Analyse des Private Equity Prozesses


Hausarbeit, 2018

24 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition von Private Equity

3 Private Equity Wertschöpfungsprozess
3.1 Ähnliche Beteiligungsformen
3.1.1 Venture Capital
3.1.2 Growth Capital
3.1.3 Unterschiede
3.2 Heuschreckendebatte
3.3 Kritische Würdigung von Private Equity

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Die Größten Private Equity Gesellschaften im Jahr 2016

Abbildung 2 Lebenszyklus eines Unternehmens

Abbildung 3 Kreislauf Private Equity

Abbildung 4 Venture Capital Stage

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Seit der im Jahre 2004 durch Franz Müntefering ausgelöste Heuschreckendebatte ist auch in Deutschland, Private Equity ein bekannter Begriff in der Wirtschaft. Private Equity existiert in vielen Formen z.B. in Form von Venture Capital als Einstieg für die Existenz- gründung von Startups wie in der TV-Serie „Höhle der Löwen“ oder beim Kauf von Un- ternehmen wie im Jahr 1999 das deutsche Sanitärunternehmen Grohe durch die Finan- zinvestoren TPG (The Project Group- Private Equity Unternehmen) und Credit Suisse (Bank). Der „Trend“ der zu uns überschwappte ist in den USA seit Jahren etabliert und wird durch Private Equity Gesellschaften wie KKR (Kauf von WMF) oder Blackstone (Kauf von Jack Wolfskin) auch gelebt. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Analyse von Private Equity Prozessen auseinander. Die Arbeit besteht aus vier Abschnitten. Der erste Abschnitt ist die Einleitung. Der zweite Teil dieser Arbeit widmet sich der Defini- tion von Private Equity und der Abgrenzung zu Public Equity. Im dritten Abschnitt wird der Wertschöpfungsprozess beschrieben und auf die von Franz Müntefering eingeleitete Heuschreckendebatte eingegangen. Abschließend werden im gleichen Abschnitt ver- schiedenen Arten des Private Equity erläutert und eine Abgrenzung zwischen Private Equity, Venture Capital und Growth Capital geschaffen. Im letzten Abschnitt, dem Fazit, werden die Vor- und Nachteile von Private Equity bewertet.

2 Definition von Private Equity

Wörtlich aus dem Englischen übersetzt bedeutet Private Equity = privates Eigenkapital. Das private Eigenkapital kann von institutionellen Investoren wie Private Equity Gesell- schaften (PEG), öffentlichen Investoren wie vermögende Privatpersonen z.B. Carsten Maschmeyer1 oder von Banken wie Credit Suisse stammen.2 Durch die terminologische Vielfalt und die uneinheitlichen Begriffsdefinitionen gibt es keine einheitliche Begriffs- bestimmung für Private Equity3. In jüngster Vergangenheit wurde Private Equity (PE) als Synonym für den Markt privater Unternehmensfinanzierung nicht börsennotierter Unter- nehmen verwendet4 Um die Begrifflichkeiten in der Hausarbeit leichter trennen zu kön- nen wird, wie in der Praxis und in der betriebswirtschaftlichen Forschung der Oberbegriff „Private Equity“ in die Begriffe „Private Equity im weiten Sinne“ (PE i. w. S.) und „Pri- vate Equity im engeren Sinne“ (PE i. e. S.) unterteilt. Der Begriff PE i. w. S. wird in dieser Hausarbeit, als allgemeiner Sammelbegriff für sämtliche Kapitalarten aufgefasst, die als Eigenkapital oder eigenkapitalähnliches Instrument von außen in ein Unternehmen eingebracht und nicht an den organisierten Kapitalmärkten gehandelt werden.5 Private Equity i. w. S. beschreibt also den Bereich Venture Capital. Dazwischen steht das Growth Capital. Die Investition von PE i.e. S in die Target-Unternehmen werden bei bereits etab- lierten Unternehmen getätigt. Hier kann also vom klassischen Private Equity ausgegan- gen werden. Venture Capital Unternehmen investieren in Jungunternehmen und Startups. Im Gegensatz zu PE i. e. S. wird das Unternehmen nicht aufgekauft, sondern Anteile, um das Startup Unternehmen beim Wachstum zu Unterstützen und am Ende des Tages eine Rendite zu erwirtschaften. Auf den Terminus Venture Capital6, wird im weiteren Verlauf der Hausarbeit noch näher eingegangen. Da sich Unternehmen in verschiedenen Entwick- lungsphasen befinden, werden für verschiedene Entwicklungsphasen7 unterschiedliche Begriffe abgegrenzt. Dies wird in Abbildung 2 durch Zuhilfenahme des Unternehmens- lebenszyklus näher erläutert.

