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Die Reformation im königlichen Ungarn

Titel: Die Reformation im königlichen Ungarn

Hausarbeit , 2016 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Lauer (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Jahre 1525 gehörten 80 bis 85 Prozent der Einwohner des noch ungeteilten Königreiches Ungarn der römisch-katholischen Kirche an; um das Jahr 1570 herum hatte sich dies bereits grundlegend geändert: Nun waren 75 Prozent der Menschen auf dem Gebiet des alten Stephansreiches Protestanten. Es stellt sich die Frage, wie diese neue Situation innerhalb von nur zwei Generationen eintreten konnte. In dieser Arbeit soll daher der Verlauf der Reformation in Ungarn von ihren spätmittelalterlichen Vorbedingungen bis etwa 1570 dargestellt werden. Für die Zeit nach 1526, dem Jahr der Schlacht von Mohács, soll dabei lediglich ein Teil des Landes, nämlich das habsburgisch beherrschte königliche Ungarn in den Blick genommen werden.

Als erstes müssen hierfür einige der Faktoren thematisiert werden, die die Reformation in Ungarn begünstigten, unter anderem der Humanismus und die Mißstände in der Kirche. Danach wird auf die Verbreitung der Reformation vor 1526 eingegangen, um im zweiten Kapitel sogleich die Bedeutung des wichtigsten Ereignisses dieses Jahres, der Schlacht von Mohács, für die Reformation hervorzuheben. Der Rest der Ausführungen widmet sich dann wichtigen Wegmarken der Reformation im königlichen Ungarn bis circa 1570, zum Beispiel der lutherischen Confessio Pentapolitana aus dem Jahre 1549 und dem Aufstieg des Calvinismus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

I. Die Verhältnisse vor 1526

1. Humanismus und europäische Vernetzung

2. Missstände innerhalb der Kirche

3. Die Verbreitung der Reformation vor der Schlacht von Mohács

II. Der Verlauf der Reformation nach 1526

1. Die Auswirkungen der Schlacht von Mohács

2. Wichtige Etappen der Reformation im königlichen Ungarn

a) Der Fortgang der ersten Phase der Reformation

b) Die zweite Phase der Reformation und der Aufstieg des Calvinismus

c) Die Entwicklung bis zu König Maximilian I.

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rasante Ausbreitung der Reformation im ungarischen Raum zwischen 1525 und 1570. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren – von spätmittelalterlichen Vorbedingungen bis hin zu den politisch-gesellschaftlichen Erschütterungen nach der Schlacht von Mohács – diesen tiefgreifenden konfessionellen Wandel begünstigten.

  • Spätmittelalterliche Einflüsse des Humanismus und kirchliche Missstände
  • Die politische und geistige Bedeutung der Schlacht von Mohács (1526)
  • Konfessionelle Entwicklungen im königlichen Ungarn bis 1570
  • Der Aufstieg des Calvinismus und lutherische Bekenntnisbildung

Auszug aus dem Buch

3. Die Verbreitung der Reformation vor der Schlacht von Mohács

Der Beginn der ersten Phase der ungarischen Reformation wird um 1521 angesetzt. Wann genau Luthers Schriften Ungarn erstmals erreichten, lässt sich nicht sicher ermitteln. Es ist jedoch anzunehmen, dass schon ab 1518 deutschsprachige Drucke und Flugschriften von Kaufleuten und Studenten nach Ungarn gebracht wurden. Daher verbreitete sich das Luthertum zu Anfang der 1520er Jahre zuerst unter den deutschsprachigen Bewohnern des Stephansreiches und den des Deutschen mächtigen Angehörigen des Königshofes. Erstere lebten vor allem in den Städten, besonders in den oberungarischen Bergbaustädten, wo es ein mehrheitlich deutsches Bürgertum gab. Auch die Studenten, die es in der Folge vermehrt nach Wittenberg zog, waren bis 1529 allesamt deutschsprachig. Das Luthertum wurde deshalb vom magyarischen Adel zunächst als eine „deutsche“, mit den Herrschaftsansprüchen des Hauses Habsburg verbundene Religion bekämpft.

Dementsprechend waren die Jahre bis Mohács von Versuchen geprägt, die lutherische Lehre wieder zu unterdrücken, welche bis 1526 in der Tat nur wenige Hundert Anhänger finden sollte. 1521 ordnete Bischof Georg Szatmári in allen Kirchen die Verkündung der päpstlichen Exkommunikationsbulle gegen Luther an. Zwei Jahre später wurde auf dem Reichstag zu Ofen ein Gesetz erlassen und von Ludwig II. (König 1516–1526) bestätigt, das Lutheranern die Todesstrafe und die Einziehung ihres Vermögens androhte. Der Reichstag zu Rákos verschärfte dies – allerdings ohne königliche Bestätigung – im Jahre 1525 noch, indem er jedermann erlaubte, Lutheraner festzunehmen und zu verbrennen, was von manchen auch umgesetzt wurde. Diese Reichstagsbeschlüsse stellten die strengsten antilutherischen Gesetze Ostmitteleuropas dar, zeigen aber zugleich, dass es zu dieser Zeit noch nicht viele Lutheraner gegeben haben kann, wenn man mit ihnen so umgehen zu können glaubte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Verhältnisse vor 1526: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des Humanismus und die kirchlichen Missstände als ideale Nährböden für reformatorische Bestrebungen im mittelalterlichen Ungarn.

II. Der Verlauf der Reformation nach 1526: Die Auswirkungen der verheerenden Niederlage von Mohács werden analysiert, wobei besonders auf die politische Schwächung der Zentralgewalt und die konfessionellen Entwicklungen unter Ferdinand I. und Maximilian I. eingegangen wird.

Schlüsselwörter

Reformation, Ungarn, Schlacht von Mohács, Luthertum, Calvinismus, Ferdinand I., Humanismus, Konfessionalisierung, Stephansreich, Confessio Pentapolitana, Gegenreformation, kirchliche Missstände, König Maximilian I., Religionsfrieden, Adel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Ausbreitung der Reformation im ungarischen Raum und analysiert die Ursachen für den schnellen konfessionellen Wandel innerhalb weniger Jahrzehnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Vorbedingungen wie der Humanismus, die Auswirkungen der Schlacht von Mohács sowie die Etablierung des Luthertums und später des Calvinismus im königlichen Ungarn.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, die Gründe für den raschen Protestantismus-Zuwachs zwischen 1525 und 1570 zu eruieren und die Rolle der politischen Katastrophe von Mohács dabei kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um ein historisches Gesamtbild zu zeichnen und neuere Forschungsergebnisse zur ungarischen Reformationsgeschichte zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Zeit vor 1526, mit Fokus auf humanistische Einflüsse, und die Zeit nach 1526, in der die politische Teilung Ungarns und deren religiöse Folgen im königlichen Teil analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Reformation, Ungarn, Schlacht von Mohács, Luthertum, Calvinismus und Konfessionalisierung.

Warum konnte sich der Calvinismus im königlichen Ungarn schwerer etablieren als in anderen Landesteilen?

Da sich der Calvinismus vorwiegend unter der magyarischen Bevölkerung verbreitete, stand er im königlichen Ungarn, wo überwiegend Deutsche und Slowaken siedelten, in einer schwierigeren Position, insbesondere da das Haus Habsburg dort eher mit dem Luthertum harmonierte.

Welche Rolle spielte die Schlacht von Mohács für die Verbreitung der neuen Lehre?

Sie gilt als „Brandbeschleuniger“, da sie die staatliche Ordnung destabilisierte, die katholische Kirche schwächte und somit den Raum für die Reformation nachhaltig vergrößerte.

Wie stand König Ferdinand I. zur Reformation in seinem Herrschaftsgebiet?

Ferdinand I. versuchte zunächst, die Reformation zu bekämpfen, musste sich jedoch aufgrund politischer Abhängigkeit vom Adel und der permanenten Bedrohung durch die Türken mit den protestantischen Ständen arrangieren.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Reformation im königlichen Ungarn
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Seminar für Neuere Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar: DIe Habsburger und Ungarn (1526-1918)
Note
1,0
Autor
Alexander Lauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V535433
ISBN (eBook)
9783346122582
ISBN (Buch)
9783346122599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ungarn Reformation Königliches Ungarn 1526 Mohács Schlacht von Mohács Katholische Kirche Protestantismu Protestanten Calvinismus Calvinisten Lutheraner Antitrinitarier Habsburg Confessio Pentapolitana Gabriel Adriányi Ungarische Geschichte Humanismus Matthias Corvinus Kirchliche Mißstände Johann Zápolya Ferdinand I. von Habsburg Matthias Biró Dévai Nikolaus Oláh
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Alexander Lauer (Autor:in), 2016, Die Reformation im königlichen Ungarn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535433
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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