Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Einforderung der Hussitensteuer in der Altmark

Title: Einforderung der Hussitensteuer in der Altmark

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nico Bothe (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit 1419 befindet sich die katholische Kirche im stetigen Krieg mit den Hussiten. Viele Kreuzzüge werden unternommen, welche meist mit einer verheerenden und verlustreichen Niederlage enden. Als Reaktion auf die kostspieligen Feldzüge und der damit einhergehenden Erschöpfung der finanziellen Ressourcen wird im Dezember 1427 auf dem Nürnberger Reichstag unter König Sigismund mit Hilfe der detaillierten Ausarbeitung des Kardinallegaten Beaufort die sogenannte "Hussitensteuer" durch das Reichskriegssteuergesetz genehmigt, welche relativ rasch besonders in den Städten zu einem Aufschrei führt, da man in der Mark nur ungern Steuern für etwas zahlte, was nicht unmittelbar in der eigenen Region oder unter eigener Verwaltung Anwendung fand. Allerdings hat man bereits zuvor im Jahr 1422 eine erste Reichsabgabe zur Bekämpfung der Hussiten in Form von einer Heeresmatrikel beschlossen, sodass die neue Reichskriegssteuer eine zusätzliche monetäre Belastung bedeutete.

Man ist sich in der Forschung weitestgehend darüber einig, dass die Hussitensteuer ein Fehlschlag war, da die hiermit erbrachten Erträge trotz des immensen Aufwandes schlicht zu niedrig waren. Gerne wird hierbei der fehlenden Verwaltung die Schuld zugeschrieben. Die Art und Weise der Eintreibung hingegen ist vorwiegend unerforscht und wird meist, wie bereits zuvor, mit einer unpräzisen Wendung des großen Aufwandes übergangen. Besonders in Hinblick auf regionale Schwerpunkte wie den der Altmark findet sich keine genauere Analyse der Rechtfertigung und angedachten Vorgehensweise für die Eintreibung einer solchen Steuer, die vielleicht auch eine Erklärung für den weiträumigen Misserfolg der Steuer geben könnte.

Dementsprechend möchte ich die Frage behandeln, wie Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg die Hussitensteuer in der Altmark auftreiben wollte und mit welchen Argumenten er die Erhebung der Steuer zu rechtfertigen versuchte. Dabei soll ebenfalls geklärt werden, welche Argumente offenbar besonders bedeutsam sind und ob vielleicht einige durch den Anschlag zur Hussitensteuer gerechtfertigten Maßnahmen, wie zum Beispiel Kirchenstrafen beim Ausbleiben der Zahlungen, hier gar nicht hinzugezogen werden. Weiterhin soll untersucht werden, ob und inwiefern das Schreiben Friedrichs an seine Untertanen von den Forderungen des Kurfürstentages bei Lahnstein abweicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Anschlag zur Hussitensteuer

3. Friedrichs Mahnung an die Mark

3.1. Argumente für die Entrichtung der Steuer

3.2. Abgleich mit den Forderungen bei Lahnstein

3.3. Der zu erwartende Erfolg

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg die Hussitensteuer in der Altmark rechtfertigte und einzufordern versuchte. Dabei wird analysiert, mit welchen Argumenten er seine Untertanen zur Zahlung bewegen wollte und inwiefern sein Schreiben als Adaption des Kurfürstentagsbeschlusses zu Lahnstein einzuordnen ist, um den weiträumigen Misserfolg dieser Steuer zu erklären.

  • Die Hussitensteuer im Kontext des Reichskriegssteuergesetzes von 1427.
  • Analyse der Argumentationsstrategien Friedrichs I. gegenüber der altmärkischen Bevölkerung.
  • Vergleich zwischen Friedrichs Mahnschreiben und dem Kurfürstentagsbeschluss von Lahnstein.
  • Untersuchung der institutionellen und administrativen Schwächen bei der Steuererhebung.
  • Bewertung der Steuer als Fehlschlag unter Berücksichtigung religiöser und ökonomischer Faktoren.

Auszug aus dem Buch

3.1. Argumente für die Entrichtung der Steuer

Das Schreiben des Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg an seine Untertanen in der Altmark wurde am 27. September 1428 verfasst und fordert entsprechend des Kurfürstentagsbeschlusses zu Lahnstein die Eintreibung der Hussitensteuer sowie die schnellstmögliche Entrichtung allen dabei zusammen gekommenen Geldes der Altmark nach Nürnberg.

Anders als heutzutage üblich, wird bei diesem Schreiben der Absender mit seiner gesamten Titulatur dem eigentlichem Inhalt des Briefes vorangestellt, was einerseits dem entsprechenden Würdeverständnis entgegenkommen sollte, andererseits dem Adressaten sofort klar macht, von welcher Wichtigkeit die hier beschriebenen Forderungen sind und welche Verbindlichkeit hinter diesen steht. Erst danach erfolgt ein Gruß an seine „getrewen“, also die eigentliche Ansprache der Adressaten. Diese Reihung verdeutlicht auch das Verhältnis der beiden Parteien: Herr und Untertanen.

