In dieser Ausarbeitung soll es um das Thema Arbeitsmigration im Bereich personen- und haushaltsnahen Dienstleistungen von Arbeiterinnen aus Mittel- und Osteuropa (MOE) gehen.
Es soll im Verlauf die Frage beantwortet werden, warum osteuropäische Frauen nach Deutschland immigrieren um z.B. als live-in Pflege zu arbeiten. Dabei soll besonders auf die Push- and Pull Faktoren eingegangen werden, sowie ebenso auf das Profil der Arbeiterinnen. Eine kurze Analyse der verschieden Persönlichkeitstypen der immigrierenden Frauen nach Karakayali bildet dann den inhaltlichen Abschluss der Arbeit, bevor ein kurzes Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtliche Eingrenzung
3. Push und Pull Faktoren osteuropäischer Pflegekräfte und Haushaltshilfen
4. Typenbildung nach Karakayali
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für die Arbeitsmigration osteuropäischer Frauen nach Deutschland, insbesondere im Sektor der personen- und haushaltsnahen Dienstleistungen, und analysiert dabei die sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie unterschiedliche Migrationsmotive.
- Analyse der Push- und Pull-Faktoren für Arbeitsmigrantinnen aus MOE-Staaten
- Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Pflegekräfte
- Diskussion der soziologischen Typenbildung von Haushaltsarbeitskräften nach Karakayali
- Beleuchtung des Spannungsfeldes zwischen Dequalifizierung und transnationaler Karriere
- Betrachtung der Pflegesituation in Deutschland im Kontext des demografischen Wandels
Auszug aus dem Buch
Typenbildung nach Karakayali
Karakayali unterteilt die osteuropäischen Arbeitsmigrantinnen in vier Typen. Der erste Typ verbindet Haushaltsarbeit mit einer Dequalifizierungserfahrung (Vgl. Karakayali 2010: 282). Die Frauen haben oftmals keine richtige Platzierung in der deutschen Gesellschaft, ihre Pläne und Wünsche wurden nicht erfüllt und sie leiden an der Migration, es gibt im Grunde eine soziale Desintegration (Vgl. Karakayali 2010: 282). Die Arbeit im Haushalt bedeutet einen Statuswechsel der sich durch den prekären Aufenthalt und der Ausübung einer stigmatisierten Tätigkeit ausdrückt (Vgl. Karakayali 2010: 283). Die Frauen diesen Typus sehen sich reduziert auf ein weibliches Arbeitsvermögen und setzen die Arbeit im Haushalt damit gleich, als sei ihnen ihre Professionalität aberkannt worden (Vgl. Karakayali 2010: 283).
Der zweite Typ sieht Haushaltsarbeit als Passage zur transnationalen Berufskarriere an, ist damit also das genaue Gegenteil zum ersten Typus. Die Arbeitsmigrantinnen die diesem Typus zugehörig sind haben ein sehr pragmatisches Verhältnis zu ihrer Arbeit (Vgl. Karakayali 2010: 283). Sie sehen ihre Tätigkeit nur als eine Passage an, die sich für den individuellen Lebensentwurf positiv auswirkt (Vgl. Karakayali 2010: 283). Sie sehen die Tätigkeit in Deutschland als Sprungbrett um eine Statuserhöhung zu erleben, gleichzeitig unterhalten sie ein großes Netzwerk, daher widerfahren ihnen auch keine Dequalifizierung wie bei dem ersten Typus (Vgl. Karakayali 2010: 283f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Arbeitsmigration osteuropäischer Frauen im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen ein und beleuchtet den demografischen Wandel sowie den Bedarf an Betreuungskräften in Deutschland.
2. Rechtliche Eingrenzung: Hier werden die gesetzlichen Voraussetzungen für die Beschäftigung von Pflegekräften und Haushaltshilfen aus MOE-Staaten, inklusive der Arbeitsgenehmigungen und Aufenthaltsbestimmungen, erläutert.
3. Push und Pull Faktoren osteuropäischer Pflegekräfte und Haushaltshilfen: Dieses Kapitel analysiert die Motive der Migrantinnen sowie die Vorteile für deutsche Haushalte, wie Flexibilität und Bezahlbarkeit, im Kontext des Pflegenotstands.
4. Typenbildung nach Karakayali: Es werden vier verschiedene Typen von Migrantinnen differenziert, die von Dequalifizierungserfahrungen bis hin zu strategischen Karriereschritten reichen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Themas zusammen und diskutiert, inwiefern die Arbeit in Deutschland als Chance für ein besseres Leben oder als soziale Stigmatisierung wahrgenommen wird.
Schlüsselwörter
Arbeitsmigration, MOE-Staaten, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Pflegekräfte, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Dequalifizierung, Transnationale Migration, Pflegesystem, Haushaltshilfe, Sozialstaat, Care-Arbeit, Arbeitsmarktzulassung, Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitsmigrantinnen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Arbeitsmigration osteuropäischer Frauen nach Deutschland, die im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen und in der Pflege tätig sind.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Migration, soziologische Erklärungsansätze für Migrationsmotive und die verschiedenen Formen der Arbeitsmarktintegration.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, warum osteuropäische Frauen in diesem spezifischen Sektor arbeiten und welche persönlichen sowie strukturellen Beweggründe dahinterstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Fachliteratur und der Typologisierung nach Karakayali zur Einordnung von Migrationserfahrungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine rechtliche Bestandsaufnahme, die Identifikation von Push- und Pull-Faktoren sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit vier verschiedenen Migrantinnentypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitsmigration, Care-Arbeit, Dequalifizierung und transnationale Migration definiert.
Wie bewerten die Migrantinnen selbst ihre Arbeitssituation laut Karakayali?
Die Bewertung ist ambivalent: Während einige Frauen die Arbeit als Abstieg und Stigmatisierung erleben, sehen andere darin eine pragmatische Chance zur Verbesserung ihrer Lebensgrundlage.
Welche Rolle spielen transnationale Agenturen bei der Vermittlung?
Diese Agenturen bieten den Arbeitgebern Flexibilität und den Migrantinnen rechtliche Sicherheit sowie ein reguläres Entgelt, was die Attraktivität der Beschäftigung steigert.
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- Mandy Haas (Author), 2018, Warum Deutschland? Arbeitsmigration von Frauen aus Mittel- und Osteuropa im Bereich der personen- und haushaltsnahen Dienstleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535807