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Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht. Ein Unterrichtsversuch nach "Lernen durch Lehren" gemäß Jean-Pol Martin

Titel: Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht. Ein Unterrichtsversuch nach "Lernen durch Lehren" gemäß Jean-Pol Martin

Masterarbeit , 2014 , 123 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Oliver Bellstedt (Autor:in)

Didaktik - Politik, politische Bildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob „Lernen durch Lehren“ (LdL) nach Jean-Pol Martin in Kombination mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten ein geeignetes Konzept für den Politikunterricht ist und auch zukünftig verstärkt eingesetzt werden sollte. Folgende Leitfragen werden bei der Untersuchung berücksichtigt: 1. Was zeichnet ein Lehr-Lernkonzept für den politischen Unterricht aus, das auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels reagieren kann? 2. Inwieweit ist LdL nach Martin in Kombination mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten ein geeignetes Konzept für den Politikunterricht? 3. Wie bewerten Lehrkräfte digitales Lernen mit mobilen Endgeräten im Politikunterricht nach „Lernen durch Lehren“ (LdL)?

Zur Überprüfung dieser Fragen wurde ein Unterrichtsversuch an einem Berliner Gymnasium durchgeführt. Dabei waren die Bedingungsfelder Politische Bildung, Digitale Medien und mobile Endgeräte sowie das didaktische Konzept LdL nach Martin als Grundprinzip des Unterrichtsversuchs für die Entwicklung des Versuchs von besonderer Bedeutung. Ziel des Unterrichtsversuchs war die Konzipierung und Erprobung einer praxistauglichen Methode für den Politikunterricht, die eine alltags- und schülernahe Lernsituation ermöglicht, in der die SchülerInnen im Zentrum des Geschehens stehen und sich mittels digitaler Medien handlungsorientiert sowie kooperativ Wissen aneignen. Um herauszufinden, wie Lehrkräfte das dem Unterrichtsversuch zugrunde liegende Lernkonzept bewerten, wurde ein Experteninterview mit der betreuenden Lehrkraft geführt.

Diese Arbeit ist in vier Teile gegliedert. Der erste Teil beleuchtet zunächst die Herausforderungen der politischen Bildung im Kontext der Wissensgesellschaft und digitaler Medien. Es wird der Frage nachgegangen, welche Ziele Politikunterricht verfolgt und in welchem Rahmen Politikunterricht geschehen soll. Nachdem die allgemeinen Anforderungen dargestellt wurden, folgen Abschnitte zum Lernen in der Wissensgesellschaft wie auch Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten. Im darauf folgenden Kapitel wird der didaktisch-methodische Ansatz LdL in seiner geschichtlichen Entwicklung, seiner Inhalte und Planung sowie Zielsetzungen und Effekte dargestellt. Anschließend werden die theoretischen Vorüberlegungen, wie pädagogische Aspekte und die Relevanz im Rahmenlehrplan, sowie die Durchführung des Unterrichtsversuchs besprochen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Politische Bildung im Kontext der Wissensgesellschaft und digitaler Medien

2.1 Politische Bildung im Unterricht

2.1.1 Vermittlung von Wissen

2.1.2 Fachdidaktische Prinzipien und Kompetenzförderung

2.1.3 Organisation von Wissen und Kompetenzen

2.2 Lernen in der Wissensgesellschaft

2.2.1 Entwicklung zur Wissensgesellschaft

2.2.2 Neue Anforderungen an den Lernenden

2.2.3 Konstruktion von Wissen im Unterricht

2.3 Lernen mit digitalen Medien im Politikunterricht

2.3.1 Begriffsbestimmung

2.3.2 Lernförderliche Potentiale

2.3.3 Aktuelle Einstellung und Ausstattung der SchülerInnen und LehrerInnen hinsichtlich digitaler Medien und mobiler Endgeräte

