Das Ziel dieser Arbeit ist es zu erheben, wie österreichische Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden höheren Schulen die Qualität von Informationen aus dem Internet beurteilen. Die Berichterstattung sowie die verwendeten Informationskanäle haben sich durch die Digitalisierung maßgeblich verändert. Somit hat sich sowohl der Nachrichtenaustausch als auch der Zugang zu Informationen aufgrund der neuen Plattformen enorm erleichtert.
In diesem Zusammenhang wird oft darüber gesprochen, dass vor allem die jugendlichen Digital Natives sind und diese Generation besser mit der angesprochenen Entwicklung zurechtkommt. Assessments der Stanford History Education Group haben aber Gegenteiliges gezeigt, denn Schülerinnen und Schüler sind demzufolge nur bedingt in der Lage Online-Informationen zu beurteilen. Die durchgeführten Assessments und Studien haben sich in Amerika unter dem Namen "Civic Online Reasoning" durchgesetzt. "Civic Online Reasoning" meint, die Fähigkeit soziale und politische Informationen effektiv online zu suchen, zu bewerten und zu überprüfen.
Da in Österreich noch keine Studien zu diesem hochaktuellen Thema existieren, werden die Assessments der Stanford History Education Group von dem Verfasser für Österreich angepasst und eine schriftliche Befragung unter 193 Schülerinnen und Schülern durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemhintergrund
1.2 Relevanz
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Digitalisierung
2.2 „Digital Literacy“
2.3 „Digital Natives“
2.4 „Digital Citizenship“
2.5 „Civic Online Reasoning“
3 Der Untersuchungsgegenstand
4 Methodik
4.1 Herangehensweise bei der Literaturrecherche
4.2 Empirisches Untersuchungsdesign
4.3 Analysen
5 Ergebnisse
5.1 Homepage Analysis
5.2 Evaluating Evidence
5.3 Facebook Argument
5.4 Argument Analysis
5.5 News Search
5.6 Comments Section
5.7 News on Twitter
5.8 News on Facebook
5.9 Article Analysis
5.10 Überblick über das Gesamtergebnis
5.11 Interessante Informationen zu den Versuchspersonen
6 Diskussion der Ergebnisse
6.1 Erkenntnisse der einzelnen Aufgaben
6.2 Gegenüberstellung der Ergebnisse von USA und Österreich
6.3 Vergleich Theorie und Praxis inklusive Handlungsempfehlungen
7 Implikationen und weiterer Forschungsbedarf
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Erhebung, inwieweit österreichische Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden höheren Schulen dazu in der Lage sind, die Qualität von Online-Informationen kritisch zu bewerten und die Vertrauenswürdigkeit von Internetquellen fundiert einzuschätzen.
- Anpassung und Anwendung der „Civic Online Reasoning“-Assessments der Stanford History Education Group auf den österreichischen Kontext.
- Untersuchung der digitalen Kompetenzen sowie der Fähigkeit zur Quellenkritik bei Jugendlichen.
- Analyse soziodemografischer Faktoren und deren Einfluss auf die Bewertung digitaler Inhalte.
- Identifikation von geschlechts- und altersspezifischen Unterschieden im Umgang mit Online-Informationen.
- Ableitung von didaktischen Handlungsempfehlungen zur Förderung der Informationskompetenz in Bildungseinrichtungen.
Auszug aus dem Buch
Civic Online Reasoning
Wie von McGrew et al. (2018) dargestellt, ist die Gesellschaft mittlerweile in einer Welt angekommen, in der von Bildschirmen gelernt wird. Heutzutage ist nicht nur der Zugang zu Informationen ausreichend, sondern auch eine Bewertung dieser erforderlich. Somit wird von jeder einzelnen Person eine enorme Verantwortung bei der Beurteilung von Informationen aus dem Internet benötigt. Legen die Jugendlichen eine lasche Haltung an den Tag, dann wird ihr Urteilsvermögen geschwächt und ihre Fähigkeit eine fundierte Meinung zu bilden, beeinträchtigt. Wenn also die Bürgerinnen und Bürger nicht in der Lage sind, die Informationen kritisch zu bewerten, dann sind sie anfällig dafür, von falschen Angaben und falschen Argumenten getäuscht zu werden. „Civic Online Reasoning“ meint, die Fähigkeit soziale und politische Informationen effektiv online zu suchen, zu bewerten und zu überprüfen (McGrew et al., 2018).
