Karl Marx: Das Kapital. Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Karl Marx: Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise

I. Das Zielvorhaben des Kapitals

II. Marxsche Verständnis kapitalistischer Ökonomie als methodische Herausforderung

III. Warenanalyse
3.1. Gebrauchswert der Ware (S. 49 f.)
3.2. Tauschwert der Ware (S. 50 – 52)
3.3. Ware als Arbeitsprodukt (S. 52 – 55)
3.4. Doppelcharakter der Arbeit (S. 56 – 61)
3.5. Systematische Genese von Geld (S. 62 – 85)

IV. Diskussion

V. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

I. Das Zielvorhaben des Kapitals

2018 jährte sich der Geburtstag von Karl Marx (1818 – 1883) zum 200. Mal, daher wird in der folgenden Arbeit sein Lebenswerk, „ Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Erster Band, Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals“ (1867) näher beleuchtet. Der Fokus der Arbeit liegt auf dem ersten Kapitel des ersten Bandes mit dem Titel „Die Ware“. Die Ware versteht Marx als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise. Sein Hauptanliegen war es, die Funktionsweise kapitalistischer Produktion von Grund auf zu durchdringen und die inneren Zusammenhänge des ganzen Systems zu verstehen. „Aller Anfang ist schwer, gilt in jeder Wissenschaft“ (MEW, 23, 2017, S. 11)1 schreibt Marx im Vorwort zur ersten Auflage. Damit ist vor allem das erste Kapitel des ersten Bandes gemeint, nämlich die Analyse der Ware in der kapitalistischen Produktionsweise. Denn ein Verständnis zu entwickeln, was Waren überhaupt sind, ist nach Marx eine der größten Herausforderungen in seinem Werk. Im Folgenden wird zuerst auf die Methodik eingegangen, die Marx in seinem Werk anwendet, um die politische Ökonomie als Ganzes zu verstehen und ihre Bestandteile zu beschreiben. In diesem Zusammenhang wird erläutert, aus welchen drei Bestandteilen die politische Ökonomie besteht, nämlich die Produktion, Distribution und Konsumtion. Diese drei Bestandteile bilden einen Kreislauf, angefangen bei der Produktion. Im dritten Abschnitt wird auf das erste Kapitel des Kapitals näher eingegangen. Marx beginnt den ersten Band mit der Definition der Ware als Einheit von Gebrauchswert, Tauschwert und Wert. Der Tauschwert hängt mit der Ware als Arbeitsprodukt zusammen. In einem weiteren Punkt wird deswegen die Ware als Arbeitsprodukt beschrieben und der Doppelcharakter der Arbeit definiert. Zudem wird auf die Wert- und Geldform der Ware eingegangen. Abschließend werden die Ergebnisse kritisch diskutiert, indem die „homo oeconomicus“ Theorie gegen die Theorie von Marx kontrastiert wird. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.

II. Marxsche Verständnis kapitalistischer Ökonomie als methodische Herausforderung

Um zu erklären, wie die politische Ökonomie als Ganzes funktioniert, zerlegt Marx diese in ihre einzelnen Begriffe. Dabei verfolgt er die Methode vom „Abstrakten zum Konkreten“ (MEW, Band 42, S. 35) aufzusteigen. Marx geht also zunächst von der politischen Ökonomie als Ganzes aus. Dafür muss man sich die politische Ökonomie als systematisch verflochtenes Ganzes vorstellen und holistisch betrachten, was eine Herausforderung für das Denken darstellt. Er untersucht die ökonomischen Prozesse, indem er sie durch ökonomische Kategorien und Begriffe erklärt. Dabei fängt Marx mit der Veranschaulichung des abstraktesten Gegenstands des Ganzen an, nämlich der Ware, um nach und nach systematisch das ganze System der kapitalistischen Produktionsweise zu erklären. Zu betonen ist, dass das Ziel von Marx in seinem Werk eine systematisch-begriffliche Durchdringung der kapitalistischen Produktionsweise ist und nicht eine historische Darstellung der Gegebenheiten (vgl. Marx, o.J., S. 10 f.). Auch muss erwähnt werden, dass jede Theorie von Vereinfachungen der Wirklichkeit ausgeht, die Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Nun zur konkreten Vorstellung der politischen Ökonomie nach Marx: Die politische Ökonomie als Ganzes muss man sich als ein Kreislaufsystem vorstellen. Der Ausgangspunkt des Kreislaufes, die Produktion, kann definiert werden als die Verwandlung der Natur in nützliche Güter. Da die Produzenten von Natur aus konsumieren müssen, machen sie sich die Natur zunutze, um Güter herzustellen. Bedingung ist dabei, dass die Produzenten so viel zu konsumieren haben, dass sie wieder produzieren können. Die Frage ist nun, was produziert wird? Die Bedürfnisse der Produzenten bestimmen, was produziert wird. Auch von der Konsumtion hängt ab, was und wie viel produziert wird. Durch die Distribution wird die allgemeine Verteilung der Güter geregelt. Der Austausch manifestiert sich in der Individualisierung der verteilten Produkte. Im Stadium der Konsumtion gelten die Produkte als Genussmittel. Die Konsumtion ist der Endzweck, warum überhaupt produziert wird, nämlich um menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Hier beginnt der Kreislauf wieder von vorne (vgl. Marx, o.J., S. 10 f.).

