Die Regia auf dem Forum Romanum. Ein Wohn- oder Sakralbau?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftler die für die Regia als Wohnbau sprechen
2.1 E. Nash
2.2 M. Grant
2.3. H. Müller-Karpe

3. Wissenschaftler die für die Regia als Sakralbau sprechen
3.1 F. Prayon
3.2 F. E. Brown
3. 3 J. Losehand
3.4 F. Coarelli
3.5 F. Kolb
3.6 L. Richardson jr
3.7 R.T. Scott

4. Fazit

5. Tafel

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsnachweis

Die im Text erwähnten Abbildungen wurden aus rechtlichen Gründen entfernt und sind nicht Teil dieser Veröffentlichung! (Anm. d. Red.)

1. Einleitung

Die Regia1 befindet sich am Ostende des Forum Romanum2, und liegt „(…) zwischen dem Tempel des Divus Julius im Westen, dem Vesta-Tempel und dem Vestalinnen-Haus im Süden und dem Tempel des Antoninus und der Faustina im Norden (Abb. 1).“3 Sie wurde angeblich von dem legendärem zweiten König Roms4, Numa Pompilius, (750 v. Chr.; 672 v. Chr.) (Abb. 2), errichtet5. Bei der Regia handelt es sich um ein Gebäude, welches vor allem auf Grund von Bränden mehrere Bauphasen durchlebte6. Dabei blieben der trapezoide Hof und der Eingang im Osten7 stets erhalten8. Die Anordnung der Räume jedoch änderte sich mehrmals9 (Abb. 3). Am Anfang des 5. Jh. v. Chr.10 erhielt die Regia dann die Struktur, die sie bis ins 4. Jh. n. Chr. beibehalten sollte11 (Abb. 4). Der Raum im Westen beinhaltete das Heiligtum des Mars12 während sich im östlichen Raum das Heiligtum der Ops Consivia13 befand14 ; der mittlere Raum diente als Vestibül15 (Abb. 4).

Aufgrund eines aufgefundenen Bucchero-Gefäßes mit der Inschrift Rex16 (Abb. 5), weiterer archäologischen Funde und antiker Schriftquellen, ist es fraglich, ob die Regia ein Sakralbau oder ein Wohnbau, vielleicht sogar der Könige, war. In dieser Frage teilen sich die Meinungen der Forscher in zwei Lager. Die einen sehen in der Regia einen konstanten Sakralbau, während andere ihr auch die Funktion eines „Königspalastes“ oder eines Wohnsitzes zuschreiben.

In dieser Arbeit werde ich diverse Publikationen über die Regia im Bezug auf diese Fragestellung analysieren und auswerten um zu einer sichern Aussage über ihre Funktion/en zu kommen.

2. Wissenschaftler die für die Regia als Wohnbau sprechen

2.1 E. Nash

Laut E. Nash machte Numa Pompilius dem Pontifex Maximus seine königliche Wohnung, die Regia zum Geschenk17. Während der Republik und der Kaiserzeit blieb die Regia der Hauptsitz des Pontifex Maximus18. Wenn man dieser Ausführung von E. Nash folgt, die er aber nicht weiter belegt, würde dies für eine Nutzung der Regia als Wohngebäude sprechen. Allerdings geht hieraus nicht eindeutig hervor, ob der Pontifex Maximus die Regia, nach dem sie ihm zum Geschenk gemacht wurde, als seine Wohnung bezog oder nur als Amtshaus für kultische Handlungen verwendete.

2.2 M. Grant

M. Grant hält es für unwahrscheinlich, dass Numa Pompilius die Regia erbauen ließ19 und bringt auch nicht zum Ausdruck, dass Numa in dieser wohnte20, auch wenn er den antiken Quellen zufolge viele religiöse Gebäude in Auftrag gab21. Trotzdem könnten Könige in der Regia gelebt haben22. Für die Zeit der Republik spricht er dafür, dass die Regia einzig das Amtsgebäude des Pontifex Maximums war23. Das Amt des Rex Sacrorum24 gab es laut ihm erst in der Republik, als dieser einige Aufgaben des Königs übertragen bekam25, womit dieser als vermutlicher Bewohner der Regia während der Königszeit ausscheidet. Über die Zeit der Entstehung des Amtes des Rex Sacrorum sind bisher aber nur Vermutungen zu äußern26. Hinsichtlich dieser Ausführungen könnte die Regia während der Königszeit (753 v. Chr. – 509 v. Chr.) (Abb. 6) durchaus als Wohnpalast der Könige gedient haben.