2.3.4 Mobiles Lernen mit digitalen Medien

2.3.5 Implementierung

2.3.6 Wirkung

2.4 Zusammenfassung und aktueller Bezug

3 Das Unterrichtskonzept LdL - “Lernen durch Lehren“

3.1 Genese und Vorläufer von LdL

3.2 Das Konzept LdL nach Martin

3.2.1 Anthropologisches Modell

3.2.1.1 Kontrollfähigkeit, explorative Verhaltensweisen und Problemlösefähigkeit

3.2.1.2 Handlungsmotivation und der Flow-Effekt

3.2.2 Grundbedürfnisse und das System Mensch

3.2.2.1 Bedürfnispyramide

3.2.2.2 Antinomische Bedürfnistendenzen

3.3 Konstruktion von Wissen im Unterricht nach LdL

3.3.1 Netzsensibilität

3.3.2 Die Gehirnmetapher als Wissensnetzwerk

3.4 Zielsetzung von LdL

3.5 Planung und Umsetzung einer LdL-Unterrichteinheit

3.5.1 Thematische Planung und Stundenaufteilung

3.5.1.1 Vorbereitungsphase der Sitzungsleitung

3.5.1.2 Sitzungsverlauf

3.5.2 Rolle der Lehrkraft

3.6 Effekte von LdL

3.7 Schwierigkeiten in der Abgrenzung von LdL

3.8 Zusammenfassung und Ausblick

4 Unterrichtsversuch: Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht nach LdL

4.1 Vorüberlegungen zum Unterrichtsversuch

4.1.1 Einführung von LdL

4.1.2 LdL im Kontext des Rahmenlehrplans

4.1.3 Methodische Anmerkungen zur Nutzung von mobilen Endgeräten und Lehrvideos im Unterricht

4.1.4 Bedingungsanalyse

4.1.4.1 Institutionelle Bedingungen

4.1.4.2 Anthropologische Bedingungen

4.1.5 Sachanalyse

4.2 Durchführung des Unterrichtsversuchs

4.2.1 Didaktische Analyse

4.2.1.1 Einbindung in den Rahmenplan

4.2.1.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung

4.2.1.3 Didaktische Reduktion

4.2.2 Lernziele

4.2.2.1 Kognitive Lernziele

4.2.2.2 Affektive Lernziele

4.2.2.3 Psychomotorische Lernziele

4.2.3 Unterrichtsverlauf

4.2.3.1 Unterrichtsstunde 1: Einführungsphase

4.2.3.2 Unterrichtsstunde 2: Vorbereitungsphase in Gruppenarbeit

4.2.3.3 Unterrichtsstunde 3: Präsentations- und Auswertungsphase

4.3 Evaluation des Unterrichtsversuchs durch ein Experteninterview

4.3.1 Methodisches Design

4.3.2 Interviewleitfaden und Erkenntnisziele

4.3.3 Befragungssituation

4.3.4 Transkription

4.3.5 Auswertung des Experteninterviews

4.3.5.1 Qualitative Inhaltsanalyse

4.3.5.2 Interpretation

4.3.5.3 Zusammenfassung

5 Reflexion und Diskussion

5.1 Diskussion der Leitfragen

5.2 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwieweit das Lehr-Lernkonzept "Lernen durch Lehren" (LdL) nach Jean-Pol Martin in Kombination mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten ein geeignetes und zukunftsfähiges Konzept für den Politikunterricht darstellt. Hierzu wurde ein Unterrichtsversuch an einem Berliner Gymnasium durchgeführt, um die Praxistauglichkeit sowie die Bewertung durch Lehrkräfte zu analysieren.

  • Transformation der politischen Bildung in der Wissensgesellschaft
  • Einsatz digitaler Medien und mobiler Endgeräte im Unterricht
  • Theoretische Grundlagen und methodische Umsetzung von "Lernen durch Lehren" (LdL)
  • Didaktische Analyse eines Unterrichtsversuchs zur Gleichberechtigung
  • Evaluation durch Experteninterviews mit Lehrkräften

Auszug aus dem Buch

3.2.1.2 Handlungsmotivation und der Flow-Effekt

Um explorative Handlungen beim Lernenden zu fördern, müssen diese Handlungen einen gewissen Wert der Belohnung aufweisen. Martin bezieht sich hier auf Erkenntnisse der Motivationspsychologie im Bereich intrinsische Motivation, welche die Absicht bezeichnet, etwas um seiner selbst willen zu tun. Der Flow-Effekt von Mihály Csíkszentmihályi nimmt hier eine entscheidende Rolle ein. Dieser Effekt beschreibt einen Zustand, der das Gefühl der absoluten Versunkenheit und des Aufgehens in einer Handlung charakterisiert. Jene Handlung weist wiederum ein großes Maß einer möglichen intrinsischen Befriedigung auf. Um bei einer Tätigkeit den Zustand des Flows zu erreichen, muss dem Handelnden die Aktivität Vergnügen bereiten und die volle Konzentration erfordern. Weil die ausgeübte Handlung die gesamte Aufmerksamkeit erfordert, entsteht ein anhaltender Moment der Selbst- und Zeitvergessenheit frei von Sorgen und Ängsten. Der Flow-Zustand erfordert auf der einen Seite das Streben nach Kontrolle und auf der anderen Seite die Erkenntnis, dass die Situation in ihrer Gesamtheit nicht vorhersehbar ist.

