Chancen und Risiken im Outsourcing von Logistikleistungen

Eine kritische Betrachtung der Haupterfolgs- und Misserfolgsfaktoren


Bachelorarbeit, 2020
35 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen
2.1 Begriff des Outsourcings
2.2 Erscheinungsformen von Outsourcing
2.2.1 Nach Leistungsumfang
2.2.2 Nach dem Grad der Unternehmenszugehörigkeit
2.2.3 Nach der räumlichen Entfernung
2.3 Besonderheiten in der Logistik

3. Chancen und Risiken des Outsourcings
3.1 Chancen
3.2 Risiken
3.2.1 Abhängigkeitseffekte
3.2.2 Kostensteigerung
3.2.3 Leistungs- und Qualitätsrisiken
3.2.4 Unzufriedenheit der Belegschaft

4. Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren
4.1 Erfolgsdefinition
4.2 Erfolgsfaktoren
4.2.1 Umweltbedingungen
4.2.2 Akteure und Projektgestaltung
4.2.3 Auswahlprozess
4.2.4 Vertragsgestaltung
4.2.5 Beziehungsmanagement
4.2.6 Change-Management
4.3 Misserfolgsfaktoren

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ausprägungsarten des Outsourcings (überarbeitete Darstellung von Bruch, 1998, S. 55)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung.

Im Kontext der Globalisierung und fortschreitender Arbeitsteilung gewinnt die LogistikfunktiondervonUnternehmen immer mehr an Bedeutung und wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig steigen auch die Anforderungen der Kunden an die Qualität und FlexibilitätderlogistischernLeistungen.DasDiesbedingt den Anstiegderdes,,mit der Erbringung dieser Leistungen verbundenen, organisatorischenAufwandes.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wählen immer mehr Unternehmen den Weg des Outsourcings.

Ein Outsourcing-Vorhaben ist ein komplexes Unterfangen und birgtnebendenChancen auch zahlreiche Risiken.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen anhand einer Literaturrecherche die Chancen, Risiken sowie Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren des Outsourcings von Logistikleistungen beleuchtet und die bedeutsamsten Erfolgsdeterminanten herausgearbeitet werden.

1.2 Aufbau der Arbeit.

Im ersten Kapitel werden die Fragestellung und das Ziel der Arbeit vorgestellt.

Nachfolgend werdenImimzweiten Kapitelwirdals nächstesder allgemeine Begriff des Outsourcings erläutert,nachfolgend werdenunddiedessenArtenvon Outsourcingaufgezeigtundsowiedie Besonderheiten des Outsourcings in der Logistik betrachtet.

Im dritten Kapitel werden die mit dem Outsourcing verbundenen Chancen und Risken vorgestellt.

Die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren werden in demmvierten Kapitel diskutiert.

Imletztenabschließendenfünften Kapitel werden diewichtigstenbedeutendstenErfolgsdeterminanten zusammengefasst.

2. Grundlagen

2.1 Begriff des Outsourcings

Der Begriff“‚Outsourcing”‘entstand im amerikanischen Wirtschaftsraum und setzt sichzusammenaus den Worten outside, ressource und usingzusammen. Die wörtliche Übersetzung von Outsourcing lautet entsprechend:‚Verwendung externer Ressourcen‘.. (vgl. Bruch, 1998, S. 22)

Autoren in der Fachliteratur vertreten eine große Vielfalt an Meinungen darüber, was mit Hilfe von Outsourcing erreicht werden soll . VieleDiverseAutoren sehen es lediglich als Fremdvergabe der Randprozesse, um damit eine Kostenreduktion zu erreichen; a.