2.3. H. Müller-Karpe

H. Müller-Karpe betitelt die Regia als Königshaus27. Den Beleg für diese Aussage sieht er darin, dass die Regia „(…) einen typischen Megarongrundriß (…)“28 aufweise (Abb. 7,1) und mit den Megaronbauten29 in Tiryns30 (Abb. 7,3) und Mykene31 verglichen werden könne32 (Abb. 7,2). Eine weitere Parallele zu den oben genannten Megaronbauten sieht Müller-Karpe darin, dass diese zu einem späteren Zeitpunkt ihres Bestehens als Kultbauten verwendet wurden33, wie es bei der Regia ebenfalls der Fall gewesen sein soll34.

Den Herdraum in der Regia schreibt er dem römischen Vesta35 Kult zu, der wahrscheinlich von dem griechischen Hestia36 Kult übernommen wurde37 und demnach in der Königszeit in der Regia, der vermeintlichen Wohnung der Könige, vollzogen worden wäre.

3. Wissenschaftler die für die Regia als Sakralbau sprechen

3.1 F. Prayon

F. Prayon erwähnt bei seiner Beschreibung der Regia, gleichfalls, dass diese bis ins 19. Jahrhundert hinein, als Megaron (Abb. 8) gedeutet wurde38. Dies jedoch wurde durch die Nachforschungen von F. E. Brown 1967 widerlegt39.

Die Regia gleiche viel eher der gleichzeitigen frühetruskischen Hausarchitektur (Abb. 9)40. Der Beweis dafür sei die dreizellige41 und in die Breite geführte Raumordnung42. Desweiteren vermutete Prayon auf Grund der Ähnlichkeiten der Gebäude in Acquarossa43 (Abb. 9) und Murlo44 (Poggio Civitate)45 (Abb. 10) zur Regia eine verwandte Funktion, welche bei der Regia aufgrund von Überlieferungen der sakrale Bereich sein dürfte46. Bei einem Vergleich der Gebäude in Acquarossa47 mit dem Forum Gebäude48 (Abb. 11) an der Sacra Via49 auf dem Forum Romanum50 (Abb. 12) in Rom, schließt er jedoch, unter Betracht der Funde auf Wohnhäuser51. Was wiederum Grund zur Annahme gibt, die Regia angesichts der Ähnlichkeiten auch als Wohnhaus zu sehen bzw. als Sakralbau in Form eines Wohnhauses52.

3.2 F. E. Brown

Dem Namen nach solle die Regia einem König gehört haben: „ Regia, domus ubi rex habitat.“53 und laut Ovid dem Rex Sacrorum, von Numa zum Geschenk gemacht worden sein54. Allerdings sei die östliche Ecke des Forums ein ungewöhnlicher Ort für die Wohnung eines Königs55. Die Regia sei auch nicht für einen König gebaut worden, sondern für den Rex Sacrorum; aber auch nicht, damit dieser darin wohnte, sondern damit er dort seinen heiligen Pflichten nachgehen konnte56. Auch wenn die Regia kein Königshaus war, so behielt sie die Formen eines Königshauses, denn sie verkörperte die Kulte, die untrennbar vom Amtsgebäude und Namen des Königs blieben, ohne die der Staat nicht wohl gedeihen konnte57. Der Osten des Forums wird in der Argumentation von F. E. Brown als religiöser Bezirk bezeichnet58 ; in dem somit kein Wohnhaus hätte stehen können. Auch erwähnt er, dass der Rex Sacrorum und seine Frau die Regina Sacrorum59 zusammen gelebt haben sollen, was die Regia aufgrund des Platzmangels, als Wohnung für den Rex Sacrorum als ungeeignet erscheinen lässt60.

3.3 J. Losehand

Die Regia wird wegen des dort aufgefundenen Bucchero-Gefäßes (Abb. 5) mit der Inschrift Rex mit dem Wohnsitz der Könige in Verbindung gebracht, jedoch könnte die Inschrift auch den Rex Sacrorum meinen61. Gegen die Regia als Wohngebäude spreche jedenfalls nicht nur, dass die Heiligtümer des Mars und der Ops Consivia zu wenig Platz zum wohnen ließen62, sondern auch die zahlreichen Kulte die von verschiedenen Priestern dort vollzogen wurden63. Aus denselben Gründen kann die Regia auch nicht die Wohnung des Rex Sacrorum gewesen sein64, der in dieser mit seiner Frau, hätte Platz finden müssen65. Nach H. Jordan war die Regia ein geweihtes Heiligtum66, welches „(…) den Gedanken ausschließt, daß Menschen, welche auch immer, in diesem Gebäude gewohnt haben.“67 Schon die Tatsache, dass die Amtszeit des Rex Sacrorum und des Pontifex Maximus lebenslang war, legt nahe, dass sie nicht in der Regia wohnten68. Für die Zeit der Republik stehe, basierend auf einer Stelle bei Cassius Dio 44,7, mit Gewissheit fest, „(…) dass der pontifex maximus nicht in der Regia (…)“69 gewohnt habe70. Diese Aussagen genügen jedoch nicht um die Regia als ständiges Heiligtum auszuweisen71. Kein Zweifel besteht zumindest darin, dass die Regia während der Kaiserzeit als Sacrarium diente und kein Wohnhaus war72.