Das Private Equity zählt zur alternativen Kapitalanlage. Alternative Kapitalanlagen sind dadurch definiert, dass sie komplexer, illiquider und ungenauer bewerteter als die traditi- onellen Kapitalanlagen sind. 8 Es wird als eine neue, moderne Anlageinvestition im An- lagesegment gesehen. Anders als bei Public Equity (=börsengehandeltes Beteiligungska- pital) bezeichnet das Private Equity die Beteiligung an nicht börsennotierten Unterneh- men z.B. durch spezielle Firmen wie Blackstone9 oder KKR.10 Diese fehlende Börsenfä- higkeit grenzt Private Equity i. w. S. grundlegend von Public Equity ab. Public Equity ist der Oberbegriff aller Eigenkapitalformen, die am organisierten Kapitalmarkt gehandelt werden.11 Es ist das Eigenkapital welches die Anleger den Unternehmen in Form von Aktien zur Verfügung stellen. In Abbildung 1 werden die größten Private Equity Unter- nehmen aus dem Jahr 2014 aufgeführt. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, kommen die meisten PEG aus den USA.

Abbildung 1 Größten Private Equity Gesellschaften im Jahre 2016 12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Abbildung 2 ist der Lebenszyklus eines Unternehmens aufgeführt. Die Punkte 1-5 be- schreiben die Phase in der sich ein Unternehmen aktuell befindet. Phase 1 beschreibt die Gründung oder auch die Entwicklung eines Unternehmens. In Unternehmen die sich in dieser Phase befinden, investieren die sogenannten Venture Capital Unternehmen. In Phase 2, der Wachstumsphase, ist das Growth Capital für Unternehmen wichtig die sich in ihren bestehenden Geschäftsfeldern weiterentwickeln wollen oder neue Geschäftsbe- reiche für sich erschließen möchten. Dies ist für Unternehmen mit Wachstumswunsch wichtig, die jedoch nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. In Kapitel 3.1.2 wird das Growth Capital genauer erläutert. Diese beiden Phasen sind zusammengefasst die Phasen für Investition des Private Equity i. w. S. Ab der Sättigungsphase wird es für PE i e. S. interessant. Die Arten von Private Equity sind in der Abbildung 4 nochmal genauer aufgeführt.

Abbildung 2 Lebenszyklus eines Unternehmens 13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Wesentlichen befasst sich Private Equity mit zwei Themen. Das erste Thema be- schreibt Private Equity, als Oberbegriff des Anlagesegmentes vorbörslicher Firmenbetei- ligungen. Das zur Verfügung gestellte Eigenkapital ist für den Investor voll haftend. Da- mit Investoren ein geringeres Risiko haben investieren sie nicht direkt in ihr Target, son- dern in sogenannte Private Equity Fonds. Dafür suchen sie die private Equity Gesellschaf- ten auf oder werden von Private Equity Gesellschaften aufgesucht. Auf dieses Thema wird näher in Kapitel 3 eingegangen. Das Untergeordnete zweite Themabeschreibt die Investition späterer Finanzierungsphasen. Also , Phase 3 Reife/Sättigung aus Abbildung 2.14

3 Private Equity Wertschöpfungsprozess

Die sogenannten Private Equity Unternehmen setzen eine Geldsammelstelle auf um ein Unternehmen einzukaufen. 15 Diese Geldsammelstelle wird als Fond bezeichnet.

Die Abwicklung einer Investition unter Zuhilfenahme eines Fonds ist Beispielhaft in Ab- bildung 3 aufgeführt. PEG Gesellschaften machen sich auf die Suche nach Investoren. Dies wird auch Fundraising genannt. Die Investoren Zahlen Geld in den Fond ein. Mit dem Fond wird ein komplettes Unternehmen oder ein Mitsprachrecht mit Gewinnbeteili- gung eingekauft. Das Unternehmen wird in den nächsten Jahren saniert um für eine Hö- here Summe z.B. an die Konkurrenz verkauft zu werden. Die Sanierung des Unterneh- mens erfolgt durch die Verlagerung ins Ausland, Entlassungen von Mitarbeitern oder Ver- und Zukäufe von Unternehmensteilen. Nachdem das Unternehmen saniert und neu- strukturiert wurde, wird es an andere Firmen weiterverkauft oder an die Börse gebracht. Dieser Prozess wird als „Exit“ beschrieben. An die Investoren wird eine Gewinnabhän- gige Rendite ausgeschüttet.

