Frühprävention durch Innovation Education. Reduzierung von stressbedingten Krankheitsbildern


Bachelorarbeit, 2018

19 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Begriffserklärungen
Innovation Education
Vegetatives Erschöpfungssyndrom
Prüfungsangst
Stress

Fragestellung

Ausbildung und ihre Bedeutung für das Humankapital
Humankapital
Geschichtlicher Verlauf der Innovation
Prüfungsorientierte Ausbildung vs. Innovation Education
Der Einfluss von Innovation Education auf Stress bedingte Krankheitsbilder
Prüfungsängste durch Leistungsdruck und die Selbstwirksamkeit
Vorbeugende Wirkung von Innovation Education auf Krankheitsbilder wie das Erschöpfungssyndrom

Modelle und Konzepte
Modelllernen für ein besseres Arbeitsklima
Das Cool-Konzept
„Creative Thinking“

Fazit

Literatur

Einleitung

Heutzutage wird in den Medien immer wieder von Arbeits- bzw. Fachkräftemangel berichtet. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass dies bisher nicht der Fall ist (Kettner, 2012). Dennoch führen dynamische Prozesse der Wirtschaft, so wie die demographische Entwicklung langfristig betrachtet in Richtung einer Angebotsknappheit von Fachkräften, vor allem im hochqualifizierten Bereich (Kettner, 2012). Ursachen hierfür sind neben der sinkenden Geburtenrate und Überalterung der Bevölkerung, sowie fehlenden Einrichtungen zur Kinderbetreuung, vor allem die fehlende Nutzung von noch offenen Potentialen seitens Fachkräfte, sowie Kompromissbereitschaft von Betrieben (Kettner,2012).

Um eine Verbesserung seitens der Potentiale von Fachkräften zu erreichen wird aus volkswirtschaftlicher Sicht zu einer Anhebung des Ausbildungs- und Weiterbildungsangebots geraten (Kettner, 2012), was wiederum die politische Relevanz von Investitionen in diesem Bereich betrifft. Dennoch ist es in einer global vernetzen Welt von großer Bedeutung nicht nur nationale Standards erfüllen zu können, sondern auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Hierbei stehen nicht nur das fachliche Wissen im Fokus der Betriebe, sondern auch immer stärker die Vermittlung von nichtformalen Kenntnissen und Werten (Kettner, 2012). Die Nachfrage nach innovativen und kreativen Arbeitskräften wächst entsprechend auf den Arbeitsmarkt. Mit den steigenden Ansprüchen an Arbeitnehmer geht zudem ein erhöhter Leistungsanspruch einher, welcher nicht nur in Prüfungssituationen, sondern auch Vorstellungsgesprächen, Präsentationen und ähnlichen zu Anspannungen bis hin zu Ängsten führen kann (Fehm & Fydrich, 2011). Dies kann wiederum zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen, und trägt zum Ausscheiden von Fachkräften aus dem Arbeitsmarkt bei. Bereits 2006 wurde von Herrn Prim. Dr. Med. Univ. Friedl eine kolportierte Zahl von 1.500.000 Personen in Österreich, welche am vegetativen Erschöpfungssyndrom erkrankt oder zu mindestes gefährdet sind, genannt (Friedl, 2006).

Diese Arbeit möchte sich im Folgenden mit der Lösungsfindung für eine Reduzierung von Stress bedingten Krankheitsbildern und der gleichzeitigen Ausbildung von innovativen und kreativen, potenziellen, zukünftigen Arbeitskräften in Form der Innovation Education auseinandersetzen. Hierfür soll zuerst ein Überblick über die Felder „Innovation Education“ und „stressbedingte Krankheitsbilder“ gegeben werden, sowie die Fragestellungen zum Thema „Wie kann Innovation Education zur Ausbildung von künftigen Fachkräften auf dem internationalen Arbeitsmarkt beitragen und zugleich z.B. Krankheitsbildern, die zum Ausscheiden führen beeinflussen“. Anschließend werden noch Modelle und Konzepte vorgestellt und mögliche Einflüsse auf die/den Arbeitskraft/markt herausgefiltert.

