Mit dieser Arbeit soll herausgefunden werden, ob Krafttraining mit niedrigem (Low Volume Training = LVT) der hohem (High Volume Training = HVT) aus wissenschaftlicher Sicht das effektivere in Bezug auf die Muskelhypertrophie ist und an welche Parameter dies benannt werden kann.
Weltweit existieren 201.000 Fitnessclubs, in denen 162,1 Millionen Mitglieder angemeldet sind. Eine Befragung in Deutschland hat ergeben, dass die meisten Befragten ein Krafttraining in ihren Fitnessstudios betreiben. Nach Hottenrott und Hoos stellt das allgemeine Krafttraining die Basis für einen systematischen Leistungsaufbau und die allgemeine Mobilitäts- und Gesundheitserhaltung im Lebenslauf dar. Der Leistungsaufbau wird in der Regel als ein Faktor für ein erfolgreiches Training gesehen, dass zu den gewünschten Anpassungsreaktionen des Körpers geführt hat, wie beispielsweise eine Hypertrophie der Muskulatur nach einem Krafttraining. Kennzeichnend für ein Hypertrophietraining ist die Methode wiederholter submaximaler Krafteinsätze bei mittlerer Wiederholungszahl und langsamer Bewegungsausführung, welche in einem Einsatz- oder Mehrsatztraining bis zur lokalen Muskelerschöpfung durchgeführt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Sportmotorische Fähigkeit Kraft
3.1.1 Erscheinungsformen der Kraft
3.1.2 Maximalkraft
3.1.2.1 Isometrische Maximalkraft
3.1.2.2 Exzentrische Maximalkraft (Absolutkraft)
3.1.2.3 Konzentrische Maximalkraft (Einer-Maximum)
3.1.2.4 Relativkraft
3.1.3 Kraftausdauer
3.1.4 Schnellkraft
3.1.5 Reaktivkraft
3.2 Krafttraining
3.2.1 Belastungsnormative im Krafttraining
3.2.1.1 Belastungsintensität
3.2.1.2 Belastungsdichte
3.2.1.3 Trainingshäufigkeit
3.2.1.4 Belastungsdauer
3.2.1.5 Bewegungsausführung
3.2.1.6 Belastungsumfang
3.2.2 Anpassungsprozess durch das Krafttraining – Muskelhypertrophie
3.2.2.1 Mechanische Spannung
3.2.2.2 Metabolischer Stress
3.3 Trainingsformen im Krafttraining
3.3.1 Low Volume Training (vorher Einsatz-Training)
3.3.2 High-Volume-Training (vorher Mehrsatz-Training)
4 METHODIK
5 ERGEBNISSE
5.1 Ergebnisse vom Vergleich des LVT und HVT in Bezug auf die Muskelhypertrophie
5.2 Ergebnisse der Gründe für eine bessere Muskelhypertrophie beim HVT im Vergleich zum LVT
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, auf Basis einer systematischen Literaturrecherche zu ermitteln, welches der beiden Krafttrainingssysteme – Low Volume Training (LVT) oder High Volume Training (HVT) – aus wissenschaftlicher Sicht zu einer effektiveren Muskelhypertrophie führt und welche physiologischen Mechanismen diesen Prozess begründen.
- Vergleich der Wirksamkeit von Low Volume Training (LVT) und High Volume Training (HVT) auf die Muskelhypertrophie.
- Analyse der physiologischen Anpassungsprozesse (u.a. mechanische Spannung und metabolischer Stress).
- Untersuchung von Schlüsselparametern wie Hormonausschüttung, Satellitenzellaktivierung und Proteinsynthese.
- Bewertung von Trainingsmethodiken basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Studien (Systematisches Review).
- Differenzierung der Auswirkungen nach Trainingsstatus und Zielgruppen.