Zu Beginn seines Schreibens bezieht sich Friedrich auf den „anslag zu Franckfurt“, womit selbstverständlich der Anschlag zur Hussitensteuer gemeint ist. Hierbei wird auch direkt der erste und insgesamt einer der bedeutendsten Gründe für die Eintreibung der Steuer genannt, denn Ziel sei es gelt zu samen der christenheit zu hilfe und zu vertiligung der besen ketzere zu Beheim. Dieses Argument kommt auch der vorangestellten Begründung des Anschlags gleich, in dem ebenfalls fast wortgleich formuliert wird, dass man die Christen im Kampf gegen die Hussiten unterstützen müsse. Somit gibt sich auch Friedrich in seinem Schreiben als der gesamten Christenheit dienend und macht die Forderung gleichermaßen für alle Gläubigen verpflichtend. Gleichermaßen wird allerdings auch wie im Anschlag selbst nicht „der nationale Gegensatz zwischen Deutschtum und Slawentum“ betont.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Hussitensteuer ab 1427 und identifiziert das Forschungsdefizit bezüglich der konkreten Eintreibungspraxis in der Altmark.

2. Der Anschlag zur Hussitensteuer: Dieses Kapitel erläutert die steuerrechtlichen Grundlagen, die unter Kardinal Beaufort erarbeitet wurden, sowie die Belastungen für verschiedene Stände und die Rolle der Kirche.

3. Friedrichs Mahnung an die Mark: Dieser Abschnitt analysiert das Schreiben Friedrichs I., vergleicht es mit dem Lahnsteiner Beschluss und erörtert die Erfolgsaussichten der Steuererhebung.

3.1. Argumente für die Entrichtung der Steuer: Hier stehen die rhetorischen Strategien und die religiöse Argumentation Friedrichs im Fokus, um die Steuerpflicht bei seinen Untertanen zu legitimieren.

3.2. Abgleich mit den Forderungen bei Lahnstein: Dieses Kapitel arbeitet Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem kurfürstlichen Mahnschreiben und dem allgemeinen Rundschreiben des Kurfürstentags heraus.

3.3. Der zu erwartende Erfolg: Der Autor erläutert hier die Gründe für den zu erwartenden Misserfolg der Steuer, wie administrative Schwächen und das Fehlen effektiver Sanktionsmöglichkeiten.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die Steuer aufgrund ineffektiver Argumentation und struktureller Probleme ein Fehlschlag blieb.

Schlüsselwörter

Hussitensteuer, Kurfürst Friedrich I., Altmark, Reichskriegssteuergesetz, Mittelalter, Steuererhebung, Hussitenkriege, Kaiser Sigismund, Lahnstein, Kirchensteuer, Reichsfinanzen, Verwaltungsschwäche, Diplomatie, Steuerpolitik, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Erhebung der sogenannten Hussitensteuer in der Altmark im Jahr 1428 unter der Führung von Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Steuergesetzgebung des Heiligen Römischen Reiches im 15. Jahrhundert, die rhetorische Legitimation von Abgaben sowie die praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Steuerpolitik.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Der Autor untersucht, wie Kurfürst Friedrich I. die Steuererhebung in seinem Herrschaftsgebiet begründete und welche argumentativen Strategien er anwandte, um die Altmärker zur Zahlung zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische historische Analyse, bei der vor allem reichstagsakten-edierte Schreiben sowie zeitgenössische Steuergesetze auf ihren Inhalt, Aufbau und ihre Intention hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Steuerregelungen, eine detaillierte Analyse des kurfürstlichen Mahnschreibens an die Altmark und einen Vergleich dieses Schreibens mit dem offiziellen Rundschreiben vom Kurfürstentag zu Lahnstein.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Hussitensteuer, Kurfürst Friedrich I., Altmark, Steuererhebung, Reichskriegssteuergesetz und christliche Gemeinschaft.

Welche Rolle spielt Kardinal Henry Beaufort für die Hussitensteuer?

Kardinal Beaufort war maßgeblich an der Ausarbeitung des Steueranschlags beteiligt, wobei der Autor kritisiert, dass er die komplexen Verwaltungsstrukturen des Reichs bei der Planung nur unzureichend berücksichtigte.

Warum wird die Steuererhebung durch Friedrich I. als wenig erfolgreich bewertet?

Der Autor führt an, dass Friedrich primär an das religiöse Gewissen appellierte, anstatt stichhaltige Argumente oder durchsetzbare Sanktionen zu bieten, was angesichts der fehlenden direkten Bedrohung der Altmark durch die Hussiten zu wenig Akzeptanz führte.

Warum enthielt Friedrichs Schreiben keine Drohungen mit Kirchenstrafen?

Obwohl dies ein übliches Mittel war, verzichtete Friedrich in diesem speziellen Brief darauf und setzte stattdessen auf Appelle an die christliche Nächstenliebe und Versprechungen auf religiösen Ablass.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Einforderung der Hussitensteuer in der Altmark
College
Martin Luther University
Grade
1,3
Author
Nico Bothe (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V536515
ISBN (eBook)
9783346126283
ISBN (Book)
9783346126290
Language
German
Tags
einforderung hussitensteuer altmark
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Bothe (Author), 2019, Einforderung der Hussitensteuer in der Altmark, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536515
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint