Wird es irgendwann eine Gesellschaft ohne Banken geben, oder haben die Banken noch eine Chance, den Angriff der FinTechs abzuwehren? Getreu dem Motto „Kannst du deinen Feind nicht schlagen, mache ihn zum Freund“, gibt es Möglichkeiten für beide Seiten in Zukunft voneinander zu profitieren. Diese Fragen werden unter anderem in dieser literaturgestützten Seminararbeit beantwortet. Zuerst werde ich die aktuelle Lage und die Vergangenheit der Filialbanken und FinTechs betrachten. Anschließend gibt es einen Einblick in die jeweiligen Geschäftsmodelle. Im darauffolgenden Teil werde ich PayPal und Finanzcheck.de genauer analysieren. Zum Schluss geht es um mögliche Kooperationen und um einen Ausblick.
Die Finanzbranche befindet sich im Umbruch. Zu bedanken haben sich die großen Banken bei den FinTechs. Für viele Deutsche ist dies noch ein Fremdwort, trotzdem nutzen die meisten schon deren Dienstleistungen. Bankern, Managern oder Investoren sind diese Unternehmen schon lange bekannt. Am Anfang wurden die FinTechs noch belächelt und von vielen unterschätzt. Heute sind sie wichtige Marktteilnehmer. Denn mittlerweile haben FinTechs durch fleißige Arbeit, Mut und technische Innovationen auch die großen Banken zum Nachdenken bewegt. Mit dem Ziel, alles besser, günstiger und schneller zu machen, sind die FinTechs gestartet. Die Gründer befinden sich in Angriffslaune und träumen von einem ähnlichen Erfolg wie es PayPal geschafft hat. Sie wollen eine seit Jahrhunderten bestehende Branche revolutionieren. Im September 2018 wurde die Commerzbank im Dax abgelöst. Eines der größten deutschen Kreditinstitute gehört nicht mehr zu den 30 größten Unternehmen im eigenem Land. Abgelöst wurde die Commerzbank ausgerechnet von Wirecard, einem Zahlungsverkehrsdienstleister, einem FinTech. Ähnlich geht es auch anderen Banken und FinTechs. So gibt es weltweit bereits mehr als 40 FinTechs, die eine Marktkapitalisierung von über 1. Mrd. Euro haben. Hierzu zählen auch Wirecard oder das amerikanische Unternehmen PayPal.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Filialbanken und FinTechs im Vergleich
2.1 Filialbanken
2.1.1 Definition und Aufgaben
2.1.2 Entwicklung seit 2000 in Deutschland
2.1.3 Stärken und Schwächen von Filialen
2.1.4 Zukunftsmodelle von Filialen
2.1.4.1 Erlebniswelt Filialbank
2.1.4.2 Beratungscenter / FlagShip-Stores
2.1.4.3 Shop-in-Shop Konzepte von Filialbanken
2.2 FinTechs
2.2.1 Definition und Ziele
2.2.2 Entwicklung in Deutschland
2.2.3 Funktionen und Aufgaben der FinTechs
3 FinTechs als Konkurrent oder attraktiver Partner der Filialbanken
3.1 PayPal – das größte FinTech der Welt
3.2 FinTechs – Rolle rückwärts?
3.3 Möglichkeiten der Zusammenarbeit
3.4 Bestehende und erfolgreiche Kooperationen mit Banken
4 Fazit / Abschlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die dynamische Beziehung zwischen klassischen Filialbanken und modernen FinTech-Unternehmen. Ziel ist es, die Entwicklungstrends im Retail- und Private-Banking zu analysieren und zu klären, ob FinTechs primär als Konkurrenz auftreten oder ob durch strategische Kooperationen wechselseitige Potenziale für eine erfolgreiche Zukunft genutzt werden können.
