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Der Weg in den 2. Punischen Krieg

Der Ebrovertrag und die Rolle Sagunts im Kontext der Kriegsschuldfrage

Title: Der Weg in den 2. Punischen Krieg

Seminar Paper , 2016 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Niklas Klinkenberg (Author)

World History - Early and Ancient History
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Sofern man sich mit der Kriegsschuld des 2. Punischen Krieges befasst, muss man sich unweigerlich auch mit der Stadt Sagunt und deren Beziehung zu Rom auseinandersetzen. Während Rom die Stadt als Bündnispartner bezeichnete und somit geltend machen wollte, dass sich die Saguntiner im Schutz des römischen 'fides' befanden und somit ein Angriff auf jene einen Kriegsgrund für Rom darstellte, zeigen neue Erkenntnisse, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass Rom in einem solchen Verhältnis zu Sagunt stand. Dieser Umstand würde dann, unter der Annahme, dass der Iber den heutigen Fluss Ebro darstellt und sich Sagunt somit südlich der Demarkationslinie befand, bedeuten, dass Hannibals Angriff auf die Stadt vertraglich nicht untersagt war. Demnach wurde der angebliche Bruch des Ebrovertrags von den Karthagern angefochten und die Zuweisung der Kriegsschuld scheint klar bei Rom zu liegen. Da sich aber einige wichtige Quellen, auf die wir uns heute berufen, an Schlüsselstellen teilweise widersprechen, steht die Frage nach der Kriegsschuld weiterhin ungeklärt im Raum.
Inwiefern nun also die korrekte Lokalisierung des Flusses Iber, die Rolle der Stadt Sagunt, deren Verhältnis zu Rom und die daraus hervorgehende Kriegsschuldfrage zu untersuchen ist, soll unter Berücksichtigung der wichtigen vorausgehenden Beziehungen zwischen Rom und Karthago geprüft werden, um schlussendlich eine Aussage über die Kriegsschuldfrage treffen zu können und zu zeigen, welche Tragweite den juristischen Feinheiten der Verträge schon in der Antike zugemessen wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vertragshistorie der Römer und Karthager

2.1 Das Fundament für den Ebrovertrag

2.2 Der Ebrovertrag

2.3 Der Beweggrund zur Schließung des Ebrovertrages

3. Der Weg in den 2. Punischen Krieg und die Kriegsschuldfrage

3.1 Die Widersprüchlichkeit in den Quellen bei der Lokalisierung des Ibers

3.2 Die Rolle der Stadt Sagunt in der Kriegsschuldfrage – Roms „Bündnispartner“

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe des Ebrovertrags und die Rolle der Stadt Sagunt, um zu klären, inwieweit Rom die Kriegsschuld am Ausbruch des 2. Punischen Krieges trug. Dabei wird analysiert, ob Sagunt tatsächlich ein römischer Bündnispartner war oder als gezieltes Instrument zur Provokation eines Konflikts diente, während gleichzeitig die geografische Lokalisierung des im Vertrag genannten Flusses „Iber“ kritisch hinterfragt wird.

  • Historische Analyse des römisch-karthagischen Friedens von 241 v. Chr.
  • Untersuchung der diplomatischen Ambivalenz und juristischen Hintertürchen in den Verträgen
  • Kritische Quellenbewertung zur Lokalisierung des Flusses Iber
  • Dekonstruktion des römischen Narrativs zur Bündnistreue gegenüber Sagunt
  • Bewertung der Kriegsschuldfrage im Kontext geopolitischer Interessen

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Stadt Sagunt in der Kriegsschuldfrage – Roms „Bündnispartner“

Bis zu diesem Punkt stützt sich diese Arbeit bewusst ausschließlich auf die polybianischen Überlieferungen, da sich diese am wenigstens der römischen Annalistik bedienen und die, kontextuell gesehen, glaubwürdigste Kohärenz bieten. Stellt man sich nun aber die Frage nach der Rolle, welche die Stadt Sagunt spielte, bietet es sich an, auch die eingangs genannten Geschichtsschreiber Livius und Appian zu betrachten. Auch wenn diese Gegenüberstellung hauptsächlich dem Zweck dienen soll eine Rechtfertigung dafür zu erbringen, die polybianische Version zu bevorzugen, so ist sie doch von Wichtigkeit, um an einem Fallbeispiel zu zeigen, wie die „Korrekturen“ aus den Annalen in die Geschichtsschreibung eingriffen. Denn die Frage nach der Kriegsschuld wird Widersprüchliche aufwerfen, die möglicherweise auf fehlerhafte Übernahmen aus Werken der Annalen zurückzuführen sind.

Bis hierhin hat die Stadt Sagunt also lediglich als Konstante gedient, um den Fluss Iber zu lokalisieren. Im Hinblick auf die Kriegsschuldfrage bekommt sie allerdings eine neue, weitaus zentralere Rolle zugewiesen.

Da Rom nur zögerlich auf die Eroberung Sagunts durch Hannibal reagierte, Sagunt aber in den römischen Quellen als Bundegenosse betitelt wird, gilt es zu hinterfragen ob Sagunt wirklich in diesem engen Bündnis zu Rom stand, oder ob diese Partnerschaft nur im Nachhinein in die Quellen gefügt wurde, um den Karthagern die Kriegsschuld zuzuweisen. Daher soll zunächst noch mal der Ebrovertrag betrachtet werden, wie er bei Polybios überliefert ist. Dort steht, dass der Iber nicht in kriegerischer Absicht überschritten werden durfte, von dem Rest Iberiens allerdings keine Rede war. Bei Livius hingegen steht geschrieben: „Weil Hasdrubal die wunderbare Kunst verstand, Völker anzulocken und an seinen Machteinfluß zu fesseln, hatte das römische Volk mit ihm den Vertrag erneuert, der Ebro solle die Grenze zwischen beiden Einflussbereichen sein, und den Saguntinern, die zwischen den Grenzen beider Völker wohnten, solle die Freiheit belassen werden.“ Und auch bei Appian heißt es, wie schon bei Livius, dass Sagunt eine extra Klausel im Ebrovertrag zugesprochen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Ebrovertrags und Aufstellung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Kriegsschuld und der Glaubwürdigkeit der antiken Quellen.

2. Vertragshistorie der Römer und Karthager: Analyse der diplomatischen Beziehungen nach dem 1. Punischen Krieg mit Fokus auf den Lutatiusvertrag und die Genese des Ebrovertrags als taktisches Kalkül.

3. Der Weg in den 2. Punischen Krieg und die Kriegsschuldfrage: Untersuchung der geografischen Unsicherheiten bezüglich des Flusses Iber sowie kritische Hinterfragung des römisch-saguntinischen Bündnisverhältnisses.

4. Fazit: Synthese der Ergebnisse, die Rom eine aktive Rolle als kriegstreibende Kraft zuschreibt und die Bedeutung juristischer Vertragsklauseln für die Machtpolitik hervorhebt.

Schlüsselwörter

Ebrovertrag, 2. Punischer Krieg, Sagunt, Kriegsschuldfrage, Rom, Karthago, Hasdrubal, Polybios, Livius, Iber, Lutatiusvertrag, Hannibal, Diplomatie, Bündnispolitik, antike Geschichtsschreibung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die diplomatischen und juristischen Hintergründe des Ebrovertrags zwischen Rom und Karthago, um die tatsächlichen Ursachen für den Ausbruch des 2. Punischen Krieges zu eruieren.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die Vertragshistorie, die kritische Quellenanalyse (insbesondere Polybios, Livius und Appian), die geografische Bestimmung des Flusses Iber sowie das Verhältnis zwischen Rom und Sagunt.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Rom gezielt eine Konfrontation mit Karthago suchte und ob Sagunt als diplomatisches Werkzeug missbraucht wurde, um einen Kriegsgrund zu konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse angewandt, die unterschiedliche antike Überlieferungen gegenüberstellt und auf ihre historische Kohärenz und mögliche pro-römische Verzerrungen prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Ebrovertrags als römischem taktischen Kalkül und die detaillierte Prüfung der Rolle Sagunts als vermeintlicher Bündnispartner Roms.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ebrovertrag, Kriegsschuld, Sagunt, römische Expansionspolitik und antike Vertragskritik definieren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Rolle Sagunts?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Sagunt kein enger Bündnispartner Roms war, sondern als „Bauernopfer“ diente, um Rom einen Vorwand für die militärische Intervention gegen Karthago zu liefern.

Warum ist die Identifizierung des Flusses Iber für die Kriegsschuldfrage so entscheidend?

Die Lokalisierung ist entscheidend, weil davon abhängt, ob Hannibals Vorstöße den Vertrag tatsächlich verletzten. Eine Identifizierung mit dem Ebro stützt die römische Position, während eine alternative Deutung (Segura) die römische Aggression entlarven würde.

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Details

Title
Der Weg in den 2. Punischen Krieg
Subtitle
Der Ebrovertrag und die Rolle Sagunts im Kontext der Kriegsschuldfrage
College
RWTH Aachen University
Grade
1,3
Author
Niklas Klinkenberg (Author)
Publication Year
2016
Pages
23
Catalog Number
V535707
ISBN (eBook)
9783346131003
ISBN (Book)
9783346131010
Language
German
Tags
Rom Karthago Punischer Krieg Ebro Sagunt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Klinkenberg (Author), 2016, Der Weg in den 2. Punischen Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535707
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