Lesen und Verstehen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

40 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Leseerziehung

2 Lesemotivation und Leseverhalten
2.1 Außerschulisches Leseverhalten und Lesemotive
2.2 Soziokulturelle und psychologische Gesichtspunkte der Leseentwicklung
2.3 Faktoren der (Lese-)motivation

3 Schulische Möglichkeiten der Leseerziehung
3.1 Der erste Leseunterricht
3.2 Der Anspruch der Leseförderung
3.3 Erschwernisse beim Aufbau und bei der Förderung der Lesemotivation
3.4 Lesemotivierende Anregungen für den Unterricht
3.4.1 Erzählen oder Vorlesen von Geschichten
3.4.2 Lesefreude durch das Lesebuch
3.4.3 Kreativer Umgang mit altersgemäßen Texten

4 Lesen und Verstehen – Ein Diagnose- und Trainingsprogramm
4.1 Kurzbeschreibung des Programms
4.2 Intention der Diagnose
4.3 Anlage des Diagnoseteils
4.4 Gezielte Beobachtung des Leseverhaltens und pädagogische Konsequenzen
4.5 Durchführung der Diagnose
4.6 Auswertung

5 Der Rechtschreibunterricht
5.1 Das rechtschriftliche Lernen
5.2 Notwendige Arbeitstechniken
5.3 Rechtschriftliche Übungsformen zur Festigung des Schriftbildes
5.3.1 Übungsformen der Analogiebildung
5.3.2 Übungsformen der Kombination
5.3.3 Übungsformen der Provokation
5.3.4 Übungsformen der Klassifizierung
5.3.5 Übungsformen der Komplettierung
5.3.6 Rätselformen als Übungskategorie

6 Das Marburger Rechtschreibtraining – Ein regelgeleitetes Förderprogramm für rechtschreibschwache Kinder
6.1 Kurzbeschreibung des Marburger Rechtschreibtrainings
6.2 Konzept des Trainingsprogramms
6.3 Theoretische Einordnung des Regeltrainings
6.4 Untersuchungen zur Wirksamkeit des Marburger Rechtschreibtrainings

7 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung: Leseerziehung

Das Lesen ist eine der wichtigsten Kulturtechniken unserer Gesellschaft, doch im Zeitalter von Rundfunk, Fernsehen und Computer scheint es immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Damit sich unsere Lesekultur aber als interessante Freizeitbeschäftigung behaupten kann, bedarf es einer Stärkung und Weiterentwicklung.[1] Der Schule, insbesondere der Grundschule, kommt deswegen eine große Bedeutung zu: Neben der Vermittlung der Lesetechnik hat sie auch dafür Sorge zu tragen, die Lesebereitschaft und das Leseinteresse ihrer Schüler zu fördern, um damit auch die Schüler zu einer langfristigen Beschäftigung mit Literatur anzuregen. Je früher die Vermittlung von Lesefreude und die Hinführung zum Buch geschieht, desto effektiver ist sie. Auf ein Kind, das am Ende der Grundschulzeit noch nicht zum Buch gefunden hat, wird es wahrscheinlich später auch nicht mehr anziehend wirken.[2]

Aber gerade das Lesen ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar: „Wann immer wir etwas erfahren, etwas lernen wollen, sind wir auf das Lesen, auf das Buch als Kulturträger angewiesen.“[3] Folgende Argumente sprechen für den Wert des Lesens für das Individuum und die Gesellschaft:[4]