In Private Equity Unternehmen investieren in der Regel Banken, Versicherungen, Pensi- onskassen, vermögende Privatleute oder amerikanische Privatuniversitäten. Der Private Equity Fond ist eine Möglichkeit für die Investoren im Falle eines Misserfolgs, eines ein- zelnen Investments, nicht mit dem gesamten Privatvermögen zu haften. Durch die Inves- tition in verschiedene Investments oder Targets wird das Verlustrisiko auf alle Investoren des Fonds verteilt. Es fällt also nur ein anteiliger Verlust auf den einzelnen Investor. Die- ser Verlust kann jedoch durch den positiven Verlauf anderer Investitionen der PEG kom- pensiert werden. Aufgrund des Eigenkapitalcharakters der Investition agiert der Investor als Gesellschafter. Ohne den Fond müsste im äußersten Fall, bei einer Fehlinvestition des Targets, der Investor mit dem Verlust des Investments in voller Höhe rechnen. In der Regel sucht sich das Privat Equity Unternehmen eine Firma aus die für einen niedrigen Preis eingekauft werden kann. PEG Unternehmen bieten sich bei Unternehmen als Inves- toren an die in der Regel besondere Situationen meistern müssen. Dazu zählen Eigentü- merwechsel, Nachfolgerprobleme oder die Überwindung von kritischen Wachstums- schwellen und die finanziell nicht aufbringbare Sanierung des Unternehmens. Grund kön- nen sowohl ausgeschöpfte Eigenkapitaleinlagen, als auch bereits aufgebrauchte Fremdfi- nanzierungsmöglichkeiten sein. Durch die Bereitstellung von mittel- oder langfristigem Eigenkapitel für einen begrenzten Zeitraum. Durchschnittlich 3 bis 7 Jahre erhält die PEG die Möglichkeit der Einflussnahme durch Informations-, Kontroll-, und Mitsprache- rechte, gepaart mit einer aktiven unternehmerischen Betreuung und Unterstützung des Managements. Das Ziel der PEG Unternehmen ist eine Steigerung des Unternehmens- wertes innerhalb der Beteiligungszeit.16 Mithilfe der Managementexpertise des Private Equity Unternehmen wird durch Umstrukturierung eines Unternehmens der Marktwert für diesen gesteigert.

Abbildung 3 Kreislauf Private Equity 17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Bekannt aus der Serie „Höhle der Löwen“

2 Vgl. Eckstaller, Huber-Jahn, (2006), S. 11

3 Vgl Pankotsch (2005). S 8

4 Vgl. Thum, Timmreck, Keul,(2008), S.11.

5 Vgl. Bader (1996), S. 10; vgl. Leopold/Frommann/Kühr (2003), S. 9, Vgl. Schefczyk (2006), S. 8, vgl. Nathusius (2003), S. 176.

6 Vgl.Weber (2006), S. 46

7

8 Vgl. Bernhard Jens

9 https://www.blackstone.com/the-firm/asset-management/private-equity

10 http://www.kkr.com/businesses/private-equity

11 vgl. Weitnauer (2001), S. 258. Statt von Public Equity wird auch von Quoted Equity gesprochen. vgl. Fendel/Groh (2002), S92, vgl. Jesch (2004), S23

12 Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/232880/umfrage/private-equity-gesellschaften-welt- weit-nach-fundraising-volumen/

13 Quelle: https://smartmarketingbreaks.eu/wp-content/uploads/2016/10/Produktlebenszyklus.jpg

14 Vgl. Jesch, [2004], S. 21

15 Vgl. Jesch, [2004], S. 21

16 Vgl. Becker, Schulte-Krumpen, Graneß, (2011), S.34f.

17 http://www.payer.de/arbeitkapital/arbeit30108.gif

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Analyse des Private Equity Prozesses
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V535140
ISBN (eBook)
9783346126955
ISBN (Buch)
9783346126962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung Private Equity Heuschreckendebatte
Arbeit zitieren
Daniela Franken (Autor), 2018, Analyse des Private Equity Prozesses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535140

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