Martin stellt mehrere Bedingungen auf, die für das Erzeugen eines solchen Zustandes erforderlich sind: - „[...]die Nähe zu kreativem Entdecken und Explorieren: etwas Neues entwerfen oder entdecken, einen unbekannten Ort oder Bereich erkunden - ein Problem lösen, Anforderungen bewältigen, Schwierigkeiten lösen - Erfahrungen machen, deren Ausgang offen ist und der vom Ausübenden bestimmt werden kann - Hinausgehen über das Erreichte und Bekannte, ein Gefühl der Selbstentgrenzung erleben - das Ausschöpfen der Fähigkeiten, persönliches Können - klare Handlungsanforderungen und eindeutige Rückmeldungen über die Handlung - ein Gefühl der Kontrolle über die Handlung und die Umwelt.“

LdL ist darauf ausgerichtet, diesen Flow-Effekt zu erzeugen. Dabei ist es wichtig, dass die SchülerInnen einem festen Unterrichtsverlauf folgen können, damit sie nicht das Gefühl der Kontrolle verlieren, was die Grundlage für einen möglichen Flow-Zustand bildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Wandel zur Wissensgesellschaft und die daraus resultierenden Anforderungen an Schule und politische Bildung.

2 Politische Bildung im Kontext der Wissensgesellschaft und digitaler Medien: Analysiert die Herausforderungen an die politische Bildung durch digitale Medien und die Notwendigkeit neuer Lernsituationen.

3 Das Unterrichtskonzept LdL - “Lernen durch Lehren“: Erläutert die theoretischen Wurzeln, das anthropologische Modell von Martin sowie die Planung und Zielsetzung von LdL.

4 Unterrichtsversuch: Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht nach LdL: Dokumentiert die methodische Umsetzung, Durchführung und Evaluation des konkreten Unterrichtsversuchs zum Thema Gleichberechtigung.

5 Reflexion und Diskussion: Synthetisiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Eignung von LdL und digitalen Medien für den Politikunterricht.

Schlüsselwörter

Lernen durch Lehren, LdL, Politische Bildung, Digitale Medien, Mobile Endgeräte, Wissensgesellschaft, Unterrichtsversuch, Handlungsorientierung, Flow-Effekt, Netzsensibilität, Kompetenzförderung, Medienkompetenz, Experteninterview, Politikunterricht, Konstruktivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht die Kombination des didaktischen Konzepts "Lernen durch Lehren" (LdL) mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören die politische Bildung, die Wissensgesellschaft, die Digitalisierung von Lernprozessen und die methodische Umsetzung von LdL nach Jean-Pol Martin.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist zu klären, ob LdL in Verbindung mit moderner Technologie ein geeignetes Konzept ist, um den Anforderungen des gesellschaftlichen Wandels im Politikunterricht gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für den Unterrichtsversuch verwendet?

Der Autor führte eine empirische Untersuchung in Form eines Unterrichtsversuchs an einem Gymnasium durch, ergänzt durch ein leitfadenorientiertes Experteninterview zur Evaluation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu politischer Bildung und LdL sowie in die praxisorientierte Konzeption, Durchführung und Auswertung der Unterrichtseinheit zum Thema Gleichberechtigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Lernen durch Lehren (LdL), Wissensgesellschaft, Digitale Medien, Kompetenzförderung und Handlungsorientierung.

Wie bewertete die befragte Lehrkraft das Konzept LdL?

Die Lehrkraft bewertete LdL zwar als sinnvoll für die Vermittlung von Kompetenzen, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbelastung für Schüler und möglicher Disziplinprobleme.

Welche Rolle spielen mobile Endgeräte in dem Unterrichtsversuch?

Mobile Endgeräte fungierten als Arbeitsinstrumente für die Erstellung von Erklärvideos ("Legetrickfilme"), die es den Schülern ermöglichten, Inhalte selbständig aufzubereiten und zu präsentieren.

Warum wird im Unterricht das "Bring your own device" (BYOD)-Modell gewählt?

BYOD wurde genutzt, um die private Ausstattung der Schüler zu integrieren, da die schulische Infrastruktur allein oft nicht für eine 1:1-Ausstattung ausreichte.

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Details

Titel
Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht. Ein Unterrichtsversuch nach "Lernen durch Lehren" gemäß Jean-Pol Martin
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,0
Autor
Oliver Bellstedt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
123
Katalognummer
V535544
ISBN (eBook)
9783346149015
ISBN (Buch)
9783346149022
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lernen medien endgeräten politikunterricht lehren jean-pol martin Digitalisierung Tablet iPad Flipped classroom Lernen durch Lehren digitale Medien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Bellstedt (Autor:in), 2014, Lernen mit digitalen Medien und mobilen Endgeräten im Politikunterricht. Ein Unterrichtsversuch nach "Lernen durch Lehren" gemäß Jean-Pol Martin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535544
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