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Die Konstruktion von Geschlecht und die Konsequenzen für die Geschlechtersozialisation

Titre: Die Konstruktion von Geschlecht und die Konsequenzen für die Geschlechtersozialisation

Thèse de Bachelor , 2011 , 40 Pages , Note: 1,4

Autor:in: Oliver Bellstedt (Auteur)

Sociologie - Relations et Famille
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Im Rahmen dieser Arbeit wird das Themenfeld der Geschlechterkonstruktion aufgegriffen. Fachrichtungen der Sozial- und Naturwissenschaften versuchen mit Hilfe verschiedenster Theorien Gründe für die geschlechtsspezifischen Differenzen zu finden. Es wird im Detail dem biologischen und sozialen Geschlecht nachgegangen. Innerhalb dieser Debatte treffen am häufigsten der biologische Erklärungsansatz und der Ansatz der sozialen Konstruktion kontrovers aufeinander. Es wird zunächst aufgezeigt, dass der biologische Erklärungsansatz Geschlechterdifferenzen auf biologische Veranlagung und Vererbung zurückführt. Die Erörterung der sozialen Konstruktion von Geschlecht stellt darauf folgend den biologischen Determinismus in Frage, da der Ansatz die Geschlechter und deren Differenzen als sozial konstruiert begreift.1 Dafür soll zunächst die Entkoppelung von Geschlecht hinsichtlich Natur und Kultur mit Hilfe des Sex-Gender-Modells betrachtet werden, um im Folgenden die theoretischen Ansätze von Harold Garfinkel und Erving Goffman darzulegen. Ein Blick in die Ergebnisse der Kulturvergleichenden Forschung wird zeigen, welch großen Einfluss die Kultur auf die menschliche Entwicklung hat. Die entstehenden Lücken des binären Gesellschaftssystems, die sich beispielsweise bei Transsexualität finden lassen, bieten einen Darstellungsraum, indem ersichtlich wird, dass die vermutete Eindeutigkeit unserer dichotomen Geschlechterwelt eine Scheinwelt ist und dass sie für diejenigen große Probleme mit sich bringt, die nicht in unser Gesellschaftssystem der Zweigeschlechtlichkeit passen. Es wird ersichtlich, welch großen Aufwand die Akteure beim so genannten Doing Gender betreiben, um der allgegenwärtigen Omnirelavanz des Geschlechts im gesellschaftlichen Zusammenleben gerecht zu werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Konstruktion des biologischen Geschlechts

3 Geschlecht als soziales Konstrukt

3.1 Sex und Gender

3.2 Interkultureller Vergleich

3.3 Konstruktionskonzepte des sozialen Geschlechts

3.3.1 Der Goffmensch

3.3.2 Ethnomethodologie und Doing Gender

4 Geschlechterstereotype

4.1 Definition

4.2 Ursprung

4.3 Entwicklung

5 Geschlechtsspezifische Sozialisation

5.1 Eltern

5.2 Peers

5.3 Schule

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Geschlecht und deren Konsequenzen für die Geschlechtersozialisation, indem sie die Dichotomie zwischen biologischer Naturbestimmtheit und sozialer Konstruktion kritisch hinterfragt.

  • Biologische Erklärungsansätze versus soziale Konstruktion
  • Das Sex-Gender-Modell als analytisches Werkzeug
  • Theoretische Perspektiven von Goffman und Garfinkel
  • Die Rolle von Geschlechterstereotypen in der Gesellschaft
  • Einflussfaktoren der Geschlechtstypisierung durch Sozialisationsagenten

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Der Goffmensch

Einer der einflussreichsten Soziologen und Pionier auf dem Gebiet der Geschlechterforschung war Erving Goffman. In seiner Forschung betrachtete er das „institutionelle Arrangement der Geschlechter“, also die Art und Wiese wie Akteure die sozialen Ordnung ihrer Beziehung erzeugen. Goffman betrachtete Geschlecht als eine soziale Kategorie, welche durch Interaktionen entstehe. Eine Interaktion komme zustande, wenn Akteure körperlich anwesend seien und sich gegenseitig wahrnehmen und erwidern könnten. Sie ist ein „formender Prozess“ der Zwänge einschließe und den Akteuren keine Möglichkeit zum Ausweichen lasse. Goffman zeigte, dass bei sozialen öffentlichen Interaktionen bestimmte Zwänge gelten würden und dass diese Bestandteil des Alltagswissen und der Alltagstheorie einer gesellschaftlichen Gruppe seien, wobei diese sowohl innerkulturell als auch interkulturell sehr verschieden sein könnten.

Einer dieser Zwänge sei die Zuordnung eines Akteurs in eine der Geschlechterkategorien. Die Zugehörigkeit zu einer der Geschlechterkategorien ordnet jeden Akteur ein Leben lang in die eine oder andere Geschlechterkategorie ein. Erwachsene, die Kinder nach der Geburt aufgrund ihrer optisch sichtbaren biologischen Geschlechtsmerkmale in eine Geschlechterkategorie einordnen, legen von Anfang an fest, wie das Kind im Sinne der Geschlechterdifferenzierung behandelt und welche unterschiedlichen Erfahrungen es machen wird und vor allem welche spezifischen Erwartungen vorausgesetzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des binären Gesellschaftssystems ein und stellt die Forschungsfrage nach dem sozialen Stellenwert der Geschlechterkonstruktion.

2 Die Konstruktion des biologischen Geschlechts: Dieses Kapitel erörtert die fünf biologischen Bereiche (chromosomal, gonadal, hormonal, morphologisch, zerebral), die häufig zur Naturalisierung von Geschlechterunterschieden herangezogen werden.

3 Geschlecht als soziales Konstrukt: Hier wird die Trennung von Natur und Kultur beleuchtet und theoretische Konzepte zur Entstehung von Geschlecht durch Interaktion und soziale Prozesse diskutiert.

4 Geschlechterstereotype: Dieses Kapitel definiert Geschlechterstereotype als kognitive Wissensstrukturen und analysiert deren Ursprung und Entwicklung innerhalb der Gesellschaft.

5 Geschlechtsspezifische Sozialisation: Es wird untersucht, wie durch Sozialisationsagenten wie Eltern, Peers und Schule kulturelle Normen und Werte bezüglich des Geschlechts an Kinder vermittelt werden.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Geschlecht ein fortlaufender, sozial hergestellter Prozess ist, der entgegen alltäglicher Annahmen nicht rein biologisch determiniert werden kann.

Schlüsselwörter

Geschlechterkonstruktion, Sozialisation, Doing Gender, Sex-Gender-Modell, Geschlechterstereotype, Erving Goffman, Harold Garfinkel, Geschlechtstypisierung, Identität, Soziale Interaktion, Dichotomie, Kulturvergleich, Zweigeschlechtlichkeit, Sozialwissenschaft, Biologischer Determinismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen und sozialen Grundlagen, die dazu führen, dass Geschlecht in unserer Gesellschaft als binäres, natürliches Merkmal wahrgenommen und reproduziert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die biologische Geschlechterforschung, die soziologische Konstruktion von Geschlecht, die Entstehung von Stereotypen sowie die geschlechtsspezifische Sozialisation.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel besteht darin aufzuzeigen, dass Geschlechtszugehörigkeit nicht allein biologisch begründet, sondern ein durch soziale Prozesse und kulturelle Aushandlungen fortlaufend konstruiertes Phänomen ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sozialwissenschaftlicher Konzepte, unter anderem durch die Einbeziehung der Ethnomethodologie, der symbolischen Interaktionstheorie sowie kulturvergleichender Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Auseinandersetzung mit dem biologischen Geschlecht, die Vorstellung soziologischer Konstruktionskonzepte, die Funktion von Geschlechterstereotypen und die Analyse der Sozialisationsinstanzen Eltern, Peers und Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Doing Gender, Geschlechterkonstruktion, Sozialisation, Geschlechterstereotype und die Unterscheidung zwischen Sex und Gender.

Was bedeutet das "Doing Gender" Konzept nach Goffman?

Es beschreibt, dass Geschlecht keine statische Eigenschaft ist, die man besitzt, sondern ein permanenter sozialer Prozess, den Menschen durch Interaktion und Selbstdarstellung aktiv herstellen müssen.

Welche Bedeutung haben Transsexuelle für die Forschung nach Garfinkel?

Transsexuelle machen durch den Bruch mit der erlernten Normalität deutlich, dass die Zweigeschlechtlichkeit keine biologische Zwangsläufigkeit darstellt, sondern eine soziale Konstruktion, die im Alltag durch "Passing" und die ständige Inszenierung aufrechterhalten wird.

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Résumé des informations

Titre
Die Konstruktion von Geschlecht und die Konsequenzen für die Geschlechtersozialisation
Université
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Note
1,4
Auteur
Oliver Bellstedt (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
40
N° de catalogue
V535540
ISBN (ebook)
9783346128041
ISBN (Livre)
9783346128058
Langue
allemand
mots-clé
Geschlecht Geschlechtersozialisation Sozialisation Geschlechterunterschiede Gender Studies Geschlechterkonstruktion Konstruktion von Geschlecht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Oliver Bellstedt (Auteur), 2011, Die Konstruktion von Geschlecht und die Konsequenzen für die Geschlechtersozialisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535540
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