Eine weitere Möglichkeit die Frage um die Nutzung der Regia zu beantworten ist es die Wohnungen des Pontifex Maximus und des Rex Sacrorum ausfindig zu machen73. So lesen wir in den Überlieferungen von Cassius Dio74 und Festus75 von einer Domus Regis76 und einer Domus Publica77. Dies wiederum wirft die Frage auf, wo sich diese Domus Publicae befanden und wer sie bewohnte. „Das Gebäude beim atrium Vestae kann nicht beides – domus publica und domus regis – sein“78 (Abb. 13).

Durch Vergleiche mit den sich in Etrurien befindenden und aus dem 6. Jh.79 stammenden Wohngebäuden in Acquarossa80 (Abb. 9), Murlo (Poggio Civitate) (Abb. 10), Borgo, Le Ferriere (Satricum)81 (Abb. 14) und dem Forum-Haus82 in Rom (Abb. 11), ließ sich erkennen, dass diese in ihrer Grundstruktur der Regia gleichen83. Bei der dritten (Spätestens Mitte 6. Jh. v. Chr.)84 und vierten Regia (Nach 525 v. Chr.)85 (Abb. 15), dem Monumentalkomplex F in Acquarossa86 (Abb. 16) und dem Komplex in Murlo87 ließen sich darüber hinaus auch Gemeinsamkeiten in der Verzierung mit dekorativen Architektur-Terrakotten88 nachweisen89. Diese Dekoration legt die Annahme nahe, dass es sich um einen prächtigen repräsentativen Bau, eines Königs, handelt90.

Ein weiteres Indiz für die Regia als Wohnsitz könnte das vorhanden sein einer Zisterne, eines Entwässerungsgrabens und eines Herdes sein91, welche zur Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse gedient haben mögen92.

J. Losehand versuchte die Funktionen der Regia weiterhin durch einen Vergleich mit dem Gebäude F93 (Abb. 17) auf der Agora von Athen94 (Abb. 18) zu bestimmen95. Bezüglich des Grundrisses ist festzustellen, dass die fünfte Regia (Beginnendes 5. Jh. v. Chr.)96 (Abb. 4) evidente Ähnlichkeiten zu dem Grundriss von Gebäude F97 aufweist98 (Abb. 19). An dieser Stelle muss jedoch beachtet werden, dass die Regia, in ihrem Grundriss, schon seit der ersten Phase durch topographische Gegebenheiten eingeschränkt war99 (Abb. 1). Dementsprechend kann anhand der Ähnlichkeit, zwischen den Grundrissen der beiden Gebäude, nicht auf eine Abhängigkeit geschlossen werden100. Auch anhand der, ihnen zugeschriebenen, Funktionen101 lassen sich die beiden Gebäude nicht vergleichen102. Bei dem Gebäude F handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein ständiges Wohnhaus für die Aristokratie103, während es bei der Regia sehr unsicher ist, ob diese während der Königszeit als Wohnbau diente104. Laut J. Losehand sei jedoch angesichts der Analogien105 eine „(…) vollkommen Beziehungslose und von Gebäude F unabhängige Planung (…)“106 schwerlich vorzustellen107.

Aus seinen Nachforschungen ergibt sich für J. Losehand folgendes: „Endgültig kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass der oder ein König (Herrscher) in der Regia (auch nur zeitweise) gewohnt hat.“108 Zwar sei aufgrund der Analogien zu den oben genannten aristokratischen-Privathäusern nicht auszuschließen, dass die Regia auch als Wohnbau gedient habe109, allerdings sei diese These sehr spekulativ110.

3.4 F. Coarelli

F. Coarelli spricht sich gegen die Regia als Wohnbau aus und tendiert eher zu einem Sakralbau111. Gleichzeitig führt er auch an, dass es fraglich sei, ob jemals ein König (Resp. Numa) oder sein „(…) republikanischer Vertreter der Rex sacrorum (…)“112 dort wohnte113, dass aber nach heutigem Forschungsstand die These, dass die Regia den Königen als Wohnbau diente114, auch nicht einfach zu widerlegen sei115. Wie bereits erwähnt nennt Festus die Regia „(…) das Haus in dem der König wohnt“116.117 Nach Coarelli kann damit nicht der Rex Sacroum gemeint sein118, da dessen Wohnung viel eher auf der Velia119 (Abb. 20) zu lokalisieren sei120. Desweiteren scheidet auch der Pontifex Maximus als letzer Kandidat der in der Regia gewohnt haben könnte aus, da dieser in der Domus Publica121 wohnte122. Zudem vertritt F. Coarelli, wie J. Losehand, auch die These, dass die Heiligtümer des Mars und der Ops Consivia, viel zu wenig Platz zum wohnen ließen123.

[...]


1 Losehand 2007, 48f. „Die Regia hat ihren „amtlichen Namen (…), von dem Aufenthalt des Königs.“ Kein Zweifel besteht darin, daß „ regia “ und „ rex “ etymologisch miteinander verwandt sind (…) und, wie die Auffindung des Bucchero-Gefäßes in einer Schicht der Regia belegt, auch ein zeitlicher und funktioneller Zusammenhang zwischen dem „ rex “ und der Regia besteht.“

2 Scott 1999a, 189; Müller-Karpe 1959, 94; Coarelli 2000, 93;Brown 1967, 48; Brown 1935, 67; Losehand 2007, 12. Die Identifikation der Regia erfolgte durch die Ausgräber Jordan 1886, Nichols 1886 und Boni 1899.

3 Coarelli 2000, 93. Vgl. dazu auch Scott 1999a, 189; Grant 1970, 70−72; Losehand 2007, 11; Seindal 2003b.

4 Kolb 1995, 45. „Im Hinblick auf das frühe Rom ist nun schon vor längerer Zeit der Verdacht geäußert worden, dass die Geschichte der Königszeit, von ganz wenigen Eckdaten abgesehen, ein Konstrukt sei, (…).“ Vgl. dazu auch Kolb 1995, 90f.

5 Losehand 2007, 49. Bei Solinus (Solinus 1, 21), Servius (Serv. Ad Aen. 8, 363), Tacitus (Tac. Anm, 15, 41) und Ovid (Ovid, Trist. 3, 1, 20) wird Numa als Bewohner und Erbauer der Regia während der Königszeit bezeichnet. Vgl. dazu auch Müller-Karpe 1959, 95; Kolb 1995, 82; Scott 1999a, 190; Richardson 1992a.

6 Scott 1999a, 190f; Losehand 2007, 12−27; Seindal 2003b.

7 Losehand 2007, 15. 17.

8 Scott 1999a, 190. “(…) and modifications made over time had more to do with architectural embellishment than with significant changes in plan.”

9 Losehand 2007, 12–27.

10 Losehand 2007, 21.

11 Kolb 1995, 82; Coarelli 2000, 94; Losehand 2007, 38; Seindal 2003b.

12 Bellinger 2005f, 315f. „röm. Kriegs- und Vegetationsgott, Schutzgott von Feld und Vieh, aber auch Verursacher von Misswuchs und Unheil.“Vgl. dazu auch Losehand 2007, 56; Grant 1970, 73.

13 Bellinger 2005i, 378f. „Ops (lat. Macht, Reichtum): röm. Göttin des reichen Erntesegens und der Fruchtbarkeit sowie Schutzgöttin der Neugeborenen.“ Vgl. dazu auch Grant 1970, 73; Losehand 2007, 60.

14 Richardson 1992a; Keller 2008c; Seindal 2003b; Grant 1970, 72f; Coarelli:1986, 62; Coarelli 2000, 95; Kolb 1995, 81f; Scott 1999a, 190; Brown 1967, 57; Brown 1976, 35f.

15 Scott 1999a, 189; Richardson 1992a; Seindal 2003b; Losehand 2007, 14f. 19−22; Brown 1967, 55. 57; Coarelli 1986, 61f; Coraelli 2000, 95; Brown 1976, 29f.

16 Losehand 2007, 36f . 41. Das Aufgefundene Bucchero-Gefäß mit der Inschrift „REX“ datiert in das letzte Viertel des 6. Jh. v. Chr. und damit in den Übergang von Königszeit zu Republik. Daraus ergibt sich die Frage, ob es sich bei dem „inschriftlich genannten“ König um den Rex Sacrorum oder den König selbst handelt. Vgl. dazu auch Brown 1976, 35; Grant 1970, 70−72. Coarelli 1986, 64; Kolb 1995, 82.

