Das Leseverfahren in fünf Jahrhunderten - Valentin Ickelsamer (16 Jh.) bis Anfang 20. Jahrhundert


Seminararbeit, 2002
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1) historische Hintergründe der Fibel

2) Biographie und Werdegang von Valentin Ickelsamer
- Leselehrmethoden

3) Die Fibel von der Reformationszeit bis heute
- Die religiöse Fibel (15.- 17. Jh.)
- Das phansophische Elementarwerk (17. Jh.)
- Die verständige Fibel (18. Jh.)
- Die anschauliche Fibel ( 19. Jh.)
- Abwandlungen der anschaulichen Fibel (19. Jh.)
- Die kindertümliche Fibel ( 20. Jh.)
- Die Lebensgemeinschaftsfibel ( 20. Jh.)

4) Literaturangabe

1) Historische Hintergründe der Fibel

Der Name „Fibel“ ist durch die Kindersprache aus „Bibel“ abgeleitet.

Im 15. Jh., im Reformationsjahrhundert, war eine Fibel vergleichbar mit einer kleinen Bibel, da die Fibel hauptsächlich aus Bibelstücken aufgebaut war.

Die Fibel kann auf eine vierhundertjährige Geschichte zurückblicken, sie existiert in ihren Anfängen seit der Reformationszeit und reicht bis in unser Jahrhundert.

Der Name „Fibel“ war vor allem im norddeutschen Raum verbreitet, erst ab dem 18. Jh. wurde der Begriff „Fibel“ als Buchtitel allgemein bekannt und bekommt somit eine Eigenstellung. „Fibel“ steht nun allgemein für das erste Schul- und Lehrbuch.

Seit dem ersten Erscheinen der Fibel bis heute gibt es vier Grundprinzipien, welche die Fibel nach und nach geprägt haben:

- die Schule und damit die Pädagogen, welche die Gestalt der Fibel als

Unterrichtsmittel festlegen. (die Fibel als erstes Schulbuch)

- das Lesen- und Schreibenlernen, welches nach methodischen Schritten

durchgeführt werden muss, und damit zu einem wichtigen Gesichtspunkt der

Buchgestaltung wird. (gibt der Fibel den Charakter eines Lernbuches)

- die kindlichen Leser selbst, die nur nach und nach die Welt in Sprache und

Bild aufnehmen können. (die Fibel als Kinderbuch)

- der Bildungsauftrag, nach dem die Fibel in ihren Inhalten gestaltet wird.

(die Fibel als Bildungsbuch)

Luthers begeisternde Worte im 16. und 17. Jh. gegenüber der Fibel bestärkt die damaligen Fibelschreiber wie Kristofferus Hueber – Valentin Ickelsamer – Peter Jordan – Jacob Gruessbeutel - Ortolph Fuchsperger – Johann Amos Comenius in ihrem Schaffen.

Luther schätzt Bücher überhaupt und setzt sich dafür ein Bibliotheken, besonders in großen Städten, zu errichten.

2) Biographie und Werdegang von Valentin Ickelsamer

Ickelsamer = „Einer von Ickelsheim“ ( Herkunftsname nach dem nicht weit entfernt gelegenen Orten Ober- und Unterickelsheim bei Uffenheim nahe dem vermeintlichen Geburtsort Ohrenbach)

- geboren um 1500 in Rothenburg an der Tauber
- verstorben 1547 in Augsburgs
- Valentin war ein talentierter Bauernjunge
- Er besuchte bis 1518 die Rothenburger Lateinschule
- Im Herbst 1518 Immatrikulation im Wintersemester an der Universität Erfurt als Valentin Ickelsamer Rothenburgia
- Er absolvierte in vier Semestern die „septem artes liberales“ (= die sieben freien Künste), was heute mit dem Grundstudium an der philosophischen Fakultät zu vergleichen ist.
- Im Sommersemester 1520 promoviert es zu einem niedrigen akademischen Grad („baccalaureus articum“)
- Er wechselte 1520 an die Universität nach Wittenberg und macht die Bekanntschaft mit Luther
- Im Frühjahr 1524 verlässt er Wittenberg
- Im Herbst 1524 eröffnet Ickelsamer eine Deutsche Schule in Rothenburg an der Lesen Schreiben und Rechen gelehrt wird.
- 1524 verfasst er eine Streitschrift gegen Luther zur Verteidigung Andreas Bodenstein von Carlstadt
- 1524 Heirat mit Margaretha
- 1525 verfasst er die Schrift „Clag ethliche Brüder“ in der seine religiöse und soziale Position zum Ausdruck kommt. Seiner Meinung nach sind Standes- und Bildungsunterschiede zweitrangig, alle Christen sollen brüderlich miteinander umgehen.
- 25. Mai 1525 verfasst er die Flugschrift „Ein ernstlich und wunderlich gesprech zwayer Kinder“, es ist ein Dialog zwischen dem Sohn eines Schusters und dem eines Feldhüters, in der in einfacher Katechismusform die Grundwerte und Anschauungen der evangelischen Lehre erörtert werden, wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Toleranz sowie Werte der christlichen Gesinnung.
- Im Juni 1525 flüchtet er, aufgrund seiner Einstellung zu den akuten religiösen und sozialen Problemen der Zeit, nach Erfurt.
- Er wird hier ebenfalls als Schulmeister beschäftigt und entwickelt dort eine neue Methode des Lesenlernens
- 1527 Veröffentlicht er die Methode unter dem Titel „Die recht weis, auffs kürtzist lesen zu lernen.“ (heute das bekannteste Buch unter den Fibeln)
- 1530 flüchtet er nach Augsburg trotz der Versöhnung mit Luther.
- Auch hier findet er Arbeit als Schulmeister sowie Privatlehrer
- Um 1534 veröffentlicht er die Ergebnisse der Augsburger Zeit in der Schrift „Teutschen Grammatica.“

Ickelsamer gilt heute als Elementarpädagoge. - Nicht genug, dass er offensichtlich der geborene Lehrer, der Kindererzieher aus Berufung war, hielt er seine lehrpraktischen Erfahrungen in zwei grundlegenden Arbeiten fest, die einen hohen Stellenwert in der Geschichte der Pädagogik besitzen.

Die erste Schrift „Die rechte weis, auffs kürzist lesen zu lernen" von 1527, entwickelt eine rationelle Leselernmethode, um die bis dahin praktizierte mechanische Buchstabiermethode zu ersetzen.

Seine zweite Schrift „Deutsche Grammatica" von 1534 geht von dem Zeitphänomen aus, dass, im Zeitalter des an den Werken der lateinisch-griechischen Literatur geschulten Humanismus die Beschäftigung mit der Muttersprache viel zu kurz kam, praktisch überhaupt nicht gepflegt wurde.

Seine Zeit und Umwelt hat leider wenig damit anzufangen gewusst. Vieles ist erst wesentlich später, einiges erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, aufgegriffen und weiterentwickelt worden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Leseverfahren in fünf Jahrhunderten - Valentin Ickelsamer (16 Jh.) bis Anfang 20. Jahrhundert
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau  (Pädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Erstlesen
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V5354
ISBN (eBook)
9783638132596
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leseverfahren, Jahrhunderten, Valentin, Ickelsamer, Anfang, Jahrhundert, Seminar, Erstlesen
Arbeit zitieren
Carolin Hildebrandt (Autor), 2002, Das Leseverfahren in fünf Jahrhunderten - Valentin Ickelsamer (16 Jh.) bis Anfang 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5354

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