarbeit

9. Der Umgang mit einem Todesfall in der Klasse oder der Schule - Möglichkeiten des Handelns

9.1 Gibt es eine Vorbereitung auf den Tod (eines Mitschülers)?

9.2 Das Sprechen mit den Schülern beim Tod eines Mitschülers

9.3 Trauer und Trauerarbeit in der Klassengemeinschaft

9.4 Rituale - eine Möglichkeit des Umgangs und der Bewältigung von Trauer

9.4.1 Das Begräbnisritual und die Trauerfeier

9.4.2 Trauerrituale und Rituale des Gedenkens in der Klasse

10. Zusammenfassung und abschließende Bemerkung

11. Literatur

12. Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten des Umgangs mit sowie der Thematisierung von Sterben, Tod und Trauer an Schulen für Körperbehinderte. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Pädagogen auf die besondere Lebenssituation progredient erkrankter Kinder und Jugendlicher reagieren können und welche Rolle der Unterricht sowie der Lehrer bei der Sterbebegleitung und Trauerarbeit in der Schule spielen.

  • Bedeutung von Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft und in der Schule für Körperbehinderte.
  • Die psychologische und pädagogische Situation progredient erkrankter Schüler.
  • Methodische Ansätze zur Behandlung der Thematik im Unterricht (Literatur, Musik, kreatives Gestalten).
  • Der Umgang mit einem konkreten Todesfall in der Klassengemeinschaft und die Rolle von Ritualen.
  • Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern und Lehrer bei der Verarbeitung von Verlust und Sterbebegleitung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sterben

„Das Sterben ist jener Abschnitt des Lebens, der dem Tod vorausgeht; ist somit noch Teil des Lebens, der Tod gerade nicht mehr. Das Sterben ist ein prozeßhaftes Geschehen, das im Tod zu Ende kommt. Sterben bedeutet - mit Ausnahme plötzlicher Todesfälle - eine langsame Abnahme der Lebensqualität, eine zunehmende Beeinträchtigung der elementaren körperlichen Lebensfunktionen und schließlich den Ausfall zuerst einzelner, dann aller Organe” (Karusseit 1994, S. 60). Beendet ist die Sterbephase, rein biologisch gesehen, wenn auch die letzte Zelle des Organismus abgestorben ist (vgl. Blumenthal-Barby 1982 S.51).

Diese mögliche Definition gibt den äußeren Rahmen vor, berücksichtigt aber zu wenig die Bedeutung des Sterbens für das betroffene Individuum, welches für die Bearbeitung des gestellten Themas in dieser Arbeit wichtig ist. Somit möchte ich diese mögliche Definition mit Ausführungen von Löchner, Wetzig und Standtke (1992, S.361) ergänzen. Sie meinen, dass der Sterbeprozess ein sehr vielgestaltiges, individuelles Geschehen ist und jeder Sterbevorgang ein Einzelschicksal bedeutet. Dabei weisen sie u.a. auf den unterschiedlichen zeitlichen Ablauf (vom schnellen, Sekunden dauernden Herztod bis zu Jahren dauernde qualvolle Erkrankung), die verschiedenen Wahrnehmungsvorgänge des Sterbens, Unterschiede im jeweiligen emotionalen Zustand und körperlicher Verfassung hin. Außerdem kann der Sterbende nie losgelöst von seinen bisherigen Leben betrachtet werden. Das bedeutet, dass jeder Patient seine Krankheit oder Beeinträchtigung individuell abhängig von seiner Persönlichkeitsstruktur, seiner individuellen Lern- und Lebensgeschichte und seiner aktuellen Situation bewertet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, sich als Sonderschullehrer mit Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, da dies einen zentralen Aspekt der Arbeit mit progredient erkrankten Schülern darstellt.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Sterben, Tod und Trauer und setzt sich kritisch mit Modellen wie der Phasenlehre von Kübler-Ross auseinander.

3. Die Untersuchung: Es wird das methodische Vorgehen der qualitativen schriftlichen Befragung von Lehrern an Schulen für Körperbehinderte in Sachsen-Anhalt beschrieben und begründet.

4. Notwendigkeit und Möglichkeit der Thematisierung von Sterben, Tod und Trauer im Unterricht der Schule für Körperbehinderte: Hier wird analysiert, warum die Auseinandersetzung mit dem Tod im Unterricht notwendig ist und welche Ansatzpunkte die Rahmenrichtlinien verschiedener Fächer bieten.