17 Nash 1962, 264.

18 Nash 1962, 264.

19 Losehand 2007, 14. Die Datierung der archäologischen Befunde spricht gegen Numa Pompilius als Erbauer der Regia siehe Datierung der ersten Regia.

20 Grant 1970, 72. “In fact, however, in the remote eight century BC in which Numa was supposed to have lived, this area round the Forum had still been an uninhabited marsh.”

21 Grant 1970: 72.

22 Grant 1970, 72. “(…), it appears that the Regia provided a throne-room for the kings of the unified town.”

23 Grant 1970, 72.

24 Canick 2000, 135−138; Losehand 2007, 54f; Scott 1999b, 165f. Vgl. dazu auch Coarelli 2000, 94. „(…) der Rex sacrorum („König in den Angelegenheiten des Kultes“), der zu Beginn der Republik die priesterlichen, nicht aber die politischen und militärischen Aufgaben des Königs übernahm.“

25 Grant 1970, 72.

26 Canick 2000, 135−138.

27 Müller-Karpe 1959, 94.

28 Müller-Karpe 1959, 94.

29 Prayon 1975, 146; Schmidt-Colinet – Plattner 2004, 68. Das Megaron ist eine der Grundformen frühgriechischer Architektur. Vgl. dazu auch Hölscher 2006, 107. „Zentrum bildete jeweils ein rechteckiges Gebäude mit Vorraum, ein sog. Megaron, (…) im Palastkontext als Repräsentations- und Kultraum des Herrschers diente.“

30 Drerup 1969, 17. Abb. 14. Megaron der Festung.

31 Konstam 2004, 36; Hänsel 2009, 128. Das Megaron besitzt einen Vorraum, einen weiteren Raum mit einem Herd für das heilige Feuer in der Mitte und einem an der Seite gelegenen Thronplatz.

32 Müller-Karpe 1959, 95.

33 Müller Karpe 1959, 95. „Diese entstammen der späten Bronzezeit, reichen aber als Kultbauten (teilweise etwas verändert) in die nachmykenische Früheisenzeit hinein.“

34 Müller-Karpe 1959, 95. Auch wenn es bisher an freigelegten früheisenzeitlichen Siedlungen in Italien mangele, könne man nicht behaupten, dass der Megarongrundriss, wie er bei der Regia auftaucht, in Italien nicht verbreitet war. Ein Beleg dafür sei, das Fortleben des Königssitzes als Kultbau.

35 Bellinger 2005n, 531. „Vesta röm. jungfräuliche Göttin des Staatsherdes und des in ihrem Rundtempel auf dem Forum Romanum gehüteten Staatsfeuers, das von den nach ihr benannten 6 Priesterinnen, den Vestalinnen, gehütet wurde und niemals verlöschen durfte. Die V. ist der griech. Hestia verwandt.“

36 Bellinger 2005b, 196. Hestia wachte über das häusliche und staatliche Feuer.

37 Müller-Karpe 1959, 94.

38 Prayon 1975, 146; Müller-Karpe 1959, 94f.

39 Prayon 1975, 146; Losehand 2007, 134f. Dies wurde 1990 auch von Ch. Scheffer in Abrede gestellt.

40 Prayon 1975, 146. Zu frühetruskischer Hausarchitektur siehe: Prayon 1975, 129.“Im spätem 7. Jahrhundert v. Chr. wurden die Ovalbauten von Rechteckbauten verdrängt dies gilt wohl ebenso für das restliche Etrurien.“ Vgl. dazu auch Prayon 1975, 146; Brown 1962, 9; Losehand 2007, 135.

41 Prayon 1975, 179. „(…) Diese Dreizelligkeit lebt nämlich nicht nur im Wohnhaus fort ­(…), sie prägt auch (…) das Zentrum monumentaler Anlagen wie in Murlo und Acquarossa (…).“

42 Prayon 1975, 146.

43 Prayon 1975, 130. Acquarossa ist eine etruskische Siedlung bei Viterbo deren Beginn ins 7. Jh. v. Chr. zu datieren ist.

44 Murlo ist ein Dorf in der italienischen Provinz Siena und liegt im Stammland der Etrusker.

45 Prayon 1975, 135. Die Anlage in Murlo ist in das 2. Viertel des 6. Jh. v. Chr. datiert. Vgl. dazu auch Kolb 1995, 71.

46 Prayon 1975, 147. Mit Bezug auf die Grabungsergebnisse von F. E. Brown 1967.

47 Prayon 1975. 131. „In Haus A der Zone B wird der linke hintere Raum als Küche (Herdstelle), der rechte Raum als Vorratskammer (Silo) und der verbleibende mittlere Raum als Schlafraum gedeutet (Taf. 88,6).“

48 Prayon 1975, 145. Die aufgefunden Bankreste erinnern an ein Triclinium. Der Vergleich mit analogen Befunden in San Giovenale und Acquarossa, bekräftigt diese Vermutung. Vgl. dazu auch Steingräber 1981, 310f.

49 Richardson 1992d; Müller-Karpe 1962, 17f; Seindal 2003c. “There are still many doubts about the course of the road. It changed several times in antiquity, and it is possible that there were several different courses that were called the Via Sacra at the same time, some longer, some shorter.”

50 Das sog. "Forum-Haus", welches zwischen 575 und 550 v. Chr. erbaut wurde, befindet sich über einer alten Necropole (sepulcretum) zwischen dem Antoninus-Faustina-Tempel (Südostecke) und Tempel des Romulus. Vgl. H. Müller-Karpe, Zur Stadtwerdung Roms, RM Ergh. 8 (Heidelberg 1962) 80 Taf. 3.

51 Prayon 1975, 131. 145f.

52 Brown 1967, 58; Brown 1976, 36; Steingräber 1981, 311. „Wir können heute davon ausgehen, daß der etruskische Dreizellentypus seinen Ursprung in der Hausarchitektur hatte und von dieser auf die Sakral- und Sepulkralarchitektur übertragen wurde.“

53 Brown 1967, 48. Mit Verweis auf Fest., 347 L.

54 Brown 1967, 48; Nash 1962, 264.

55 Brown 1967, 49; Kolb 1995, 207. Die Region zur Regia hin, in der Nähe der aristokratischen Wohnquartiere sei der „(…) Flanierplatz der guten Gesellschaft (…)“gewesen, was dem älteren Cato zuwider war.

56 Brown 1967, 58; Brown 1976, 36.

57 Brown 1967, 58; Brown 1976, 36.

58 Brown 1967, 58f. „(…) as the Regia and the house of Vesta came to dominate the eastern, (…).”

59 Losehand 2007, 56. Die Regina Sacrorum vollführte die Opfer für Mars und war die Ehefrau des Rex Sacrorum. Sie trat ihr Amt wahrscheinlich automatisch an, wenn ihr Mann das seinige übernahm.

60 Brown 1976, 36; Losehand 2007, 56. 58. 60. 64. 84.

61 Losehand 2007, 36f. 41; Brown 1976, 35; Grant 1970, 70−72. Coarelli 1986, 64; Kolb 1995, 82.

62 Losehand 2007, 64−66; Coarelli 1986, 70; Keller 2008c.

63 Losehand 2007, 58. 60. Die Regia wurde während ihres Bestehens im Verlaufe der Zeit von folgenden Personen genutzt: rex, rex sacroum, regina sacrorum, pontifices, frates Arvales, flaminica.

64 Losehand 2007, 61−63; Brown 1976, 36.

65 Losehand 2007, 56. 84; Brown 1976, 36.

66 Losehand 2007, 60f. „(…) wofür wohl die Stelle bei Cassius Dio spricht, an der Octavian die mögliche Entfernung von Statuen aus der Regia als Sakrileg fürchtet, wie auch die Nachrichten bei Gellius, Iulius Obsequens und Festus.“

67 Losehand 2007, 61. 64.

68 Losehand 2007, 84. Es hätte wohl kaum ein adeliger sein Leben lang mit seiner Familie in so einem kleinen Gebäude gewohnt.

69 Losehand 2007, 84.

70 Losehand 2007, 66f. 84. Da die Speere des Mars am 14. März nicht in der Regia gelagert gewesen sein konnten, kann Caesar definitiv nicht in der Regia gewohnt haben. Unter Einbeziehung der „(…) Stelle bei Sueton (Caesar 46) (…)“ ergibt sich, dass der Pontifex Maximus nicht in der Regia wohnte, sondern jene nur sein Amtsgebäude war. Sein Haus ist demnach an einem anderen Ort zu lokalisieren, vielleicht in dem Distrikt des atrium Vestae.

71 Losehand 2007, 61f.

72 Losehand 2007, 61.

73 Losehand 2007, 62f. Geht es hier um ein Gebäude des Staates „(…) oder um eine bestimmte domus publica ?“ Sollte es sich um Letzt genanntes handeln, so würden sich die Wohnsitze des Rex Sacrorum und des Pontifex Maximums, da nicht kongruent, an verschiedenen Stellen befinden.

74 Losehand 2007, 62. Mit Verweis auf Cass. Dio 54, 27, 3.

75 Losehand 2007, 62. Mit Verweis auf Fest. 293: “(…) ne eatenus quidem sacra (via) appellanda est a regia ad domum regis sacrificuli sed etiam a regis domo ad sacellum Streniae.”

76 Losehand 2007, 62. „Ausgehend von der Festus-Stelle wurde – bislang aber vergebens – nach der domus regis sacrorum gesucht. Als domus regis, aber auch als domus publica wird nach Cassius Dio aufgrund seiner Lage ein Gebäude östlich des atrium Vestae benannt.“

77 Losehand 2007, 61−63. „Womit also mindestens drei domus publicae existiert haben müßten: eine Regia, die identifiziert ist, ein Haus für den rex sacrorum und eines für den pontifex maximus.“

78 Losehand 2007, 63.

79 Losehand 2007, 84.

80 Losehand 2007, 73f. „Alle genannten Elemente, die z. B. der Komplex A-C in Acquarossa aufweist, sind auch in der Regia der 3. und der folgenden Perioden nachzuweisen.“

81 Losehand 2007, 72f. Die Gebäudekomplexe A und B, welche in die Zeit von 600−540 v. Chr. zu datieren sind, seien in ihrem Grundriss äquivalent zu den Bauten in Acquarossa und Murlo.

82 Losehand 2007, 68f. Bisher könne nicht geklärt werden, ob zwischen dem Forum-Haus der Periode 4 (Mitte 5. Jh. v. Chr.), welches eine Form wie die Regia aufweist, eine und wenn welche Abhängigkeit bestehe. Dass die Gemeinsamkeiten nicht dem Zufall zuzuschreiben seien, werde durch weitere Befunde angezeigt.

83 Losehand 2007, 67−74.

84 Losehand 2007, 17.

85 Losehand 2007, 19.

86 Prayon 1975, 132. Der Gebäudekomplex in Zone F von Acquarossa (Taf. 88,10) lässt sich in die 2. Hälfte des 6. Jh. v. Chr. datieren. Vgl. dazu auch Steingräber 1981, 313.

87 Losehand 2007, 72. „Die prächtigen architektonischen Terrakotten „(…) die aus dem 7. und 6. Jh. v. Chr. (…) verweisen mehr auf eine große und mächtige Adelsfamilie als auf ein Heiligtum.“ Vgl. dazu auch Kolb 1995, 71f.

88 Losehand 2007, 71. 75. Elemente etruskischer Tempel – dekorative Terrakotten und Säulen – sind, wie die vorgeführten Beispiele zeigen, nicht binden nur auf Tempel zu beziehen. Vgl. dazu auch Brown 1976, 34.

89 Losehand 2007, 134; Downey 1995, 49−52. 55−58.

90 Losehand 2007, 83.

91 Losehand 2007, 16. 74; Brown 1967: 49; Scott 1999a, 190.

92 Losehand 2007, 74.

93 Losehand 2007, 89. Das „Gebäude F“ meint die „(…) gesamten Teil-Gebäude F, G, H, I, J, K (…).“

94 Losehand 2007, 89. „(…) an (auf) der äußersten süd-westlichen Ecke der Agora am Abhang des Kolonos Agoraios.“ Vgl. dazu auch Losehand 2007, 89, Anm. 488.

95 Losehand 2007, 10. 127−141.

96 Losehand 2007, 21.

97 Losehand 2007, 97. „Die Reste von Keramik, die unter (…) dem Fußboden von Gebäude F gefunden wurden, lassen eine Datierung (…) auf das mittlere 6. Jh. v. Chr. zu, (…).“

98 Losehand 2007, 128. „(…) Herz und Zentrum von Gebäude F also der 5. Regia mehr als ähnlich, vor allem auch, da die Längs- und Schmalseiten des trapezoiden Hofes das gleiche Verhältnis zueinander und auch die gleiche Ausrichtung an den Himmelsrichtungen haben (…).“ Vgl. dazu auch Losehand 2007, 129.

99 Losehand 2007, 128f. „(…) sacra via und vicus Vestae laufen in unmittelbarer Nähe ungefähr in den Winkel aufeinander zu, in dem auch Nord- und Südwand der Regia aufeinander treffen würden, verlängerte man sie weiter nach Osten.“

100 Losehand 2007, 130.

101 Losehand 2007, 102. Konträr zur Regia ist die Frage der Funktion und Nutzung von Gebäude F, anhand der archäologischen Befunde und Schriftquellen, nicht zu klären.

102 Losehand 2007, 136−139.

103 Losehand 2007, 102. Bei der Diskussion um Gebäude F handelt es sich um die Frage, ob es als Peisistratos‘ Wohnsitz diente.

104 Losehand 2007, 137. „Da nur aus den Vergleichen mit Acquarossa oder Murlo zu schließen.“

105 Losehand 2007, 10. „Die Ähnlichkeit (…) ist zweifellos augenfällig, wie auch deren Lage am politischen Herz der beiden großen Metropolen (…).“

106 Losehand 2007, 133.

107 Losehand 2007, 132f. Es sei nicht sicher, ob das Verhältnis zwischen Rom und Griechenland und somit auch Athens, bis auf den Handel, so hervorragend war, dass sogar die Struktur des Gebäude F als Vorlage für die Regia übermittelt, vielleicht sogar von den römischen Königen in Auftrag gegeben, wurde. Siehe auch folgende Anmerkungen.

108 Losehand 2007, 83f.

109 Losehand 2007, 82f. Da Paläste zu dieser Zeit nicht denen der Kaiserzeit entsprechen mussten.

110 Losehand 2007, 83f. „Außer den vorgestellten Schriftquellen gibt es keine einwandfreien (obwohl auch die Schriftquellen natürlich nicht „einwandfrei“ sind) Belege für eine Residenz eines Königs in diesem Areal, die Regia genannt wird.“

111 Coarelli 2000, 88. 95. Die Regia sei ein Sacrarium, das im Grundriss einem Wohnhaus nachgebildet war und den Bauten in Acquarossa gleiche. Vgl. auch folgende Anmerkungen; Steingräber 1981, 311.

112 Coarelli 2000, 94.

113 Coarelli 1986, 62f.

114 Coarelli 1975, 53. „Die Regia die als Haus des Numa galt.“

115 Coarelli 1986, 61.

116 Coarelli 2000, 93.

117 Coarelli 2000, 93; Coarelli 1975, 87.

118 Coarelli 2000, 94. „Festus sagt, daß man „nicht nur den Weg zwischen der Regia und dem Haus des Rex Sacrorum, sondern auch das Stück von da an bis zum Heiligtum der Strenia als Via Sacra bezeichnen müsse“, woraus sich eine klare Unterscheidung zwischen der Regia und dem Haus des Rex sacrorum ergibt.“

119 Die Velia ist eine nordöstlich an den Palatin stoßende, frühzeitig besiedelte Anhöhe in Rom.

120 Coarelli 2000, 94.

121 Coarelli 2000, 94. „Die Domus Publica („Haus des Staates“) befand sich in der Nähe des Hauses der Vestalinnen.“ Vgl. dazu auch Keller 2008a. „Gegenüber des Tempels des Iuppiter Stator sind die Überreste eines Wohnhauses aus republikanischer Zeit zu sehen: Die Domus Publica. Sie war seit der Amtszeit von Publius Cornelius Scipio Nasica (153 v. Chr.) bis zum Tod von Marcus Aemilis Lepidus im Jahr 12 v. Chr. das Wohnhaus des Pontifex Maximus, des Inhabers des höchsten Priesteramtes in Rom.“

122 Coarelli 2000, 94; Coarelli 1986, 65.

123 Coarelli 1986, 70; Losehand 2007, 64; Richardson 1992a; Losehand 2007, 64; Seindal 2003b.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Regia auf dem Forum Romanum. Ein Wohn- oder Sakralbau?
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Kunstgeschichte und Archäologie: Abteilung Archäologie)
Veranstaltung
Römische Architektur und Architekturtheorie: Stadtrömische Fora
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V536698
ISBN (eBook)
9783346182234
ISBN (Buch)
9783346182241
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Da ich nicht über die Rechte zu den damals von mir verwendeten Abbildungen verfüge, sind diese hier entfernt worden. Die Verweise auf die Abbildungen befinden sich aber im Abbildungsverzeichnis.
Schlagworte
Regia, Forum Romanum, Rex, Pontifex Maximus, Rex Sacrorum, römisch, Numa Pompilius
Arbeit zitieren
Daniel Richardt (Autor:in), 2010, Die Regia auf dem Forum Romanum. Ein Wohn- oder Sakralbau?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536698

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