Andere hingegen,als eine Möglichkeit, sich strategische Wettbewerbsvorteile durch den Zugriff auf die Innovationskraft und die vorhandene Infrastruktur der Partner zu verschaffen. Zusammenfassend definieren die Autoren das Outsourcing als eine Entscheidung, die zuvor selbst erstellten Güter oder Leistungen, die nichtzuden Kernkompetenzen zugerechnet werden, über den freien Markt zu beschaffen.. (vgl. Bretzke, 2015, S. 396 ff; Ortner, 2015, S. 1 ff)

Der Outsourcing-Begriff wurdemit demimLaufe der Zeitstätigstetigdetailliert und weiterentwickelt. Im folgenden Abschnitt werden die verschiedenen Ausprägungen des Outsourcings betrachtet, die während dieser Entwicklung entstanden sind.

2.2 Erscheinungsformen von Outsourcing

Umdieeinegenaue Abgrenzung des Begriffs zuerreichenermöglichen, müssendieunterschiedlichenDimensionenvondesOutsourcingsbetrachtet werden.

Im Folgenden wird eine Unterscheidung nach dem Umfang der übertragenen Leistungen, dem Grad der Unternehmenszugehörigkeit und der Lokation vorgenommen.

2.2.1 Nach Leistungsumfang

Nach dem Umfang der übertragenen Leistungen wird zwischendemtotalenmundpartiellenpartiellemOutsourcing unterschieden.

2.2.1.1 Totales Outsourcing

Um ein totales Outsourcing handelt es sich dann, wenneskomplette Funktionen oder Geschäftsbereiche fremdvergeben und über den Markt bezogen werden. (vgl. Gebhardt, 2006, S. 24). Dabei werden die ausgelagerten Funktionen im eigenen Unternehmen vollständig abgebaut.(vgl. Engelbrecht, 2004, S. 19).

2.2.1.2 Partielles Outsourcing

Im Fallevomdespartiellen Outsourcings, auchbezeichnetals Outtasking oder selektives Outsourcingbezeichnet, werden im Gegensatz zum totalen Outsourcing nur einzelne Teilaufgaben fremdvergeben. Das auslagernde Unternehmen behält weiterhin die Fähigkeiten, die Leistungen selbstständig zu erbringen.. (vgl. Schwarz, 2005, S. 30)

2.2.2 Nach dem Grad der Unternehmenszugehörigkeit

Nach dem Grad der Unternehmenszugehörigkeit lässt sich Outsourcing in externes Outsourcing, auch genannt Auslagerung, und internes Outsourcing, Ausgliederung, unterteilen, wobei das externe Outsourcing als das Outsourcing im engeren Sinne angesehen wird.

Vereinfacht lässt sich sagen, dassesbei der Auslagerung nur die Funktion und bei der Ausgliederung die Funktionsamteinschließlichder vorhandenen Infrastruktur an den Partner übertragen wird.. (vgl. Bruch, 1998, S. 55)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ausprägungsarten des Outsourcings (überarbeitete Darstellung von Bruch, 1998, S. 55)

2.2.2.1 Externes Outsourcing.

Im Falle des externen Outsourcings wird die Funktion der Leistungserbringungganz oderTeilweiseteilweisean ein externes Unternehmen ohne kapitalbezogene Verflechtungen übergeben und eigene Ressourcen abgebautwerden. Als Konsequenz daraus,muss das outsourcende Unternehmen den Verlust der Möglichkeit, direkten Einfluss auf den Leistungserbringer auszuüben,in Kauf nehmenhinnehmen. Eine bedingte Einflussnahme ist nur noch im Rahmen der Leistungsvereinbarung gegeben..(vgl. Hodel, Berger & Risi, 2006, S. 21)

2.2.2.2 Internes Outsourcing.

Als internes Outsourcing oder Ausgliederung wird die Auslagerung von Funktionen und Vermögen in eine kapitalmäßig abhängige Betriebseinheitausgelagertbezeichnet. Diese Betriebseinheit kann sowohl rechtlich unabhängig, wiez. B. ein Tochterunternehmen, als auch rechtlich abhängig, wie ein Profit-Center, sein.

Das Hauptziel der Ausgliederung ist es, durch die Selbständigkeit die Flexibilität und die Kosteneffizienz der Geschäftseinheit zu steigern, ohne dabeidieeinedirekte Einflussmöglichkeit zu verlieren.

Die wichtigsten Formen des internen Outsourcings sind:

- Tochtergesellschaften
- Beteiligungsgesellschaften
- Kooperationen
- Profit-Center
- Shared Service Center

Die ausgegliederten organisatorischen Einheiten bieten ihre Leistungen sowohl internen als auch externen Verbrauchern an..(vgl. Bruch, 1998, S. 56ff)

Das Shared Service Center, kurz SSC, ist eine Form des internen Outsourcings, die in denletztenvergangenenJahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.

Dabei werdendiegleichartigenDienstleistungen in einem selbstständigen Unternehmen gebündelt und geschäftseinheitenübergreifend zur Verfügung gestellt.

Der Hauptvorteil eines Shared Service Centers wird in der Möglichkeit gesehen,deneinenZuwachs an Flexibilität, Know-Howhowund Effizienz zu erreichen, ohne dabeidieGefahr zu laufen,Einbußen bezüglich desKnow-Howhowsund direkterEinflussmöglichkeitenzuverlierenerfahren.. (vgl. Schwarz, 2005, S. 27ff)

2.2.3 Nach der räumlichen Entfernung

Eine weitere Differenzierung der Outsourcing-artenArtenlässt sich nach der geographischen Entfernung zwischen dem Outsourcing-nehmerNehmerund -geberGebervornehmen. Dabei wird zwischen Onshore, Nearshore und Offshore unterschieden.

2.2.3.1 Onshore.

Als Onshore-Outsourcing, auch Onshoring, wird die Auslagerung der Leistungserbringungan einen Partner im Heimatland bezeichnet.(vgl. Hodel, Berger & Risi, 2006, S. 32).

2.2.3.2 Nearshore

In der Literatur wird dasalsNearshore-Outsourcing, auch bekannt als Nearshoring,alsdie Vergabe der Leistungserbringungan einen in einem Nachbarland ansässigen Outsourcing-Partnerbeschrieben. Dabei werden mögliche positive Effekte durch die Lohnniveauunterschiede mit der relativen kulturellen und räumlichen Nähe vereint..(vgl. Hodel, Berger & Risi, 2006, S. 32)

2.2.3.3 Offshore

Unter Offshore-Outsourcing, auch als Offshoring bezeichnet, wird die Auslagerung der Leistungen in ein weiter entferntes Land verstanden. In den meisten Fällen handelt es sich um Niedriglohnländer, wobei der Lohnunterschied als das Hauptargument für das Offshoring angegeben wird.. (vgl. Schwarz, 2005, S. 33)

2.3 Besonderheiten in der Logistik

Zu den wichtigsten Merkmalen der Logistik, die im Zusammenhang mit dem Outsourcing von größter Relevanz sind, zählt zum einem die große Bedeutung der Logistik als ein Wettbewerbsfaktor, zum anderen die Tatsache, dass das Produkt der LogistikeinealsDienstleistungistdient.

Das Aufgabenspektrum der Logistik ist aufgrunddeeeinesimmer komplexer werdenden Umfeldes kontinuierlich gewachsen. Die steigende Komplexität wird vor allem durchdieimmer höher werdendenAnforderungen der Kunden an die Flexibilität und die Schnelligkeit der Lieferungen, bei gleichbleibend hoher Qualität, hervorgerufen. Vor diesem Hintentergrund ist die Logistik in der heutigen stark vernetzten Welt ein strategisch bedeutender Wettbewerbsfaktor..(vgl. Scholz-Reiter, Toonen & Wind, 2008, S. 581f)

Die Logistikleistungen stellen eine Unterart der Dienstleistungen dar underbenweisensomitalle ihrederen gesamteEigenschaftenauf. Drei dieser Merkmale spielen für das Outsourcing eine besondere Rolle.:

2.3.1 Immaterialität.

Im Gegensatz zudenSachgütern sind logistische Leistungen immaterieller Natur, woraus sichdieeinemangelnde Lagerfähigkeitunddieeinefeste Bindung an den Leistungserbringungsort ergibt.. (vgl. Gebhardt, 2006, S. 36).Das macht die physische Präsenz des Outsourcing-Partners am Leistungserbringungsort zwingend erforderlich.