(1) Wer selbst liest, baut Kinder Brücken zum Buch: Der primäre Ort der Mediensozialisation und Mediengewohnheit ist die Familie. Die Eltern müssen sozusagen als lesende Vorbilder für ihre Kinder fungieren. Eine Lesemotivation der Kinder baut sich mit großer Wahrschein-lichkeit nur dann auf, wenn ihnen von ihren Eltern regelmäßig etwas vorgelesen oder erzählt wird, wenn sie also in einer familiären Umgebung aufwachsen, die nicht durch wahllosen Fernsehkonsum und schweigende Unterhaltung geprägt ist
Auch im Erstleseunterricht der Schule sollte die Freude am Lesen im Vordergrund stehen. Der Lehrer hat hier die Aufgabe, den Kindern zu vermitteln, dass auch er Spaß an Büchern hat. „Wer [nämlich] Lesen nicht nur als Erlernen einer Technik erlebt, [...], hat alle Chancen, zu einem “freiwilligen“ Leser zu werden.“[5]
(2) Wer liest entwickelt Phantasie und Kreativität: Das Fernsehen ist ein flüchtiges Medium und bleibt nicht ohne Einfluss auf die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern. Erhöhter Fernsehkonsum trägt zu Reizüberflutung, Verkümmerung der Phantasie, Rückgang eigener Aktivitäten, Ängste, Aggressionen und mangelndem Abstraktions-vermögen bei. Bücher aber fördern die Phantasie und Kreativität. Sie bieten die Möglichkeit des Zurückblätterns, des Wiederholens des Inhaltes und fordern somit zu einer intensiven Beschäftigung heraus. Die Bilder die beim Lesen oder Zuhören von Geschichten im Kopf entstehen, sind von Individuum zu Individuum unterschiedlich. Im Gegensatz zum Seher hat der Leser bzw. Zuhörer seine eigene Geschichte in seiner Vorstellung ausgeformt. Lesen ist also Fernsehen im Kopf
(3) Wer liest hat einen größeren Wortschatz: Steht den Lesern ein differenziertes und ansprechendes Leseangebot zur Verfügung, haben sie i.d.R. einen umfassenderen Wortschatz, sie können sich besser ausdrücken und ihre Welt genauer beschreiben. Im Unterricht fällt dieser Tatbestand in mehreren Bereichen auf, sei es die Aufgeschlossenheit der Kinder für schriftsprachliche Äußerungen, die Bildbetrachtung in der Kunsterziehung oder die mündliche Beteiligung am Unterricht. Lesen baut letztendlich Sprachlosigkeit ab
(4) Wer liest, profitiert von der Erfahrung anderer: Lesen führt immer dazu, dass wir von der Erfahrung anderer profitieren. „Lesen heißt also auch Welt-Erschließen“[6]
(5) Wer liest, hat mehr vom Fernsehen: Untersuchungen bestätigen, dass Leser mehr und vielfältiger Informationen des Fernsehens behalten, denn das durch das Lesen erworbenen Wissensgerüst hilft einem, neue Informationen besser einzuordnen, in Zusammenhänge zu bringen und besser zu verstehen
(6) Wer liest hat keine Zeit zum Fernsehen: Der Fernseher wird als eigentlicher Konkurrent des Lesens gesehen. Doch man muss dabei immer unterscheiden, ob der Fernseher, das Buch vollkommen ersetzt oder ob er vielleicht sogar zur Anregung zu weiterer Lektüre sorgt
(7) Wer liest, weiß mehr: „Weiterführendes Lernen ist [...] ohne Lesen nicht denkbar.“[7] Das Lesen verschafft den Zugang zum Wissen und ist grundlegende Technik des geistigen Arbeitens. Die Nicht-Leser, d.h. die nur oberflächlich Informierten, werden von den Lesern durch eine große Wissenskluft getrennt, die immer größer zu werden scheint
(8) Wer liest kommt auch mit neuen Kommunikationstechnologien besser zurecht: Zur optimalen Nutzung der neuen Technologien bedarf es der Lesefähigkeit. Leseerziehung ist demnach eine Investition für die Zukunft.

2 Lesemotivation und Leseverhalten

Das Buch hat in vielerlei Hinsicht einen Wert: Es ist ein Mittel der Informationsgewinnung, der Selbst- und Weiterbildung und vor allem auch der Freizeitgestaltung. Es hat im Vergleich zum Fernsehen diverse Vorteile, unter anderem, dass der Leser selbst festlegen kann, wo und wann er es liest, auch das Lesetempo kann individuell bestimmt werden.[8]

2.1 Außerschulisches Leseverhalten und Lesemotive

Das Buch ist Umfragen zufolge ein sehr beliebtes Mittel für die Freizeit-beschäftigung. WEBER nennt Grundmotive für das Lesen:

- Entspannung und Erholung (Regeneration)
- Unterhaltung und Ablenkung (Monotonie des grauen Alltags überwinden, von Belastungen befreien)
- Einsamkeit überwinden
- Weiterbildung
- Ideelle Sinnorientierung
- „Kontemplative Erbauung“[9]

Diese Motive treten meist als so genannte Motivbündel auf. Daneben wird oftmals zwischen einem objekt- und einem subjektbezogenen Lesen unterschieden, die jedoch fast nie in Reinform auftreten. Bei ersterem richtet sich das Interesse des Rezipienten vermehrt auf die Sache selbst, also auf den Autor, den Inhalt oder die Schreibweise. Es geht daher vor allem um ein Sachinteresse am Text und seiner Form und daneben auch der Freude am Text und dessen Sprache. Ein eher subjektbezogenes Lesen wird dagegen eher wirkungsbezogen interpretiert: Gelesen wird aufgrund diverser Motive, wie Zeitvertreib, Kompensation, Erbauung usw. DAHRENDORF bezeichnet das subjektbezogene Lesen als stärker unkritisch als das nach ihm kritischere objektbezogene.[10]

Anhand dieser beiden Aspekte wird die Problematik für die Schule ersichtlich: Das subjektbezogene Lesen ist in der Schule, weil zu unkritisch und unreflexiv, eigentlich nicht erwünscht, in der Freizeit jedoch ist es legitim. Die Meinungen darüber, wie die Schule dieser Situation begegnen sollte gehen auseinander, jedoch werden immer mehr Stimmen laut, die dafür plädieren das subjektbezogene Lesen als grundlegend für die Leseentwicklung zu sehen und daran anzuknüpfen, zudem das Motiv „Unterhaltung“ bei Kindern und Jugendlichen noch weit vor dem der Informationsgewinnung rangiert. Andere Theoretiker gehen davon aus, dass die Kinder meist über das schulische Lesen zum außerschulischen Lesen angeregt werden.[11]

2.2 Soziokulturelle und psychologische Gesichtspunkte der Lese-entwicklung

Die Haltungen und Einstellungen zur Umwelt tragen sehr dazu bei, ob sich bei einem Kind Leseinteresse entwickelt oder nicht. Wenn ein Kind in einer literaturfreundlichen Welt aufwächst mit dort vorhandenen Büchern, so entwickelt es meist von selbst ein Interesse für Bücher. Hier sehen Theoretiker wie DAHRENDORF eine Chance für die Schule, indem diese eine lesefreundliche Umgebung schaffen kann, die die Schüler unter Umständen näher an den Gegenstand „Buch“ heranführt.[12]

BEINLICH sieht aus entwicklungspsychologischer Sicht eine literarische Entwicklung nicht isoliert, sondern geht davon aus, dass sie eingebettet ist in die Sprach- und Leseentwicklung der allgemeinen Entwicklung. Dabei wechseln magische Phasen mit realistischen ab und der Lehrer sollte daher beachten, dass die ausgewählten Texte oder Bücher altersgemäß sind.

KAISER versteht die Entwicklung als aufgabenbezogenes Geschehen, bei dem sich das Individuum innerhalb einzelner Entwicklungsstadien gewissen Anforderungen stellen und bestimmte Aufgaben bewältigen muss. Für die Lehrkraft bedeutet das, dass man sich konkret auf seine Klasse besinnen und dort anknüpfen muss.[13]

2.3 Faktoren der (Lese-)motivation

HECKHAUSEN definiert Motivation als die momentane Bereitschaft eines Individuums, seine sensorischen, kognitiven und motorischen Funktionen auf die Erreichung eines zukünftigen Zielzustandes zu richten und zu koordi-nieren.

Er unterscheidet dabei zudem zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation, die beide für den Aufbau einer Lesemotivation entscheidend sind, wobei der intrinsischen Motivation in diesem Prozess meist eine gewichtigere Rolle zukommt. Dennoch geht man auch davon aus, dass die extrinsische Motivation meist eine Grundbedingung dafür ist, dass überhaupt eine intrinsische Motivation entstehen kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit der Motivation Motive berührt werden, die sich schon früh während der Entwicklung durch Elternhaus, Anlage und Erziehung ausprägen. Die Aufgabe der Schule sollte es sein, ihren Schülern eine Wertschätzung in Bezug auf das Lesen zu vermitteln, die zu einem längerfristigen Aufbau von Motiven beiträgt.[14]

