Film wird allgemein verstanden als Vermittlungsmedium innerhalb eines Kommunikationsprozesses, als das "Kommunikat einer Institution für eine bestimmte Gruppe von Rezipienten". Das Thema, die Anwendung der Medien in der Schule, ist ein weites Feld. Dazu kann man sich viele Fragen stellen. Es ist interessant zu wissen, nach welchen Kriterien die Filme ausgesucht werden, ob die Unterrichtsform mit Anwendung eines Films lehrbar ist, ob die Kinder in dieser Unterrichtsstunde etwas lernen und wie sie die Informationen aus dem Film aufnehmen und verarbeiten. „Wir haben noch lange nicht voll erkannt, was dieses Medium methodisch zu leisten und pädagogisch zu bedeuten vermag. So wird immer noch und immer wieder der Unterrichtsfilm lediglich in seiner Funktion als Darstellungsmittel für Sachverhalte, die nicht unmittelbar zu erleben sind, gesehen.“ Die prominenten Didaktiker nehmen kaum zu Kenntnis, dass der Unterrichtsfilm eine Wirklichkeit didaktisch aufbereitet, eine Interpretationsmöglichkeit bietet, dass er ein Wirklichkeitsleben ergänzt, vertieft und verständlich macht. Sie übersehen, dass die Filme das Lehren und Lernen effektiver und nachhaltiger organisieren und Lehrfunktionen übernehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Inhaltsangabe des Films „Himmel ohne Sterne“
3. Beschreibung der jungen Personen
3.1. Willi
3.2. Paul
3.3. Antek
3.4. Ruth
3.5. Zick
3.6. Abiram
3.7. Herr Kimmich
3.8. Herr Jähde
3.9. Herr Nagold
3.10. Frau Nagold
4. Beziehung zu einander
5. Funktion eines Films im Unterricht
5.1. Filmlehrgang
5.2. Film als Motivationsmittel
5.3. Visuelle Bildung
6. Kinder im Nationalsozialismus
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den pädagogischen und methodischen Einsatz des Kinderfilms „Himmel ohne Sterne“ im schulischen Unterricht. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Medium Film als Vermittlungsinstrument genutzt werden kann, um Schülern komplexe historische Themen des Nationalsozialismus sowie menschliche Verhaltensweisen und moralische Konflikte näherzubringen.
- Analyse der kindlichen Charaktere und ihrer zwischenmenschlichen Beziehungen im Film.
- Evaluation des Films als didaktisches Mittel zur Förderung der Medienkompetenz.
- Untersuchung der motivierenden Wirkung von Spielfilmen auf den Lernprozess.
- Betrachtung der Rolle und der Lebenswirklichkeit von Kindern während des Nationalsozialismus.
- Methodische Ansätze zur Filmarbeit im Geschichts- und Deutschunterricht.
Auszug aus dem Buch
3. Beschreibung der jungen Personen
Willi spielt eine wichtige Rolle in dem Kinderfilm “Himmel ohne Sterne“. Er ist ein 14-15-jähriger Junge, der von seinen Eltern als Hitlerjunge erzogen wurde. Er möchte für sein Vaterland kämpfen, setzt sich dafür ein und zeigt seine Ehrgeiz. Willi bekommt viele Aufgaben und Befehle von erwachsenen Nationalisten, sowie vom Rektor des Alumnats, die er stets bemüht und korrekt auszuführen versucht. In der Clique möchte er immer das letzte Wort haben und versucht auch eine „Führerrolle“ zu gewinnen. Willi ist der Überzeugung, dass man den Juden anzeigen sollte. Er kann an nichts anderes denken. Als er Abiram in der Speisekammer abschließt, sagt er ihm: „Ich habe den Schlüssel und den gebe ich nicht eher her, bis du da bist, wo du hingehörst“! Wegen seines nationalsozialistischen Denkens riskiert er die Freundschaft zu den anderen zu verlieren, am Ende des Films, im Arrest sagt er, dass die Jungen aus diese Clique, nicht mehr seine Freunde sind, sondern Feinde. Um seine Landestreue zu beweisen, begibt er sich in die Gefahr, den geflohenen Abiram zu finden und verliert dabei sein Leben.
Paule ist ungefähr in Willis Alter. Er ist der geschäftstüchtigste der Clique, an Anfang des Filmes, im Essensraum tauscht er seine Suppe gegen die Taschenlampe. Er vermutet auch, dass man auch Abiram „kaufen“ kann, er geht davon aus, dass der Jude Hunger hat und genauso schnell verschwinden würde, wie er gekommen ist, wenn man ihm eine Wurst gäbe. Ihm ist das Schicksal des Jungen total gleichgültig, ihn interessieren nur die Lebensmittelvorräte. Als die Jungen über Abirams Schicksal diskutieren, sagt Paule: „Den Juden anzeigen heißt für mich, dass wir nichts zu fressen haben“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert des Unterrichtsfilms als Vermittlungsmedium und hinterfragt aktuelle Ansätze zur Medienpädagogik in der Schule.
2. Inhaltsangabe des Films „Himmel ohne Sterne“: Hier wird der Handlungsverlauf des Films zusammengefasst, der das Schicksal einer Kindergruppe am Ende des Zweiten Weltkriegs und deren Begegnung mit einem jüdischen Flüchtling schildert.
3. Beschreibung der jungen Personen: In diesem Kapitel werden die einzelnen Charaktere des Films detailliert charakterisiert, wobei ihre individuelle Einstellung zum Nationalsozialismus und ihre Motivationen analysiert werden.
4. Beziehung zu einander: Dieses Kapitel untersucht die zwischenmenschlichen Dynamiken und die Entwicklung der Beziehungen innerhalb der Kindergruppe angesichts der moralischen Herausforderung durch das Verstecken von Abiram.
5. Funktion eines Films im Unterricht: Hier werden didaktische Funktionen des Films beleuchtet, insbesondere dessen Nutzen für die Filmkompetenz, als Informationsträger und zur Lernmotivation.
6. Kinder im Nationalsozialismus: Das Kapitel reflektiert die im Film dargestellte Lebenswirklichkeit von Kindern während des Nationalsozialismus und den Druck, dem sie durch Erziehung und Ideologie ausgesetzt waren.
7. Schlusswort: Das Schlusswort betont den Wert des filmischen Seherlebnisses und weist auf die Bedeutung hin, Kinder bei der medialen Aufarbeitung historischer Stoffe pädagogisch zu begleiten.
Schlüsselwörter
Himmel ohne Sterne, Kinderfilm, Nationalsozialismus, Unterrichtsfilm, Medienpädagogik, Filmkompetenz, Geschichtsunterricht, Hitlerjugend, didaktische Analyse, Moral, Lernmotivation, Kindheit im Zweiten Weltkrieg, Filmerzählung, Bildungsmedium, Identifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pädagogischen Eignung und didaktischen Einbettung des Kinderfilms „Himmel ohne Sterne“ in den Unterricht.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Wirkung von Medien im Unterricht, die Charakterdarstellung im Film sowie die Reflexion über die Zeit des Nationalsozialismus aus der Perspektive von Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lehrer Spielfilme nutzen können, um historisches Wissen zu vermitteln und die mediale Kritikkompetenz von Schülern zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Films, der filmdidaktischen Literatur und der psychologischen Aspekte der Identifikation und Wahrnehmung bei Kindern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakteranalyse, die Beschreibung der Beziehungsdynamik im Film sowie eine theoretische Einordnung des Unterrichtsfilms als pädagogisches Instrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkompetenz, historisches Lernen, Nationalsozialismus, Didaktik und Identifikationsprozesse geprägt.
Welche Rolle spielt die Figur Willi im Film?
Willi stellt den überzeugten Hitlerjungen dar, der in Konflikt zwischen seiner ideologischen Erziehung und der wachsenden Menschlichkeit gegenüber dem jüdischen Jungen steht.
Warum ist das Schlusswort für Lehrkräfte relevant?
Es bietet eine kritische Reflexion darüber, dass Filme als Lehrmittel eine begleitende pädagogische Aufarbeitung erfordern, um das Verständnis bei den Kindern zu vertiefen.
- Quote paper
- Tatiana Hoyer (Author), 2004, Der Kinderfilm "Himmel ohne Sterne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53127