Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Kriterien der Partnerwahl im Mittelalter

Betrachtungen des Kriterienkatalogs von Spieß am Beispiel von Heinrich VII

Titel: Kriterien der Partnerwahl im Mittelalter

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Maximilian Hake (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die Kriterien von Spiess mit einer mittelalterlichen Quelle übereinstimmen, und inwiefern man von einem Kriterienkatalog für die Partnerwahl sprechen kann. Hierzu werde ich mich auf eine Quelle zu Heinrich VII beziehen. Diese berichtet aus der Sicht von drei Gesandten, die für ihn die Königin von Neapel (die jüngere) näher betrachten sollten, um ihn über ihre „Eignung“ zu informieren.

Im Folgenden werde ich zunächst den Kriterien-Katalog von Spiess zusammenfassen und diesen zudem noch mit denen anderer Autoren vergleichen. Das Werk von Spiess wurde in den Rezensionen sehr gelobt. Es sei ein enormer Beitrag für die deutsche Forschung, allerdings gäbe es noch Fragen bei der Begrifflichkeit des Hochadels und den oftmals stark variierenden regionalen Eigenheiten. Im Anschluss daran komme ich dann zu der Quelle zu Heinrich dem VII. Diese stammt aus den sogenannten Rolls Series, einer Sammlung von Quellen zur englischen Geschichte im Mittelalter, die zwischen 1858 und 1902 veröffentlicht wurde. Leider wird in der Einleitung zum Werk zu Heinrich VII schon gesagt, dass es bei kaum einem Werk dieser Serie so wenig Quellen gäbe, wie zu Heinrich VII . Da dieses Werk im Jahre 1858 herausgegeben wurde, muss dies an sich nicht unbedingt von großer Bedeutung sein. Allerdings habe ich bis dato auch noch keine These entdeckt, die das Gegenteil belegt. Außerdem muss bei der Quellensammlung beachtet werden, dass sie unter Aufsicht des Master of Rolls unter Aufsicht des Königshauses herausgegeben wurde. Ich möchte in diesem Zusammenhang nicht von einer Zensur sprechen, aber eine mögliche Selektion der herausgegebenen Quellen sollte in Betracht gezogen werden. Jedoch ist die selbstkritische Bemerkung zur Quellenlage in der Einleitung positiv zu bewerten. Nichts desto trotz ist nicht bekannt, wann der Text verfasst wurde und von wem. Die Quelle wird, wie gesagt, aus der Sicht von drei Gesandten geschrieben, aber es wird nicht gesagt, ob sie von allen dreien stammt, ob Notizen gemacht wurden, aus denen dann die finale Quelle entstand. Damit geht auch die Frage einher, ob sie von jemand anderem niedergeschrieben oder editiert wurde. Trotz alledem sollte die sehr genaue und umfangreiche Beschreibung hervorgehoben werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. ERÖRTERUNG DER FRAGESTELLUNG

2. KRITERIEN DER PARTNERWAHL

A) „DIE EHE ALS MITTEL ZUM ZWECK“ – KRITERIEN NACH KARL H. SPIESS

B) KRITISCHE BEWERTUNG UND VERGLEICH MIT ANDEREN AUTOREN

3. QUELLE: BESCHREIBUNG DER PRINZESSIN VON NEAPEL

4. FAZIT: AUSWERTENDER VERGLEICH

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der von Karl Heinz Spiess aufgestellte Kriterienkatalog für Eheschließungen im mittelalterlichen Hochadel allgemeingültig ist und ob er sich auf historische Quellen anwenden lässt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Abgleich zwischen theoretischen Kriterien und der praktischen Anwendung, illustriert am Beispiel eines Berichts über die potentielle Ehekandidatin für Heinrich VII.

  • Analyse und Dekonstruktion der Kriterien von Karl H. Spiess
  • Untersuchung der sozialen, biologischen und rechtlichen Anforderungen an Ehekandidaten
  • Kritische Quellenanalyse eines Berichts über die Prinzessin von Neapel
  • Vergleich zwischen theoretischen Heiratskatalogen und diplomatischer Praxis
  • Diskussion über die Bedeutung von Prestige, politischem Nutzen und Finanzen bei dynastischen Heiraten

Auszug aus dem Buch

3. Quelle: Beschreibung der Prinzessin von Neapel

Die Quelle ist aus einem Werk der sogenannten Rolls Series, einer Quellensammlung von verschiedenen historischen Materialien, die zwischen 1858 und 1911 unter dem Siegel ihrer Majestät veröffentlicht wurden. Eine Besonderheit ist hierbei nicht nur die Sammlung der Quellen an sich, sondern auch die Einleitungen, die dem Leser einen kurzen Überblick über die Zeit liefert, in der diese verfasst wurde. Diese Einleitungen wurden von einem Bischof verfasst und gelten als sehr genau. Aus der Sicht mancher Autoren, bedarf es keinerlei weiterer Erklärung, vor allem aufgrund ihrer kritischen Betrachtung der historischen Kontexte. Aber auch diese Aussage ist wiederum kritisch zu bewerten, da dieser Literaturtitel aus dem Jahre 1902 stammt. Es gab mehrere Ausgaben, allerding werden spätere Ausgaben, die eine Quellenkritik vornehmen sollten, eher kritisch betrachtet. Die Quelle wird aus der Sicht der drei Gesandten Heinrichs geschrieben, Francis Marsin, James Braybrooke und John Stile geschrieben. Diese haben die Anweisung erhalten zur Königin von Neapel und deren Tochter zu reisen, um herauszufinden, inwieweit die Tochter als Gattin für Heinrich VII geeignet ist.

