Energie ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Ohne die Energie in ihren verschiedensten Erscheinungsformen wäre ein Leben auf der Erde undenkbar. Mit dem rasanten Anstieg der Bevölkerungszahl in den letzten Jahrzehnten und dem Aufstreben der Entwicklungs- und Schwellenländer, ist auch der Gesamtenergieverbrauch weltweit gestiegen. Aus der verstärkten Nutzung von Energie entstehen immer weitreichendere Probleme, welche wie folgt klassifiziert werden können: Die direkte Belastung entsteht durch die Erzeugung und Nutzung von Energie (zum Beispiel durch Lärm oder unangenehmen Geruch). Als indirekte Belastung wird allgemein der Ausstoß klimaverändernder Stoffe, beispielsweise Kohlendioxid (CO2), verstanden.Bei der Betrachtung des Energieverbrauches muss man unterscheiden zwischen Primärenergieträger und Sekundärenergieträger. Erstere werden im Allgemeinen als Basis des Energieverbrauches verstanden. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Steinkohle, Erdgas, Erdöl, Sonne, Wind und Wasser. Der Primärenergieverbrauch repräsentiert dabei die tatsächlich verbrauchte Energiemenge. Ein großer Teil der Primärenergie wird in Sekundärenergie umgewandelt. So wird Erdöl zumeist in Benzin beziehungsweise Heizöl überführt, um dann als elektrische Energie zur Verfügung zu stehen. Durch diese Umwandlungsprozesse entstehen Verluste zum Beispiel in Form von Abwärme (nach LESER, 171).
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Betrachtungen
2. Begrenzte Rohstoffe
2.1 Erdöl
2.2 Erdgas
2.3 Kohle
2.4 Uran
3. Erneuerbare Energien
3.1 Windkraft
3.2 Wasserkraft
3.3 Solarenergie
3.3.1 Photovoltaik
3.3.2 Solarthermie
3.4 Geothermie
3.5 Biomasse
4. Lösung der Rohstoffproblematik
4.1 Europäische Ebene
4.2 Nationale Ebene
4.3 Einsparpotenziale
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den globalen Anstieg des Energieverbrauchs im Kontext begrenzter fossiler Energieressourcen und untersucht das Potenzial erneuerbarer Energieträger sowie politischer Steuerungsmaßnahmen zur Bewältigung der Rohstoffproblematik.
- Analyse der Verfügbarkeit fossiler Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran)
- Bewertung des Potenzials erneuerbarer Energiequellen wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse
- Untersuchung politischer Förderinstrumente auf EU- und nationaler Ebene
- Identifikation von Effizienz- und Einsparpotenzialen in privaten Haushalten und im Verkehrssektor
Auszug aus dem Buch
3.6 Biomasse
Biomasse soll hier als letzte regenerative Energiequelle behandelt werden. Es ist die Ressource mit dem breitesten Spektrum, sowohl in Erscheinungsform als auch Verwendungsmöglichkeit. Biomasse umfasst „sämtliche Stoffe organischer Herkunft (d.h. kohlenstoffhaltige Materie)“ (Kaltschmitt & Wiese 1997, 499). So zum Beispiel Holz, Energiepflanzen, Stroh, Ernteabfälle oder Gülle. Eingesetzt wird sie zur Erzeugung von Strom, Wärme oder Kraftstoff. Um den Transport und die Verteilung effizienter zu gestalten wird Biomasse in Stoffe mit einer hohen Energiedichte umgewandelt. Die bedeutendsten sind Ethanol, Raps-Methylester (RME) und Biogas.
Ein großer Vorteil bei der Nutzung von Biomasse besteht in ihrer CO2 Neutralität. Verbrennt man Biomasse, wird nur soviel CO2 frei wie bei ihrer Entstehung durch die Pflanzen gebunden wurde. Natürlich gilt diese Neutralität nur, wenn auch der Anbau, der Transport und die Verarbeitung der Biomasse ohne die Inanspruchnahme fossiler Energieträger geschehen.
Des Weiteren ist eine Nutzung von Biomasse dezentral möglich. So lässt sich in peripheren Räumen aus Ernterückständen oder Holz Strom und Wärme gewinnen. Einsatzmöglichkeiten liegen hier besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, in den selten ein flächendeckendes Stromversorgungsnetz existiert. Auch aus ökonomischer Sicht ist hier der Einsatz von Biomasse als Energielieferant günstiger als die Schaffung eines Stromleitungsnetzes (Osteroth 1992, 98 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Betrachtungen: Einführung in die Problematik des wachsenden globalen Energieverbrauchs und Differenzierung zwischen Primär- und Sekundärenergieträgern.
2. Begrenzte Rohstoffe: Detaillierte Untersuchung der Verfügbarkeit, Reichweite und Nutzung fossiler Brennstoffe sowie Uran.
3. Erneuerbare Energien: Analyse verschiedener regenerativer Energiequellen und deren technologisches Potenzial zur Strom- und Wärmeerzeugung.
4. Lösung der Rohstoffproblematik: Diskussion politischer Förderstrategien auf europäischer und nationaler Ebene sowie technische Ansätze zur Steigerung der Energieeffizienz.
5. Schlussbetrachtungen: Fazit zur Notwendigkeit eines ausgewogenen Energiemixes und effizienterer Ressourcennutzung angesichts begrenzter Reserven.
Schlüsselwörter
Energieverbrauch, Rohstoffproblematik, fossile Energieträger, erneuerbare Energien, Erdöl, Erdgas, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Energiewende, Energieeffizienz, Photovoltaik, Windkraft, Biomasse, Geothermie, Primärenergie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die globale Problematik des stetig wachsenden Energiebedarfs und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Versorgungssicherheit durch endliche fossile Energieressourcen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Analyse fossiler Energieträger, das Potenzial erneuerbarer Energien, Strategien zur staatlichen Förderung sowie Ansätze zur Steigerung der Energieeffizienz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine Kombination aus alternativen Energiequellen und effizientem Ressourceneinsatz die langfristige Energieversorgung gesichert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autoren stützen sich auf eine fundierte Literaturanalyse, statistische Datenberichte (z. B. von BP und BGR) sowie die Auswertung relevanter technischer und politischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme fossiler Rohstoffe, die detaillierte Vorstellung regenerativer Energietechnologien und die Erörterung von Lösungswegen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, Energiewende, fossile Rohstoffe, Energieeffizienz und technologische Entwicklung geprägt.
Welche Rolle spielt die Biomasse laut der Arbeit?
Biomasse wird als eine vielseitige Ressource mit CO2-neutralen Vorteilen hervorgehoben, wobei jedoch die Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion als limitierender Faktor kritisch hinterfragt wird.
Warum wird die Kernenergie im Dokument problematisiert?
Die Kernenergie wird aufgrund der Lücke zwischen Uranproduktion und -verbrauch, der Problematik der Abfallbeseitigung und der unsicheren Reichweite der Uranreserven als kaum zukunftsfähig eingestuft.
Welche Herausforderungen sieht der Autor bei Offshore-Windanlagen?
Die Herausforderungen liegen in den hohen Kosten für Bau und Wartung unter erschwerten Bedingungen auf See sowie der langen Amortisationszeit der investierten Energie.
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- Matthias Kunze (Author), Lars Drechsler (Author), 2005, Gesellschaft und Energie - Strategien zur Lösung der Rohstoffprobleme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53517