Begriffserklärungen

Innovation Education

Der Ursprung der „Innovation Education“ liegt in Island, dort haben im Jahr 1991 einige engagierte Lehrer und Lehrerinnen den Versuch gestartet ein Unterrichtsystem zu entwickeln, welches die kreativen Ressourcen von Kindern nutzt und ausbaut. So entstand das System der Innovation Education (Gunnarsdóttir, 2013). Hintergedanke des ganzen Prozesses war, dass Nationen sich durch ihre einzigartigen Individuen, die in ihnen beheimatet sind, von anderen Nationen hervorheben. Um diese Einzigartigkeit bei zu behalten ist es daher von großer Bedeutung die Individualität zu fördern, sodass wenn sich zwei Individuen treffen, Ideen und Meinungen ausgetauscht werden und aus diesem Vorgang Aktionen und Produkte entstehen können (Gunnarsdóttir, 2013). Eine Nation muss schließlich wirtschaften um überleben zu können, und durch den weltweiten Markt hebt eben diese Fähigkeit von Austausch und der Schaffung von Produkten eine Nation von anderen Nationen ab. Doch wird das Humankapital im wirtschaftlichen Prozess oft zu oberflächlich behandelt, der Mensch als Arbeitskraft oder Ware betrachtet, weniger als Innovator. Zuerst stand vor allem die Kreativität allgemein im Mittelpunkt der Forschung, wie erkennt man Kreativität, was ist Kreativität und so weiter. Dies wurde jedoch schnell ausgeweitet in, wie wird Kreativität gefördert, unterrichtet, gepflegt, etc. (Yun Dai, 2013). Denn wenn auch zu Beginn die Innovation Education das Ziel verfolgte jedem Individuum die Möglichkeit zu bieten das Beste aus sich zu machen, baute sich das System schnell aus und wurde Grundlage für die Entstehung mündiger Individuen. Diese sollten nicht nur die menschliche Umwelt gestalten können, sondern auch aktiv mit entwickeln (Gunnarsdóttir, 2013).

„ …the belief in the individual creativity and that everyone can, and should, be a part of creating and developing the human environment we call our culture and habitat. This became our mantra…” ((Gunnarsdóttir, 2013, S. 17).

Um dieses Bekenntnis in Taten zu verwandeln begannen die Lehrkräfte ihren Unterricht um zu gestalten, verwendeten nicht mehr die herkömmlichen Unterrichtsmaterialen, sondern strukturierten ihren Unterricht und auch die verwendeten Unterlagen so um, dass die Schülerschaft sich als Ingenieure ihres eigenen Lebens und ihrer Umwelt wahrnehmen konnten (Gunnarsdóttir, 2013). Eine wichtige Grundlage hierbei ist vor allem der alltagsweltliche Bezug, Schüler und Schülerinnen sollen Wissen nicht auf theoretischem Weg erfahren, sondern sich dieses Wissen kreativ selbst erarbeiten können, sozusagen selbst Sachen/Lösungen erfinden oder diese erschaffen (Gunnarsdóttir, 2013). Es geht bei der Innovation Education folglich nicht um innovative Unterrichtsgestaltung, sondern vielmehr darum, die Talente von Kindern zu nutzen und zu fördern, sodass die vorhandenen Fähigkeiten im erwachsenen Alter zu innovativen Handlungen transformiert werden können (Shavinina, 2013). Weiterhin basiert dieses Unterrichtssystem auf den Rückmeldungen der Schülerschaft, es wird nicht mehr nur von Lehrkraftseite Stoff vermittelt, welcher benötigt wird, sondern auch berücksichtig was die Schüler und Schülerinnen brauchen bzw. wollen (Gunnarsdóttir, 2013). Jedoch darf man die Innovation Education nicht mit der Begabungsförderung verwechseln, zwar geht es auch in der Innovation Education um die Förderung von Ideen, aber darüber hinaus darum zu erlernen wie man diese Ideen in Taten umsetzt. Die Theorie und Praxis wird entsprechend zusammengeführt, während bei der Begabung bzw. Hochbegabten Förderung vor allem die Theorie im Vordergrund steht (Shavinina, 2013). Besonders in Europa wächst das Interesse an neuen Fähigkeiten für die Arbeitswelt, Ausbildung heute bewirkt einen zukünftigen Wandel und steht somit besonders im Interessensfeld der Wirtschaft (Gunnarsdóttir, 2013). Somit wird von Seiten der Wirtschaft und Arbeitgeber geradezu ein Wandel der bisherigen Ausbildungsformen verlangt, hinzukommt, dass durch die wachsenden Ansprüche der Arbeitgeber an die Arbeitnehmer auch der ausgeübte Druck auf das Humankapital wächst.