- Vergleichende Analyse der Geschäftsmodelle von Filialbanken und FinTechs
- Untersuchung neuer Zukunftsmodelle für Bankfilialen wie Erlebniswelten und Beratungscenter
- Bewertung der Rolle von FinTechs im Zahlungsverkehr, bei Finanzierungen und Geldanlagen
- Evaluierung von Erfolgsfaktoren für Kooperationen zwischen etablierten Banken und FinTechs
- Diskussion der These "Banking is necessary, banks are not!" vor dem Hintergrund aktueller Marktentwicklungen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition und Aufgaben
Filialbanken sind Kreditinstitute, die über eine Vielzahl von kleineren Geschäfts- oder Zweigstellen verfügen und ihre Kunden vor Ort betreuen. Die Filialen sorgen für ein breites Bargeld- und Serviceangebot. Ihre Kernkompetenz liegt in der persönlichen Beratung, hier werden den Kunden komplexe Zusammenhänge erläutert und ihre Wünsche unmittelbar abgedeckt. Sie erfüllen eine hohe Beratungsqualität, die heutzutage meist von älteren Menschen genutzt wird. In Deutschland verfügen die Sparkassen bzw. Volks- und Raiffeisenbanken über die meisten Filialen. Ihr Anteil beträgt ca. 2/3 der knapp 32.000 Filialen in Deutschland per Stand 2017.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Umbruch der Finanzbranche durch den Aufstieg von FinTechs und diskutiert die provokante These, ob Banken in der Zukunft überflüssig werden könnten.
2 Filialbanken und FinTechs im Vergleich: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Geschäftsmodelle, die rückläufige Filialentwicklung sowie die Definitionen und Funktionen moderner FinTechs gegenübergestellt.
3 FinTechs als Konkurrent oder attraktiver Partner der Filialbanken: Hier liegt der Fokus auf der ambivalenten Beziehung zwischen Banken und FinTechs, wobei sowohl der Wettbewerb durch Größen wie PayPal als auch Möglichkeiten für synergetische Kooperationen untersucht werden.
4 Fazit / Abschlussbemerkung: Das Fazit resümiert, dass Kooperationen den entscheidenden Mehrwert bieten und dass in der modernen Finanzwelt sowohl Banken als auch FinTechs ihren festen Platz haben werden.
Schlüsselwörter
FinTechs, Filialbanken, Retail Banking, Private Banking, Digitalisierung, Kooperation, Zahlungsverkehr, Filialsterben, Beratungscenter, Finanzdienstleistungen, Bankgeschäft, Transformation, Innovation, Kundenservice, Marktplatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das klassische Filialbankwesen und die aufstrebenden FinTech-Unternehmen miteinander interagieren und welche Auswirkungen dies auf die Zukunft der Bankenlandschaft hat.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?
Die zentralen Themen sind der Wandel von Bankfilialen, technologische Innovationen im Finanzsektor, das Geschäftsmodell von FinTechs sowie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen traditionellen Banken und Finanz-Start-ups.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob FinTechs eine existenzielle Bedrohung für Filialbanken darstellen oder ob eine symbiotische Kooperation der Schlüssel für beide Seiten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Seminararbeit, die auf Basis aktueller Fachberichte, Statistiken und Publikationen eine fundierte Analyse des Finanzsektors erstellt.
Welche Inhalte bilden den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine vergleichende Analyse beider Akteure sowie eine detaillierte Untersuchung zu Zukunftsmodellen (wie Erlebniswelten) und konkreten Kooperationsbeispielen (z.B. Kwitt oder ApplePay).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Disruption, digitale Transformation, Kundenzentrierung, technologische Innovationskraft und strategische Partnerschaften.
Was unterscheidet das Filialkonzept "Erlebniswelt" von einer klassischen Bankfiliale?
Im Gegensatz zur klassischen Filiale steht bei der Erlebniswelt (z.B. Q110) der Austausch, die Inspiration und eine angenehme Aufenthaltsqualität im Vordergrund, weniger die reine Transaktionsabwicklung.
Warum sehen Experten Kooperationen als "WIN-WIN-Situation" an?
Banken bringen Vertrauen und große Kundenstämme ein, während FinTechs durch hohe Innovationsgeschwindigkeit und spezialisierte technologische Lösungen überzeugen; gemeinsam können sie Kunden einen umfassenderen Mehrwert bieten.
Welche Rolle spielt die Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 für den Markt?
Die PSD2 zwingt Banken zur Öffnung ihrer Datenschnittstellen, was den Wettbewerb verschärft und es FinTechs ermöglicht, innovative Dienstleistungen basierend auf Bankdaten anzubieten.
- Arbeit zitieren
- Simon Rölver (Autor:in), 2020, FinTechs und Filialbanken. Konkurrenz oder Ergänzung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535927