Wenn sich die Gesellschaft, wie von McGrew et al. (2018) geschildert, auf das Internet als Quelle politischer und sozialer Informationen verlässt, dann werden effektive Beurteilungsfähigkeiten immer wichtiger. Der Verlass auf das Internet kann enorme Möglichkeiten für die demokratische Partizipation bedeuten, birgt jedoch auch einige Gefahren, da Informationen frei und in enormer Geschwindigkeit veröffentlicht werden können. Zudem zeigen Studien, die in dem Artikel angesprochen werden, dass für 46 % der teilnehmenden Personen die Attraktivität der Website, also das Design, eine bedeutende Rolle spielt. Wenn sich also nahezu die Hälfte der Benutzerinnen und Benutzer bei der Glaubwürdigkeit bzw. Vertrauenswürdigkeit auf die Attraktivität und die Tippfehler-Freiheit beruft, dann sind sie schnell getäuscht. Dies trifft auch zu, wenn Jugendliche glauben, dass sie die Reihenfolge der Suchergebnisse als Signal für die Vertrauenswürdigkeit einer Quelle heranziehen können. Diese Erkenntnisse zeigen ein pessimistisches Szenario und stellen dar, dass „Digital Natives“ bei der Suche und bei der Bewertung von Informationen ähnlich vorgehen bzw. ähnliche Fehler machen, wie das andere Altersgruppen tun.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Informationsüberflutung im digitalen Zeitalter ein und begründet die Relevanz einer wissenschaftlichen Untersuchung der Beurteilungskompetenz von Online-Informationen bei Schülern.
2 Theoretischer Rahmen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Digitalisierung, „Digital Literacy“, „Digital Natives“ und „Digital Citizenship“, um das theoretische Fundament für das Konzept „Civic Online Reasoning“ zu legen.
3 Der Untersuchungsgegenstand: Dieser Abschnitt beschreibt die Zielgruppe, die ausgewählten Schulen und die Fächer, in denen die Erhebung stattfand, um das Feld der Untersuchung einzugrenzen.
4 Methodik: Hier werden die Literaturrecherche sowie das empirische Untersuchungsdesign, inklusive der Modifikation der US-amerikanischen Assessments für den österreichischen Sprachraum, detailliert erläutert.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Daten der durchgeführten Assessments und bietet einen umfassenden Überblick über die Testergebnisse der Schülerinnen und Schüler.
6 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden hier interpretiert, mit den US-Studien verglichen und in den Kontext der theoretischen Erwartungen gesetzt, gefolgt von konkreten Handlungsempfehlungen.
7 Implikationen und weiterer Forschungsbedarf: Zum Abschluss werden die Erkenntnisse zusammengefasst, Limitationen der Studie aufgezeigt und notwendige zukünftige Forschungsansätze skizziert.
Schlüsselwörter
Civic Online Reasoning, Digitalisierung, Informationskompetenz, Digitale Kompetenz, Quellenkritik, Schüler, Internetnutzung, Medienkonsum, Fake News, Urteilsvermögen, Medienbildung, Online-Quellen, Stanford History Education Group, Österreich, Quantitative Studie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht, wie österreichische Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden höheren Schulen die Vertrauenswürdigkeit von Online-Informationen beurteilen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Themen wie Digital Literacy, den Einfluss der Digitalisierung auf das Informationsverhalten, kritische Medienkompetenz und die Anwendung von „Civic Online Reasoning“-Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es, die Fähigkeit der Jugendlichen zu erheben, Informationen effektiv im Internet zu suchen, zu bewerten und zu überprüfen, um Empfehlungen für den Bildungsbereich abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie durchgeführt, bei der modifizierte Assessments der Stanford History Education Group in Form eines Fragebogens bei 193 Probanden zum Einsatz kamen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Herangehensweise, die detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse aus neun Aufgaben sowie die Diskussion dieser Resultate.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Civic Online Reasoning, digitale Kompetenz, Quellenkritik, Medienbildung und Informationskompetenz beschreiben.
Warum wird zwischen verschiedenen Schulzweigen unterschieden?
Die Untersuchung berücksichtigt verschiedene Ausbildungsschwerpunkte (wie Wirtschaft, Sprachen oder Informatik), um zu analysieren, ob sich unterschiedliche schulische Vorkenntnisse auf die Fähigkeit zur kritischen Informationsbeurteilung auswirken.
Welche Bedeutung kommt dem „seitlichen Lesen“ in der Arbeit zu?
Das „seitliche Lesen“ wird als eine von „Fact-Checkern“ praktizierte, effektive Strategie hervorgehoben, die gegenüber starren Checklisten bevorzugt werden sollte, um die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten zu prüfen.
- Citation du texte
- Tim Loibl (Auteur), 2019, Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Online-Informationen. Können Schüler Informationen aus dem Internet richtig bewerten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535241