3 Schulische Möglichkeiten der Leseerziehung

3.1 Der erste Leseunterricht

Viele Kinder kommen schon vor dem Schuleintritt mit Büchern in Berührung und manche können sogar zu diesem Zeitpunkt schon lesen. Im allgemeinen ist das Lesenlernen aber eine der Aufgaben eines Schulanfängers. Die wichtigsten Ziele beim Lesenlernen sind die Aneignung der Lesetechnik und das Sinnverständnis für den gelesenen Text. Um die Gedankenarbeit der Kinder in Gang zu bringen ist es wichtig, dass das Kind vom Text herausgefordert wird, dass es sich für den Text interessiert, weil er seiner Lebenswelt entstammt. Diese Faktoren, die außerhalb des Lesetextes stehen, lässt sich der Leseprozess nicht mehr einfach nur als eine Sinnentnahme klären, er wird vielmehr zu einem „durch Erfahrungen und Erwartungen des Lesers bestimmten selektiven Prozess“.[15]

Ein erster Blick in die modernen Fibel hinterlässt durchaus einen guten Eindruck: Dort finden sich sehr viele Themen aus der Lebenswelt der Kinder, die durch ganz unterschiedliche Textsorten übermittelt werden, wie zum Beispiel Geschichte, Rezepte, Briefe, Comics, Gedichte und Bastel-anleitungen.

Dennoch beobachtete GÜMBEL bei vielen Leseanfängern gegen Ende des Schuljahres eine zunehmende Unlust beim Lesen in der Fibel und beim Bearbeiten der Unterrichtsmaterialien. Daher stellen viele Lehrkräfte die Fibel etwas zurück und suchen neue Wege mit den Kindern die Schrift zu erschließen, wie zum Beispiel über den Computer, Stempelkästen, das Einrichten von Bücherecken oder Besuche in Büchereien.[16]

3.2 Der Anspruch der Leseförderung

Durch Leseförderung soll eine große Bandbreite von Fertigkeiten erreicht werden, wie zum Beispiel schnelleres Lesen, überschauendes Lesen oder auch das Sinnverständnis beim stillen Lesen. Es soll darüber hinaus Lesefreude vermittelt werden, um die Kinder auch außerhalb des Klassen-zimmers zu animieren ab und zu ein Buch in die Hand zu nehmen. Daher ist es besonders wichtig, die zu lesenden Texte auf die Interessen der Kinder abzustimmen.

Leseförderung will darüber hinaus das Wissen der Kinder vermehren und ihre Sprachfähigkeit verbessern. Hier ist es besonders wichtig, dass die Texte dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst sind, da zu hohe Anforderungen schnell demotivierend sein können und zu einer allgemeinen Leseunlust führen können.[17]

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die jungen Leser eine kritische Haltung aufbauen sollen. Die Leseförderung soll ihnen dabei helfen sich bewusst mit den Texten auseinander zu setzen und sich ihr eigenes Urteil zu bilden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Leseförderung auf folgende Aspekte hinarbeitet: Erweiterung der Lesetechnik und Einübung verschiedener Lesearten, wie „informatorisches, kommunikatives, kritisches, evasorisches und therapeutisches Lesen.“[18] Zudem findet eine Begegnung mit unterschiedlichen literarischen Formen und verschiedenen Autoren statt.

3.3 Erschwernisse beim Aufbau und bei der Förderung der Lese-motivation

Die Bedeutung des Lesens für die Zukunft der Kinder ist offenkundig. Um den Kindern eine Zukunft als Leser zu ermöglichen, muss die Schule unterstützend und initiierend wirken, denn in Verbindung mit dem Unterricht lassen sich Brücken zum Lesen in der Freizeit bauen.[19] Allerdings wird in unseren Schulen der Lesemotivation und der Lesebereitschaft zu wenig Beachtung geschenkt. Ursächliche Faktoren dafür sind:[20]