5. Umgang und Begleitung für das sterbende Kind /den sterbenden Jugendlichen im Schulalter unter Einbeziehung seiner sozialen Umwelt: Dieses Kapitel widmet sich der pädagogischen Herausforderung in der Begleitung sterbender Kinder und der Rolle des Lehrers in dieser Grenzsituation.

6. Die Begleitung lebensbedrohlich erkrankter Schüler im Unterricht: Der Fokus liegt hier auf Zieldimensionen der Förderung im Unterricht und der Bedeutung von Schule als Ort der Normalität.

7. Möglichkeiten zur Auseinandersetzung und unterrichtspraktische Umsetzung des Themas Sterben, Tod und Trauer in der Körperbehindertenschule unter besonderer Berücksichtigung progredient erkrankter Kinder und Jugendlicher: Es werden praxisorientierte Ansätze wie Kinderliteratur, Musik und kreative Gestaltungstechniken zur Thematisierung vorgestellt.

8. Von der Bedeutung und den Möglichkeiten der Elternarbeit: Die Bedeutung der Elternarbeit wird als notwendige Stütze im Verarbeitungsprozess der lebensbedrohlichen Erkrankung hervorgehoben.

9. Der Umgang mit einem Todesfall in der Klasse oder der Schule - Möglichkeiten des Handelns: Dieses Kapitel gibt konkrete Empfehlungen für das Handeln bei einem akuten Todesfall, inklusive Abschiedsrituale und Trauerarbeit.

10. Zusammenfassung und abschließende Bemerkung: Ein Resümee über die Ergebnisse und die persönliche Bedeutung der Auseinandersetzung mit der Thematik für den Autor.

Schlüsselwörter

Sterbebegleitung, Trauerarbeit, Schule für Körperbehinderte, progrediente Erkrankung, lebensbedrohliche Erkrankung, Sonderschulpädagogik, Tod im Unterricht, Verlustbewältigung, Copingstrategien, Kinderliteratur, Elternarbeit, soziale Integration, Identitätsentwicklung, Sterbekultur, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Pädagogen an Schulen für Körperbehinderte die Thematik Sterben, Tod und Trauer in den Unterricht integrieren und betroffene Kinder in einer lebensbedrohlichen Situation begleiten können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens, die Gestaltung pädagogischer Unterstützung für progredient erkrankte Schüler sowie die Einbeziehung des sozialen Umfeldes wie Eltern und Mitschüler.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Lehrern Handlungsmöglichkeiten und Orientierung zu bieten, um Kindern mit begrenzter Lebenserwartung einen würdevollen Lebens- und Schulalltag zu ermöglichen und sie bei ihrer Sinnsuche zu begleiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer Auswertung relevanter Fachliteratur sowie einer schriftlichen Befragung von Lehrkräften an fünf Schulen für Körperbehinderte in Sachsen-Anhalt basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der pädagogischen Begleitung sterbender Kinder, didaktischen Möglichkeiten (Literatur, Musik, Kunst), der Zusammenarbeit mit Eltern und dem Verhalten bei einem konkreten Todesfall in der Klasse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sterbebegleitung, Trauerarbeit, Sonderschulpädagogik, Copingstrategien und psychosoziale Unterstützung geprägt.

Welche Rolle spielt die Kinderliteratur bei der Thematisierung von Sterben und Tod im Unterricht?

Literatur dient als „Schutzraum“ und Medium, das es Schülern ermöglicht, sich dem Thema über fremde Schicksale zu nähern, Ängste zu verbalisieren und eigene Identität in Krisenzeiten zu stabilisieren.

Warum sind Rituale in der Schule nach einem Todesfall von Bedeutung?

Rituale bieten in einer Zeit der Verwirrung und Unsicherheit Halt und Orientierung. Sie ermöglichen ein gemeinsames Abschiednehmen und helfen dabei, Trauer als Teil der Lebenswirklichkeit zu begreifen und zu verarbeiten.

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Details

Title
Sterben, Tod, Trauer. Möglichkeiten des Umgangs und Thematisierung im Unterricht in der Körperbehindertenschule
College
Martin Luther University  (Pädagogik)
Grade
2,0
Author
Thomas Hoffmann (Author)
Publication Year
2001
Pages
100
Catalog Number
V5308
ISBN (eBook)
9783638132350
Language
German
Tags
Sterben Trauer Möglichkeiten Umgangs Thematisierung Unterricht Körperbehindertenschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Hoffmann (Author), 2001, Sterben, Tod, Trauer. Möglichkeiten des Umgangs und Thematisierung im Unterricht in der Körperbehindertenschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5308
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