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Was bleibt von Malthus?

Title: Was bleibt von Malthus?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Wiesnet (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Angesichts der zeitlichen Dimension des Malthus-Diskurses, an dem sich (nicht nur) die bedeutendsten Denker der letzten zwei Jahrhunderte beteiligt haben und in dessen Verlauf unzählige Publikationen in unterschiedlichsten Wissenschaftsbereichen veröffentlicht worden sind, ist es schwer, wenn nicht sogar unmöglich, neue Gedankengänge zu beschreiten. Alles scheint gesagt und Malthus widerlegt zu sein – und doch kann man behaupten, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist: Malthus, so die These, erlangt auch heute wieder neue Bedeutung, wenn auch nicht in jener Form, die ihn zu einem berühmten Vordenker der Bevölkerungswissenschaften gemacht hat. Um dieser These nachgehen zu können, sollte man sich zunächst mit Malthus und seiner Zeit (Kap. 2) auseinandersetzen, um ein tieferes Verständnis für sein Werk (Kap. 3) entwickeln zu können. Eine Zusammenfassung der Kritik an seinen Arbeiten (Kap. 4) soll dabei helfen, die wesentlichen Punkte zusammenzutragen, mithilfe derer die These verdeutlicht werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Malthus und seine Zeit

2.1 Biographische Kurznotiz

2.2 Historischer Hintergrund

3. Das Bevölkerungsprinzip

3.1 Des Essays erste Ausgabe

3.2 Des Essays zweite Ausgabe

4. Kritische Würdigung

5. Was bleibt von Malthus?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die anhaltende Relevanz der Theorien von Thomas Robert Malthus im Kontext der modernen Bevölkerungsentwicklung und der globalen Ressourcenproblematik. Dabei wird analysiert, inwieweit Malthus' Thesen, die ursprünglich als politische Streitschrift gegen utopische Zukunftsvorstellungen konzipiert waren, auch heute noch als Grundlage für sozioökonomische Debatten dienen oder ob sie lediglich einen historischen Diskurs über soziale Ordnung widerspiegeln.

  • Historische Einordnung von Malthus und seinem sozioökonomischen Umfeld
  • Analyse des Malthus'schen Bevölkerungsprinzips in der ersten und zweiten Ausgabe seines Hauptwerkes
  • Kritische Würdigung der methodischen Vorgehensweise und der wissenschaftlichen Schwächen
  • Untersuchung der Übertragbarkeit malthusianischer Denkmuster auf aktuelle sozialpolitische Debatten

Auszug aus dem Buch

3. Das Bevölkerungsprinzip

Seine Argumente stützen sich nämlich auf zwei grundlegende Axiome. Das erste beschreibt die Notwendigkeit der Nahrung für die menschlich Existenz. Das zweite Axiom besteht darin, dass der menschliche Geschlechtstrieb – die Leidenschaft, die für Malthus gleichbedeutend mit der Zeugung eines Kindes ist – ebenso notwendig und über den Zeitverlauf hinweg konstant ist. Diese beiden Grundannahmen nehmen für Malthus den Charakter von Naturgesetzen an, die festgefügte Bestandteile der menschlichen Existenz sind. Beide Gesetzmäßigkeiten weisen allerdings eine unterschiedliche Entwicklungsdynamik auf: die Kraft der Bevölkerungsvermehrung, die sich aus der konstanten Leidenschaft ergibt, ist ungleich „größer als die Kraft der Erde, Unterhaltsmittel für den Menschen hervorzubringen.“ Während die Bevölkerung nämlich – laut Malthus – dazu tendiert, sich in geometrischer Reihe, also exponentiell zu vermehren (und dieser Tendenz auch folgt, wenn sie nicht daran gehindert wird), nehmen die Subsistenzmittel bestenfalls in arithmetischer Reihe, also linear zu.

Die empirischen Begründung für das exponentielle Bevölkerungswachstum glaubt Malthus in der demographischen Entwicklung der „englischen Kolonien“ in Nordamerika gefunden zu haben. Seiner Ansicht nach verdoppelt sich dort nämlich die Bevölkerung alle 25 Jahre, und teilweise sogar schneller. Dies – so Malthus – liegt darin begründet, dass die Subsistenzmittel in dem noch kaum erschlossenen Land im Überfluss vorhanden sind und die landwirtschaftliche Produktion zudem durch günstigere gesetzliche Bestimmungen (starke Anreize zur Landbebauung, niedrigere Steuern, kein Erstgeburtsrecht, ...) gefördert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den historischen und wissenschaftlichen Kontext um Malthus und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Malthus und seine Zeit: Dieses Kapitel behandelt die biographischen Hintergründe des Autors sowie die sozioökonomischen und ideologischen Bedingungen des Englands im späten 18. Jahrhundert.

3. Das Bevölkerungsprinzip: Hier werden die Kernthesen aus den ersten beiden Ausgaben des "Essay on the Principle of Population" detailliert analysiert und erläutert.

4. Kritische Würdigung: Das Kapitel bietet eine wissenschaftliche Reflexion über die methodischen Unzulänglichkeiten und die empirischen Einwände gegen das Bevölkerungsprinzip von Malthus.

5. Was bleibt von Malthus?: Der abschließende Teil reflektiert über die anhaltende Bedeutung von Malthus' Ideen im Kontext aktueller Debatten über globale Ressourcen und Sozialpolitik.

Schlüsselwörter

Bevölkerungsprinzip, Thomas Robert Malthus, Demographie, Subsistenzmittel, Bevölkerungswachstum, Armengesetze, Pauperismus, Moral Restraint, Sozialpolitik, Ressourcentragfähigkeit, Laissez-faire, Bevölkerungssoziologie, Naturgesetz, Sozialer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Thomas Robert Malthus und deren Bedeutung für die moderne bevölkerungswissenschaftliche und sozialpolitische Diskussion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Bevölkerungsprinzips, die Rolle von Armengesetzen, die Konzepte von Moral und Laster sowie die kritische Reflexion des malthusianischen Denkens in der heutigen Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Malthus' Thesen wissenschaftlich widerlegt sind oder ob sein "Geist" in aktuellen Debatten über Ressourcenverknappung und Sozialstaatsreformen weiterhin präsent ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit Malthus' Originalschriften sowie zeitgenössischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biographische und historische Kontextualisierung, die ausführliche Darstellung des Bevölkerungsprinzips sowie eine tiefgehende methodische Kritik der malthusianischen Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bevölkerungsprinzip, Subsistenzmittel, Pauperismus, Moral Restraint, Armenfürsorge und Tragfähigkeit der Erde.

Warum wird Deutschland als Fallbeispiel herangezogen?

Deutschland dient als Beispiel, um zu illustrieren, wie aktuelle Probleme wie Arbeitslosigkeit und die Reform sozialstaatlicher Leistungen eine Parallele zu den von Malthus diskutierten Themen der Armut und der Eigenverantwortung aufweisen.

Inwiefern hat sich Malthus' Sicht auf die Armenfürsorge über die Zeit verändert?

Malthus radikalisierte seine Position gegen die Armenfürsorge, indem er ab der zweiten Auflage seines Essays das Konzept des "Moral Restraint" (sittliche Enthaltsamkeit) einführte, um die Eigenverantwortung der Armen einzufordern.

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Details

Title
Was bleibt von Malthus?
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Sebastian Wiesnet (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V53141
ISBN (eBook)
9783638486699
ISBN (Book)
9783638848664
Language
German
Tags
Malthus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Wiesnet (Author), 2006, Was bleibt von Malthus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53141
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