(1) Schulanfänger drängen gerade darauf, lesen zu lernen. Doch diese anfängliche Motivation nimmt immer mehr ab, wenn es nicht gelingt, die Schüler durch den Textinhalt zu faszinieren. Den Schülern müssen folglich Texte angeboten werden, die an ihre Interessens- und Bedürf-nislagen angepasst sind, die zum Weiterdenken anregen und zur szenischen Darstellung herausfordern
(2) Auch das eigentliche Lesen kommt zu kurz. Lesetexte werden häufig bis ins Detail zerredet und analysiert. Der Text muss aber von Schüler als Ganzheit gesehen und erfasst werden, damit er für ihn wertvoll bleibt
(3) Ein weiterer Punkt, der die Leseunlust fördert, ist, dass einige Lehrer dazu neigen nur Kurztexte aus Lesebüchern oder auf Arbeitsblätter kopiert im Unterricht verwenden. Will man allerdings eine überdauernde Lesemotivation fördern, muss eine stärkere Einbe-ziehung von Freizeitlektüre im Unterricht stattfinden
(4) Der vorhandenen Kinder- und Jugendliteratur wird auf Schulebene noch zu wenig Beachtung geschenkt. Aber gerade diese Literatur setzt auf der Verständnisebene der Schüler an und schafft es, eine Brücke zwischen Schule und Freizeit zu schlagen
(5) Ein weiterer Missstand ist, dass viele Lehrer das Erzählen und Vorlesen vernachlässigen und damit den Schülern auch nicht zeigen, wie schön Geschichten sein können. Aber gerade Vorlesen und Erzählen eignen sich hervorragend dazu, das Kind an das Buch heranzuführen.

3.4 Lesemotivierende Anregungen für den Unterricht

Ziel des Leseunterrichts sollte es sein, eine überdauernde Lesemotivation aufzubauen.[21] Um die Leselust im Schüler zu wecken, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Einige davon werden im Folgenden vorgestellt:

3.4.1 Erzählen oder Vorlesen von Geschichten

In der Schule wird das Erzählen und das Vorlesen häufig als Zeitverschwendung eingeschätzt, aber gerade das ist es nicht. Im Erzählen eröffnet sich ein Weg, das Kind frühzeitig Freude und Interesse an Geschichten erfahren zu lassen. Bevor der Schulanfänger selbst lesen kann, erlebt er die Faszination, die von Büchern ausgehen kann und erwirbt so bereits eine wichtige literarische Grunderfahrung.[22]

Zu der positiven Einstellung den Geschichten gegenüber kommt noch das Erlebnis der Zuwendung durch den Erzähler hinzu, woraus eine emotional positive Bindung zum Buch resultiert.[23]

Möglicherweise können durch die Erfahrungen, die die Kinder in der Schule mit Literatur machen, dann auch wieder die Eltern angeregt werden, zuhause Geschichten zu erzählen oder vorzulesen.[24] Zum Erzählen eignen sich je nach Alter der Kinder beispielsweise Bilderbücher, Märchen, Sagen oder Geschichten. Besonders zu empfehlen sind regelmäßige Gelegenheiten zum Vorlesen und Erzählen, wie z.B. der Morgenkreis, auf die sich Kinder einstellen können.[25]

[...]


[1] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 5.

[2] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 5.

[3] Staatsinstitut (1989), S. 6.

[4] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 7ff.

[5] Staatsinstitut (1989), S. 8.

[6] Staatsinstitut (1989), S. 9.

[7] Staatsinstitut (1989), S. 10.

[8] Vgl. Bünning (1981), S. 25.

[9] Bünning (1981), S. 26.

[10] Vgl. Bünning (1981), S. 27.

[11] Vgl. Bünning (1981), S. 27f.

[12] Vgl. Bünning (1981), S. 28.

[13] Vgl. Bünning (1981), S. 29f.

[14] Vgl. Bünning (1981), S. 30f.

[15] Heuss (1993), S. 108.

[16] Vgl. Heuss (1993), S. 108.

[17] Vgl. Heuss (1993), S. 109.

[18] Heuss (1993), S. 109.

[19] Vgl. Staatsinstitut (1989). S. 12.

[20] Vgl. Staatsinstitut (1989), S12ff.

[21] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 18.

[22] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 18.

[23] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 18.

[24] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 18.

[25] Vgl. Staatsinstitut (1989), S. 20.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Lesen und Verstehen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Universität)
Veranstaltung
Schriftspracherwerb - pädagogische und didaktische Tendenzen und Perspektiven
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
40
Katalognummer
V53340
ISBN (eBook)
9783638488136
ISBN (Buch)
9783638598514
Dateigröße
960 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lesen, Verstehen, Schriftspracherwerb, Tendenzen, Perspektiven
Arbeit zitieren
S. Lauterbach (Autor), 2005, Lesen und Verstehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53340

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