Auszug aus dem Buch
3.2.2.1 Mechanische Spannung
Die mechanische Spannung, welche sowohl durch eine Dehnung als auch durch eine Krafterzeugung ausgelöst wird, gilt als wesentlicher Faktor für eine Muskelhypertrophie (Goldspink, 2002; Hornberger & Chien, 2006; Vandenburgh, 1987). Eine Kombination aus einer Dehnung und einer Krafterzeugung haben einen ausgeprägten additiven Effekt auf die Aktivierung der Proteinsynthese (Goldspink, 2002). Nach Pearson und Hussain (2015) waren die Ersten die zu dem Ergebnis kamen, dass eine mechanische Spannung eine Verbindung mit der Muskelhypertrophie hat, Goldberg, Etlinger, Goldfink und Jablecki (1975). Sie haben durch eine passive Dehnung eine Atrophie verzögern bzw. eine Muskelhypertrophie in der denervierten Muskulatur auslösen können. Ähnliche Ergebnisse zeigte auch die Untersuchung von Spangenburg, Le Roith, Ward und Bodine (2008), die mit einer erhöhten mechanischen Spannung eine Muskelhypertrophie bei Ratten ausgelöst haben. Zu den Mechanismen, welche die mechanische Spannung für eine Muskelhypertrophie auslösen, gehören die erhöhte lokale Hormonproduktion (Adams, 2002), die Muskelschädigung (Tatsumi et al., 2006), die Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) Produktion (Tatsumi et al., 2006; Uchiyama, Tsukamoto, Yoshiumura & Tamaki, 2006), eine erhöhte FT-Faserrekrutierung (Cook, Murphy & Labarbe-ra, 2013; Manini & Clark, 2009; Suga et al., 2009) und die Mechanotransduktion (Goldspink, 1998; Schoenfeld, 2013; Zou et al., 2011). Alle diese Mechanismen stehen in Verbindung die Proteinsynthese durch eine Aktivierung der Signalwege zu erhöhen (Baar & Esser, 1999; Bodine et al., 2001; Goldspink, 2002) und/oder eine Aktivierung und Vermehrung von Satellitenzellen hervorzurufen (Adams, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Relevanz des Krafttrainings und Definition der Fragestellung bezüglich des Volumens bei Muskelhypertrophietraining.
2 ZIELSETZUNG: Definition der wissenschaftlichen Zielsetzung, durch Literaturrecherche die Effektivität von LVT und HVT gegenüberzustellen.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Darstellung der theoretischen Grundlagen zu sportmotorischen Fähigkeiten, Krafttraining, Belastungsnormativen und den physiologischen Anpassungsprozessen.
4 METHODIK: Erläuterung des systematischen Reviews inklusive der Ein- und Ausschlusskriterien für die Literaturrecherche.
5 ERGEBNISSE: Präsentation und tabellarische Zusammenfassung der Ergebnisse aus den identifizierten Studien zu Muskelhypertrophie und deren physiologischen Gründen.
6 DISKUSSION: Kritische Analyse und Zusammenfassung der Studienergebnisse unter Berücksichtigung von Limitationen und methodischen Aspekten.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Abschlussbetrachtung mit dem Fazit, dass HVT im Durchschnitt zu einer effektiveren Muskelhypertrophie führt.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Muskelhypertrophie, Low Volume Training, High Volume Training, Mechanische Spannung, Metabolischer Stress, Muskelproteinsynthese, Satellitenzellen, Belastungsnormative, Trainingsvolumen, Sportmotorik, Trainingswissenschaft, Studien-Review, Anpassungsreaktion, Skelettmuskulatur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welches Krafttrainingssystem – Low Volume Training (LVT) oder High Volume Training (HVT) – aus wissenschaftlicher Sicht zu einer effektiveren Muskelhypertrophie führt.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Kraftfähigkeiten, den Belastungsnormativen im Krafttraining sowie den molekularen und physiologischen Anpassungsprozessen, die zum Muskelwachstum führen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit stellt die Frage, ob HVT oder LVT effektiver für die Muskelhypertrophie ist und welche physiologischen Gründe für die Überlegenheit des jeweiligen Systems sprechen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet die Methodik eines systematischen Reviews, bei dem 21 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) analysiert und hinsichtlich ihrer Ergebnisse ausgewertet wurden.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Neben den theoretischen Grundlagen zum Krafttraining steht die detaillierte Auswertung von Studiendaten zu Muskelzuwachs, hormonellen Reaktionen und zellbiologischen Parametern wie der Proteinsynthese im Zentrum.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten beschreiben?
Wichtige Begriffe sind Muskelhypertrophie, Trainingsvolumen, LVT, HVT, Mechanische Spannung, Metabolischer Stress und Muskelproteinsynthese.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Wirksamkeit von HVT gegenüber LVT?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass HVT im Vergleich zu LVT eine durchschnittlich höhere Effektivität bei der Muskelhypertrophie aufweist.
Welche biologischen Faktoren führen laut der Literaturrecherche zu diesem Ergebnis?
Als Hauptursachen werden ein höherer Ausstoß an Wachstumshormonen und Testosteron, eine gesteigerte Muskelproteinsynthese sowie eine erhöhte Anzahl aktivierter Satellitenzellen identifiziert.
Warum ist die Messmethode für die Validität der Ergebnisse so wichtig?
Unterschiedliche Methoden wie Ultraschall, MRT oder DXA-Scans messen verschiedene Parameter (Dicke vs. Volumen vs. Körperzusammensetzung), was die direkte Vergleichbarkeit der Studien erschwert.
- Citar trabajo
- Paolo Keßler (Autor), 2018, Krafttrainingssysteme für Muskelhypertrophie. Low Volume Training vs. High Volume Training, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535577