Diese Querschnittstudie untersucht den Zusammenhang zwischen Kreativität, bösartiger Kreativität und Consumer Punishment. Die Rekrutierung erfolgte ausschließlich über einen online Link der Webseite Unipark. Ein Fragebogen mit selbsterstellten Skalen und bereits validierten Skalen als Messinstrument wurde verwendet. Die Stichprobe basiert auf einer einmaligen Befragung und besteht aus 220 Probanden im Alter von 19 bis 70 Jahren.
Die empirische Forschung dieser Arbeit basiert auf der Annahme, dass Dunkle Kreativität in drei Hauptkomponenten differenziert werden kann. Darüber hinaus wird angenommen, dass Kreativität in einem Zusammenhang mit abstrafenden Konsumentenverhalten steht und dabei dunkle Formen der Kreativität einen moderierenden bzw. mediierenden Effekt erzielen. Für die Prüfung der Hypothesen wird neben einer explorativen Faktoranalyse eine Moderatoranalyse und Mediatoranalyse eine durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Lying, Hurting People und Playing Tricks drei wesentliche Hauptfaktoren der Dunklen Kreativität darstellen. Zudem wird aufgezeigt, dass zwischen Dunkler Kreativität und Consumer Punishment ein positiver Zusammenhang besteht und Hurting People als Form der Dunklen Kreativität einen Moderatoreffekt auf den Zusammenhang erzielt. Lying als eine weitere Form der Dunklen Kreativität hingegen weist keinen signifikanten Mediatoreffekt auf den Zusammenhang zwischen Kreativität und Consumer Punishment auf.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand & Hypothesen
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.2 Forschungsfragen & Hypothesen
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Forschungsdesign/Vorgehen
3.3 Messinstrument
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive univariate Darstellung
4.2 Ergebnisse bzgl. der 1. Hypothese
4.3 Ergebnisse bzgl. der 2. Hypothese
4.4 Ergebnisse bzgl. der 3. Hypothese
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung und Erläuterung der Ergebnisse
5.2 Implikation der Ergebnisse
5.3 Einschränkungen und zukünftige Forschung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den bisher wenig erforschten Zusammenhang zwischen Kreativität, bösartiger Kreativität und abstrafendem Konsumentenverhalten (Consumer Punishment). Das Ziel der Arbeit ist es, empirisch zu prüfen, ob dunkle Formen der Kreativität einen mediierenden oder moderierenden Effekt auf die Beziehung zwischen Kreativität und Konsumentenbestrafung ausüben.
- Kreativität im wirtschaftspsychologischen Kontext
- Differenzierung und Messung von Dunkler Kreativität (Hurting People, Lying, Playing Tricks)
- Analyse von abstrafendem Konsumentenverhalten
- Untersuchung von Mediations- und Moderationseffekten
- Implikationen für Unternehmen im digitalen Zeitalter
Auszug aus dem Buch
2 Forschungsstand & Hypothesen
In diesem Teil der vorliegenden Arbeit wird zunächst durch Erläuterungen der Begriffe ein Einstieg in das Thema ermöglicht und eine theoretische Einordnung der Faktoren Kreativität, Dunkle Kreativität und Consumer Punishment vorgenommen. Dabei wird in der folgenden Ausarbeitung für bösartige Kreativität die Variablenbezeichnung „Dunkle Kreativität“ verwendet. Die Darstellungen werden zudem weitgehend anhand bisheriger praktischer Forschungen gestützt. Anschließend wird auf die aufkommenden Forschungsfragen des Projekts eingegangen und die jeweiligen Hypothesen aufgestellt, die als Grundlage der nachfolgenden Untersuchungen dienen.
Mittlerweile gilt Kreativität in der Gesellschaft als eine Charaktereigenschaft, die als effektiv oder nützlich angesehen wird. Bisweilen existiert jedoch keine allgemeine Definition die alle Merkmalsausprägungen zufriedenstellend inkludiert. Der bekannte Kreativitätsforscher J. P. Guilford verwendete den Begriff 1950 erstmals als einen psychologischen Terminus und stellte dessen Wiedereinführung her. Dieser unterscheidet dabei das facettenreiche Konstrukt in konvergentes Denken (Intelligenz) und divergentes Denken (Kreativität). Ersteres wird als ein bewertendes, logisches und schlussfolgerndes Denken bezeichnet, während sich divergentes Denken in Gedankenflüssigkeit, Assoziationsreichtum und originelles Denken äußert, das die Fähigkeit der Umstellung und Umgestaltung, d.h. bekannte Inhalte in neue Zusammenhänge zu bringen, besitzt (Stangl, 2018). Auch Barron (1995) fordert eine Definition des Begriffs, in dem Kreativität eine Fähigkeit ist, etwas Neues zu schaffen. Die Bezeichnung „Neues“ dient in dieser Definition als ein Synonym zu Originell, womit Barron in diesem Zusammenhang eine Abgrenzung zwischen originellen und unoriginellen Ideen herstellt und Kreativität als einen Prozess definiert, der originell, d.h. statistisch selten bzw. ungewöhnlich und für die handelnde Person vorteilhaft ist (Kapoor, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der dunklen Seite der Kreativität ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Einflusses von Kreativität auf Consumer Punishment.
2 Forschungsstand & Hypothesen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Kreativität und bösartigen Kreativität sowie die forschungsleitenden Hypothesen.
3 Methode: Hier wird das Studiendesign, die Stichprobenzusammensetzung und das verwendete Messinstrument der empirischen Untersuchung detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Befunde und die Ergebnisse der statistischen Hypothesenprüfungen mittels Faktoren-, Mediator- und Moderatoranalyse.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, interpretiert, kritisch gewürdigt und Implikationen für die Praxis sowie zukünftige Forschung aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Kreativität, Dunkle Kreativität, Bösartige Kreativität, Consumer Punishment, Konsumentenmacht, Mediatoranalyse, Moderatoranalyse, Malevolent Creativity Behaviour Scale, Hurting People, Lying, Playing Tricks, Wirtschaftspsychologie, Konsumentenverhalten, Quantitative Forschung, Verbraucherwut.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der "dunklen Seite" der Kreativität und untersucht, wie kreative Menschen dazu neigen, Unternehmen durch gezieltes, abstrafendes Verhalten (Consumer Punishment) zu sanktionieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Kreativität, Dunkle Kreativität (unterteilt in Lying, Hurting People und Playing Tricks) sowie deren Einfluss auf das Verhalten von Konsumenten gegenüber Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, welchen Einfluss die dunkle Form der Kreativität und Persönlichkeit auf abstrafendes Konsumentenverhalten hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative empirische Querschnittsstudie durchgeführt, bei der ein standardisierter Fragebogen (N=220) genutzt und die Daten mittels Faktoren-, Mediator- und Moderatoranalyse ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie die Diskussion der Befunde im Kontext aktueller Forschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dunkle Kreativität, Consumer Punishment, Mediatoranalyse, Moderatoranalyse und Malevolent Creativity Behaviour Scale.
Wie definiert die Arbeit "Dunkle Kreativität"?
Die Arbeit nutzt die Definition von Hao et al. (2016) und operationalisiert Dunkle Kreativität über die drei Hauptfaktoren Hurting People, Lying und Playing Tricks.
Bestätigt die Studie den Mediatoreffekt von "Lying"?
Nein, die Hypothese, dass die Beziehung zwischen Kreativität und Consumer Punishment durch "Lying" mediiert wird, konnte statistisch nicht belegt und musste verworfen werden.
Was zeigt die Moderatoranalyse bezüglich "Hurting People"?
Die Analyse ergab, dass der Zusammenhang zwischen Kreativität und Consumer Punishment durch die Variable "Hurting People" moderiert wird, wobei besonders bei niedrigeren Werten in dieser Dimension ein signifikanter Zusammenhang besteht.
Welche Limitationen werden für die Studie genannt?
Die Autorin nennt unter anderem die nicht repräsentative Stichprobe, die Momentaufnahme durch das Querschnittsdesign sowie die teilweise unklare Operationalisierung bestimmter Items als methodische Einschränkungen.
- Citar trabajo
- Susanne Hofbauer (Autor), 2019, Der Zusammenhang zwischen Kreativität, bösartiger Kreativität und Consumer Punishment. Kann Kreativität auch eine dunkle Seite haben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/535943