Marx geht davon aus, dass die Menschen historisch betrachtet schon immer in Gesellschaften produziert haben.2 Desweiteren geht Marx in seinem Ökonomieverständnis nicht von knappen Gütern aus, wie es in der „Grenznutzenökonomie“ der Fall ist, sondern er beschäftigt sich in seinem Werk nur mit dem ökonomischen Kreislauf, nämlich der Produktion, Distribution, und Konsumtion von Gütern. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Marx im „Kapital“ die philosophische Frage stellt, nach welchen Gesetzen die Produktion und Distribution von nützlichen Gütern funktioniert und wie dadurch Reichtum geschaffen wird. Die Methode die er dafür verwendet, wird als Dialektik bezeichnet.3 Sein Vorhaben im „Kapital“ kann man als methodische Herausforderung bezeichnen.

III. Warenanalyse

Das erste Kapitel des Kapitals beginnt mit der Definition der Ware in kapitalistischen Gesellschaften. Denn Marx sieht die Ware als allgemeinste, kleinste und abstrakteste ökonomische Kategorie des kapitalistisch produzierten Reichtums. In kapitalistischen Gesellschaften müssen Güter in Form von Waren verstanden werden. Die einleitenden Worte des Kapitals formuliert Marx wie folgt:

„Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine „ungeheure Warensammlung“, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware“ (S. 49).

Dieses Zitat verdeutlicht den zu untersuchenden Gegenstand in seinem Werk. Marx stellt sich hier die Frage, nach welchen Gesetzen gesellschaftlicher Reichtum in kapitalistischen Gesellschaften produziert und verteilt wird. Marx bezeichnet den Anfang des Kapitals auch deswegen als so kompliziert, weil man sich die Ware begrifflich vorstellen muss. Das schwierige mit Begriffen ist, dass man sie nicht einfach anschauen kann. Den Begriff der Ware kann man nur bilden, wenn man ihn in Bezug zu einem anderen Begriff setzt. Dieser dritte Begriff beschreibt das Verhältnis zwischen den Begriffen. Erst das Verhältnis von Waren zu Waren macht den Begriff der Ware verständlich. Im Marxschen Verständnis ist ein Liter Milch keine Ware, da sich eine Ware durch ihr Verhältnis ausdrückt. Ein Liter Milch entspricht 80 Cent. Das Verhältnis von Milch zu ihrem Preis kann hingegen als Ware verstanden werden. Zu betonen ist, dass Marx die Ware als einen konkreten Gegenstand, den man anfassen kann, definiert. Damit schließt er beispielsweise Dienstleistungen als Waren zumindest am Anfang aus. Marx betont, dass Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht, durch Warenreichtum gekennzeichnet sind (vgl. S. 49). Waren haben einen Gebrauchswert, Wert und einen Tauschwert, was im Folgenden erläutert wird.