Vegetatives Erschöpfungssyndrom

Das vegetative Erschöpfungssyndrom, auch Müdigkeitssyndrom genannt, wurde in den 1980er Jahren eingeführt, dass Institute of Medicine schlug 2015 den Begriff „systemic exertion intolerance disease“ (SEID) vor (Pertl & Stürzlinger, 2015). Die Symptome sind dem allgemein bekannten Burnoutsyndrom gleich. Das Burnout-Syndrom (übersetzt: ausgebrannt), wurde als Begriff 1974 vom New Yorker Psychoanalytiker Herbert Freudenberger als Symptomkomplex aus körperlichen, emotionalen, kognitiven und verhaltensorientierten Komponenten, eingeführt. Bisher ist dieses Syndrom jedoch noch nicht eindeutig und allgemeingültig definiert (Von Känel, 2008). Dies ist vor allem auf die Varianz des Krankheitsbildes zurückzuführen, oft geht es jedoch mit Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, erhöhte Gereiztheit, sowie Ungeduld, Flexibilitätsverlust im Denken und Abnahme an gezielten und absichtsvollen Handlungen einher (Von Känel, 2008). Vegetative Erschöpfungssyndrome sind bisher vor allem als Folge Infektiöser Erkrankungen wie pfeifrisches Drüsenfieber, Röteln, Influenza u.a. erforscht worden, welche zu einer Dysfunktion des Immunsystems und Nervensystems führen (Pertl & Stürzing, 2015). Ursache dieser Symptome sind in den meisten Fällen auf ein erhöhtes Stresslevel (chronischer Stress) zurückzuführen, welche Stoffwechselvorgänge im Körper beeinflussen, wodurch Forscher auch andere Auslöser nicht ausschließen (Pertl & Stürzing, 2015). Da das Burnout- Syndrom bisweilen den unspezifischen Stresskrankheiten zugeordnet werden kann (Von Känel, 2008), wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit von Erschöpfungssyndromen im Allgemeinen gesprochen. Die Pathogenese der Erschöpfungssymptome setzt sich entsprechend aus einem Wechselspiel zwischen Persönlichkeit und Umweltfaktoren zusammen. So scheinen vor allem Menschen mit übermäßigem Arbeitseinsatz, Menschen, die sich leicht vereinnahmen lassen, unter Zeitdruck geraten oder wenig Ausgleich zum Berufsleben finden bzw. davon abgrenzen können, von den Symptomen betroffen (Von Känel, 2008). Langfristig können die beschrieben Symptome nicht nur zu verhängnisvollen seelischen Schäden führen, sondern auch körperliche und psychosoziale Folgen haben, was wiederum in eine berufliche Sackgasse führen kann und somit wiederum zum Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt führt (Von Känel, 2008).

Prüfungsangst

Ebenso wie die Erschöpfungssyndrome setzt sich die Prüfungsangst aus den Komponenten kognitiv, emotional, physiologisch und psychologisch zusammen (Frenzel et al., 2009). Sie wird den negativen Emotionen zugeordnet und zeichnet sich vor allem durch Symptome wie Nervosität, Aufgeregtheit, Unsicherheit, bis hin zu körperlichen Reaktionen wie Zittern, Übelkeit und Erbrechen oder Schweißausbrüche aus (Frenzel et al., 2009). Im Gegensatz zum Erschöpfungssyndrom gehören Prüfungsängste nicht zu den Störungen mit Krankheitsbild, sondern werden eher als zeitlich begrenzte Angstzustände gesehen (Fehm und Fydrich, 2011). Sie entstehen überwiegend in Prüfungssituationen, diese können sowohl in der Schule, im Studium, in der Berufsausbildung, direkt im Berufsleben oder während Freizeitaktivitäten (z.B. Wettkämpfen) auftreten (Fehm und Fydrich, 2011). Prüfungsängste gehen weiterhin einher mit allgemeinen Stresssymptomen, ähnlich dem Erschöpfungssyndrom, wie Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit u.a. (Fehm und Fydrich, 2011). Jedoch ist die Prüfungsangst, im Gegensatz zum Erschöpfungssyndrom, durch seine zeitliche Begrenzung (akuter Stress) zu meist mit Abschluss der Prüfungssituation vorbei (Fehm und Fydrich, 2011). Sie kann jedoch durch eine hohe Frequentierung von akutem in chronischen Stress übergehen und somit ebenfalls ein Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt bedingen.

Stress

Unter Stress kann ein Reaktionsmuster verstanden werden, welches das Gleichgewicht eines Organismus negativ beeinflusst und somit seine Fähigkeit diese Einflüsse zu bewältigen stark beansprucht oder sogar übersteigt (Gerring und Zimbado, 2008). Auslöser von Stress (Zustand) sind sogenannte Stressoren (Situationen), dennoch entsteht Stress primär im Gehirn (Spitzer, 2009). Wobei zwei Arten von Stress unterschieden werden müssen. Einmal der akute Stress, in der Biologie auch bekannt unter Flucht-Reflex, und dem chronischen Stress, wie wir ihn z.B. beim Burnout oder Erschöpfungssyndrom vorfinden können. Akuter Stress führt zu einer kurzfristigen Erhöhung der Herzfrequenz und steigert die kognitive Leistungsfähigkeit, Immunsystem, Reproduktion, Wachstum und Verdauung werden hingegen für diesen Zeitraum zurückgestellt (Spitzer, 2009). Ähnliche Reaktionen können wir bei der Prüfungsangst vorfinden, je nach stärke der Ausprägung. Chronischer Stress, wie wir ihn z.B. beim Erschöpfungssyndrom vorliegen haben, ist auf Grund seiner anhaltenden Dauer für den Organismus schädlich (Spitzer, 2009). Durch die Ausschüttung so genannter Stresshormone wird der Energiebedarf eines Organismus nicht mehr gedeckt, da die Aufnahme von Glukose (Zucker) ins Gehirn vermindert wird (Spitzer, 2009). Hierdurch kann es zu einer Unterversorgung der Neuronen bei gleichzeitig höherer Beanspruchung kommen (Spitzer, 2009). Was wiederum weitreichende Folgen haben kann, welche sogar bis zum Tod führen können (Kauffeld, 2011). Kauffeld (2011) beschrieb nach Seyle drei Stufen; die Alarmreaktion, welche mit erhöhtem Ausstoß von Stresshormonen (z.B. Adrenalin) einhergeht, das Wiederstandstadium, in dem die Stresshormone abgebaut werden und sich der Körper erholt, zu Vergleichen mit den Reaktionen der Prüfungsangst, bis hin zu Stufe 3 der Erschöpfung. Die 3. Stufe der Erschöpfung zeigt ähnliche und gleiche Symptome wie wir es beim Erschöpfungssyndrom vorfinden. Der Körper hat seine Ressourcen verbraucht und gibt sich der Erschöpfung hin, dies zeigt sich in Depressionen, Krankheiten und sogar Tod (Kauffeld, 2011). Daher sollte Stress im Arbeitsleben für einen längeren Zeitraum unbedingt vermieden werden. Untersuchungen der Oberösterreichischen Arbeitskammer haben bereits eine Zunahme der Krankmeldungen auf Grund von psychischen Erkrankungen verzeichnen können (siehe Kapitel: Vorbeugende Wirkung von Innovation Education auf Krankheitsbilder wie das Erschöpfungssyndrom)

Fragestellung

- Wie kann Innovation Education dazu beitragen qualifiziertere Arbeitskräfte zu schaffen?
- Wie kann Innovation Education zur Reduzierung von stressbedingten Erkrankungen beitragen und somit frühzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt verhindern?
- Welche neuen Chancen ergeben sich für den Arbeitsmarkt durch Innovation Education?

Ausbildung und ihre Bedeutung für das Humankapital

Humankapital

Unter Humankapital versteht man das Leistungspotenzial einer Arbeitskraft, welche sich aus Erziehung, Ausbildung und den damit finanziellen Aufwendung ergibt (Horvath, 2018). Dies Bedeutet, dass wir mit der Geburt eines jeden Kindes neues Humankapital schaffen, der Wert des Kapitals jedoch abhängig seiner Erziehung und Ausbildung unterschiedlich ausfallen kann und somit von unterschiedlicher Bedeutung für das Wirtschaftswachstum ist. Konnte, während der Industrialisierung, die Produktivität durch einfachen Kapitaleinsatz wie z.B. kauf neuer Maschinen, also einfachem Sachkapital, erklärt werden, so wird es heutzutage durch immer bessere Technologien immer schwieriger zu klären wodurch die Produktivität gesteigert werden kann (Bosch, 1998). Ein Ansatz zur Klärung besteht in der Annahme, dass bessere Qualifikationen im Bereich Technologien das Wachstum neu ankurbeln (Bosch, 1998). Hierunter fallen vor allem die allgemeinen Ausbildungsziele, während bis 1957 noch viele Beschäftigte ungelernt waren, gibt es heute auf dem Arbeitsmarkt einen regen Wettbewerb um das Qualifikationsniveau (Bosch, 1998). Der Bedarf an Innovation, Weiter- und Fortbildungen wächst, Unternehmen können ihre Standorte je nach Innovations-/Qualifikationsbedarf, bzw. benötigter Standortfaktoren und Infrastruktur global ansiedeln. Die Attraktivität einer Nation wächst also entsprechend seiner Standortfaktoren für ein Unternehmen und abhängig davon die Wirtschaft einer Nation. Entsprechend ist es von großer Bedeutung Qualifikationsengpässe zu verhindern um dem globalen Wettbewerb standzuhalten, eine wichtige Strategie hierfür ist die Förderung der Innovation (Boch, 1998).

Geschichtlicher Verlauf der Innovation

Unter Innovation wird allgemein eine Neuerung sowohl im sozialen, wie auch technischen und wirtschaftlichen Bereich verstanden (Specht, 2018). Anthropologische und archäologische Forschungsergebnisse zeigen, dass sich die humane Kultur durch starke innovative Anpassungsfähigkeiten weiterentwickelt hat, man geht dementsprechend davon aus, dass die Innovation dem Menschen angeboren ist (Vandervert, 2013). Im Laufe der menschlichen Entwicklung kam es zu einer Akkumulation von Innovationen, sowohl in Technologie, als auch Wissen und Überzeugungen. Dies führte dazu, dass jede neue Generation das bereits erlangte Wissen weiter vermittelt bekam, bis hin zu einer Stagnation der Innovation, durch Standardisierung und Beschränkung auf das vorhandene Wissen wie Dinge funktionieren und weniger die Verfolgung der Frage wie könnte etwas funktionieren (Vandervert, 2013). Diese Wissensvermittlung führte gezwungenermaßen dazu, dass kein Hinterfragen der Ergebnisse mehr vorgenommen wurde, sondern das Wissen als gegeben vorausgesetzt wurde, es fand eine funktionelle Fixierung („functional fixedness“) statt (Vandervert, 2013). Auch heute wird angenommen, dass Wissen bestimmten Regeln/Gesetzmäßigkeiten unterliegt, welches in Kombination mit dem angeborenen Innovationsdrang in den letzten Jahren einige Genies wie zum Beispiel Albert Einstein hervorbrachte (Vandervert, 2013). Jedoch unterliegen viele Wissens- oder Sozialzweige keinen Gesetzmäßigkeiten, dennoch gibt es auch hier die Bestrebung die angeborene Innovation auszuleben, wird jedoch durch Vermittlung der Akkumulation bzw. dem fixierten Wissen unterbunden (Vandervert, 2013). Ein Beispiel hierfür finden wir in der Schriftstellerin J.K. Rowling, welche ihr höchstes Potential als geniale Autorin im Alter zwischen fünf und sechs ausbildete (Vandervert, 2013). Durch Maßnahmen wie die Vermittlung von prüfungsfokusiertem Wissen, wurde die Ausbildung von Intuition, Kreativität und Innovation der Menschen/Gesellschaft weiterer unterbunden (Vandervert, 2013). Diese prüfungsorientierte Ausbildung ist durchaus effizient in der Schaffung eines stabilen Intelligenzniveaus einer Gesellschaft, kann jedoch auch gleichzeitig die Fähigkeit zur Anpassung vermindern und in eine kulturelle Krise führen (Vandervert, 2013). Welche wiederum die Wirtschaft und Produktivität einer Nation schwächt. Besonders in China wurde das Phänomen der prüfungsorientierten Ausbildung auffällig, vergleicht man den Durchschnitts-IQ Chinas und Islands, so schneidet China mit 104 zu 101 im Zeitraum von 2009 bis 2010 geringfügig besser ab als Island (Eglis, 2010). Im Vergleich des BIP pro Kopf im Jahr 2010 schneidet China mit etwa 4.500 US-Dollar (Statista, 2018) gegenüber Island mit ca. 41.600 US-Dollar (Statista, 2018) jedoch wesentlich schlechter ab.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Frühprävention durch Innovation Education. Reduzierung von stressbedingten Krankheitsbildern
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V535824
ISBN (eBook)
9783346121738
ISBN (Buch)
9783346121745
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frühprävention, innovation, education, reduzierung, krankheitsbildern
Arbeit zitieren
Anja Kraus (Autor), 2018, Frühprävention durch Innovation Education. Reduzierung von stressbedingten Krankheitsbildern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535824

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Frühprävention durch Innovation Education. Reduzierung von stressbedingten Krankheitsbildern



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden