Verstärkt die EZB mit der einheitlichen Geldpolitik die Wachstumsdivergenzen in Europa?


Seminararbeit, 2005

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Verzeichnis der Anhänge

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Volkswirtschaftliches Grundlagenverständnis
2.1 Einheitliche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)
2.2 Wachstum und mögliche Ursachen für Wachstumsdivergenzen
2.3 Zusammenhang Wachstum, Inflation und Geldpolitik in Europa

3 Wachstumsdivergenzen in Europa werden durch die EZB verstärkt – verschiedene Positionen
3.1 Pro - Einheitliche Geldpolitik verstärkt Wachstumsunterschiede
3.2 Contra - Wachstumsunterschiede werden nicht verstärkt
3.3 Eigene Betrachtung – was sagen die Zahlen?

4 Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb

1 Heutige und zukünftige Eurolandteilnehmer

2 Spannbreite BIP pro Kopf (jährliches Wachstum in %)

Tabellenverzeichnis

Tab

1 BIP pro Kopf (jährliches Wachstum in %)

2 Inflation (jährliche Steigerung der Verbraucherpreise in %)

Verzeichnis der Anhänge

Anh.

I Ländereinzelbetrachtung: GDP per capita growth (annual %)

II Ländereinzelbetrachtung: Inflation, consumer prices (annual %)

III Länderclusterbetrachtung: GDP per capita growth (annual %)

IV Länderclusterbetrachtung: Inflation, consumer prices (annual %)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mit zehn neuen Mitgliedern (Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Zypern) wuchs die Europäische Union (EU) zum 1.5.2004 auf 25 Staaten an. Mit 455 Millionen Einwohnern und 21 Sprachen verfügt sie über den größten Binnenmarkt der Welt. Wirtschaftlich war die EU den USA 2004 ebenbürtig, ihre Exportkraft war jedoch größer. Experten schätzen, dass sich ihre Wirtschaftskraft noch um 5% steigern wird.

Die EU ist ein Staatenbund in Europa, der 1999 mit Beginn der Europäischen Währungsunion, die heute zwölf Mitglieder zählt, einen weiteren Schritt auf den Weg zur Politischen Union machte. Vor der Euroeinführung wurde vielfach behauptet, dass der Euro innerhalb der Eurozone Wachstum beflügelt. Allerdings blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone in den letzten Jahren stets hinter dem der USA zurück. Für 2005 prognostiziert die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD, 2005a) für die Eurozone nur ein Wachstum von 1,2%, im Vergleich zu 3,6% in den USA, 2,4% in Großbritannien und 9% in China. Dennoch gibt es auch innerhalb der Eurozone stark wachsende Länder wie beispielsweise Irland (2004: 4,9%). In diesem Zusammenhang ist interessant, weshalb Wachstumsunterschiede zu Stande kommen und ob sie sich sogar noch verstärken. Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, ob die Europäische Zentralbank (EZB) Wachstumsunterschiede in Europa, insbesondere im Euroraum, verstärkt.

Im zweiten Kapitel werden volkswirtschaftliche Zusammenhänge, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind, aufgearbeitet. Nachdem in Kapitel 2.1 ein kurzer Überblick über die Geldpolitik der EZB gegeben wird, beschäftigt sich Kapitel 2.2 mit dem Begriff Wachstum, seinen Bestimmungsfaktoren und möglichen Ursachen für Wachstumsdivergenzen. In Kapitel 2.3 werden Auswirkungen der Geldpolitik auf Wachstum und Inflation erklärt.

In Kapitel drei wird untersucht, inwiefern die EZB Wachstumsdivergenzen in Europa verstärkt. Hierzu werden in den ersten beiden Unterkapiteln aktuelle Meinungen zum Analysegegenstand zusammengefasst. Schließlich wird in Kapitel 3.3 anhand von wirtschaftlichen Zahlen analysiert, ob die EZB in den letzten sechs Jahren Wachstumsdivergenzen in Europa verstärkt hat.

Nach einer kurzen Zusammenfassung werden im Ausblick (Kapitel 4) weiterführende Fragestellungen, wie beispielsweise mögliche Auswirkungen einer Zinserhöhung der EZB oder der EU-Erweiterung auf die Wachstumsunterschiede aufgezeigt.

2 Volkswirtschaftliches Grundlagenverständnis

2.1 Einheitliche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)

Am 1. Januar 1999 wurde in elf Ländern der Europäischen Union (EU) der Euro eingeführt. Dadurch ergaben sich vielfältige Änderungen für die einzelnen Staaten. Beispielweise verloren die Euroländer mit diesem Tag die Möglichkeit mit individueller Geldpolitik auf nationale Gegebenheiten zu reagieren.[1] Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) wurde in drei Stufen erschaffen. Die erste Stufe begann am 1. Juli 1990 mit der Liberalisierung des Geld- und Kapitalverkehrs und einer Zusammenarbeit in der Geld- und Wirtschaftspolitik. Zudem wurde der Europäische Binnenmarkt geschaffen. Am 1. Januar 1994 begann mit der Gründung des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die zweite Stufe. In dieser Stufe wurde die politische Unabhängigkeit der nationalen Zentralbanken forciert und wirtschaftliche Entwicklungen der Teilnehmerstaaten wurden weiter angenähert (EZB, 2005). Weitere Ziele waren Preisstabilität und die Vermeidung übermäßiger Haushaltsdefizite und Staatsverschuldungen. Man prüfte zusätzlich welche Mitgliedsstaaten die Konvergenzkriterien für den Eintritt in die dritte Stufe erfüllen würden (Görgens et al., 2001, S. 38 ff; EU, 2003a). Die Konvergenzkriterien beinhalten:

Preisstabilität: Die Inflationsrate darf höchstens 1,5% über dem Wert der drei Mitgliedsstaaten mit der besten Vorjahres-Inflationsrate liegen.

Haushaltsdefizit: Das Land muss eine auf Dauer tragbare Finanzlage der öffentlichen Hand aufweisen. Das bedeutet, dass die Defizitquote (Finanzierungsfehlbetrag der öffentlichen Hand) nicht mehr als 3% des BIP betragen und die Schuldenquote nicht höher als 60% des BIP sein darf.

Langfristige Zinssätze: Der langfristige Nominalzinssatz[2] darf maximal 2% über dem Niveau der drei preisstabilsten Mitgliedsstaaten liegen.

Wechselkursstabilität: Ein Mitgliedsstaat muss in den letzten zwei Jahren vor der Prüfung seiner Lage am Wechselkursmechanismus (WKM) des Europäischen Währungssystems teilgenommen und die normalen Bandbreiten ohne starke Spannungen eingehalten haben. Innerhalb des WKM wird je Währung ein Leitkurs zum Euro festgelegt, der in beide Richtungen eine Standardschwankungsbreite von 15% erlaubt. Neben Wechselkursstabilität zwischen dem Euro und den am WKM teilnehmenden nationalen Währungen möchte man zu starke Wechselkursschwankungen im Binnenmarkt verhindern.

Am 1. Januar 1999 begann die dritte Stufe der EWWU mit folgenden elf Teilnehmerländern: Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. An diesem Tag löste die EZB, als Dachinstitution des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB), das EWI ab und eine einheitliche Währung, der Euro, wurde für alle Mitgliedsstaaten eingeführt. Im Januar 2001 wurde die EWWU mit Griechenland[3] um ein Land erweitert. Das ESZB besteht aus der EZB im engeren Sinne und allen nationalen Zentralbanken der Staaten im EU-Raum. Hierzu gehören nicht nur die zwölf Teilnehmerländer der Eurozone, sondern zudem 13 weitere EU-Länder, die den Euro noch nicht eingeführt haben: Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern (Scheller, 2004, S. 29).[4] Abbildung 1 bildet alle 25 Länder und ihre Eurozugehörigkeit ab. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit vier weiteren europäischen Staaten (Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Türkei) zur Aufnahme in die EU (EU, o.D.b), was die Euroeinführung nach Artikel 4 Absatz 2 des EG-Vertrages in diesen Ländern impliziert, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen.

Abbildung 1: Heutige und zukünftige Eurolandteilnehmer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Hier wurde auf die historische Entwicklung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion verzichtet. Einen guten Überblick gibt die EZB (2005).

[2] Der Nominalzinssatz stellt den Zinssatz für auf Geldeinheiten lautende Kredite oder Anleihen für Haushalte und Unternehmen dar. Er ist nicht inflationsbereinigt (Burda und Wyplosz, 2003, S. 294).

[3] Da Griechenland die Konvergenzkriterien erst zum 01.01.2001 erfüllte, wurde es später in die EWWU aufgenommen. Allerdings hat Griechenland diese und auch weitere Zahlen gefälscht, wurde also auf Basis verkehrter Zahlen Mitglied der EWWU. Da es aber in den Verträgen noch keine Klausel gegen so einen Fall gab, wurde Griechenland die Mitgliedschaft nicht wieder entzogen (Handelsblatt, 2004).

[4] Jedes EU-Mitglied ist verpflichtet, den Euro einzuführen, wenn es die Konvergenzkriterien erfüllt. Allerdings haben sich Dänemark und Großbritannien Sonderrechte zusprechen lassen (Opting-Out-Klausel). Sie haben sich dadurch den Vorbehalt gesichert, auch dann nicht an der EWWU teilzunehmen, selbst wenn sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bei allen anderen Staaten wird im Zwei-Jahresabstand geprüft, ob die Konvergenzkriterien zwischenzeitlich erfüllt sind.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Verstärkt die EZB mit der einheitlichen Geldpolitik die Wachstumsdivergenzen in Europa?
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Außenhandel und Wirtschaftsintegration )
Veranstaltung
Internationale Organisation
Note
1,7
Autoren
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V53669
ISBN (eBook)
9783638490504
ISBN (Buch)
9783638662789
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verstärkt, Geldpolitik, Wachstumsdivergenzen, Europa, Internationale, Organisation
Arbeit zitieren
Silke Fischer (geb. Neuhaus) (Autor)Katharina Roedelius (Autor), 2005, Verstärkt die EZB mit der einheitlichen Geldpolitik die Wachstumsdivergenzen in Europa?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53669

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