3.1. Gebrauchswert der Ware (S. 49 f.)

Waren sind Dinge, die durch ihre Eigenschaften menschliche Bedürfnisse befriedigen. Die Natur der Bedürfnisse spielt nach Marx keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Waren in irgendeiner Art und Weise nützlich für die Bedürfnisbefriedigung sind. Zum Beispiel wäre eine Banane nützlich für die Konsumtion, Stahl hingegen ist nützlich für die Produktion. Beide haben also einen Nutzen im Kreislauf politischer Ökonomie. Der Gebrauchswert der Banane spiegelt sich in ihrer Nützlichkeit wider, ein Hungerbedürfnis zu befriedigen. Der Gebrauchswert von Stahl spiegelt sich in der Nützlichkeit wider, durch dessen Verarbeitung neue Waren herzustellen. Der Gebrauchswert verwirklicht sich also in der Konsumtion bzw. Vernichtung der Ware. Darüber hinaus sind Waren aufgrund ihrer bestimmten physischen Beschaffenheit von Nutzen. Eine Banane eignet sich nicht für die Stahlproduktion und Stahl kann man nicht verzehren. Desweiteren haben Waren die Eigenschaft nützlich zu sein, unabhängig vom gegebenen Wirtschaftssystem. Eine Banane eignet sich von ihrer Natur aus zum Verzehr, unabhängig ob in einer kapitalistischen Gesellschaftsform, einer antiken oder feudalen Gesellschaft. Jede Ware kann n-Nützlichkeiten besitzen. Um Waren miteinander vergleichen zu können, müssen gesellschaftliche Maßeinheiten für die Waren definiert werden, wie beispielsweise das Maß Tonne für Stahl (S. 49 f.).

In einer warenproduzierenden Gesellschaft sind Gebrauchswerte zugleich auch Träger der Tauschwerte, was im Folgenden beschrieben wird.

3.2. Tauschwert der Ware (S. 50 – 52)

Güter müssen also nicht nur einen Gebrauchswert, sondern auch einen Tauschwert besitzen, um als Waren bezeichnet werden zu können. Marx definiert den Tauschwert wie folgt:

“Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich die Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt“ (S. 50).

Außerdem geht Marx davon aus, dass jede Ware eine Vielzahl von Tauschwerten besitzt. Der Tauschwert meint, dass Waren in einem bestimmten Verhältnis gegenseitig austauschbar sind. Die Austauschverhältnisse von Waren variieren. Zum Beispiel lässt sich Ware A in einem bestimmten Verhältnis gegen Ware B, C usw. tauschen. Mathematisch kann dies wie folgt dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Übernommen aus v. Pechmann, 2013, S. 19)

A, B, C bezeichnen die Warenarten und x, y, z das Quantum der jeweiligen Warenart. Aus der Tabelle wird ersichtlich, dass in den verschiedenen Tauschwerten etwas Gleiches enthalten sein muss. Denn mathematisch kann hier das Gesetz der Transitivität angewendet werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da die Tauschwerte der Ware A gleich sind mit y Ware B oder z Ware C, kann die Formel verkürzt auf einen Tauschwert dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Marx benutzt folgendes Beispiel: 1 Quarter Weizen = a Ztr. Eisen. Man kann also diese beiden unterschiedlichen Waren in Verbindung mit ihren unterschiedlichen Quanten gleichsetzen. Doch warum ist das so? Vergleicht man hier nicht Äpfel mit Birnen? Was ist das Gemeinsame in beiden, sodass man die beiden Waren miteinander vergleichen und tauschen kann?4 Die Naturalform der Waren ist definitiv nicht gleich, da Weizen und Stahl vollkommen verschiedene Gebrauchswerte besitzen. Dennoch kann man die beiden Güter im Verhältnis a : 1 gleichsetzen, weil sie eine gleiche nicht-physische Qualität besitzen. Diese, beiden gemeinsame, dritte Größe ist der Wert. Der Wert ist die nicht-physische Eigenschaft von Waren, wodurch sie gleich sind. Dieser ermöglicht es, Waren in unterschiedlichen Proportionen gegeneinander zu tauschen (vgl. S. 51 f.).

Die Warenanalyse hat ergeben, dass Waren, die den Reichtum kapitalistischer Gesellschaften bilden, drei Eigenschaften besitzen: einen Gebrauchswert, einen Tauschwert und einen Wert. Zum einen haben Waren einen Gebrauchswert, das heißt, sie sind nützlich, um Bedürfnisse zu befriedigen. Zweitens haben Waren einen Tauschwert, das heißt, dass Waren mit anderen Waren austauschbar sind. Marx betont dabei, dass der Gebrauchswert von Waren sich vor allem in verschiedener Qualität ausdrückt, der Tauschwert von Waren aber nur in verschiedener Quantität. Deswegen ist in Tauschwerten kein „Atom“ (S. 52) Gebrauchswert enthalten. Drittens haben Waren einen Wert. Durch den Wert ist es möglich, Waren in einem bestimmten Verhältnis zu tauschen. Der Wert, den eine Ware besitzt und der das Austauschverhältnis mit anderen Waren bestimmt, bildet sich durch die in ihr investierte Arbeit (vgl. S. 51 / v. Pechmann, 2013).

Im Gegensatz zur heutigen ökonomischen Auffassung von Waren und ihrer Wertbestimmung lässt sich folgendes feststellen: Im heutigen Ökonomieverständnis wird der Wert von Waren durch ihren individuellen Nutzen bestimmt (vgl. utilitaristischer Ansatz siehe Bentham, 1789).5 Für Marx hingegen stellt die individuelle Nutzenpräferenz von Waren keinen Wert dar. Darüber hinaus betont Marx in der Fußnote 5 (vgl. S. 50), dass der Warenkäufer keine Informationen über die Waren besitzt. Der heutigen ökonomischen Auffassung nach hat der Konsument aber umfassende – wenn auch nicht vollständige – Informationen über die Waren und kann sie somit auch bewerten (vgl. Akerlof, 1970).6

3.3. Ware als Arbeitsprodukt (S. 52 – 55)

Zieht man von der Ware gedanklich den Gebrauchswert ab, so bleibt nur noch die abstrakt menschliche Arbeit übrig, die den Wert der Ware bildet. „Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist“ (S. 53). Dennoch ist zu betonen, dass Marx die Arbeit als abgeleitete Größe verwendet, die von vielen Faktoren abhängig ist.

Die Arbeitswerttheorie von Marx besagt, dass der Wert der Ware nur durch die in ihr investierte Arbeit bestimmt wird.7 Die Arbeit ist der Faktor, der allen Waren gemeinsam ist. Die „wertbildende Substanz“ (S. 53) der Ware definiert ihren Warenwert. Marx definiert die Substanz der Ware als die abstrakt menschliche Arbeit, die den Wert der Arbeit bildet. Doch wie bemisst sich nun der Wert einer Ware? Die wertbildende Arbeit eines Gutes errechnet sich aus dem Durchschnitt der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit für dieses bestimmte Produkt (vgl. S. 53). Die durchschnittlich gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, um ein bestimmtes Produkt herzustellen, bemisst sich nach dem „gesellschaftlich-normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit“ (S. 53). Wie hoch die gesellschaftlich notwendige Durchschnittsarbeitszeit für eine Ware ist, ergibt sich aus den jeweiligen Tauschverhältnissen zu anderen Waren. Also zum Beispiel in welchem Verhältnis Röcke gegen Leinwände getauscht werden. Der Austausch reguliert, was gesellschaftlichen Wert hat. Desweiteren gilt die einzelne Ware als Durchschnittsexemplar ihrer Art. Je mehr Arbeitszeit benötigt wird, desto größer der Warenwert. Der Wert von Arbeit kann beispielsweise durch technischen Fortschritt oder eine effizientere Methodik sinken. Marx benutzt dafür das Beispiel der Erfindung des Dampfwebstuhls in England. Ein gewisses Quantum Garn konnte nun in der Hälfte der zuvor benötigten Zeit in Gewebe verwandelt werden. Deswegen fiel der Wert der Arbeitszeit des Handwebers um 50% und der Wert der Ware auch (vgl. S. 53). Waren, in denen dasselbe Arbeitsquantum steckt oder die in derselben Zeit hergestellt werden können, sind wertgleich. Zu betonen ist, dass sich die Produktivkraft der Arbeit ständig verändert und von vielen Faktoren abhängig ist, wie dem „Durchschnittsgrad des Geschicks der Arbeiter, die Entwicklungsstufe der Wissenschaft und ihrer technologischen Anwendbarkeit, die gesellschaftliche Kombination des Produktionsprozesses, den Umfang und die Wirkungsfähigkeit der Produktionsmittel, und durch Naturverhältnisse“ (S. 54). Allgemein gilt, je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto weniger Arbeitszeit wird für die Herstellung gebraucht, desto kleiner der Wert (vice versa). Der Wert einer Ware verändert sich also auch, wenn sich die Produktivkraft verändert (vgl. S. 54).

[...]


1 Die im Folgenden zitierten Stellen beziehen sich auf „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie “, Band 23 der Marx-Engels-Werkausgabe, erschienen im Karl-Dietz Verlag, 2017 (25. Auflage) - zitiert nach der Seitenzahl.

2 Das Robinson-Crusoe Wirtschaftsmodell, das heutzutage international anerkannt ist, besagt, dass Robinson der einzige wirtschaftliche Handelnde ist. Das bedeutet, dass er als Produzent seinen Profit maximiert und als Konsument seinen Nutzen maximiert (vgl. Varian, 2007). Marx hingegen vertritt die Theorie, dass wirtschaftliches Handeln immer in Gesellschaft passiert und spricht sich damit gegen das Robinson-Crusoe Modell aus (vgl. Quante & Schweikard, 2016).

3 Autoren wie Hans Heinz Holz (1983) setzen sich mit der dialektischen Methode von Marx in seinem Werk „ Das Kapital“ auseinander. Dabei ist zu betonen, dass sich Marx ausführlich mit der Dialektik von Hegel beschäftigte. Letztendlich versuchte Marx die Theorie Hegels in seine Gegenwart zu versetzen. Viele Marxforscher betonen, dass man das Werk von Marx ohne die Theorie Hegels nicht studiert zu haben, nicht verstehen kann.

4 Bereits Aristoteles verweist in der Nikomachischen Ethik auf das Problem, dass man Güter, die man nicht vergleichen kann, auch nicht tauschen kann (vgl. Aristoteles, Ethik Nik V 8)

5 Jeremy Bentham gilt als der Begründer der utilitaristischen Theorie. Sein Ansatz der Nutzentheorie hat die Denkweise der modernen Ökonomie geprägt. In seinem Werk, An Introduction to the Principles of Morals and Legislation (erste Auflage 1789) , entwickelt er seine utilitaristische Theorie.

6 Der US-amerikanische Ökonom George A. Akerlof erhielt 2001 den Wirtschaftsnobelpreis für seine Forschungen zu Märkten und asymmetrischen Informationen. Er entwickelte das „Market for Lemons“ Problem. Der „Market for Lemons“ stellt ein Problem aufgrund asymmetrischer Informationslage der Marktteilnehmer über Güter dar. Darüber hinaus löste „Der Market for Lemons“ einen Paradigmenwechsel des damaligen Ökonomieverständnisses aus und führte zur Entwicklung der neuen Institutionenökonomik (vgl. Akerlof, 1970).

7 Die Arbeitswerttheorie von Marx orientiert sich an den bis dato bekannten klassischen, ökonomischen Theorien von Adam Smith, An Inquiry Into the Nature and Causes of the Wealth of Nations und David Ricardo, On the Principles of Political Economy and Taxation. Festzuhalten ist, dass die Mehrwerttheorie von Marx als neue Erkenntnis innerhalb der bis dato geltenden ökonomischen Theorie von Smith und Ricardo angesehen werden kann (vgl. v. Pechmann, 2008).

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Karl Marx: Das Kapital. Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Karl Marx: Das Kapital
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V536550
ISBN (eBook)
9783346133311
ISBN (Buch)
9783346133328
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl Marx, Warenanalyse, Kapitalistische Ökonomie, Tauschwert, Gebrauchswert, Doppelcharakter der Arbeit, Systematische Genese von Geld
Arbeit zitieren
Nicole Kaczmar (Autor), 2018, Karl Marx: Das Kapital. Die Ware als Elementarform der kapitalistischen Produktionsweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536550

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