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Francisco de Goya: Die Giganten

Title: Francisco de Goya: Die Giganten

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 31 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Yvonne Strüwing (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Das Thema der vorliegenden Arbeit sind die beiden Giganten von Francisco de Goya, die in die
Zeitspanne zwischen 1808 und 1818 datiert werden und folglich in enger Verwandschaft zu den
Graphikzyklen und zu den schwarzen Bildern stehen.1
Während der Gigant des Gemäldes aus einer Quelle als el gigante hervorgeht2, fehlt dem
graphischen Blatt ein klarer Titel, und somit wird auch dieser üblicherweise als el gigante
bezeichnet. Um Verwechslungen zu vermeiden, werden in der vorliegenden Arbeit die beiden
Giganten mit der kämpfende Gigant und der sitzende Gigant bezeichnet. Obwohl im Prado das
Gemälde als el coloso3 betitelt wird, wird der Ausdruck Gigant dem des Kolosses vorgezogen, da
erstere Formulierung dem spanischen gigante am nächsten kommt und als el gigante aus einer
Bestandsaufnahme hervorging und nicht als el coloso .
Klarheit über die Intention Goyas mehrdeutig geprägte Giganten zu geben, ist ein schweres
Unterfangen, das viele Irrwege birgt. Für die Interpretation der beiden Giganten ist es der
Forschung bis heute nicht gelungen, übereinstimmende und zufriedenstellende Deutungsansätze zu
finden. Es werden sich widersetzende Deutungen angestellt, die sich im historisch-politischen und
sozialen Hintergrund ansiedeln, oder den biographischen persönlichen Hintergrund Goyas zu
durchleuchten versuchen. Psychologisierende Ansätze werden der Vollständigkeit halber angeführt,
jedoch sei bemerkt, dass diese kritisch betrachtet werden müssen und nicht ausschließlich für eine
Interpretation angewendet werden sollten.
Holländers Aufsatz zu den Giganten ist der einzige, der sich ausführlicher mit ihnen
auseinandersetzt - zumindest von der Literatur ausgehend, die in der Arbeit angeführt wird. Er
verfasste diesen anlässlich der Ringvorlesung Meisterwerke der Literatur4 oder besser gesagt, der
Kunstliteratur, in dem er die verschiedensten Interpretationsansätze anführt, diese abwägt und
weiterreichende Deutungen anstellt. Die Entscheidung für das Ausarbeiten dieses Aufsatzes
entspringt dessen Ansicht, dass die Giganten Goyas Meisterwerke darstellen und somit
ausführlicher besprochen und diskutiert werden müssen.5 Um der Frage auf den Grund zu gehen,
warum sie Meisterwerke sind und um mehr Aufschluss über die Bedeutung der Giganten zu
erlangen, werden sie im Kontext weiterer Werke Goyas und seiner Zeitgenossen betrachtet. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Datierung, Quellen

2.2 Das graphische Verfahren des sitzenden Giganten

2.3 Motivation Goyas

2.4 Frühromantik und Theorie des Erhabenen

2.5 Beschreibung des kämpfenden Giganten

2.6 Unabhängigkeit und Abhängigkeit beider Szenen voneinander

2.7 Interpretation

2.7.1 Prometheus

2.7.2 kämpfender Gigant als Symbol des spanischen Volkes und für Goya

2.7.3 kämpfender Gigant als Symbol für Napoleon Bonaparte oder FerdinandVII

2.7.4 kämpfender Gigant als Allegorie der Schrecken des Krieges

2.8 Vergleiche

2.8.1 Schicksalsergebenheit

2.8.2 Vorbilder und Vergleiche: die Kampfeshaltung

2.9 Beschreibung des sitzenden Giganten

2.9.1 Interpretation und Vergleiche zum sitzenden Giganten

2.9.2 Die römische Mythologie: das melancholische Temperament von Saturn

2.9.3 Goya als Ilustrado

2.9.4 Stimmungsbilder: Goya und Friedrich

2.9.5 Vergleiche: Satan Miltons und Füsslis Polyphem

2.9.6 Vorbild: Torso Belvedere

3. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zwei Giganten-Darstellungen von Francisco de Goya – den kämpfenden Giganten und den sitzenden Giganten – hinsichtlich ihrer Bedeutung, Entstehungsgeschichte und ikonographischen Einordnung. Ziel ist es, die Vielschichtigkeit dieser Werke zu ergründen und die teils widersprüchlichen Interpretationsansätze im Kontext von Goyas Zeit, dessen Biografie und den philosophischen Strömungen der Frühromantik kritisch zu analysieren.

  • Datierung und formale Analyse der Giganten-Werke
  • Frühromantik, das Erhabene und die Bedeutung der Imagination
  • Politische und symbolische Deutung der Giganten als Allegorien
  • Vergleichende Kunstbetrachtung (z.B. Goya, Füssli, C.D. Friedrich)
  • Rolle der Mythologie und des melancholischen Temperaments

Auszug aus dem Buch

2.5 Beschreibung des kämpfenden Giganten

Dargestellt ist eine Männergestalt in gigantischer Größe. Sie taucht im Hintergund aus blauen Wolken und Nebel am dunklen violettbraunen Firmament auf. Der Körper ist in einem hellen warmen Braunton. Er ist dem Betrachter nicht zugewand, sondern zeigt sich von der Seitenansicht. In Kampfeshaltung ist sein linkes Bein nach vorn gesetzt, sein linker Arm ist ebenso nach vorn gestreckt, die Faust ist geballt. Sein mit schwarzen Locken bedecktes Haupt ist leicht gesenkt und trägt einen langen dunklen Bart. Es ist nur die linke Seite des Gesichts sichtbar, die rechte ist im Schatten der Dunkelheit eingetaucht. Sein muskulöser nackter Körper ist nur bis zur Mitte der Oberschenkel zu sehen, der restliche, untere Teil seines Körpers wird von dem abfallenden Hügelrücken verdeckt.

Im Bildvordergrund erstreckt sich ein Tal. Links und rechts sind Hügel, und im Hintergrund erkennt man Bäume. In der Ebene ist eine Menschen – und Viehmenge. Sie alle strömen hektisch davon.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der beiden Giganten-Darstellungen, deren Datierungsproblematik sowie die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung von Kunstgeschichte und Philosophie.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse der beiden Werke durch formale Beschreibung, ikonographische Vergleiche mit Zeitgenossen und die kritische Untersuchung verschiedener Deutungsmöglichkeiten.

3. Schlussteil: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, in der Goya als bewusster Künstler charakterisiert wird, der Traditionen transformierte und die Giganten als zeitlose Visionen des menschlichen Schicksals schuf.

Schlüsselwörter

Francisco de Goya, Die Giganten, kämpfender Gigant, sitzender Gigant, Frühromantik, das Erhabene, Ikonographie, Mythologie, spanischer Unabhängigkeitskrieg, Melancholie, Imagination, Kunstgeschichte, Zeitgenossen, Symbolik, Bildanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert zwei bedeutende, rätselhafte Darstellungen von Riesen durch Francisco de Goya, um deren Bedeutung und künstlerische Intention zu entschlüsseln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Datierung, das graphische Verfahren, die ikonographische Tradition (Mythologie, das Erhabene) sowie den politischen und persönlichen Kontext Goyas.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte, zusammenhängende Interpretation der beiden Giganten-Werke unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Deutungsansätze, um eine stimmige Einordnung zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ikonographische und kunsthistorische Analyse angewandt, die das Werk im Kontext von Literatur, Philosophie und anderen Werken Goyas sowie zeitgenössischer Künstler beleuchtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die formale Beschreibung, die Entstehungsgeschichte, Vergleiche mit anderen Künstlern wie Füssli oder Friedrich sowie diverse Interpretationen, etwa als Symbol für den Krieg oder das unterdrückte Volk, behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Francisco de Goya, Die Giganten, Frühromantik, das Erhabene, Melancholie, Ikonographie und politische Symbolik.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem kämpfenden und sitzenden Giganten eine so große Rolle?

Da Goya keinen klaren Titel hinterließ, ist diese Unterscheidung für die präzise Analyse der unterschiedlichen Stimmungen (Aktion versus Resignation/Vita activa versus vita contemplativa) unerlässlich.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich Goyas Intention?

Die Autorin folgert, dass Goya bewusst die Formensprache der europäischen Kunstgeschichte nutzte, um mit seinen Werken universelle Aussagen über die menschliche Existenz und die politischen Zustände seiner Zeit zu treffen.

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Details

Title
Francisco de Goya: Die Giganten
College
University of Münster  (Institur für Kunstgeschichte)
Course
Goya am Hof der Spanischen Könige
Grade
1,7
Author
Yvonne Strüwing (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V53122
ISBN (eBook)
9783638486538
ISBN (Book)
9783640864249
Language
German
Tags
Francisco Goya Giganten Goya Spanischen Könige
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Strüwing (Author), 2004, Francisco de Goya: Die Giganten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53122
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