2.3.2 Koinzidenz von Angebot und Nachfrage

Die Unmittelbarkeit der Leistungserbringung macht das Zusammentreffen des Leistungsgeber und -nehmer zwingend erforderlich.DasDieKonsequenz davon ist, dassdieLogistikleistungen nicht auf Vorrat produziert werden können, woraus sehr hohe Ansprüche an die Verfügbarkeit des Dienstleisters resultieren.(vgl. Gebhardt, 2006, S. 36)

2.3.3 Individualität

Sehr häufig müssendieLogistikleistungen anddie Anforderungen des jeweiligen Kunden ausgerichtet werden, was eine Standardisierung erschweren und ein hohes Maß an Flexibilität erfordern kann..(vgl. Gebhardt, 2006, S. 36).

3. Chancen und Risiken des Outsourcings

Nach dererfolgtenAbgrenzung des Begriffs und dem Überblick über diewichtigstenbedeutsamstenBesonderheiten des Logistik-Outsourcings,werden nun die Chancen und Risiken des Logistikoutsourcings betrachtet.

Die Chancen des Outsourcings lassen sich in finanzielle, leistungsbezogene und strategische Vorteile unterteilen.

Die Risiken hingegen sind in erster Linie durchdieAbhängigkeitseffekte unddieNichterfüllung der Erwartungen bez.üglichder sinkenden Kosten und verbesserter Leistung bedingt.

Im Folgenden werden die Chancen und Risiken detailliert dargelegt.

3.1 Chancen

Die iIn der Literatur diskutierten Chancen des Logistik-Outsourcings liegen vor allem in der Verbesserung der Kostenposition,derLeistungssteigerung und dem Erlangen strategischer Wettbewerbsvorteile durch die Konzentration auf die Kernkompetenzen.

Nachfolgend werden die Hauptvorteile des Outsourcings aus Kosten- , Leistungs- und strategischer Sicht aufgeführt.

3.1.1 Kostenreduktion.

In der Literatur wird die Kostensenkung als derjenigeBeweggrund für das Outsourcing aufgeführt, der in der Praxis als derWichtigstebedeutsamsteangesehen wird. (vgl. Hauptmann, 2007, S. 59; Schwarz, 2005, S. 19; Bretzke, 2015, S. 400f; Vagadia, 2012, S. 82).

Nach Hauptmann (2007, S. 60) sind die zwei entscheidenden Faktoren für die Kostenreduktion die Möglichkeit des Outsourcing-Partners,im Gegensatz zum Auftraggeber andere„‚Economies“‘zu realisieren und niedrigere Faktorkosten zu erzielen.

Die Outsourcing-anbieterAnbieterkönnendiesog.„‚ Economies of Scale “‘(Skalleneffekte) aufgrund der BündelungdervonAufträgenmehrererKunden ausnutzen. Die größeren Volumina bedingen eine bessere Auslastung der Kapazitäten und hierdurch niedrigere Stückkosten. (vgl. Bretzke, 2015, S. 402).

[...]

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Details

Titel
Chancen und Risiken im Outsourcing von Logistikleistungen
Untertitel
Eine kritische Betrachtung der Haupterfolgs- und Misserfolgsfaktoren
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
35
Katalognummer
V536780
ISBN (eBook)
9783346135506
ISBN (Buch)
9783346135513
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chancen, risiken, outsourcing, logistikleistungen, eine, betrachtung, haupterfolgs-, misserfolgsfaktoren
Arbeit zitieren
Anton Chemerenko (Autor), 2020, Chancen und Risiken im Outsourcing von Logistikleistungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/536780

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