Die vorliegende Arbeit befasst sich inhaltlich mit der interkulturellen Kompetenz in der Lehramtsausbildung im Fach Englisch und zeigt, inwiefern es möglich und notwendig ist, interkulturelle Kompetenz als Querschnittsaufgabe im Lehramtsstudium im Fach Englisch auszubilden. Die Thematik dieser Arbeit ist nicht nur von Interesse, weil mit der interkulturellen Kompetenz und der fremdsprachendidaktischen Lehrkräftebildung zwei große Diskursfelder miteinander in Beziehung gesetzt werden, deren Bedeutung im Bildungswesen aktuell immer deutlicher hervortritt. Viel entscheidender ist, dass trotz steigender Bedeutung, interkulturelle Kompetenz noch kein fester Bestandteil der fremdsprachendidaktischen (Aus-) Bildung ist und somit weder bei zukünftigen Fremdsprachenlehrkräften, noch in deren Unterrichtspraxis gezielt angewendet werden kann. Die Relevanz des Themas dieser Arbeit ergibt sich somit einerseits aus dem im Schulkontext formulierten Leitziel der interkulturellen Kompetenz und andererseits aus der Wichtigkeit, dass die zukünftigen Fremdsprachenlehrkräfte entsprechend ausgebildet werden. Des Weiteren geht es elementar auch darum Schülerinnen und Schülern der heutigen globalisierten und vor allem auch digitalisierten Welt eine erfolgreiche Beteiligung am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und ihnen die Kompetenz zu vermitteln ihren persönlichen Beitrag für ein friedliches Miteinander zu leisten. Antworten auf die Fragen, welche Aufgaben eine professionelle Fremdsprachenlehrperson hat, über welche Kompetenzen und Fertigkeiten eine Lehrkraft heutzutage verfügen muss, welche Rolle die universitäre Erstausbildung bei der Ausbildung interkultureller Kompetenz spielt und welches Potenzial eine interkulturelle Erstausbildung besitzt, sollen in einem theoriegeleiteten Teil, durch eine Untersuchung des interkulturellen Angebots im universitären, fachdidaktischen Englischcurriculum gefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Lehrerinnen- und Lehrerbildung (Deutschland)
1.1 Kompetenzen und Standards in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung
1.2 Rolle und Kompetenzen von Englischlehrkräften
2. Interkulturelle Kompetenz
2.1 Interkulturelle Kompetenz im Englischunterricht
2.2 Lehrkräfte mit Migrationshintergrund als Allheilmittel für die interkulturelle Öffnung?
3. Lehramtsausbildung im Fach Englisch und interkulturelle Kompetenz
3.1 Interkulturelles Angebot im fachdidaktischen Englischcurriculum
3.2 Lücken und Defizite des Curriculums der Fachdidaktik Englisch
4. Zwischenfazit
5. Interkulturelle Kompetenz als ein neues Forschungsfeld
5.1 Perspektiven für eine interkulturelle Erstausbildung
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Verankerung interkultureller Kompetenz in der universitären Lehramtsausbildung im Fach Englisch. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie angehende Englischlehrkräfte systematisch auf die Anforderungen eines multikulturellen Klassenzimmers vorbereitet werden können und wo derzeit curriculare Lücken in der Lehrkräftebildung bestehen.
- Strukturelle Anforderungen an die Lehrkräftebildung in Deutschland
- Theoretische Modelle und Dimensionen interkultureller Kompetenz
- Analyse des aktuellen fachdidaktischen Englischcurriculums
- Rolle von Lehrkräften mit Migrationshintergrund im Diskurs
- Entwicklungsperspektiven für eine interkulturelle Erstausbildung
Auszug aus dem Buch
1.1 Kompetenzen und Standards in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung
Im Kontrast zu den Bildungsstandards für SuS, welche sich auf den spezifischen Bereich der Bildungsinstitution Schule beziehen und als konkrete Leistungserwartungen verstanden werden, sind Standards im Kontext der LuL-Bildung als Maßstäbe zu verstehen, welche den Ausprägungsgrad der einzelnen Kompetenzen von LuL erfassen (vgl. ebd. 8).
Für den Kompetenzbereich Unterrichten soll laut KMK (2004) in der universitären Ausbildung u.a. die folgende Kompetenz erworben werden: 1. „Lehrerinnen und Lehrer planen Unterricht unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen und Entwicklungsprozesse fach- und sachgerecht und führen ihn sachlich und fachlich korrekt durch“ (KMK 2004: 7).
Der Kompetenzbereich Unterrichten schließt Kompetenzen ein, welche die Lehrkraft dazu befähigen die Fähigkeiten der SuS zu fördern, die SuS durch passend geschaffene Lernsituationen zu motivieren und Möglichkeiten zu schaffen, in denen SuS das Gelernte anwenden, vertiefen und nutzen können (vgl. ebd.). In den für den Bereich Unterrichten dazugehörigen Standards für den theoretischen Ausbildungsabschnitt wird unter anderem das „Kennen von Erziehungs- und Bildungstheorien, Unterrichtsmethoden, Aufgabenformen und -formaten, sowie das Wissen zur Entwicklung von weiterführendem Interesse“ (ebd. 7f.) als Maßstäbe formuliert. Die Standards für die praktischen Ausbildungsabschnitte betonen vor allem das Auswählen und Arbeiten mit Arbeits- und Kommunikationsformen, sowie die Vermittlung von Lernstrategien und Methoden, welche die SuS nutzen um eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehrerinnen- und Lehrerbildung (Deutschland): Das Kapitel skizziert den strukturellen Aufbau und die Kritikpunkte der universitären Lehrerbildung sowie die Rolle der KMK-Standards.
2. Interkulturelle Kompetenz: Hier werden theoretische Ansätze und Modelle zur interkulturellen Kompetenz dargestellt und auf den Kontext des Englischunterrichts übertragen.
3. Lehramtsausbildung im Fach Englisch und interkulturelle Kompetenz: Dieses Kapitel fokussiert auf das universitäre Englischcurriculum und identifiziert Defizite in der Vermittlung interkultureller Kompetenzen.
4. Zwischenfazit: Es erfolgt eine Zusammenführung der bisherigen Ergebnisse hinsichtlich der theoretischen Modellierung und der praktischen Ausbildungssituation.
5. Interkulturelle Kompetenz als ein neues Forschungsfeld: Dieses Kapitel beleuchtet Entwicklungsbereiche und zeigt Perspektiven für eine fundierte interkulturelle Erstausbildung auf.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weitere Forschungen im Bildungsbereich.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Lehrerbildung, Englischunterricht, Professionalisierung, Bildungsstandards, Migrationshintergrund, Fremdsprachendidaktik, Curriculumanalyse, Inklusion, Mehrsprachigkeit, Reflexion, Selbstwirksamkeit, Lehrprofessionalität, Interkulturelles Lernen, Heterogenität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Integration interkultureller Kompetenz in die Lehramtsausbildung für das Fach Englisch an der Freien Universität Berlin.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die professionelle Lehrerbildung, die theoretische Fundierung interkultureller Kompetenzmodelle und die praktische curriculare Ausgestaltung in der universitären Ausbildung.
Was ist die Forschungsfrage oder Zielsetzung?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu untersuchen, ob und wie interkulturelle Kompetenz im Englischstudium systematisch verankert ist und welche Lücken zwischen theoretischem Anspruch und curricularem Angebot bestehen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Untersuchung der Studien- und Prüfungsordnungen der Freien Universität Berlin, um das fachdidaktische Angebot zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Lehrer-Anforderungsprofil, die Darstellung von Modellen interkultureller Kompetenz und eine detaillierte Analyse der fachdidaktischen Module des Englischcurriculums.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Lehrerprofessionalität, Fremdsprachendidaktik, Bildungsstandards und curriculare Verankerung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von Lehrkräften mit Migrationshintergrund?
Sie kritisiert die pauschale Erwartung, dass diese Lehrkräfte als "Allheilmittel" für interkulturelle Öffnung fungieren, und betont stattdessen die Notwendigkeit professioneller, erworbener interkultureller Kompetenzen für alle Lehrkräfte.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit für das Englischcurriculum?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass interkulturelle Kompetenz aktuell oft nur implizit oder als "Label" verwendet wird, ohne dass konkrete systematische Standards für die Ausbildung der Studierenden definiert sind.
- Quote paper
- Sarah Eisenfeld (Author), 2019, Interkulturelle Kompetenz in der Lehrkräftebildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536611