Was in der Quelle nicht erwähnt wird, sind die Gründe für die Heirat. Diese werden jedoch in der Einleitung der Quellensammlung erwähnt: Dort wird beschrieben, dass Heinrich´s Frau, Elizabeth of York, kurz zuvor starb. Es werde darüber spekuliert, ob dies seine Herrschaft gefährdet hätte, dies könne aber nicht mehr genau nachvollzogen werden. Es zeigte sich in den nächsten Jahren, dass Heinrich mehrfach versuchte erneut zu heiraten. Sein erstes Projekt bezieht sich auf die hier beschriebene Königin von Neapel (die jüngere), die ebenfalls schon verheiratet war und ihren Ehepartner 1503 verloren hat. Allerdings hatte diese einen entscheidenden Makel: Auch wenn sie laut der Quelle sehr gut aussah und auch vollkommen gesund war, sei sie leider mittellos gewesen, seit das Königreich Neapel erobert worden war, und sie zusammen mit ihrer Mutter nur noch ein kleineres jährliches Einkommen für die Erhaltung ihres Besitzes erhielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. ERÖRTERUNG DER FRAGESTELLUNG: Einführung in die Thematik der Partnerwahl im Mittelalter und Vorstellung des Kriterienkatalogs von Karl Heinz Spiess sowie der zu untersuchenden Quelle zu Heinrich VII.

2. KRITERIEN DER PARTNERWAHL: Detaillierte Auflistung und Erläuterung der Kategorien nach Spiess – von biologischen Aspekten über rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zu sozialen und politischen Motiven – sowie ein kritischer Vergleich mit anderen Forschungspositionen.

3. QUELLE: BESCHREIBUNG DER PRINZESSIN VON NEAPEL: Analyse eines historischen Berichts über eine mögliche Braut für den englischen König, wobei insbesondere die methodische Vorgehensweise der Gesandten und die erfassten Merkmale der Kandidatin beleuchtet werden.

4. FAZIT: AUSWERTENDER VERGLEICH: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass die Theorie von Spiess eher als Richtlinie zu verstehen ist und die praktische Wahl eines Partners durch eine stärkere Gewichtung äußerer und diplomatischer Faktoren geprägt war.

Schlüsselwörter

Partnerwahl, Mittelalter, Eheschließung, Karl Heinz Spiess, Heinrich VII, Rolls Series, dynastische Heiraten, Kriterienkatalog, Heiratsstrategien, Diplomatie, Kanonisches Recht, Soziale Herkunft, Fortpflanzung, Brautwerbung, Historische Quellen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie im Spätmittelalter die Wahl eines Ehepartners im Hochadel getroffen wurde und ob man dabei von einem festen Kriterienkatalog sprechen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kategorien von Karl H. Spiess, rechtliche Aspekte wie das Verwandtschaftsrecht, sowie auf die politische Dimension von Ehebündnissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die theoretischen Anforderungen an Ehekandidaten mit der diplomatischen Praxis zu vergleichen, illustriert durch eine konkrete Quellenanalyse.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Quellenanalyse durchgeführt, bei der ein theoretischer Rahmen an eine spezifische historische Quelle angelegt wird, um Übereinstimmungen und Differenzen zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Kriterien von Spiess systematisch erläutert und mit anderen Historikern diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung des Berichts über die Prinzessin von Neapel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Partnerwahl, dynastische Heiraten, Kriterienkatalog, Mittelalter und diplomatische Gesandtschaften charakterisieren.

Warum war die Gesundheit der Braut in den Quellen so wichtig?

Die Gesundheit war zentral, da die Fortpflanzungsfähigkeit als essenzielles Kriterium für die Sicherung der Thronfolge und den Fortbestand der Dynastie angesehen wurde.

Welche Rolle spielten die Gesandten bei der Brautschau?

Die Gesandten fungierten als Augenzeugen, die nach einem festen Anforderungsprofil (Katalog) körperliche Merkmale, Sprachkenntnisse und soziale Eignung der Kandidatin für ihren Herrn bewerteten.

Warum wird die Anwendung eines einheitlichen Kriterienkatalogs in Frage gestellt?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die tatsächlichen Eheschließungen zu individuell waren, da politische Interessen und finanzielle Erwägungen oft flexibel auf die jeweilige Situation angepasst wurden.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kriterien der Partnerwahl im Mittelalter
Untertitel
Betrachtungen des Kriterienkatalogs von Spieß am Beispiel von Heinrich VII
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Bachelor of Arts Maximilian Hake (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V537093
ISBN (eBook)
9783346140869
ISBN (Buch)
9783346140876
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kriterien partnerwahl mittelalter betrachtungen kriterienkatalogs spieß beispiel heinrich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Maximilian Hake (Autor:in), 2017, Kriterien der Partnerwahl im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/537093
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum