Diese Arbeit stellt die interkulturelle Orientierung des Landeskundeunterrichts dar. Sie geht auch auf die Frage ein, welche Wege schlagen die Fachdidaktiker zur Entwicklung der Kreativität im interkulturellen Sprachunterricht vor?
Man unterscheidet drei Bereiche der Vermittlung der Landeskunde: eine indirekte Vermittlung der landeskundlichen Inhalte innerhalb des Sprachunterrichts, ein umfassendes realbezogenes, historisches und aktuelles Wissen über das Zielsprachenland und Zielkultur mit Hilfe der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Nachbarwissenschaften und eine Landeskunde, die anhand Literatur vermittelt wird. So wird Landeskunde einerseits als Kontextwissenschaft und andererseits als Kulturwissenschaft verstanden.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Landeskunde im Rahmen einer interkulturellen Germanistik
2. Kulturbegriff in der interkulturellen Landeskunde
3. Interkulturelle Kompetenz, Kulturkompetenz
4. Interkulturelle Landeskunde in der Sprachpraxis
5. Zur Entwicklung der Kreativität im interkulturellen Sprachunterricht
Schluss
Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die interkulturelle Ausrichtung des Landeskundeunterrichts im Fach Deutsch als Fremdsprache und analysiert didaktische Ansätze zur Förderung der Kreativität innerhalb dieses Lernkontextes.
- Die theoretische Einbettung der Landeskunde in die interkulturelle Germanistik.
- Die Definition und Bedeutung des Kulturbegriffs für interkulturelle Lehrprozesse.
- Die Analyse von Kompetenzmodellen, insbesondere der interkulturellen Kompetenz und Kulturkompetenz.
- Die praktische Umsetzung von interkulturellem Lernen (z.B. durch das LiKuTrOS-Konzept).
- Die Förderung kreativer Prozesse und ein erweitertes Fehlerverständnis im Sprachunterricht.
Auszug aus dem Buch
5. Zur Entwicklung der Kreativität im interkulturellen Sprachunterricht
Der interkulturelle Ansatz im Sprachunterricht ist durch die Verstärkung der kreativitätsfördernden Prozesse im Unterricht auszuzeichnen im Vergleich zum Deutschunterricht in den 80er Jahren, wobei das kommunikative Handeln mit Sprachsystematik zu verbinden war.
Nach POMMERIN wird es festgestellt, dass die sprachliche Abweichung oder die Fehler als eine kreative Leistung anerkannt. Eine sinnvolle Koordination von Kreativität und Normativität verlangt ein verändertes Fehlerverständnis
Kreativität ist aber nicht nur eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu Regelhaftigkeit und Systematik. Sie ist ein menschliches Urbedürfnis und entfaltet im Individuum schöpferische Kräfte; sie erlaubt ihm ein spielerisches Ausprobieren seiner sprachlichen Möglichkeiten und lässt ihn auch Grenzen erfahren.
Sie sichert ihm damit einem Zuwachs an Fähigkeiten und (Er-) Kenntnissen und lässt Unverwechselbarkeit und Einmaligkeit entstehen.
[…] Jeder Mensch trägt in sich ein kreatives Potential, das zur Entfaltung drängt. (POMMERIN 1999: 538- 539)
Für den interkulturellen Sprachunterricht empfiehlt GÖTZE (1995) folglich eine multidimensionale Vorgehensweise, die eine sinnvolle Koordinierung von Kreativität und Kognition vorsieht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung differenziert verschiedene Ansätze der Landeskundevermittlung und formuliert die zentrale Fragestellung nach der Entwicklung von Kreativität im interkulturellen Unterricht.
1. Landeskunde im Rahmen einer interkulturellen Germanistik: Dieses Kapitel erörtert die kulturanthropologische Dimension der Landeskunde und definiert das Ziel des interkulturellen Ansatzes als Entwicklung von Handlungskompetenz in Kontaktsituationen.
2. Kulturbegriff in der interkulturellen Landeskunde: Hier wird Kultur als Orientierungssystem definiert und das Konzept der Kulturstandards erläutert, die Wahrnehmung und Handeln von Individuen steuern.
3. Interkulturelle Kompetenz, Kulturkompetenz: Dieses Kapitel ordnet die Kulturkompetenz in ein Kompetenzviereck ein und erläutert ihre Bedeutung für das Selbst- und Fremdverstehen sowie für fachliche Kernkompetenzen im Lehrberuf.
4. Interkulturelle Landeskunde in der Sprachpraxis: Es werden die Ebenen der interkulturellen Orientierung beschrieben und mit dem LiKuTrOS-Konzept ein praktisches Beispiel für literatur- und kulturtransferorientierten Unterricht vorgestellt.
5. Zur Entwicklung der Kreativität im interkulturellen Sprachunterricht: Dieses Kapitel plädiert für eine stärkere Integration kreativer Prozesse und ein positives Verständnis von sprachlichen Abweichungen im Lernprozess.
Schluss: Das Fazit unterstreicht, dass Kulturkompetenz ein gleichberechtigtes Lernziel neben kommunikativer Kompetenz darstellt und für eine umfassende Sprachhandlungskompetenz unerlässlich ist.
Literatur: Verzeichnis der zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Germanistik, Landeskunde, Kulturkompetenz, interkulturelles Lernen, Sprachunterricht, Kreativität, Kulturstandards, Handlungskompetenz, Fremdverstehen, LiKuTrOS, Sprachpraxis, Didaktik, Fehlerverständnis, Mehrkulturenkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der interkulturellen Ausrichtung des Landeskundeunterrichts im Fach Deutsch als Fremdsprache und der Bedeutung von Kulturkompetenz für Lernende.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Theorie der interkulturellen Germanistik, der Kulturbegriff, verschiedene Kompetenzmodelle (Fach-, Sozial- und Kulturkompetenz) sowie didaktische Strategien zur Kreativitätsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die interkulturelle Orientierung der Landeskunde darzustellen und aufzuzeigen, wie Fachdidaktiker die Kreativität im interkulturellen Sprachunterricht effektiv fördern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung verschiedener fachdidaktischer Modelle und Konzepte führender Experten aus den Bereichen der interkulturellen Germanistik und Sprachdidaktik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Kulturbegriffs, die Definition interkultureller Kompetenz, die praktische Umsetzung durch Konzepte wie LiKuTrOS und die Bedeutung kreativitätsfördernder Unterrichtsprozesse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie interkulturelle Kompetenz, Landeskunde, Kulturkompetenz, Kreativitätsförderung und interkulturelles Lernen beschreiben.
Was genau versteht die Autorin unter dem Begriff "Kulturstandards"?
Kulturstandards sind laut der Arbeit Regeln des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns, die von der Mehrheit einer Kultur als normal und verbindlich angesehen werden und sowohl eigenes als auch fremdes Verhalten regulieren.
Welche Rolle spielen Fehler im hier vorgestellten Konzept des interkulturellen Sprachunterrichts?
Fehler werden nicht primär als Defizit, sondern als Ausdruck kreativer Leistung und als Basis für Lernprozesse betrachtet, sofern sie in einer angstfreien Atmosphäre analysiert und zur Sprachentwicklung genutzt werden.
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- Asma Hammadi (Author), 2017, Landeskunde im Rahmen einer interkulturellen Germanistik. Kulturbegriff und Kulturkompetenz im Sprachunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535823