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Zusammenhänge und Diskrepanzen zwischen deutscher Forschung und Drogenpolitik. Eine theoretische Aufarbeitung, warum sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet

Title: Zusammenhänge und Diskrepanzen zwischen deutscher Forschung und Drogenpolitik. Eine theoretische Aufarbeitung, warum sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet

Academic Paper , 2020 , 31 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Olivia Mantwill (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Wie sind die Zusammenhänge und Diskrepanzen zwischen deutscher Forschung und Drogenpolitik, warum haben die beiden sich über die Jahre hinweg nicht weiterentwickelt, vor allem nicht gemeinsam, und was kann zur Lösung des Problems beitragen?
Zur Beantwortung dieser Frage wird in der vorliegenden Arbeit zuerst der Status quo bezüglich der Drogenpolitik und ihrer gesellschaftlichen Zusammenhänge betrachtet. Anschließend wird die Perspektive der aktuellen Drogenpolitik behandelt, aufbauend auf der Entwicklungsgeschichte, der Organisationsstruktur und Vergleichen zu anderen Ländern, und diese Thematik unter den Gesichtspunkten von Webers und Kuhns Theorien beleuchtet. Dann wird der Stand der Wissenschaft selbst thematisiert, anhand einer Analyse der vorhandenen Literatur und der Aufarbeitung weiterer Kritikpunkte von Kuhn und Beck. Zuletzt werden noch kurz Mertons Normen und Böhmes Finalisierungsthese angeschnitten, um einen Ausblick auf weitere Ansätze zu schaffen, und ein Fazit gezogen, das auf Politisierung der Wissenschaft hinausläuft. Im Anschluss soll eine fundierte Diskussion über Hintergründe, Ziel und Umsetzung einer wissenschaftsbasierten Drogenpolitik möglich sein.

Ein Wandel zeigt sich in den letzten Jahren immer deutlicher, angefangen bei der zunehmenden Diskussion über Marihuana und dessen Legalisierung. Erste fatale Kurzschlussentscheidungen vor den Wahlen wurden bereits getroffen, wie beispielsweise die Zulassung von Marihuana als Medikament (BMG 2017). Des Weiteren wird ein gefühlter internationaler Druck ausgeübt, indem Länder wie Portugal beispielsweise alle Drogen legalisieren, die Schweiz ein neues Gesundheitssystem diesbezüglich etabliert und verschiedene Staaten der USA diverse Konzepte der sogenannten "Harm reduction", also akzeptierender Drogenarbeit, ausprobieren. Deutschland steht währenddessen still – die Politik ebenso wie die Wissenschaft, die sich jahrelang zurückgezogen und abgegrenzt von jeglichen anderen Disziplinen nur geringfügig zu dieser Thematik geforscht hat.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Drogen als gesellschaftliches Problem – Drogen als Ursache?

3 Drogenpolitik im Fokus

3.1 Konflikt als Lösungsansatz

3.2 Alternative Wege

4 Wissenschaft als Chance

4.1 Prämissen der Wissenschaft

4.2 Notwendigkeit der Politisierung

5 Fazit

6 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge und Diskrepanzen zwischen deutscher Forschung und Drogenpolitik. Ziel ist es, theoretisch aufzuarbeiten, warum die Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Bereichen sich als schwierig gestaltet, und Ansätze für eine wissenschaftsbasierte, für die Gesellschaft gewinnbringende Drogenpolitik aufzuzeigen.

  • Analyse des Status quo und der Entwicklungsgeschichte der deutschen Drogenpolitik.
  • Untersuchung der theoretischen Konfliktfelder zwischen Politik und Wissenschaft anhand von Weber und Kuhn.
  • Vergleichende Betrachtung internationaler Drogenpolitikmodelle.
  • Kritische Reflexion der Rolle und Einbindung soziologischer Suchtforschung.
  • Diskussion über die Notwendigkeit und Umsetzung einer Politisierung der Wissenschaft unter Wahrung wissenschaftlicher Normen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Konflikt als Lösungsansatz

Um die gegenwärtige deutsche Drogenpolitik zu verstehen, muss vorerst ihre Entwicklungsgeschichte betrachtet werden. Die Prohibition, also das Verbot nahezu aller Drogen – in Deutschland aller außer Alkohol und Tabak – existiert noch nicht allzu lange. Noch im zweiten Weltkrieg wurden wie andere Drogen und Suchtmittel auch Heroin und Amphetamine verwendet. Sie wurden legal und gezielt als aufputschende Mittel an Soldaten gegeben und zur Kriegsführung eingesetzt. Bis 1981 waren sie zudem teilweise noch frei verkäuflich, später nur noch als Arzneimittel mit Rezeptpflicht in Apotheken. Gesellschaftlich gesehen waren Drogen und Sucht noch im und nach dem Krieg kein sehr präsentes Thema; selbst an den Kriegsheimkehrern wurden eventuelle Abhängigkeiten oder Folgen des Konsums kaum thematisiert und auch später erfolgte kaum eine Aufarbeitung. (Holzer 2002)

Zwar gab es Probleme mit und durch Drogen schon vor der Prohibition, jedoch waren diese anderer Art und Intensität als die heutigen und hätten anders gelöst werden müssen als durch die folgenden Verbote. Aus den USA kam jedoch der Krieg gegen und damit der Krieg um die Drogen. Dies geschah durch ein idealistisches, unwissenschaftliches Verbot aller putschenden Substanzen, zeitweise auch Alkohol, das innerhalb kürzester Zeit in weite Teile der Welt exportiert wurde. Die Gründe dafür sind historisch innerpolitisch zu verorten und würden hier den Rahmen sprengen. Das Alkoholverbot wurde in den USA nach einiger Zeit wieder aufgehoben, als Steuereinnahmen benötigt wurden. In Deutschland dagegen übersteigen die zu tragenden Staatskosten wegen Alkohol und Tabaks heute dreistellige Milliardenbeträge und damit alle Steuereinnahmen durch diese Produkte. (Holzer 2002)

Das Verbot der anderen Drogen blieb bestehen in weiten Teilen Europas und der restlichen Welt. Die Folgen dieses Stillstandes waren und sind auch heute noch gravierend: Ein florierender Schwarzmarkt gestreckter immer neuer Substanzen fordert jährlich tausende Todesopfer. Diese Logik folgt den einfachen Gesetzen des Marktes – muss etwas geschmuggelt werden, ist es sinnvoll, eine möglichst hohe Dosis in kleiner Menge zu transportieren. Daher wird die Dosis der Substanz erhöht und das Mittel hinter den Grenzen wieder gestreckt, was zu starken und zugleich unberechenbaren Substanzen führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der kaum öffentlich diskutierten deutschen Drogenpolitik ein, skizziert den Stillstand zwischen Politik und Wissenschaft und definiert die Forschungsfrage nach den Ursachen dieser Diskrepanz.

2 Drogen als gesellschaftliches Problem – Drogen als Ursache?: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Drogen und Sucht, grenzt diese voneinander ab und hinterfragt, ob Drogen das eigentliche politische Problem darstellen oder ob der gesellschaftliche Umgang damit die Ursache ist.

3 Drogenpolitik im Fokus: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklungsgeschichte der deutschen Drogenpolitik und ihre starren Prohibitionsstrukturen, beleuchtet dabei notwendige Konfliktpotenziale als Impulsgeber für Veränderungen und vergleicht alternative internationale Ansätze.

4 Wissenschaft als Chance: Hier wird die Rolle der Wissenschaft im Kontext der Drogenpolitik untersucht, deren normativer Anspruch kritisch reflektiert und die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Zusammenarbeit mit der Politik begründet.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, identifiziert mangelnde Auseinandersetzung und fehlende Zusammenarbeit als Kernfaktoren des politischen Stillstands und fordert eine Reform unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

6 Literatur: Dieses Kapitel listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen, Studien, Handbücher und Berichte auf.

Schlüsselwörter

Drogenpolitik, Suchtforschung, Prohibition, Wissenschaft, Politik, gesellschaftlicher Umbruch, Soziologie, Prävention, Drogenkonsum, Sucht, interdisziplinäre Forschung, Konflikttheorie, Schadensminimierung, politische Transformation, evidenzbasierte Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Diskrepanzen zwischen der deutschen Drogenpolitik und der soziologischen Forschung sowie die Gründe, warum eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Bereichen seit Jahren stagniert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Genese der Prohibition, die soziologische Betrachtung von Sucht, der Vergleich internationaler Drogenpolitikmodelle sowie die theoretische Verknüpfung von Politik und Wissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist eine theoretische Aufarbeitung der Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit von Politik und Wissenschaft, um Impulse für eine rationale, wissenschaftlich fundierte und effektive Drogenpolitik zu generieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Literaturanalyse und greift auf theoretische Konzepte, insbesondere die Konflikttheorien von Max Weber und Thomas Kuhn, zurück, um die aktuelle Situation und notwendige Veränderungen zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Status quo der deutschen Drogenpolitik, hinterfragt die Konstruktion des Drogenproblems, vergleicht internationale Best-Practice-Beispiele und reflektiert kritisch die Rolle und die normativen Rahmenbedingungen der Wissenschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Drogenpolitik, Prohibition, Suchtforschung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, politische Transformation und evidenzbasierte Politik charakterisiert.

Warum wird die Rolle der Soziologie als kritisch hervorgehoben?

Die Soziologie hat es nach Ansicht der Arbeit versäumt, sich ausreichend mit dem Forschungsgegenstand Drogen zu befassen, und sich stattdessen durch eine zu große Distanz und interne theoretische Debatten von der gesellschaftlichen Relevanz isoliert.

Inwiefern können internationale Erfahrungen wie in Portugal oder der Schweiz als Vorbild dienen?

Diese Länder zeigen durch Ansätze der Harm Reduction oder Entkriminalisierung, dass eine Verlagerung von rein strafpolitischen Maßnahmen hin zu gesundheitsorientierten Konzepten positive Auswirkungen auf die Suchtraten und die allgemeine Kriminalität haben kann.

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Details

Title
Zusammenhänge und Diskrepanzen zwischen deutscher Forschung und Drogenpolitik. Eine theoretische Aufarbeitung, warum sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet
College
University of Bamberg
Grade
1,7
Author
Olivia Mantwill (Author)
Publication Year
2020
Pages
31
Catalog Number
V536218
ISBN (eBook)
9783346145000
ISBN (Book)
9783346145017
Language
German
Tags
zusammenhänge diskrepanzen forschung drogenpolitik eine aufarbeitung zusammenarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olivia Mantwill (Author), 2020, Zusammenhänge und Diskrepanzen zwischen deutscher Forschung und Drogenpolitik. Eine theoretische Aufarbeitung, warum sich die Zusammenarbeit schwierig gestaltet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536218
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